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Telekommunikation

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Mahnungen ohne Rechnung (René, 03.08.2009)

Darf man einen Anbieter, bei dem drei Monate in Folge keine Rechnung, sondern stets zeitversetzt die Mahnung einschl. Mahngebühr ankommt, eigentlich als unseriös nennen?

Wenn ja, dann ist Arcor ein unseriöses Unternehmen.

An einen Zufall glaube ich nicht mehr beim dritten Mal, wenn ausschließlich die Arcor-Rechnung fehlt.

Anruf bei der Arcor-Support-Hotline: (René, 24.04.2009)

5 Jahre Support und Kundenservice

Wählen sie nun aus den folgenden zwei Möglichkeiten:

1. Beratung: Internet, Sprachdienste, DSL
2. Für die Einrichtung und Fehlerbehebung ihrer DSL und WLAN-Komponenten. Wir unterstützen die Betriebssysteme [..]

Der Hilfesuchende bekommt nun die Qual der Wahl. Vor allem, wenn es um Themen geht, die hier gar nicht genannt werden. Praktisch ist die Auswahl egal, denn ob man nun Taste 1 oder 2 drückt, es kommt die folgende Ansage:

Unseren Service erreichen sie wie gewohnt unter 0900 – 1070[..]. Dieser Anruf kostet sie 1,24 Euro die Minute. Mobilfunk Abweichend. Ich wiederhole [..]. Diese Ansage kostete Sie maximal 3,9 Cent die Minute. Auch hier können Mobilfunkpreise abweichen. Danke, daß sie sich für unseren Service entschieden haben.

Man kann natürlich auch nichts drücken, dann wird das Gespräch automatisch beendet.

Und wem es nicht aufgefallen ist: den Namen Arcor hört man da wirklich nicht!

Der Verfall der Eilmeldung (René, 04.12.2007)

Vielleicht bin ich altmodisch, aber eigentlich hat eine Eilmeldung den Zweck, um die breite Masse bei akuten Gefahren möglichst schnell zu erreichen.

Der Spiegel veröffentlichte heute eine Eilmeldung, weil das Gericht nun entschieden hat, daß es zulässig ist, wenn ein bestimmtes Mobiltelefon nur über einen Anbieter vertrieben wird.

Spiegel-Eilmeldung

Schwarzer Freitag: Vorratsdatenspeicherung (René, 09.11.2007)

Beerdigung des Fernmeldegeheimnisses

Am heutigen 9. November wurde das umstrittene Gesetz über die Vorratsdatenspeicherung verabschiedet. Viel ist dazu schon gesagt worden, ansonsten ist das ganze Thema auch schon auf vielen Blogs ausgiebig vorgestellt. Bei Spiegel gibt es ein interessantes Abstimmungsergebnis:

98% dagegen

Daß man Schäubles Wahnkrankheit langsam behandeln muß, zeigte er am Mittwoch vor Journalisten und Richtern in Karlsruhe:

Wir hatten den »größten Feldherrn aller Zeiten«, den GröFaZ, und jetzt kommt die größte Verfassungsbeschwerde aller Zeiten.

Auch Justizministerin Brigitte Zypries scheint das Grundgesetz recht eigenwillig zu interpretieren:

Aber das Recht auf informationelle Selbstbestimmung heißt ja nur, dass Bürger darüber informiert werden müssen, wer was von ihnen speichert und das hat sich auch als Abwehrrecht gegen den Staat positioniert.

Aber Angela Merkel hatte uns schon vorgewarnt (leider ist die Quelle verschwunden):

Denn wir haben wahrlich keinen Rechtsanspruch auf Demokratie und soziale Marktwirtschaft auf alle Ewigkeit.

Eine durchaus interessante Seite ist mir noch aufgefallen: abgeordnetenwatch.de. Auf dieser Seite werden Beschlüsse auf EU und Bundesebene mit dem Abstimmungsverhalten der einzelnen Parlamentiarer aufgelistet, so auch über die Vorratsdatenspeicherung. In meinem Berliner Wahlkreis (in dem übrigens Gregor Gysi unterwegs ist) gab es zwei Gegenstimmen. Ansonsten waren bundesweit Grüne, FDP und die Linke restlos dagegen.

Aber etwas Hoffnung bleibt ja noch:

Doch was kann man dann im privaten Kreise machen?

  • Anonymisierungsdienste wie Tor (z.B. den Browser Opera als OperaTOR)
  • Produzierung von Datenmüll (Hintergrundskript, welches nahezu zufällig irgendwelche Verbindungen auf- und abbaut)
  • Anonymisierte SIM-Karten

Bleibt nur die Frage offen, wie die Bevölkerung Anfang nächsten Jahres reagiert – nämlich dann, wenn die Telefonunternehmen die Preise für die Datensammelei an die Bürger weiter geben – und diese dann die Preissteigerung für Telefon und Internet begründen.

Weitere Informationen:

Verhaltenskodex für Chatanbieter (René, 06.11.2007)

Drei größere deutsche Chatbetreiber (Lycos, RTL und Knuddels) haben sich zusammengeschlossen und einen Verhaltenskondex unterzeichnet – wieder einmal mit Blick auf den Kinder- und Jugendschutz im Internet. Ein paar kommentierte Auszüge:

Die Chatanbieter verpflichten sich, zu den für Kinder und Jugendlich üblichen Chatzeiten von 10-22 Uhr Moderatoren in ihrem gesamten Chatangebot zur Verfügung zu stellen.

Gut, Moderatoren sorgen zumindest in den öffentlichen Räumen ein wenig für Ordnung, z.B. wenn wieder einmal ein Nutzer die erste und zweite Strophe des Deutschlandliedes reinsetzt. Nur warum erst ab 10 Uhr?

Die Anbieter integrieren in ihre Filterprogramme dazu unter anderem eine gemeinsam gepflegte »Bad Word«-Liste

Eine Maßnahme, die gar nichts bringt – außer hin und wieder ein paar Wörter mit Sternchen (vgl. Warum Autozensur keinen Sinn macht .... Nützlich auch der Frattinizer).

In kontinuierlich angebotenen, frei zugänglichen Chats wird für Nutzer eine technische Möglichkeit des Ignorierens anderer Teilnehmer des Chats bereitgehalten

Gibt es wirklich noch Communities, die noch nicht über so eine Funktion verfügen? Na gut, hat man es wenigstens einmal zu Papier gebracht.

Die Anbieter von Chats werden sich im Rahmen ihrer wirtschaftlichen und technischen Möglichkeiten und soweit zumutbar bemühen [..] eine eindeutige Identifizierung und Rückverfolgung des Nutzers ermöglichen [..] Nichtfreemailer [..] »unique identifiers« [..] zu aufwendige und langwierige Anmeldeprozeduren auf die Nutzer eine abschreckende Wirkung
haben

Mit anderen Worten: Wir verpflichten uns zu gar nichts. Schön wäre zwar eine eindeutige Identifizierung, aber naja ... ist halt zu teuer und andererseits gehen dann die Kinder da hin, wo die Hürden niedriger sind. Würde also auch gar nichts bringen.

Zu diesem Zweck halten sie eine ausführliche Chatikette bereit, welche Nutzer über das Thema Sicherheit und angemessenes Verhalten in Chats informiert.

Ob die Zielgruppe solche Texte lesen wird?

Insgesamt ein vierseitiges Dokument, daß weder das Internet revolutioniert noch Kinder und Jugendliche schützt. Ahja, vielleicht sollten das doch eher die Eltern wieder übernehmen ...

iPhone - Ein revolutionäres Telefon (René, 31.10.2007)

T-Mobile stellte heute die Tarife für das exklusiv vertriebene Apfel-Telefon. Vielversprechend ist dabei schon die Ankündigung des Gerätes:

Das iPhone ist ein revolutionäres Mobiltelefon, mit dem Sie jemanden anrufen können, [..]

Also kein Telefon zum Kaffeekochen und Bügeln. Liest man den Satz zu Ende klingt das Ganze zwar nach einer kleinen Neuerung, die noch weit entfernt von einer Revolutionen scheint:

[..] indem Sie einfach nur auf einen Namen oder eine Nummer im Adressbuch, in den Favoriten oder der Anrufliste tippen.

Dafür klingt das ganze so, als müßte ich mit versehentlich getätigten Anrufen rechnen. Wie bei Skype, da reicht es auch aus, auf den Namen zu tippen. Ein bis zwei irrtümliche Anrufe kommen bei mir gut im Monat an.

Aber viel Mühe müssen sie sich die Marketingexperten bei dem Gerät nicht wirklich nicht geben: ein paar Apfel-Fanatiker werden eh alles aus dem Hause kaufe. Und für die breite Bevölkerung wird es schwer sein, zu erklären, warum sie nun 400 Euro für ein Telefon mit 5049 Euro Grundgebühr zahlen sollen ...

Ärger mit Base / E-Plus (René, 02.08.2006)

Was tun, wenn eine Firma plötzlich meint, daß ein Vertrag mündlich abgeschlossen wurde? Rein rechtlich gesehen ist die Antwort klar. Aber es gibt auch solche Firmen:

Ärger mit einer BASE-Flatrate

Der Text ist sehr lang, eine kurze Zusammenfassung:

  • Ausgehend von einem E-Plus-Vertrag erweiterte der Anbieter den Vortrag um die BASE-Option (Flatrate für Handy). Die Frau wußte weder von einer Vertragsoption, noch stimmte sie ihm zu
  • Das ankommende Päckchen wurde als Werbepost weggelegt. Widerrufsfrist dadurch abgelaufen
  • Die Irrtum wurde bemerkt und an E-Plus gemeldet. Die Reaktionen waren lau, die Abbuchung dafür pünktlich. Der telefonische Kontakt zu E-Plus funktioniert scheinbar nur für 49ct. die Minute. Der BASE-Krempel ging zurück.
  • Nach ewigen hin und her macht E-Plus einen Schufa-Eintrag – und die Rennerei geht richtig los. Die Spielregeln der Schufa sind, daß nie umstrittene Geldbeträge gemeldet werden dürfen.
Ein schwarzer Tag für die Demokratie ... (René, 14.12.2005)

Sie ist durch: die EU-Rechtlinie zur Überwachung der gesamten Kommunikation – und mit ihr wieder ein Stück Grundrecht.

Nach dem in letzter Minute glücklicherweise gescheiterten Trivialpatenten und den nun bereits eingeführten Biometriepässen haben heute die Abgeordneten die prinzipielle Unschuldsvermutung von 450 Mio Bürgern über den Haufen geworfen. So langsam sollte die Frage im Raum stehen, wieviel EU wir wirklich benötigen ...

Die ersten Reaktionen sehen auch nicht positiv unbedingt positiv aus. Es stehen auch schon gute Gegenvorschläge im Raum!

Das neue Hochgeschwindigkeitsdatennetz (René, 24.10.2005)

Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke:

Die Telekom hat viele Plätze in der Welt, wo sie investieren kann. Eine falsche Regulierungspolitik wird dazu führen, dass Deutschland keine Datenautobahn bekommt. Dann gehen in der deutschen Telekommunikationsindustrie in den kommenden Jahren mehr Arbeitsplätze verloren, als durch den technologischen Fortschritt ohnehin wegfallen.

Ein paar Gedanken zur Diskussion:

  • Grundregel: Reisende soll man nicht aufhalten!
  • Es handelt sich um ein Kabelnetz, es ist ein natürliches Monopol (solange der Nutzer keine 20 Kabel und 15 Dosen in seiner Wohnung haben möchte – und mindestens zweimal im Jahr der Hausanschluß aufgegraben werden soll). Es sollte unabhängig der Investorfrage staatlich reguliert – oder noch besser: verstaatlicht werden!
  • Die Telekom möchte zwar selber investieren. Dennoch besteht ihr Kapital aus ehemaligen Staatseigentum (sowohl das Kabelnetz, als auch die Schulden) – und den daraus resultierenden Gewinnen.
  • Brauchen wir unbedingt 50MBit-Leitungen? Für meine heutigen Internetaktivitäten reicht mir 1Mbit locker aus. Dagegen gibt es noch im Orte, die heute noch über kein DSL verfügen!
  • Muß das Fernsehen unbedingt über das Internet ausgestrahlt werden? Es gab bereits schon viele Visionen über die Möglichkeiten (z.B. die Szenen eines Filmes selbst zusammenlegen – macht dann allerdings das Zuschauen noch Spaß?)
  • Wer soll diese Technologie nutzen, wenn immer weiter Arbeitsplätze verloren gehen? Wir haben auf der einen Seite die Arbeitslosen, die diese Technologie sich sicherlich nicht leisten können. Andererseits die Arbeitenden, die kaum Zeit haben.

(vgl. Teltarif, heise und golem)

Crimestoppers (René, 28.09.2005)

Ich finde es in Ordnung, wenn die Studenten auf vorbeugende Maßnahmen gegen gestohlene Gegenstände hingewiesen werden, aber es gibt auch Grenzen:

If these phone is tolen, please give these details to the police: fascia details, phone number, Serial/IMEI-Number, PIN-Number

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