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iCHANCE: Wenn analphapetische Kartoffeln lernen, Gangster zu werden...

Der Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung hat derzeit eine Kampagne, vermutlich mit dem Ziel, sogenannte funktionale Analphabeten anzusprechen — aber ganz sicher bin ich mir da nicht. Das ganze nennt sich iCHANCE[1] — ja, noch ist das kleine i am Anfang voll im Trend. Noch.

Wer sich diese Seite anschaut, wird mit zwei Videos konfrontiert. Das erste schildert eine Situation, in die Leute mit sehr geringen Lesefähigkeiten geraten könnten, ist jedoch mit einigen Kraftausdrücken versehen (»Du bist ja so ein Schimmelpilz«). Das zweite beginnt seriös und aufklärend — aber auch nur die ersten 20 Sekunden, danach kann einem die Spucke wegbleiben:

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Herr Bastürk, was müßte sich Ihrer Meinung nach an unserem Bildungssystem ändern, damit mehr Schüler gleiche Chancen bekämen.

[..] Es dürfte in jeder Stadt nur eine Schule geben. Alle gemischt. Kanacken, Kartoffeln, Arme, Reiche. Dann alle hätten gleiche Chancen. Und gleichzeitig: alle würden so praktikummäßig machen. Beispiel: die Kartoffeln, sie würden von den Kanacken lernen, wie man Gangster wird. Und die Kanacken, sie würden von den Kartoffeln lernen, wie ein Gängster pünktlich wird.[..]

Autsch! Soll das nun cool sein, lieber Bundesverband? Wirklich? In meinen Augen ist das peinlich, fast schon rassistisch. Es ist eine Schande gegenüber den ganzen Vereinen, die wirklich wichtige und nützliche Arbeit leisten! Und ob ein Analphabet nun mit dem Anreiz, (pünktlicher) Gangster zu werden, eher die Schulbank zu drücken wird, mag auch zu bezweifeln sein. Was rauchen die Leute, um so einen Schwachsinn zu produzieren (und den dann auch noch groß zu bewerben)?

[1] Ich distanziere mich von dieser Seite. Wer sie trotzdem aufrufen möchte: ichance.de

Musik von Emotion 4 Devotion

Hier kannst du die Titel von Emotion 4 Devotion anhören und herunterladen:

Liedtext zu "Sad Song" (1999)

I feel a little bit sad and strong
Can You imagine what is wrong
In us? No trust?

I see my heart burning down
And it beats a very fast sound
to save – it’s grave

I stand alone with my fears
and of course I spend some tears
for you – it’s cruel

I watched to sky and perceived my pain
and my eyes they spend the rain
So I strain – I loved you vain
and I gain … some experiences in my brain.

I walking down the streets where I flamed
but surely it’s not the same
I miss – your kiss

I remember the time you were mine
At the moment I could whine
For past – I gasp

I believed in you whenever I can
Since your leaving I’m not your fan
I grieve – your leave

(Now) I’m standing here in lonelyness
You can’ perceived I was depresses
I can’t refresh – I can’t reflash
and you confessed … your love to me it was too less

Das Ende von mp3.de

Im Internet ist nichts für die Ewigkeit — und das scheint auch für kurze und prägnante Adressen zu gelten. Ende Januar soll »mp3.de« verschwinden. Zugegeben: Wenn man sich heute die Startseite von mp3.de anschaut, wird man vielleicht sagen: »Na und?«. Und doch gab es auf dieser Plattform noch einen nicht ganz unwesentlichen Bereich, bei dem sich unbekannte Musiker präsentieren konnten — wie beispielsweise »Emotion 4 Devotion«. Das war ein Musikprojekt, welches ich zusammen mit Christian Fröde vor gut einem Jahrzehnt betrieben habe. Dazu haben wir elektronische Klänge einem Yamaha cs-X1 entlockt, das Spektrum reichte von Trance bis Relax. Die Titel lagen seit dieser Zeit bei mp3.de — und wenn ich den Statistiken Glauben schenken darf, haben sich immerhin gut 3000 Aufrufe in dieser Zeit ergeben. Es ist nicht viel — aber es gab dafür auch keine aktive Werbung.

Mp3.de wird — so die Ankündigung — Ende Januar schließen und damit werden auch die Titel verschwinden. Die Macher schlagen als neues Portal »Youmusic24.com« vor — doch mal ehrlich: so eine Adresse klingt nach dem 1000. Klon von Youtube. Und während Speicherplatz im Internet im Jahr 2000 noch reine Mangelware war (und meist keine mp3-Dateien hochgeladen werden durften), sehen die Möglichkeiten im Jahr 2011 ganz anders aus — und so werde ich die Titel nun auf den eigenen Seiten zur Verfügung stellen.

Wer es sich einmal anhören möchte: e4d.renephoenix.de

Wenn vermeintliche Komiker sich dämliche Sprüche patentieren lassen...

Es gibt Komiker, die sind lustig. Und es gibt so was wie Mario Barth, den ich stundenlang zuhören kann, ohne auch nur eine einzige Lachfalte zu verziehen. Zugegeben quäle ich mich nicht so häufig mit seinen abgekauten Sprüchen. Einen alten Spruch, der bereits schon einen langen Bart(h) hatt, hat sich Barth nun markenrechtlich schützen lassen. Fragt mich nicht, warum man auf so einen dämlichen Spruch wie »Nichts reimt sich auf Uschi« herumreitet, ein Radiosender tat es schon vor 20 Jahren. Barth hat nun einen T-Shirt-Händler deswegen abgemahnt, der schon länger diesen Spruch benutzt. Die Retourkutsche von Oliver Kalkofe ist genial:

Wir haben noch kistenweise alte Witze, die wir bedürftigen Komikern gern für ihre Vermarktung zur Verfügung stellen.

Kleines Knobelrätsel für PHP

Im PHP-Code meiner Seite suchte ich eben nach der Ursache für ein eigenartiges Verhalten. Kurz zusammengefaßt und als Rätsel verpackt:

$var1 = 1;
$var2 = 0;

$var3 = $var1 && $var2;
$var4 = $var1 and $var2;

echo "$var3,$var4";

In der Ausgabe lieferte allerdings nicht »,«, sondern »,1«. Warum?

Elfeinhalb Monate für einen Lichtschlauch bei led24

Eigentlich wollte ich ja nicht mehr über Kundenservice meckern. Eigentlich. Aber es gibt Dinge, die sind einfach grenzenlos!

Vor ziemlich genau einem Jahr bestellte ich einen weißen LED-Schlauch (10 Meter) sowie aus portotechnischen Gründen einen roten Schlauch (4 Meter) einschl. der notwendigen Anschlußstecker und Befestigungsclips bei led24. Also noch mal in Zahlen festgehalten: 15.01.2010. Ende Januar war der Betrag überwiesen. Am 08.02. erhielt ich eine E-Mail mit folgenden Inhalt:

leider müssen wir Ihnen mitteilen, das der von Ihnen bestellte Lichtschlauch nicht geliefert werden kann. Der von Ihnen bestellte Lichtschlauch in weiß ist leider nicht mehr auf lager. Die nächste Lieferung erwarten wir ende März. Natürlich wären wir auch bereit Ihnen den Rechnungsendbetrag zurück zu überweisen

Am Telefon erfuhr ich noch als Grund, daß durch das chinesische Neujahr Lieferprobleme gab. Ich teilte dem Unternehmen mit, dass ich warten kann. Allerdings wollte ich keine Teillieferungen (was nützen mir sonst Anschlußstecker ohne Schlauch?). Als ich bis Ende März noch nichts hörte, fragte ich an — das Lieferung sei noch nicht da. Mitte Mai ebenso, der Container gehe am 25.5. Mai raus. Nächste Anfrage Anfang Juni. Nächste Anfrage mit Mahnung Ende Juli.

Dann, am 28.7. kam die Botschaft: der weiße Schlauch ist wieder verfügbar. Am Telefon erfuhr ich dann, daß sich zwischenzeitlich die Schnittmengen verändert haben: Schläuche können nun nicht mehr Vielfache von 2 Metern sein, sondern nur noch von 4 Metern. Daher wollte man mir aus Kulanz 12 Meter liefern. Man mag sich zwar vielleicht freuen, wenn man mehr für sein Geld bekommt: aber der Schlauch war von der Länge genau passend gewesen. Allerdings hatte man noch eine schlechte Nachricht für mich: zwischenzeitlich sind die roten Lichtschläuche ausgegangen.

(&%$§"! Die Ware war schon bezahlt? Wie kann man die dann andersweitig ausliefern? Ok, schön freundlich bleiben. Dann liefert nur den einen Schlauch mit dem Anschlußstecker und den Clips.)

Es dauerte trotzdem noch einen Monat, bis der Paketdienst bei mir geklingelt hat. Ja, am 30.08. habe ich nach siebeneinhalb Monaten Wartezeit die erste Teillieferung erhalten. Ich hätte ja den Lichtschlauch sofort befestigt — wenn nicht die Befestigungsclips gefehlt hätten. Ich teile dem Unternehmen meine Unzufriedenheit mit, daß ich — trotz Verzug — ständig hinterrennen muß. Es gab weder eine Kenntnisnahme, noch eine Entschuldigung. Aber die Befestigungsclips kamen wenige Tage später in einem seperaten Paket an.

(Ärgerlich ist: obwohl ich explizit keine Telefonnummer in der Bestellung angegeben habe, wurde diese an den Paketdienst übermittelt. Noch unverschämter ist der Paketdienst GLS, der Personalausweisnummern beim Paketversand erfaßt.)

Dann passierte erst einmal nichts. Aber ich habe mich auch erst einmal nicht gerührt. Wenige Tage vor Weihnachten fragte ich dann noch einmal nach, wo der Rest bleibt. Ah, siehe da: ein roter Lichtschlauch ist da. Aber auch hier hat sich die Schnittmenge verändert. Nicht mehr 2-Meter, sondern 3,30 Meter. Ich bekomme also 6,60 Meter. Es sollte noch Weihnachten ankommen. Wenn ich die Ticketverfolgung bei GLS aber anschaue, ging das Paket erst am 23.12. auf die Reise. Also nahm ich im neuen Jahr nun endlich das Paket entgegen. Das Kabel scheint in Ordnung zu sein. Das zweite Anschlußkabel sieht so aus:

Das soll Neuware sein.

Nach zwei weiteren E-Mails war man bereit, das Kabel noch einmal entgegenzunehmen. Der Paketdienst, wieder GLS, soll es abholen. Bis jetzt weden gesehen noch Karte im Kasten.

Man kann nun als Fazit zwar sagen: das hat man davon, wenn man günstig kauft. In Baumärkten (z.B. hellweg) hätten die Schläuche fast das dreifache gekostet. Ob der günstige Preis aber nun solche extremen Lieferzeiten rechtfertigt? Ich weiß es nicht. Immerhin war die Rufnummer mit Ortsvorwahl gewesen.

Noch eine Frage an die Techniker unter euch: was bedeutet der Unterschied zwischen einem zweiadrigen und einem dreiadrigen Lichtschlauch in der Praxis?

Atlas der deutschen Alltagssprache

Die deutsche Sprache hat in nahezu allen Regionen feine Besonderheiten — und viele dieser Unterschiede hat nun die philologische-historische Fakulttät der Uni Augsburg zusammengetragen und bebildert, z.B. die Bezeichnung für ein abgelegenes Dorf

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Und so wie diese Karte gibt es da gefühlt 200 weitere, u.a.

(via Kommentar zu Norddeutsche lernen die Uhr zu lesen, die Studie gibt es übrigens auch)

Das Dritte-Welt-Land Brandenburg

Auch wenn die Meldung schon etwas älter ist und in Berlin in den ganzen Chaosmeldungen zur hoffnungslos zerstörten S-Bahn untergegangen ist: Vor den durchrasenden Zug gefallen.

Ein Bahnhof mit einer Bahnsteigbreite von 2-Metern. Über zum Bahnsteig zu gelangen, muß man über das andere Gleis laufen. Und über das Gleis brettern durchfahrende Züge mit 120 Sachen. Und auf besagten Bahnsteig nun eine 15-Jährige, die erfaßt wurde. Normalerweise hätte an solchen Bahnhöfen eine Aufsicht sitzen müssen, bei Halt das Zuges das andere Gleis sperren und erst dann die Leute zu den Zügen lassen. Und nun wieder eine Bahn, die scheinbar die Schuld von sich weißt.

Es mag richtig zu sein, in solchen Momenten sich zu fragen, warum Milliarden investiert werden, nur um einen an sich funktionierenden Bahnhof unter die Erde legen zu lassen, während gleichzeitig das Geld fehlt, um kleinere Bahnhöfe sicherer zu machen.

(Nach ca. 1 Monat erreicht die Botschaft nun die nationale Presse).

Stoibers Erben

Wenn man eins Stoiber lassen muß, dann war es seine Befähigung, auch die politikverdrossensten Menschen zu erreichen. Und nicht nur in der Form, daß man einfach nicht nur nicht wegschaltet, wenn seine Reden erschallten, nein, die Leute haben regelrecht nach seinen Reden gesucht. Mit der Kombination aus Satire und Politik gab es im Jahre 2005 sogar eine offizielle Wahlwerbung, bei der man durchaus den Eindruck haben könnte, daß hier jemand einfach einen Zusammenschnitt seiner peinlichsten Erlebnis perfekt kommentiert hatte. Aber als Stoiber die bayrischen Kabarettbühnen verlassen hat, hinterließ er große Fußstapfen.

Aber die Durstpause ist nun im Jahre 2011 endlich vorbei, wie dieses Video recht eindruckstark beweist:

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Ein Männlein steht im Walde, ganz grün und dumm.
Es hat vor lauter Protest eine Steinschleuder um.
Grün sein und dagegen sein, mit Pflaster-, Schotter- und Ziegelstein...
Ach wie bin ich froh, doch kein Grüner zu sein

(Ja, die sind nicht mehr ganz zeitgemäß da unten in Bayern. Nach einer EU-Norm soll die Polizei ja künftig blau tragen).

(Ja, Modern sein mit Web 2.0 und YouTube — und dann die Kommentare sperren)

Nicht minder spektakulär ist auch die neue Satire-Seite Die Dagegen-Partei.

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