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Homepage von René Pönitz

Die europäische Krankenversicherungskarte

Vor ca. zwei Jahren hat mich meine Krankenkasse angeschrieben und mir voller Stolz die neue »europäische Krankenversicherungskarte« mitgeschickt. Damit löst diese Karte die alten Auslandskrankenscheine im Papierformat ab. War auch zugegebenermaßen lästig, der Krankenkasse jedes Reiseland im Voraus anzukündigen.

Nun kam ich in die Lage, in Österreich einmal ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen zu müssen. Ich suche einen örtlichen Arzt heraus und betrete die Praxis. Ich ziehe also meine Krankenkarte heraus. Was passiert?

Die Sprechstundenhilfe überlegt erst einmal, was überhaupt zu tun ist. Dann sucht Sie ein recht großes Formular heraus und fängt an, sämtliche aufgedruckten Nummern und Buchstaben abzuschreiben. Währenddessen kommt der Arzt rein. Auch er rätselt kurz, was genau zu tun ist. Er schlägt vor, daß ich ihm lieber 15 Euro direkt geben soll und die Sache ist gegessen. Ich fragte nach, ob ich ggf. eine Quittung bekommen könnte — damit ich diese dann direkt bei der Krankenkasse einreichen könnte. Aber auch dieser Weg hätte die gleiche Bürokratie. Nun gut, ich möchte nicht unbedingt Schuld sein, wenn der Arzt seinen eigentlichen Pflichten nicht hinterherkommt, nur weil sich mal ein Reisender verirrt hat. Das »Eigentliche« lies sich relativ schnell und direkt klären, am Ende waren die 15 Euro auch dem Arzt egal, Hauptsache keine Bürokratie. Trotzdem hinterläßt dieses Erlebnis ein eigenartiges Gefühl.

Willkommen also in der Europäischen Union!

(Ich bin gespannt, was meine Krankenversicherung zu diesem Fall erzählt)

Construction Party

Für alle Eingeweihten: morgen findet nun die lang geplante »Construction Party« statt. Drückt uns also die Daumen! (Die Nicht-Eingeweihten müssen diesen Beitrag nicht verstehen)

Update Bilder folgen!

Gegen ELENA

Wer die Nachrichten der letzten Wochen verfolgt hat, wird es sicher schon mitbekommen haben: Anfang März hat das Bundesverfassungsgericht die Vorratsdatenspeicherung gekippt. Insgesamt 34.939 Beschwerdeführer hatten auf juristischem Wege ihren Unmut gegen das Gesetz kund getan.

Nun steht die nächste Verfassungsklage an: und zwar gegen ELENA, der »elektronische Entgeltnachweis«. Hier handelt es sich um eine Datenbank, in der umfangreiche Daten zu Arbeitnehmern gesammelt werden sollen. Ich möchte hier nicht auf die Details eingehen, dazu kann man sich unter anderem beim FoeBud-Verein informieren. Bis zum 25.03. hat man noch die Gelegenheit, sich der ELENA-Klage anzuschließen.

Anmerkung: Innerhalb der kurzen Zeit sind schon über 15.000 Teilnehmer zusammengekommen (zur Statistik)

Update: Auch die Telekomiker hatten auf das Urteil bereits reagiert, hier ihre Ankündigung:

Die Telekom erklärte nach dem Urteil aus Karlsruhe: »Wir geben keine Auskunft zu Vorratsdaten mehr, wir speichern keine Vorratsdaten mehr und haben damit begonnen, die bereits gespeicherten Vorratsdaten zu löschen.« Das Speichervolumen für Vorratsdaten umfasst rund 19 Terabyte, die Löschung wird deshalb einige Tage in Anspruch nehmen. 19 Terabyte entsprechen etwa 4,85 Milliarden Din-A4-Seiten, ungefähr ein Papierstapel von 25 Kilometer Höhe.

Jetzt weiß man auch, woher die Internetausdrucker herkommen.

OK Go - This Too Shall Pass (Rube Goldberg Machine version)

Vor einigen Jahren stellte ich schon einmal eine sehr geniale Autowerbung vor (und welche Wunder: das Video gibt es immer noch). Die amerikanische Indieband »OK Go« hat in ihrem Video eine ähnliche Idee gehabt: Dominoe-Day in einer Fabrikhalle. This Too Shall Pass — Rube Goldberg Machine version

Ursprünglicher Link

Ich möchte nicht wissen, wieviel Aufwand so ein Video verursacht. Für alle Fälle, es gibt auch gleich das Making-off dazu: Teil 1 1, 2, 3, 4, siehe auch Rube Goldberg Maschine.

Wie es zu dem Video kam, kann man in folgenden Video erahnen. Es gab Differenzen mit der Plattenfirma EMI, was die Präsentation der Videos insbesondere im Internet anbelangt. So haben sie sich getrennt und ein neues Video erstellt. Wer noch das Originalvideo zu EMI-Zeiten ansehen möchte, wird bei YouTube nicht mehr fündig, dafür aber bei Vimeo.

Abgebloggt...

Wann rollt die letzte Bahn?

Von Dresden bin ich den Komfort gewohnt gewesen, im Kulturdrecksloch Essen wurde ich enttäuscht, von Berlin kann man es erwarten: den durchgehenden Nachtverkehr! Doch wie schaut es in anderen Städten aus? Die Zeit hat dazu eine Deutschlandkarte entworfen, wie man in einer Nacht von Montag zu Dienstag noch vom Zentrum aus fort kommt. Rund um die Uhr rollen die Bahnen nur in folgenden Städten (sortiert nach Größe):

  • Berlin
  • München
  • Bremen
  • Dresden
  • Mannheim
  • Karlsruhe
  • Magdeburg
  • Erfurt
  • Jena
  • Schwerin
  • Merseburg

Wobei man hier sagen muß, daß in diesen Städten nur die Straßenbahnen rund um die Uhr fahren (also keine U- und S-Bahnen). In Hamburg fehlt beispielsweise (noch) die Straßenbahn. Ebenso unberücksichtigt ist das Angebot an Nachtbusses: Während man in Hamburg oder Leipzig noch mit denen unterwegs sein kann, hat man im Ruhrgebiet einschl. Düsseldorf und Köln dagegen gar keine Chance mehr auf Beförderung.