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Homepage von René Pönitz

Adobe ... Beenden!

Ein Klassiker, wie man Schaltflächen niemals gestalten sollte:

Und das Bild ist ein dreiviertel Jahr alt. Ich klicke seit dem nun fast jedes Mal als erstes auf Beenden. Manchmal klicke ich auch noch die (gefühlt nicht geänderten) Lizenzbestimmungen an und dann ist die Maus so schnell auf Beenden. Den Knopf zum Installieren nimmt man einfach nicht wahr!

Ganz großes Kino

Ich betrat am vergangenen Wochenende einen Kinosaal. Die Vorstellung war ausgebucht, kein Platz mehr frei. Um 16 Uhr sollte es losgehen — doch es passierte nichts. Noch nicht einmal die obligatorische Werbung.

Nach Ablauf des akademischen Viertels tritt ein Moderator vor die Kinoleinwand — was sicherlich etwas ungewöhnlich ist. Nach einer allgemeinen Begrüßung erzählte er, dass die Vorstellung ausverkauft sei — allerdings hätte Universal als Rechteinhaber den falschen Schlüssel geschickt und es würde ungefähr eine dreiviertel Stunde dauern, bis der Film gezeigt werden kann. In dem Moment dachte vermutlich jeder noch 'Der Schenkelklopfer ist gut. Ok. Nun werf endlich den Streifen an.' Doch der Mann trat nicht zurück. Er bekundete noch einmal sein Bedauern. Selbstverständlich kann man die Eintrittskarte auch wieder zurückgeben. Sie hoffen, jemand von Universal zu erreichen — was aber am Wochenende schwer ist. Seiner Ansicht nach passieren solche Pannen hin und wieder auch im regulären Kinobetrieb.

Im Kinosaal spürte man die Überlegungen: Gehen oder Bleiben? Es lichtete sich schon etwas, als der Moderator nach wenigen Minuten stolz verkündete, jemand von Universal erreicht zu haben. Die Fluchtwelle war gestoppt.

Doch es dauerte noch gut eine halbe Stunde, dann erschien der Moderator erneut vor der Leinwand, dieses Mal in Begleitung einre Frau. Er stellte sie als eine von Universal auch, auch wenn sie selber nichts sagte. Jedenfalls hatte Universal drei Schlüssel geschickt, die alle nicht funktionierten. Ein vierter sei noch unterwegs, den würde man noch testen wollen.

Und nach weiteren 10 Minuten kam die Botschaft, die Vorstellung fällt aus. Es gibt einen Nachholtermin mitten in der Nacht. Und wer das nicht in Anspruch nehmen möchte, erhält das Geld zurück. Von der Stunde Zeitverlust ganz zu schweigen.

NDR-Dokumentation: Die Atomlüge

Absolut sehenswert: 45 Min — Die Atomlüge vom NDR

Verfolgt man dieser Tage die Meldungen zu Japan, so hat man nicht unbedingt den Eindruck, als hätten die Japaner die Katastrophe so langsam in den Griff bekommen. Vielfach wird über den Betreiber der Kernkraftwerke geschimpft, teils auch auf die Behörden. Teilweise waren Mängel bekannt usw. usf. Und hierzulande stellt sich unsere Kanzlerin mit strahlenden Gesicht hin und behauptet, die deutschen AKWs »gehören zu den weltweit sichersten« — meint zumindest der TÜV Süd. Und dahinter stecken unter anderem auch die Betreiber der AKWs.

Die Autorin Gesine Enwaldt geht in ihrer 45-minütigen Dokumentation einigen nicht ganz unwesentlichen Fragestellungen nach. Im Ergebnis hat die Reportage schon fast den Charakter einer Realsatire — und wenn das Thema nicht so bitter ernst wäre, könnte man schon wahrlich darüber lachen.

Nach einigen Einblicken in das AKW Krümmel kommt schon die erste spannende Frage: Weiß eigentlich jeder, was zu tun ist, wenn es zu einem Unfall kommt? Und die gezeigten Mitschnitte sind schon erschreckend. Für den Störfall sind vor allem für Kinder zur Verhinderung von Schilddrüsenkrebs Jodtabletten notwendig — doch die werden nicht in den Kindergärten und Schulen im Umkreis der AKWs gelagert, sondern im Falle von Krümmel im Gesundheitsamt. Das heißt, die Behörden, die dann wohl ohnehin unter Vollast laufen, sollen dann noch Kuriere in die Krisenregion schicken. Ein befragter Lehrer würde den Katastrophenplan für einen Brand auf auf einem Atomunfall anwenden und die Kinder auf dem Schulhof sammeln.

Auch andere Fragen blieben ohne eine verlässliche Antwort: Wer ist beispielsweise verantwortlich für die Krisenbeseitigung? Der AKW-Betreiber? Die Freiwillige Feuerwehr? Der Kerntechnische Hilfszug aus Karlsruhe? Das Militär wie in Tschernobyl?

(Ich weiß nicht, wie lange das Video da zu sehen sein wird.)

Die erste Autogrammstunde

Irgendwann ist es immer einmal das erste Mal: und im vergangenen Oktober stand ich das erste Mal für ein Autogramm richtig an. Der Autogrammgeber war Joscha Sauer, viele kennen ihn sicherlich als Zeichner hinter den Nicht-Lustig-Büchern.

Und da ein Bekannter sich ein signiertes Buch gewünscht hat — und da ich am 14.10. ohnehin in Hamburg war, zog ich los. Leider war es nur eine Filiale der Buchhandelskette mit der krankhaften Expansionspolitik. Auf der Homepage des Zeichners konnte man sich über den Ablauf informieren — so zeichnet er eben nicht nur ein blankes Autogramm in die Bücher, sondern malt regelrecht eine ganze Karikatur hinein. Man darf sich dabei Figuren wünschen (in dem Falle Figuren sollten es Figuren sein, die in den anderen vier Büchern noch nicht vorhanden waren). 25 Signaturen schafft der Zeichner in einer Stunde, 2 Stunden waren für die Signierstunde eingeplant.

Um 15 Uhr sollte die Signierstunde losgehen. Als ich dreiviertel Zwei die Filiale betrat, war bereits ein Schreibtisch vorbereitet, ein paar Leute saßen auf umliegenden Sofas. Ich stellte mich direkt an den Schreibtisch. Ich war der Erste. Ich werde die Karikatur auf jeden Fall bekommen. Ein Blick auf die Uhr zeigte mir allerdings: noch 75 Minuten warten. Ätzend.

Als ich nun an dem Signiertisch die Schlange eröffnete, dauerte es keine fünf Minuten, ehe sich die Leute aus den umliegenden Sesseln dazugesellten. Mit der Zeit wurden es immer mehr, bei 30 hört man irgendwann auf mit Zählen. Die Schlange wurde von den Mitarbeitern zur Spirale geformt.

Langeweile macht sich breit. Hin und wieder erheiterten typisch Hamburger Spießbürger die Runde. Ein älteres Ehepaar schaute mißmütig, wie da eine Horde überwiegend junger Leute sich um so ein eher farbenfrohes Buch positionierten und ging ohne ein Wort weiter. Ein alter Herr nahm eins der ausliegenden Bücher, blätterte zwei drei Seiten durch, legte es wieder weg: »Kein Wunder, wenn die Jugend immer mehr verblödet«.

Irgendwann hat man das zu signierende Buch schon dreimal durchgelesen. Irgendwann tun einem die Beine weh. Irgendwann fragt man sich, ob Leute, die das öfters tun abgehärtet sein müssen. Irgendwann war auch die erste Stunde vorbei. Und irgendwie freut man sich schon auf das Gesicht, wenn man dieses handsignierte Buch überreicht.

Mit ca. 5 Minuten Verspätung ging es los. Joscha Sauer tritt in die Runde, ein Applaus setzte ein. Der Autor ist überwältigt vom Andrang. Dann setzte er sich hinter den Schreibtisch und nahm das erste Buch: mein Buch!

Er fragte nach den Figuren und begann spontan mit dem Zeichnen:

Noch eine Widmung zum Geburtstag und fertig war das Geschenk!

Nun wollten einige sehen, was er zeichnete. Ich wurde gefragt, seit wann ich gewartet habe. Und Hamburger kann man immer wieder aus dem Konzept bringen, in dem man die Uhrzeit in der richtig(er)en Form nennt.

Ich verließ den Laden und zog noch etwas durch die Straßen. Nach ca. eineinhalb Stunden war ich wieder in der Gegend des Buchladens. Ich wollte es wissen: war mein so frühes Eintreffen übertrieben? Und als ich sah, dass nun ungefähr diejenigen ihr Autogramm bekamen, die ca. 30 Minuten nach mir eintrafen, dann wußte ich: Nein! Ich war der, der für dieses Autogramm die wenigste Zeit benötigte!

Das Ergebnis sieht nun so aus:

(Das geschulte Auge wird vermutlich sich nun fragen, ob die beiden Figuren nicht vertauscht sein könnten. Im Zweifelsfall steigert es den Wert des Buches — wie bei falschen echten Geldscheinen)

Zweigutachter und Plagiatdetektoren

Der Spiegel interviewte Rudolf Streinz, den Zweitgutachter der Dissertation von Karl-Theodor Guttenberg. Es ist lesenswert. Aber nicht unbedingt im Positiven.

Der eine kritische Punkt ist die Unabhängigkeit des Zweitgutachtens:

SPIEGEL ONLINE: Trotzdem waren Sie von der Bewertung des Erstgutachters beeinflusst. Sollten Zweitgutachter die Arbeit nicht grundsätzlich unabhängig bewerten?

Streinz: Wenn das eine allgemeingültige Anforderung würde, könnten Sie kaum mehr Zweitgutachter finden. Sie müssten sich immer voll in den Stoff einarbeiten, das kostet immens viel Zeit, die kaum jemand hat. Aber es ist ein Problem, klar.

Ist es nicht eigentlich elementare Aufgabe eines Zweitgutachters, »sich immer voll in den Stoff ein[zu]arbeiten«? Welche Existenzberechtigung hat er denn sonst, wenn er der Bewertung des Erstgutachters (der zugleich Doktorvater war) blind vertraut bzw. vertrauen kann? Eigentlich dürften sich Erst- und Zweitgutachter nicht einmal kennen.

Der zweite Punkt ist die Software:

SPIEGEL ONLINE: Überprüfen Sie Arbeiten routinemäßig auf Plagiate?

Streinz: Dissertationen wurden bislang nicht routinemäßig auf Plagiate geprüft. Sie werden auch alleine in schriftlicher Form eingereicht. Damals stand meines Wissens in Bayreuth auch keine entsprechende Software zur Verfügung. Auf Plagiate wird geprüft, wenn sich ein konkreter Anhaltspunkt ergibt. [..] Damals hatten wir noch keine Software im Einsatz, die Plagiate entlarvt. Heute sind wir schlauer.

(Im weiteren Verlauf soll diese Aufgabe am besten gleich formal an das Prüfungsamt übergeben werden)

Eine Software, die Plagiate entlarvt. Das klingt komisch. Und es schreit förmlich danach, Herr Streinz einfach nur sechs Buchstaben an den Kopf werfen zu wollen: Zweimal g, zweimal o, ein l und noch ein e. Und für die schriftlich eingereichten Arbeiten noch ein Scanner inklusive Texterkennung. Gab es alles 2006 schon. Gab es auch 2000 schon. Und selbst wenn man mal zehn oder zwanzig Textzeilen geprüft hätte, wären mit hoher Wahrscheinlichkeit Treffer entstanden (oder auch im Zweifel ein Nachweis, eben auf Plagiate geprüft zu haben).

Aber nein, man braucht eine spezielle »Plagiatsprüfungssoftware«. Was bewirkt diese eigentlich?

  • Werden nun alle wissenschaftlichen Arbeiten eingescannt, damit eine kritische Masse entsteht, mit dem man neue Arbeiten gegenüberstellen kann? Ich betone ALLE.
  • Werden alle Sätze der Arbeit nun geprüft, ob Auffälligkeiten hinsichtlich Wortwahl und Satzbau vom eigentlichen Stil abweichen?
  • Wird automatisiert ein großer Text satzweise in Google eingehackt und die Treffer gezählt?
  • Was passiert mit fremdsprachigen Quellen, die übersetzt worden sind?

(Wenn hier jemand mehr zu der Spezialsoftware weiß: ich freu mich auf Kommentare)

Ein Tage ohne Ereignisse

Wenn man gerade mal SpiegelOnline aufruft, könnte man einen, heute ist — mal von einem Ministerrücktritt — nichts, aber auch gar nichts passiert.

1. Pathos und Phantomschmerz (über die Art des Rückganges)
2. Merkel attackiert Guttenbergs Gegner
3. Wer kann KTG?
4. Minister ade
5. Wahnsystem und Allmachtsfantasien

Das sind die obersten fünf der sieben Hauptthemen gewesen.