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Homepage von René Pönitz

Was ist das eigentlich, diese Open-Data-Portale?

Am Freitag stellte ein Pirat auf einer (der vielen) Mailingliste ein neues Open-Data-System vom Fraunhofer Institut vor: GovData – Vermutlich muss man sich erst registrieren. Hier aber schon einmal einen Blick hinter die Kulissen:

Es ist ähnlich dem Berliner Open-Data-Portal – Es gibt viele Daten, die irgendwie kategorisiert sind. Im Grunde ist es nichts anderes als ein andere Form einer Dokumentenverwaltung. Es gibt Dateien, es gibt Beschreibungen, es gibt eine Suchfunktion. Die Besonderheit ist dabei, dass die Daten auch von extern eingebunden werden können. So kann man bspw. aus dem amtlichen Wahlergebnis eine interaktive Wahlkarte von Berlin bauen.

Doch diese Daten stehen jeweils für sich. Und das ist im Moment das Problem: es fehlt die Vernetzung! Die Verschmelzung von Daten.

Ich weiß nicht, ob meine Fantasie da zu weit geht, aber nur mal ein fiktives Beispiel:

Ich steige über den Haushalt einer Stadt ein – und klicke mich durch die Kapitel, bis ich bspw. bei den Kindergärten lande. Ich sehe alle Einrichtungen in einer Liste, für die öffentliche Gelder ausgegeben werden. Ich gehe auf eine Einrichtung und sehe ihre Details (bspw. den Bebauungsplan oder die Belegungszahlen). Ich kann aber auch die Karte gehen – und sehe auf einer OpenStreetView-Karte alle Kindergärten mit Fähnchen. In der Karte kann ich den Detailgrad auch ändern – und sehe auch alle Volkshochschulen, insbesondere die in der Nachbarschaft.

Und klicke ich auch hier wieder drauf, erhalte ich ein Menu. Interessiert mich das Kursangebot, der Bauplan zur Wärmedämmung oder die historische Erwähnung des Bauwerkes.

Und so kann man beliebig weiterspinnen. Grundbuchdaten, Buchbestände in Bibliotheken, Verkehrszahlen anliegender Straßen, etc…

Ich habe das Gefühl, ich bin mit meinen Vorstellungen noch zwei Jahrzehnte zu früh!

Wassertourismus im Industriegebiet

Im Januar fand der Wirtschaftausschuss in der Reederei Riedel statt. Neben Stern und Kreis ist das die zweite größere Reederei im Bezirk. Es ist nicht unüblich, dass der Ausschuss eingeladen wird. Häufig bekommt der Einladende die Möglichkeit, sich und seine Vorhaben vorzustellen. Und häufig gibt es Brötchen und Getränke (siehe Schnittchenklausel – unbedenklich!).

So waren wir schon unter anderem bei den Batteriewerken BAE, in der potentiellen Bauruine BER, beim Tourismusverein, bei Audi, im Ratskeller – und nun eben bei Riedel.

Riedel ist auf der östlichen Spreeseite – gegenüber vom Eierhäusschen im Plänterwald (an der Nalepastraße). Dort gab es noch einen kleinen Hafen, der nun ausgebaut wurde. Der Geschäftsführer ist der Ansicht, dass der Markt für die Touristenrunden noch Potential hat und hat dementsprechend investiert und ausgebaut. Ihm schwebt vor, dass das Gebiet auch für andere Nutzungen zu ermöglich, insbesondere zu touristischen bzw. kulturellen Aspekten passt (z.B. Atelier/Ausstellung/Strandbewirtschaftung).

Das ganze hat für mich stadtentwicklungspolitische Fragen aufgeworfen.

Das Gebiet ist prädestiniert für Gebwerbe und Industrie. Auch für Industrie, die Krach macht. Weit und Breit kein Wohnhaus in Sicht. Umrandet vom Kraftwerk, einigen anderen Industriebauten und Kleingartenanlagen. ÖPNV-mäßig sehr schlecht erschlossen. Zudem wurde ein Bebauungsplan vor kurzen verabschiedet, die Nalepastraße von der Rummelsburger Landstraße zu verlängern (Achtung: die Straße ist zweigeteilt), damit sich hier zusätzliches Gewerbe ansiedeln kann. Der durchgehende Uferweg an der Spree wird wohl eines der unmöglichsten überhaupt in Berlin sein (nebenan ist das Kraftwerk – und die nutzen die Spreekante fürs Entladen der Schiffe)

Und nun will man die Touristen und Kultur in diese Gegend locken?

Diese Fragen sind allerdings zu spät: der Hafen ist umgebaut, das zugehörige Gebäude aufwendig saniert. Die Eröffnung als Hafen steht in den nächsten Monaten bevor. Ich drücke der Reederei natürlich die Daumen. Aber ob das so dann klappen wird?

(Was mich in der Tat aber noch interessiert: in wie weit könnte man das alte Ausflugslokal Eierhäuschen am anderen Ufer der Spree einbeziehen. Das Gebäude verfällt. Das bräuchte dann eine Spreequerung in Form einer Anlegestelle)

Noch als Info nebenbei: bei der Linienschiffahrt läuft es wohl so ab, dass jeder Betreiber seine eigenen Anlegestellen baut und betreibt und die anderen für den Tourismuslinien tabu sind (Ausnahme: Sonderfahrten). Das erklärt sicherlich auch die unzähligen Anlegestellen in der Innenstadt.

Abgebloggt...

One Hundred & Five Million EUR

Yeah, der erste Spam, den ich über meine E-Konto für meine Piratenaktivitäten erhalten habe. Nach weit über einen Jahr.

Ich bin Mr. Cham Tao Soon, Vorsitzender Audit Committee der UOB Bank, Singapur. ich haben ein Projekt für Sie in den Tonnen von One Hundred & Five Million EUR, Nach erfolgreicher Übertragung werden wir in dem Verhältnis von 40 für Sie Aktien und 60 für mich. Bitte antworten Sie für Einzelheiten.

Terroristen halten sich an Fluglinien

Diese weise Erkenntnis ist vom Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg, als es über die Wannsee-Flugroute zu beurteilen hatte. Dort gibt es einen Forschungsreaktor. Neben der Angst vor Unfällen (was ich nachvollziehen kann) bringen sie auch die Terroristen ins Spiel. Aus der Pressemittelung:

Das Risiko eines Flugunfalls und eines terroristischen Anschlags auf den Luftverkehr und der dadurch ausgelösten Freisetzung ionisierender Strahlung des Forschungsreaktors wurde nicht hinreichend in den Blick genommen.

Ich stelle es mir schon bildlich vor. Es ist morgens, 6:30 Uhr. Der Wind weht von Westen. Drei maskierte Männer am neuen Flughafen BER. Sie mogeln sich durch die Sicherheitskontrollen. Binnen weniger Minuten bringen sie ein Flugzeug in ihre Gewalt. Sie rollen auf die Startbahn. Jegliche Versuche des Bodenpersonals scheitern, das Flugzeug zu stoppen. Das Flugzeug hebt ab. Die Männer kennen nur ein Ziel: den Forschungsreaktor. „Scheiße”, sagt der eine zu den anderen, „hier dürfen wir nicht langfliegen!” und brechen den Flug wieder ab.

Späte Rache nach 27 Jahren

Auch jenseits der Debatte um die „Leihstimmen”, ist es in diesen Tagen nicht unangemessen, mit etwas Schadenfreude auf die niedersächsische CDU zu schauen: Wie die CDU an ihrem eigenen Wahlrecht scheiterte:

Die CDU hatte 1986 das Wahlrecht reformiert – und die Verteilung der Sitze von Hare-Niemeyer auf D’Hondt umgestellt. Im Allgemeinen verteilt Hare-Niemeyer besser für kleinere Parteien. Die Ironie des Schicksals: das Ausgleichsmandat hätte nach Hare-Niemeyer der FDP zugestanden, nach D’Hondt steht es nun der SPD zu. Es war das entscheidende Mandat.