Die Befürchtung war groß: die künftige Viren- und Würmergeneration wird wesentlich professioneller (siehe Der Wurm, der verschlüsselt). Das nun ausgerechnet Sony Music damit beginnt, Viren zusammen mit käuflichen erworbenen CDs zu verteilen, ist jedoch erschreckend!
Es handelt sich dabei um eine Software, die vor dem Abspielen einer »infizierten« Audio-CD versucht, einen fast unsichtbaren Filtertreiber für das CD-Rom-Laufwerk zu installieren. Künftig werden dann aller zwei Sekunden die Laufwerke geprüft, ob eventuell illegale Dateien abgespielt werden, um deren Wiedergabe zu unterbinden. Dabei benötigt dieser Prozess nicht ganz unwesentliche Systemresourcen und öffnet zudem Sicherheitslöcher.
Der sogenannte »Kopierschutz« befindet sich allerdings noch in einer Testversion – und ist im Moment nur auf vereinzelten CDs seit März 2005 in den USA im Einsatz. Für die Verbraucher bringt diese neue Möglichkeit eine immense Unsicherheit:
- Welche CDs sind davon gefährdet, wenn diese weder gekennzeichnet, noch im System vermerkt ist?
- Was passiert, wenn ein anderer CD-Anbieter ebenso eine Software erstellt – und sich beide Systeme gegenseitig bekämpfen?
- Wer bezahlt den Schaden am System (z.B. bei Datenverlust, ein älterer Computer, der unbenutzbar wird)
- Was passiert, wenn auch legale, jedoch unlizenzierte Musik blockiert wird?
Der Antivirenherrsteller F-Secure bietet bereits den BlackLight scanner, der sowohl das Sony-Programm erkennt, als auch mögliche Programme, die darauf zugreifen. Allerdings empfielt selbst F-Secure, daß beim Auftreten dieser Problems Sony kontaktiert werden soll.
Die wirtschaftlichen Folgen dieser Maßnahme sind im Moment nicht abschätzbar: spätestens nach der ersten Neuinstallation des gesamten Systems dürfte die Bereitschaft zum Kauf dieser CDs sinken. Nicht desto trotz möchte ich als vorbeugende Maßnahme vorerst vom Kauf von Sony-CDs abraten (unbeabsichtigt der Tatsache auch jeder DRM-verseuchten CD).
Weitere Links: