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Lösungen am Elbstrand

Ich versuche mal, die Debatte rund um den Elbstrand zu versachlichen. Dazu zoome ich mal aus der Problematik rund um den Elbstrand raus – und betrachte die Gesamtstrecke zwischen St. Pauli Fischmarkt und Teufelsbrück. Zwischen beiden Punkten liegt eine Differenz von 5,8 Kilometern.

Warum wähle ich willkürlich diese beiden Punkte aus? Nun ich betrachte weniger den innerstädtischen Radverkehr, sondern viel mehr den Ausflugsverkehr. Sprich: Leute, die im Zentrum von Hamburg starten und dann bis Wedel oder Glücksstadt – oder noch viel weiter radeln. An beiden Punkten treffen sich die elbnahen Wege mit den möglichen Alternativstrecken Elbchausee / Palmaille.

Dazwischen gibt es zwar Möglichkeiten, die Strecken zu wechseln. Aber sie zeichnen sich durch steileres Gefälle, Serpentinen und mitunter Treppen aus.

Gegenwärtig verläuft der offizielle Elbradweg entlang der Elbe. Im Bereich der Övelgönne führt er direkt drauf, ist dort aber reiner Fußweg. Es ist schwer vermittelbar, dass ein Fernwadweg über einen Fußweg geführt wird. Das führt immer wieder zu unschönen Konflikten. Dabei handelt es sich nur um einen Abschnitt von ca. 1,1 Kilometer.

Nun ist also die naheliegste Idee, diesen Abschnitt direkt über den Strand zu überbrücken. Das ganze ist natürlich nicht einfach. Die baulichen Herausforderungen listen die Gegner eines Strandwegs gerne sehr detailliert auf. Worüber sie weniger gerne reden: die Alternativen. Fragt man genauer hin, werden zwei Straßennamen genannt:

  • Elbchaussee
  • Barnadottestraße

Und die schauen wir uns nun genauer an.

Elbchaussee

Die Variante Elchaussee umfasst konkret folgende Straßenzüge: St. Pauli Fischmarkt, Breitestraße, Palmaille, Klopstockstraße, Elbchaussee.

An beiden Enden gibt es einen moderaten, ordentlichen Anstieg. Aber dennoch ein Anstieg, der radelbar ist. Die Streckenführung ist geradlinig und stetig. Gegenwärtig gibt es auf kaum einen Segment davon Radinfrastruktur, obwohl sie zumindest auf Teilen auch Bestandteil der (innerstädtischen) Velo-Route 12 ist.

Fahren wir gedanklich die Strecke einmal von Osten nach Westen ab:

  • Im Bereich von St. Pauli Fischmarkt gibt es bauliche Radwege. Diese wären nur zu erneuern.
  • Die Radwege vom Fischmarkt lösen sich auf. Hier muss (unabhängig von der Elbstrand-Frage) allein schon wegen der Velo-Route 12 eine Lösung her. Die Straße weist hier vier Fahrspuren auf, am Fahrbahnrand wechseln sich Bäume mit parkenden Autos. Die Gehwege sind schmal. Unter der Prämisse, dass Bäume erhalten bleiben sollen, kann hier nur eine Fahrspur je Richtung umgewandelt werden.
  • Im Bereich der Palmaille ist das ganze einfacher. Hier gibt es in Fahrtrichtung Ost zwei Streifen, auf denen einer Stehzeuge ruhen. Dies ließe sich direkt umwandeln. In Fahrtrichtung West gibt es zwei Fahrspuren, zum Teil parkende Autos. Auch hier wäre das lösbar.
  • Klopstockstraße (bis Kaistraße): Keine Radinfrastruktur. Aufgrund der Parkplätze am Bezirksamt sind hier vielfältige Lösungen möglich.
  • Klopstockstraße (bis Klopstockplatz): Keine Radinfrastruktur, Straßenquerschnitt würde ausreichend breite Streifen ermöglichen.
  • Elbchaussee (bis Rothestraße): Keine Radinfrastruktur, teilweise parken Autos am Rand. Dooring-Zone
  • Elbchaussee (bis Hohenzollernring): Hier ist die Straße weitestgehend so breit, als dass zwei Fahrzeuge nebeneinander je Richtung fahren können. Die Fußwege sind sehr schmal.
  • Elbchaussee (bis Schule): Keine Radinfrastruktur, hier stehen Fahrzeuge am Rand. Viel zu schmale Fußwege. Unter Aufgabe aller Parkplätze wäre hier sogar ein guter Radweg möglich.
  • Elbchaussee (bis Himmelsleiter): Ab der Schule wird der Querschnitt enger, es fehlt der nördliche Fußweg, stellenweise parken Fahrzeuge. Auf der Südseite wäre ein guter Radweg unter Aufgabe aller Stellplätze, Fällung einzelner Bäume und Versetzung der Laternen möglich
  • Elbchaussee (bis Liebermannstraße): Hier gibt es eine Sperrfläche in Fahrbahnmitte, die an den Rand geholt werden könnte.
  • Elbchaussee (bis Halbmondsweg): Breite Fahrstreifen, größtenteils parkende Fahrzeuge am Fahrbahnrand. Hier wären gute Lösungen möglich
  • Elbchaussee (bis Teufelsbrück): Winzig schmaler Fußweg auf der Nordseite, schmaler Fußweg auf der Fußseite. Teilweise parkende Autos. Teilweise Bäume. Hier ist keine wirkliche Lösung denkbar.

Barnadottestraße

Aufgrund der schwierigen Lösung in der Elbchaussee wird nun die nächste Straße in Augenschein genommen: die Bernadottestraße.

Betrachten wir den gesamten Verlauf: Vom Fischmarkt bis zum Altonaer Rathaus auf der selben Strecke. Vor oder hinter dem Rathaus geht es weiter über Ottenser Marktplatz, Holländische Reihe und Bernadottestraße – bis Parkstraße oder Halbmondsweg.

Der Vorteil dieser Ausweichstrecke ist, dass diese Straße eine geringere Bedeutung hat – und hier durchaus die Umwandlung in eine Fahrradstraße möglich wäre.

Gegenwärtig gibt es sogar auf Teilen der Verbindung Radinfrastruktur. Auf der Südseite verläuft ein Handtuchstreifen, auf der Nordseite hat der Fußweg leichte Indizien eines Radweges. Der letzte Abschnitt ab Halbmondsweg besteht aus Kopfsteinpflaster.

Da diese Straße noch vor Teufelsbrück endet, müsste dann der letzte Abschnitt wieder über Elbchaussee verlaufen. Und genau der Abschnitt, der viel zu schmal ist.

Fazit

Aus Mangel an Alternativen bliebe nur eine Führung am Elbstrand.

G20 - Ablehnen oder nicht lieber Fordern?

Durch den G20-Gipfel wird Hamburg Anfang Juli im Ausnahmezustand versetzt werden. Einerseits werden die Regierungschefs der größten Staaten eingeflogen, andererseits dürfte es zahlreiche Proteste geben. Jede Menge Polizei, die Demonstranten und Durchführung trennt und jede Menge Menschen, die in ihrem Lebensalltag eingeschränkt werden.

Ich muss gestehen: Mich lässt das gesamte Ereignis fragend zurück. Es ist schwer, dieses Treffen inhaltlich zu greifen.