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StreetArt am LIDO Berlin

Die neue Homepage von René Pönitz ist da!

Skript Version 1.10 vom 08.03.2016 (Prod)

Homepage von René Pönitz

Rhein-Hamburg-Tour, Tag 04: Koblenz - Bonn (70km)

Am fünften Tag verließ ich bei Regen Koblenz, machte bei Regen in Remagen Pause und kam bei Regen in Bonn an. Es hat an dem Tag eigentlich nur einmal geregnet.

Viel gibt es zu diesem Tag auch nicht zu schreiben. In Andernach machte ich den ersten Halt regenschutzsuchend in einem alten Stadttor (Rheintor).

Nach Andernach verlief der Radweg teilweise unter der Bundesstraße. Das war bei den Witterungsverhältnissen praktisch.

Nicht minder praktisch war auch die Querung der Ahr. Die kleine Holzbrücke war überdacht.

Die Brücke von Remagen wurde im ersten Weltkrieg gebaut und im zweiten Weltkrieg zerstört. Hier kamen 1945 die ersten Alliierten über den Rhein, ehe sie einstürzte. Heute ist sie Mahnmal und Friedensmuseum.

In Remagen machte ich auch Pause.

Und weiter nach Bonn.

Bonn erkennt man, ähnlich wie Berlin, an den Straßennamensschildern. Sie haben nämlich die selben Rahmen, die selben Farben und ähnliche Schriftarten (und manchmal klemmen da auch Hausnummern in den kleinen Aussparungen).

Rhein-Hamburg-Tour, Tag 03: Mainz-Koblenz (105km)

Tag Nummero 3: Ich passiere das Rheintal bis Koblenz auf der linken Seite. Bei trüben, teils regnerischen Wetter.

Mainz hat in Sachen Radverkehr noch viele Hausaufgaben zu machen. Ein Symbolfoto:

Nicht nur der permanent unterbrochene Belag, auch die Autotüren stellen eine Gefahr dar.

Ein Blick zum Dom:

Und einmal am HochsicherheitsgefängnisRathaus vorbei:

Auch in Richtung Westen sind die Radwege in Mainz nicht besser. Besonders abenteuerlich ist dies in der Nähe beim Bahnhof Mainz-Nord. Ein sehr schmaler baulicher Radweg, wohl bemerkt für zwei Richtungen, verläuft zwischen Straßenkante und linker Bahnschwelle des Industriegleises.

Das betrübte Wetter wird auch in Ingelheim nicht besser. Schuld ist bestimmt die SPD (die ihre Plakate noch nicht rechtzeitig weggeräumt hat):

Erste Etappe erreicht: Bingen

In der Talsohle war noch der Rest einer nicht mehr bestehenden Eisenbahnverbindung über den Rhein – mit Hinweisen auf Einsturzgefahr. Ob die kleine Holzeinhausung mich rettet, wenn der Brückenbogen einstürzt? (Leider ohne Bild)

Nebeldampf im Rheintal:

Das Zentrum von Bingen:

Ich fahre in die Sackgasse bim Hauptbahnhof hinein. Mit dem Lift geht’s auf den Verbindungsgang. Und von da gibt’s tollen Ausblick, z.B. auf die Burg auf Rüdesheimer Rheinseite:

und der Mäuseturm:

Erster kleines Hindernis: ein LKW, so breit wie der Radweg, kommt mir entgegen. Links Bahndamm. Rechts 45°-Abgrund:

Zweiter kleines Hindernis: der Weg wurde mit dem Bagger aufgerissen, um neue Kabel zu verlegen „In 30 Minuten ist das wieder zu”, rief mir der Arbeiter zu, als ich das Rad über den Graben hob.

Regenunterschlupf in der Bahntrasse:

Regenunterschlupf bei einem Imbiss:

Burgen…

In Oberwesel protestieren die Leute für mehr Eisenbahntunnel im Rheintal.

Der überwiegende Teil des Radweges verläuft neben der Fahrbahn mit gut befahrbaren Asphalt. Leider war das Wetter eben regnerisch. An den Engstellen der Loreley vorbei.

Ab dem Örtchen Spay bis hinein nach Koblenz wird der Radweg schwer passierbar. Was denken sich immer die Kommunen, in den Orten den Weg mit Pflastersteinen zu versehen? Das Rad wackelt und klappert in einer Tour. Auch in Rhens wird es nicht besser. Und nach einigen Metern der Entspannung gibt es gleich am Ortseingang von Koblenz hartes Pflaster.

A pro pos: ich bin schon in Koblenz. Schöne Grüße an die Hamburger. Hier ein kleines Suchspiel: Finde die Seilbahn

Der Rhein in der Dämmerung:

Ab vor zum Deutschen Eck. Praktisch kann man diese Ecke nicht fotografieren. Denn entweder rennen Scharen von Touristen da rum. Oder es ist dunkel. Oder es regnet. Ich habe mehrere Bilder geschossen. Auf jedem hatte ich einen anderen Tropfen auf der Linse gehabt:

Rhein-Hamburg-Tour, Tag 02: Speyer - Mainz (110km)

Am zweiten Tag hatte ich optimales Fahrradwetter und passierte Mannheim, Ludwigshafen und Worms und erreichte Mainz.

Soll ich starten oder noch einmal einen Besuch im Technikmuseum abhalten? Doch wenn ich das tue, werde ich nicht vorwärts kommen. Und das Wetter ist optimal. Ich entschied mich, das Museum auf meiner ToVisit-Liste zu setzen. Dafür radelte ich am Dom vorbei.

Die Wege am Rhein sind perfekt!

Vor mir das kleine, beschauliche Örtchen Altrip, im Hintergrund erstreckt sich die Schwerindustrie von Mannheim-Neckerau:

Die erste größere Pause in Mannheim. Offiziell heißt er Paradeplatz, ich nenne ihn O1-Platz. Wegen der Quadrate:

Und wieder zurück über den Rhein. Zunächst noch ein Blick auf Mannheim:

Dann noch einen Blick auf den Haltepunkt Mannheim-Handelshafen. Boah. Ein ewiglanger Bahnsteig. Keine Sitzgelegenheiten. Kein Wetterschutz. Nichts. Auch keine Fahrgäste.

Da ist selbst auf diesem Schrottplatz mehr Leben:

Beängstigend. Das BASF-Ufer von Ludwigshafen:

Und dieses BASF-Areal ist riesig und eigentlich eine Stadt für sich. Aber die Dimension wird erst dann richtig bewusst, wenn man einmal daran vorbeigeradelt ist. Leider sind die Radwege auch erneuerungsbedürftig.

Für die Mitarbeiter gibt es übrigens Betriebsräder:

Noch einmal die Skyline von BASF-Ludwigshafen:

Zwischen dem BASF-Gelände und dem BASF-Klärwerk verläuft die Autobahn A6. Eine kleine Besonderheit dieser Rheinbrücke ist, dass im Mittelstreifen ein Fuß- und Radweg geführt ist. Das Treppenportal wirkt sehr monumental – im Baustil der 30er Jahre. Und in der Tat: 1938 Baustart

Einige Kilometer weiter erreiche ich Worms – mit diesem imposanten Brückenkopf:

Die wenigen Meter Rheinpromenade in Worms sind sehr liebevoll angelegt. Bis unmittelbar in der Sackgasse vom Hafen. Wer baut so etwas?

Noch eine Impression aus Worms: das Weingut Liebfrauenstift direkt an der B9.

Für die Nase ist wieder gesorgt: ein Malzwerk.

Ich erreiche den noch zu Worms gehörenden Ortsteil Rheindürkheim. Hier gibt es echt guten Ausblick auf den Rhein:

In Hamm am Rhein betrete ich eine kleine Kaufhalle. Die Öffnungszeiten sehen eine ausgedehnte Siesta vor.

Ab Nierstein wird es eng. Der Radweg wird auf einen Parkplatz geführt und endet da. Wagt man sich über die stark befahrene B9, so geht es oberhalb der Bahntrasse durch die Weinhänge weiter.

Über die letzten Kilometer vor Mainz habe ich verflucht. So holprig, dass man trotz Wind im Nacken keine 15 Stundenkilometer fahren möchte.

Rhein-Hamburg-Tour, Tag 01: Karlsruhe - Speyer (55km)

Bevor es losgeht, noch einige Eindrucke von Karlsruhe. Im Stadtzentrum wird gegenwärtig viel gebaut, weil die Straßenbahn ein Stockwerk tiefer gelegt wird (siehe Projektseite).

Lohnenswert ist ein Besuch des ZKMs. Dort gab es gerade eine Ausstellung zu Computerspiele.

Bemerkenswert ist die Hirschbrücke, eine alte, eiserne Brücke. Ohne ersichtlichen Grund gibt es da Aufschüttungen und die Brücke quert nur Nebenstraßen und einen Kinderspielplatz. Die Erklärung ist aber einfach: bis 1913 befand sich der Hauptbahnhof an einer anderen Stelle und dies war eine Zufahrtsstrecke.

Eine Fahrt zum Turmberg bot schönen Ausblick vor allem auf den Ortsteil Durlach. Hoch ging es mit einer alten Bergbahn. Wohl eine der ältesten, leider wurden die Portale komplett erneuert.

Moderner Bau:

Die eigentliche Tour ging es erst 15:00 Uhr los.

Auf den ersten Metern folgendes Szenario: Ohne auf den Verkehr zu achten, zieht ein Autofahrer seinen Wagen in die Mitte der Fahrbahn, nur um ihn dann – nahezu identisch – wieder zurück zufahren:

Ich passiere eine Ölraffinerie. Dabei sah ich ein Rauchverbotsschild neben dem Radweg (wegen Ölverladung):

Das gab mir zu Denken. Sind unsere Ölraffinerien nicht sicher, Frau Merkel?

Hinter der Ölraffinerie in Knielingen sah ich das erste Mal auf der Tour den Rhein:

Bei Dettenheim war der Radweg gesperrt. Weiter über die Umleitung. Zwischen Rußheim und Huttenheim lag eine Verwaltungsgrenze. Genau da löste sich das Radweg im Nichts auf!

In der Ferne sah ich das Kernkraftwerk Philippsburg. Es begann zu regnen.

Klitschnass in Speyer angekommen und doch geschafft, bis zum nächsten Morgen wieder alles zu trocknen.

Lieber Bürgerbeteiligung als Arroganz

Die CDU erkundigt sich nach Bürgerbeteiligung beim Umbau des zentralen Verkehrsknotens in Bohnsdorf („Bohnsdorfer Kreisel”). Die Antwort:

Es geht hier allein um eine technische Lösung zur Signalisierung der Verkehrsströme [..] und Verbesserung der Anbindebeziehungen des ÖPNV an die S-Bahn. Diese technische Lösung, die nur durch Fachleute/Verkehrsplaner erarbeitet werden kann, muss zudem den hohen Anforderungen der Anordnungsbehörde entsprechen.

Diese Arroganz ist nicht zum Aushalten!

Diese sogenannten Fachleute sind nicht zum Selbstzweck da, sie sind Dienstleister. Dienstleister für die Bürgerinnen und Bürger bzw. deren gewählte politische Vertreter. Und es geht selbstverständlich um mehr als eine technische Lösung. Es geht um eine Lösung, wie die Einwohner da künftig leben werden.

Natürlich gibt es Herausforderungen. Und allen Leuten Recht getan ist bekanntlich die Kunst, die niemand kann. Und nicht alle Wünsche können realisiert werden. Manche sind auch widersprüchlich.

Nun sagt aber das Bezirksamt salopp formuliert: Das ist alles zu kompliziert und weil die alle das falsche studiert haben, sparen wir uns die Beteiligung und informieren sie später!

Piraten werden gebraucht! Das ist die Wahrheit!

Mehr zum ausführlichen Vorhaben zum Umbau des Bohnsdorfer Kreisels

(Ja, die Anfrage ist ca. 1 Jahr alt. Man kann nicht alles unmittelbar lesen. Sorry!)

Alsterradweg und der NDR

Ein Bericht im NDR erhitzt dieser Tage die Gemüter von Fahrradfahrern:

Radweg abgerissen: Radfahrer sind empört

Die Hamburger Behörden gestalten zur Zeit die Radweginfrastruktur rund um die Alster um. Dies ist auch bitter nötig. Auf viel zu schmalen Zweirichtungsradwegen quetschen sich viel zu viele Leute.

Ich fahre öfters mal im östlichen Bereich und bekomme da regelmäßig Panikzustände. Vor allem von Leuten, die meinen, sie können auf der Breite des Weges auch nebeneinander fahren und dabei völlig vergessen, dass die Breite für zwei Richtungen vorgesehen ist!

Im westlichen Teil der Alster schien eine Lösung sehr naheliegend: der Harvestehuder Weg wird zur Fahrradstraße (im Sinne der StVO) umgewidmet (siehe eine Präsentation der Behörde) und der alte Radweg aufgegeben. Die Straße hat ohnehin nur die Funktion als Anwohnerstraße für einige pompöse Bauten und wird im Süden (also Richtung Innnenstadt) durch das US-Konsulat gekappt. Leider gibt es da noch zu viel Schleichverkehr, zu deren Bekämpfung der ADFC auffordert.

Über das grundsätzliche Ziel kann man ja diskutieren. Da kann man auch verschiedene Ansichten haben. Man kann da auch einfach drei Radfahrexperten fragen um vier Meinungen zu bekommen. Doch darum geht es hier gar nicht.

Die Behörde hat den alten Weg abgerissen, bevor der Ersatz fertig ist! Das ist in etwa so sinnvoll, wie Tegel schon mal zu schließen, weil der BER irgendwann eröffnet wird.

Nun haben in dem Video ADFC und die Pressesprecherin der Wirtschaftsbehörde den Blick auf’s Ziel, während sie nun den wütenden Beschimpfungen der Vorbeifahrenden ausgesetzt sind, die die Etappe sehen. Und in diesem Chor singt der Reporter mit und bewirft die Sprecherin mit Suggestivfragen. Und die steigt nicht drauf ein – und lächelte völlig zu Recht einfach nur in die Kamera! (Viel souveräner als Gabriel).

Dabei wären doch zwei Fragen wirklich spannend und wichtig gewesen:

  • Was plant die Behörde gegen den gebietsfremden Verkehr?
  • Und warum wird der zweite Schritt vor dem ersten gemacht?

Fazit: Kein guter Artikel!

Noch einige Anmerkungen:

  • Busverkehr: Da findet kein Linienverkehr statt, aber Stadtrundfahrten. Also die Busse, die sonst als Verkehrshindernis angesehen werden, damit die Touris auch alle fleißig Fotos machen. Mich würde es wundern, wenn die da schneller fahren als sie sonst auf Tempo-50-Straßen fahren.

Bundesverkehrswegeplan 2030

… formerly known as „Bundesverkehrswegeplan 2015”

Der sogenannte Referentenentwurf zum Bundesverkehrswegeplan 2030 liegt aus. Bis zum 02.05.2016 können (schriftlich und online) Stellungnahmen abgegeben werden („Öffentlichkeitsbeteiligung”). Das 200-Seiten schwere und tabellenlastige Werk gibt es auch online. Dort gibt es die PDFs.

Zu einzelnen Vorhaben gibt es das Projektinformationssystem. Alle neuen Projekte in einer Karte visualisiert!

Ich habe vier Themen herausgepickt, auf die ich näher eingehen möchte.

Mein Fazit: Unsere Bundesregierung verschläft die Verkehrswende!

Und wieder fallen unnötig Bäume im Park

Ehrlich gesagt: wenn ich dieser Tage durch den Treptower Park laufe, dann kann ich nur noch mit dem Kopf schütteln. Nein, es ist nicht Lollapalooza oder wie die Wortspiel-Akrobaten sagen: Lollapa-Loser. Es ist der Umbau der Wege im Treptower Park – und die nun einhergehenden Baumfällungen.

Ich habe vor einiger Zeit schon meine Kritik über die mangelnde Bürgerbeteiligung und die schwer nachvollziehbare Form der neuen Wegeführung losgelassen, vor gut zwei Wochen berichtete ich über die gesichteten Planungen in Form von Holzpflöcken. Von Seiten des Grünflächenamtes hieß es damals, die Bäume sollten in den Weg integriert werden:

Heute durfte ich beobachten, wie bspw. von diesen vier Bäumen drei gefällt sind. In Dunkelheit sieht das ganze dann so aus:

Auch auf dem neuen Weg zur Puschkinallee wird fleißig gerodet und kleiner Bäume weggesägt.

Nein, das Problem im Treptower Park heißt nicht Lollapalooza. Es nennt sich schlicht und ergreifend Grünflächenamt – in Verbindung mit der Unteren Denkmalbehörde.