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Homepage von René Pönitz

Ein (Verkehrs-)Schild sagt mehr als Tausend Worte

Dieses Schild sagt sehr viel über Hamburg aus. Und wie dilettantisch hier Verkehrspolitik gemacht wurde. Und leider immer noch gemacht wird:

Dieses Schild befindet sich an der Wandsbeker Allee – direkt an der Brücke über die Wandse. Entlang der Wandse führt ein Gehweg. Vermutlich ist es ein gemeinsamer Geh&Radweg, die Beschilderung ist rar. Vom Zentrum kommend ist dieses Schild das erste Indiz, dass der Weg wohl auch für Radverkehr vorgesehen ist. In den weiteren Abschnitten in Richtung Rahlstedt ist das eindeutiger auch für Radfahrer gekennzeichnet.

Ich kann mir sehr gut vorstellen, wie die Planung damals in den 70er Jahren von statten ging, als der Ring 2) geplant wurde.

Bist du des Wahnsinns? Du kannst doch hier nicht die Fahrbahn anheben und den Weg unten drunter durch planen. Die Kosten!!! Die Straße ist so schon teuer genug. Die Leute sollten gefälligst Auto fahren.

Das dürfte wohl auch die Erklärung sein, warum es auch keine Ampel an dieser Stelle gibt.

Immerhin wurde für Fußgänger ein enger Tunnel errichtet, der ungemütlicher kaum sein kann – und Radfahrer ebenso ausschließt wie beispielsweise Kinderwägen.

Ich habe ne bessere Idee: Zwei Schilder.

Eine ebenerdige Querung der vier Fahrspuren ist kaum zu empfehlen. Aufgrund leichter Kurvenlage ist die Straße schwer einsehbar, zudem dürfte auf diesem Abschnitt das geltende Tempolimit nur selten eingehalten werden.

Aber – wie das Schild zeigt – gibt es eine Ampel. In nur 150 Metern Entfernung. Also 300 Meter Umweg für diesen Irrsinn. Je Richtung! Das bemerkenswerte ist hier:

  • Die jeweiligen Abschnitte bis zur Ampel gelten als Zweirichtungsradwege, sind aber kaum breiter als übliche Radwege.
  • Würde man das Zeichen korrekt befolgen, soll man sogar drei Straßen queren – anstelle von nur einer (denkt da niemand nach)?
  • Die Ampelanlage selbst ist ohne Radfahrer-Signal – und funktioniert als Bettelampel. Ausrollend auf die Phase warten ist nicht: du musst den Taster rechtzeitig drücken.

Aber es ist ja nur eine Kreuzung. Eine Kreuzung, wo man mit wenig Aufwand vor einigen Jahrzehnten etwas vernünftiges hätte bauen können. Und deren Fehlplanung auch nicht so ohne weiteres sich ausmerzen lässt. Aber es ist typisch. Für ganz Hamburg.

Geschlechtergerechte Sprache

Eines der Themen dieser Zeit ist geschlechtergerechte Sprache. Also wie schreiben und reden wir, dass niemand ausgeschlossen wird?

Dies wird derzeit auch durch ein Urteil des Bundesgerichtshofes befeuert, bei der eine Sparkassen-Kundin einklagen wollte, dass in Formularen neben der Bezeichnung „Kontoinhaber” auch die Bezeichnung „Kontoinhaberin” geführt wird. Das Gericht kam zur Erkenntnis, dass durch die Verwendung der generischen Grundform keine Benachteiligung im Sinne des Allgemeinen Gleichbehandlungsgrundsatzes entsteht – und lehnte diesen Anspruch damit ab (siehe Pressemitteilung des Gerichtes).

Glücklicherweise hat jede Person in diesem Land das Recht, Dinge vor Gericht zu bringen. Es streiten nun viele, ob das Urteil dem Zeitgeist entspricht. Sachlich kann ich der Argumentation folgen: welche konkrete Benachteilung (oder auch Schaden) entsteht bei Formularen?

Wie jedes andere Regelwerk auch haben Sprachen Defizite. Und wie sich in den Debatten abzeichnet, ist der Umgang mit Geschlechtern nicht ganz so einfach. Manchmal schaue ich neidvoll nach England. Eine Person, die unterrichtet ist „teacher”. Wir müssen uns erst einmal keine Gedanken machen, welches Geschlecht diese Person hat, auch wenn die Tücken der englischen Sprache an anderer Stellen zum Tragen kommen (und es mit teacheress durchaus auch ein Pendent gibt). Im Türkischen wird zwischen er/sie/es gar nicht unterschieden

Im Deutschen leisten wie uns eine eigene Endung, um Personen des weibliches Geschlechtes einzeln und als Gruppe hervorzuheben. Denselben Luxus leisten wir uns nicht für Personen männlichen Geschlechtes bzw. Personen, die weder Mann noch Frau sind.

Wenn jemand von „Lehrern” im allgemeinen redet, würde ich nicht auf den Gedanken kommen, es könnten hier nur Personen männlichen Geschlechtes gemeint sein. Oder man würde bestimmte Personen degradiert „mitmeinen”. Es ist ein Generikum, weil das Geschlecht in den allermeisten Fällen keine Rolle spielt. Wenn ich ehrlich bin, will ich das Geschlecht nicht einmal wissen, sondern lieber das Schulfach. Ich denke da „Inklusiv”.

Nun gibt es Personen, die der Auffassung sind, dass – trotz des Mangels einer männlichen Endung – die generische Form nur Personen männlichen Geschlechtes enthalte – und dieses Defizit müsse nun mit Ergänzung der weiblichen Form beseitigt werden. Sie denken also „exklusiv”.

Das Problem dieser Logik ist allerdings: Es werden nun alle ausgeschlossen, die sich nicht einem dieser beiden binären Geschlechter zugehörig fühlen. Es ist kein Novum in unserer Sprache, das tun wir auch bei der Anrede „Sehr geehrte Damen und Herren”. Auch die Grünen schließen diese Personen sehr explizit aus, wenn laut Satzung Frauen und Männer abwechselnd bei Parteiveranstaltungen zu reden haben.

Die Stärke eines Generikums wird deutlich, wenn Worte in Kombination betrachtet werden. Nehmen wir als Beispiel einen Anwenderbetreuer. Auch hier sollte das Geschlecht keine Rolle spielen, auf beiden Ebenen. Also weder die Person, die die Maus schubst, noch die, die diesen Personenkreis betreut. Es böten sich nun vier denkbare Formen an: Anwenderbetreuer, Anwenderbetreuerinnen, Anwenderinnenbetreuer, Anwenderinnenbetreuerinnen. Und diese Anwender- und Anwenderinnenbetreuerinnen und Anwender- und Anwenderinnenbetreuer könnten auch einen Leiter bzw. eine Leiterin haben.

Nun kann man Sternchen, Unterstriche, Leerzeichen und weiteren Satz- und Sonderzeichen einfügen, um die Ausmultiplizierung der Formen zu vermeiden – auch wenn solche Zeichen sich in der Aussprache dann nicht wiederfinden (was vermutlich in bestimmten Kreisen gewollt sein kann).

Unbenommen lassen sich einige Fälle durch neutrale Wörter ersetzen wie Gast oder Mitglied. In jedem Fall geht das nicht. Als vor zwei Jahren die Berliner Studentenwerke in Studierendenwerke umbenannt bemängelte ich bereits, dass die Begriffe Studenten und Studierende nicht deckungsgleich ist. Der Student ist ein Status, weil eine Person an einer Hochschule eingeschrieben ist. Das andere bezieht sich auf die konkrete Tätigkeit. Es gibt Studenten, die nicht studieren et vice versa. Und in Bezug auf lebenslanges Lernen hätte die Umwandlung zu einem Studierendenwerk politische Akzente setzen können.

Eine Lösung dieser Problematik kommt nun ausgerechnet vom Postillion: eine männliche Geschlechtsendung:

Grundform
Bäcker Bäckerin Bäckerer
Frisör Frisörin Frisörer
Polizist Polizistin Polizister

Auch wenn dieser Ansatz Defizite hat (es ist ja ein Regelwerk) – und dann die Frage nach Artikeln aufkommt, so halte ich diesen Ansatz in Hinblick auf Eingriff in die Sprache, der Lesbarkeit und der Komplexität für zielführender. Wir können – wenn es im Einzelfall nötig ist – Männer und Frauen explizit ausweisen, ansonsten hätten wir ein Generikum ohne Doppeldeutigkeit. Und alle sind einbezogen.

Ladenschlussgesetz komplett abschaffen

Ich bin für die komplette Abschaffung der Ladenschlussgesetze – inklusive Grundgesetzänderung zur Sonntagsöffnung. Ohne Wenn und Aber!

Diese Forderung kann gerne als radikal eingestuft werden. Aber es ist nichts, was nicht auch schon in einigen Ländern dieser Erde praktiziert wird. Egal ob ich nach Osten (Polen, Tschechien) oder nach Westen (Portugal, Irland) schaue. Finnland hat es 2016 geschafft. England ist weit liberaler, Schottland erst recht. Warum nicht auch hier?

G20 - Ablehnen oder nicht lieber Fordern?

Durch den G20-Gipfel wird Hamburg Anfang Juli im Ausnahmezustand versetzt werden. Einerseits werden die Regierungschefs der größten Staaten eingeflogen, andererseits dürfte es zahlreiche Proteste geben. Jede Menge Polizei, die Demonstranten und Durchführung trennt und jede Menge Menschen, die in ihrem Lebensalltag eingeschränkt werden.

Ich muss gestehen: Mich lässt das gesamte Ereignis fragend zurück. Es ist schwer, dieses Treffen inhaltlich zu greifen.

Andrea Nahles hat das BGE verstanden

Bundesarbeitsministerin Andreas Nahles hat das Bedingungslose Grundeinkommen verstanden. Denn eines der wichtigsten Stärken des Grundeinkommens ist, die Abhängigkeit und den Zwang der Menschen zum Arbeitsmarkt zu lösen – und das hat sie (anders als viele ihre Parteigenossen) sehr zutreffend erkannt:

Zitat von Andreas Nahles

„Das bedingungslose Grundeinkommen führt dazu, dass keiner mehr schlechte oder niedrig bezahlte Arbeit machen möchte!”

Andreas Nahles, Bundesarbeitsminister auf der Re:Publica 2017 (Quelle)

Nun sollte man meinen, dass das Herz der Sozialdemokratie höher schlagen müsste. Doch Fehlanzeige: Mit den Worten „Es widerstrebt mir persönlich” lehnt sie die Idee ab. Es widerstrebt ihr, dass niemand freiwillig im Niedriglohnsektor schlechte Arbeit verrichten möchte.

Genau genommen haben wir die Situation doch heute auch schon: Niemand will doch freiwillig eine schlechte Arbeit machen (was ist eigentlich schlechte Arbeit?) – und niemand will dafür wenig Lohn erhalten. Unser heutiges Sozialsystem zwingt viele Menschen dazu, irgendeine Arbeit zum Hungerlohn nachzugehen, weil sonst das Arbeitsamt Leistungen zu kürzen droht. Nun liefert das BGE die Chance, das zu ändern.

Zwar wirkt der Satz der Arbeitsministerin einer sozialdemokratischen Partei wie ein undurchdachter Versprecher – aber er spiegelt sehr wohl wieder, was die SPD wirklich will.

Wahl-o-mat Schleswig-Holstein

Ein neuer Wahl-o-mat ist draußen. Dieses Mal für Schleswig-Holstein. Ich habe ihn mehrfach gemacht, dieses Mal mit unterschiedlichen Ergebnissen. Mal waren Piraten vorn, mal Linke.

Anders als bei den sonstigen Wahl-o-Mat-Artikeln nehme ich dieses Mal nur eine Auswahl in den Beitrag: