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Homepage von René Pönitz

Danny MacAskill - Epecuén

Danny MacAskill, bekannt durch seine Fahrrad-Akrobatik bspw. aus Edinbourgh, bereist die argeninische Geisterstadt Epecuén. Die einstige Touristenstadt versank in Folge von Regenfällen 1985. Seit 2009 zieht sich das Wasser zurück. Zurückgeblieben ist eine Landschaft voller Schmutz, Zerstörung und alter Artefakte. Eine spannende Momentaufnahme…

Hamburger Seilbahn

Am 24.08. wird nicht nur in Treptow-Köpenick über die gebührenpflichtige Parkraumbewirtschaftung abgestimmt, sondern auch in Hamburg-Mitte über eine Seilbahn über die Elbe.

Hier möchte der Betreiber von Musicals (Stage Entertainment) eine Seilbahn über die Elbe installieren. Über das inhaltliche Pro&Contra möchte ich gar nicht so sehr drauf eingehen (siehe unten). Ich möchte den Fokus auf den Vorwurf eines gekauften Bürgerentscheids legen.

Die Initiative Keine Seilbahn befürchtet:

Wenn dieses Begehren erfolgreich ist, könnten überall im Bezirk Konzernbegehren unter Umgehung der Politik und gegen die Interessen der Betroffenen durchgesetzt werden.

2l;dr: Je länger ich über diesen Vorwurf nachdenke, kann ich nichts negatives erkennen. Denn der Bürger hat das letze Wort.

Turboabitur

Die Diskussion über die scheinbar perfekte Schuldauer zur Erlangung der Allgemeinen Hochschulreife ist eine Diskussion, die vermutlich nie enden wird. Und vor allem: sie wird immer wieder geführt. Aktuell wieder in Niedersachsen.

Ich entdeckte eine Sendung in der ARD vom 23.08.2014: „Viel gepaukt – wenig behalten (Warum das Turbo-Abi G8 auf der Kippe steht)”

Zunächst erst einmal finde ich es schade, dass das Abitur nach 12 Schuljahren („G8”) mit dem Begriff „Turbi-Abitur” deskreditiert wird. Ich mag bei dem Punkt möglicherweise sensibel sein, aber ich gehöre zu den Menschen, die bereits nach 12 Schuljahren ein Abitur in den Händen halten durften. Ich bin sogesehen durch meine Erfahrung geprägt. Es mögen sich manche G9-Verfechter nicht vorstellen können, aber ich war damit alles andere als unglücklich, im Gegenteil: für mich ging das Abitur einher mit der Volljährigkeit. Und das heißt: Raus aus der Schulbahn und rein ins Leben! Liebe Eltern, fragt mal eure 19-jährigen Schulkinder, wie die so denken!

Und, auch das mögen sich manche G9-Verfechter ebenso nicht vorstellen, all das war möglich, ohne in irgendeinem Schuljahr mehr als 32 Wochenstunden zu haben. Nix 35, 37 oder gar 38 Wochenstunden. Oder Ganztagsbetreuung. Stressig war es in der abschließenden Abiphase durchaus – aber nicht durchgehend. Es gab auch Arbeitsgemeinschaften und diverse zusätzliche Angebote an meiner Schule. Sport, Theater, Schülerzeitung, Schülerradio. Kein Sportverein monierte über mangelnde Mitglieder aufgrund der Schuldauer.

Die nun aus Rundfunkbeiträgen finanzierte Dokumentation ist einfach nur enttäuschend und substanzlos!

Dreimal wird dem gespannten Zuschauer der Begriff Bulimie-Lernen erklärt. Ich hatte G8 – und kannte ihn nicht. Irgendein Experte erklärt das G8 für gesundheitsgefährdend (ca. 07:40). Ein Forscher aus Ulm erklärt, warum der Lehrplan so wie er ist blöd ist (aber es wird nicht deutlich, warum das bei G8 grundsätzlich nicht anders gehen soll). Dann haben Universitäten und Hochschulen nun Brückenkurse. Gab es auch schon 2001 bei mir. Die hatten aber nicht den Zweck, unser damaliges Turbo-G8 abzufedern, sondern die Differenzen zwischen den Lehrplänen der 16 Bundesländer auszubalancieren. Bei 19:10 wunderte sich ein Professor über das fehlende „vertiefte, verstandene Fachwissen” seiner meist nun 17 jährigen (!) Ersties.

Nun sollte man die Doku nicht zu schnell überspringen, sonst verpasst man bei 23:10 die Stadtsilhouette von Dresden. Fein, in Dresden läuft’s – so die Quintessenz. Ein Dresdner Lehrer vermutet, dass bei bestimmten Themengebieten stärker selektiert wird. Aber für detaillierte Fragen fehlt halt die Zeit, weil gegen Ende noch die revolutionierenden Schwaben gezeigt werden müssen, die nun gemeinsam die Gemeinschaftsschulen stürmen.

Wenn ich mir die Debatte so verfolge, sehe ich vor allem zwei Probleme:

Bedeutung des Gymnasiums

Das eine Problem sehe ich in der Bedeutung, die dem Gymnasium zugesprochen wird. Das Gymnasium hat die eigentliche Aufgabe, auf ein Studium vorzubereiten. Es soll den Zugang zu Universitäten und Fachhochschulen öffnen. Das Abitur heißt deshalb auch „Allgemeine Hochschulreife”.

Doch oft wird das Abitur einfach als Messlatte genommen, die irgendwie jeder zu meistern hat. Das wird zum einen deutlich, dass es Ausbildungsberufe gibt, die das Abitur erfordern. Das wurde mir andererseits auch speziell in Hamburg durch die Debatte beim sogenannten Hamburger Spießbürgerentscheid deutlich:

Wir wollen … unser freies Elternwahlrecht wie bisher nach der 4. Klasse ausüben

Den Initiatoren ging es damals nicht um das Wohl ihrer Kinder, sondern um den gesellschaftlichen Status. Es gehörte zum guten Ton, das Kind auf ein Gymnasium zu schicken – ganz gleich, ob es da gut aufgehoben ist und den Neigungen und Fähigkeiten des Kindes entspricht. Abgestimmt haben die Hamburger dann nur noch in der Frage, ob die Prestige-Gymnasiasten möglichst schnell vom Realschul-Pöbel getrennt werden sollen, so der O-Ton der Abstimmungsbroschüre. Das Gymnasium soll kein Status-Symbol sein. Kein Mercedes unter den Schularten.

Vorsichtig ausgedrückt eignet sich G8 als hervorragender Sündenbock. Auch beispielsweise für den steigenden Numerus-Clausus-Notendruck (Siehe Doku bei 07:20).

(Wenn wir diesen Trend beschleunigen und eine Gymnasialquote von ~100% anstreben, haben wir das Schulsystem der DDR durch die Hintertür eingeführt und den Spießbürgerentscheid ungemein torpetiert. Das Bestehen der 10. Klasse im sächsischen G8 heißt automatisch mittlere Reife.)

Reibungsverluste bei der Umstellung

Das zweite Problem ist durch die Politik hausgemacht. Wie so oft: Ein Parlament entscheidet etwas – und vergisst, dass es mit dieser Entscheidung noch lange nicht getan ist. Jede Änderung an der Schuldauer zieht zwangsweise eine Anpassung der Lehrpläne nach sich. Und sollen diese gut werden, kostet das natürlich Personal und folglich auch Geld.

Wenn nun die Verwaltung die zusätzliche Aufgabe, sämtliche Lehrpläne umzustellen bekommt, dies aber nicht in Form von Stellen honoriert wird, dann kann sich jeder vorstellen, wieviel Engagement die Schulbehörden da hineinstecken. Gut, sie hätten im Eifer des Gefechtes Sachsen oder Thüringen kopieren können. Wenn man aber nur die Kompresse ansetzt, und vorhandenes auf die zur Verfügung stehenden Jahre verteilt, kommt eben kein G8 heraus, sondern eine Art gestauchtes G9.

Und jede Umstellung verursacht Reibung.

Wo sollte es hingehen?

Ich vertraue im Bildungsbereich zunächst keiner Statistik, die ich nicht selbst gefälscht habe. Ich habe den Eindruck, gerade bei Studien zu Lernerfolgen der Schülern lassen sich die Probanden sehr gezielt heraus extrahieren. Auch Umfragen zu G8/G9-Präferenzen sind häufig von Enttäuschungen der aktuellen Umsetzung geprägt.

Ferner sollte man sich nicht von der medialen Manipulation leiten lassen, wenn im Zusammenhang mit G8 zermürbte Kindsgesichter zu sehen sind.

Für mich sind in der Debatte drei Aspekte ausschlaggebend:

  • Das G8 in Sachsen und Thüringen ist ein Indiz, dass es funktioniert. Und ich habe in all den Jahren keine einzige Debatte in diesen Ländern mitbekommen, die die Schuldauer in Frage stellte (genauso wie das G9 in einigen anderen Bundesländern funktionierte).
  • Eine Verlängerung der Schuldauer um ein Jahr nimmt den Abiturienten in ihrer weiteren Lebensgestaltung ein Jahr weg. Je nach individueller Lebenserwartung ca. 1,2% ihrer Gesamtlebenszeit. Häufig wird nur in Richtung Wirtschaft argumentiert, aber um die geht es nicht: es geht darum, selber eher zu entscheiden, wie der weitere Weg aussehen wird. Es geht letztendlich um die selbstbestimmte Freiheit. Die Freien Wähler in Sachsen nennen es Jahresvorsprung gegenüber den G9-Ländern. Das sollte als Chance verstanden werden.
  • Wenn dieses Jahr den Abiturienten weggenommen werden soll, braucht es gute Gründe. In Einzelfällen mögen die sicherlich gegeben sein, aber nicht generell und für ganze Bundesländer. Und nur weil man’s nicht richtig machte, ist nur ein Grund, es nun besser zu machen.

Daher unterstütze ich Initiativen, die sich für G8 in einer Form einsetzen, mit denen Schüler, Eltern und Lehrer leben können.

Anmerkung: Die Berliner Piraten fordern die Fließende Schullaufbahn im Wahlprogramm. Die Idee dahinter ist, die festen Klassen aufzulösen und durch Kurse zu ersetzen. Zweifelsohne eine schöne Vision – aber letztendlich liegt da auch ein bestimmter Lehrplan zu Grunde, der für eine bestimmte Anzahl von Jahren gedacht ist (im Studium nennt sich das Regelstudienzeit). Und an der Stelle muss man sich auch hier für G8 oder G9 (oder G8,5 oder G5+Pi oder…) entscheiden.

Piraten und Zweitwohnungsteuer

Ich habe am vergangenen Montag im Squad Finanzen, Haushalt, Steuern einen Vortrag zur Zweitwohnungsteuer gehalten. Dabei habe ich im Vorfeld ein wenig recherchiert, wie die Piraten bisher zu dem Thema stehen – und war über die Streuung durchaus überrascht:

  • Die Piraten in Erfurt wollen die Steuer gerne auf den Bundesdurchschnitt senken (Von 16% auf vermutlich 10 bis 11%)
  • Die Piraten in Sylt wollen die Steuer in den kommenden Jahren erhöhen. Im Jahr 2014 auf 15%, 201 18% und 2016 20% (von 14%)
  • Die Piraten in Görlitz haben sich sehr intensiv mit der Steuer beschäftigt. Sie halten das Instrument „für nicht besonders glücklich”, sehen aber „im Moment keine andere Idee”. Ergebnis: erst mal lassen.
  • Die Piraten in Düren finden die Steuer nicht gut, weil sie Studenten treffen würde
  • Die Gruppe von UWG und Piraten in Osnabrück spricht sich „nach eingehender Prüfung und Abwägung aller Sachargument” für die Einführung der Steuer aus.
  • Die Piraten in München möchten auf die Steuer so lange verzichten, bis die Problematik der Schlüsselzuweisungen für Nebenwohnungen geklärt ist.
  • Die Piraten in Köln lehnten einen Antrag zur Positionierung zur Abschaffung mit 5:3 Stimmen ab (Keine 2/3-Mehrheit).
  • Die Piraten in Darmstadt kritisieren den „bürgerfeintlichen Beschluss des Stadtrats”. Sie fordern den kommunalen Wohnungsausgleich mit Nebenwohnsitzen und begrüßen das Begrüßungsgeld.

Zusammenfassend gab es Forderungen zur Einführung, Erhöhung, Beibehaltung, Reduzierung und Abschaffung.

Ich habe den Vortrag online:

VNV Nation - Live auf der Festung Königstein

Am 16.08. war ich wieder auf die Festung Königstein mit VNV Nation. Während im letzten Jahr Apoptygma Bezerk ein saugeniales Konzert hingelegt haben, war ich dieses Mal nicht so begeistert!

Eine Festung als Veranstaltungort ist etwas Besonderes! Irgendwo abgelegen, von oben schöne Aussicht, eingerahmt von fetten Mauern, oben Frischluft. Aber die Durchführung eines Konzertes ist auf so einer Festung auch aufwendiger als irgendeiner Halle, in der fast täglich Bands ein- und ausgehen. Ich hatte gehofft, dass die organisatorischen Probleme des letzten Jahres einigermaßen gelöst waren. Es ist irre, eine vierstellige Anzahl von Menschen binnen kurzer Zeit über einen Fahrstuhl zu befördern. Stau beim Einlass. Stau am Ende! Und eine der beiden Toiletten ist bei Konzertende nicht mehr erreichbar, weil die sich hinter dem Fahrstuhl befindet! Ist man unten angekommen, wartet ein sehr gefährlicher Fußweg. Gefälle, Sandsteine und absolute Dunkelheit. Dafür ist dann unten, wo selbst der Mond für ausreichend Beleuchtung sorgte, alles beleuchtet!

Die Akustik ließ leider etwas zu wünschen übrig. Ich habe nichts gegen laut. Dafür bin ich selten genug auf Konzerten. Aber wenn laut, dann muss die Technik das auch hergeben. Und das tat es nicht. Es war übersteuert. Und dann leidet die Musikqualität. Und auf jeden Fall auch mein Ohr!

Die Vorband hieß Head Less. Sie schien im Fanpublikam ihre Fangruppe zu haben. Aber so richtig überzeugte sie mich nicht. Der Sänger war sehr charismatisch. Er wedelte mit dem Mikrofonständer, so dass man durchaus Angst um die Bühneneinrichtung haben musste.

Dann die obligatorische, sich ewig ziehende Umbaupause!

Ronan Harris war gesundheitlich angeschlagen. Das ist schade. Gute Besserung!

Es mögen die Geschmäcker auseinandergehen, aber ich finde permanente Publikumerheitung nervend. Zumindest gehe ich wegen der Musik und nicht wegen der ständigen „Louder”-Schreie hin. Es gab Stücke, da verpasste Ronan dadurch den Einsatz, dann hinkte er eine ganze Strophe lang jeweils eine Zeile hinterher und wurde plötzlich vom Übergang überrascht. Ich finde es schöner, wenn live die Lider anders arrangiert werden. Bei Illusion wurde eine Refrainwiederholung beispielsweise eingebaut.

Bei „Perpetual” dehnten sie das Ende immer weiter aus. Da wiederum witzig ein Teil auch auf Deutsch übersetzt.

„Solitary” ist und bleibt eins der stärksten Lieder. Auch eins der schönsten des Abends. Hier war die Besonderheit, dass sie eine weitere Strophe angehangen haben (ich glaube, die gab es mal in irgendeinem Remix). Und eine kleine Umdeutung des Textes, den er viel stärker auf sich nun betonte.

„Legion” startete sehr ruhig und entspannt („Too close mix”). Der Übergang klang holprig. Unausgefeilt. Und das eigentliche Lied … mmh. Mir fehlte die Basslinie? Ich hörte nur Schlagzeug und Melodie, aber der Mittelbau fehlte. Und der machte das Lied es aus.

„Control”. Nicht meine Welt. Sorry. War so ein Füllstück vom Album, was unter einem anderen Interpreten wohl eine andere Zielgruppe erreicht hätte. Klingt nicht nach VNV. Ich empfand es als Krach. Und dieses ständig sich wiederholende, arg geschriene und arg übersteuerte „I Want Control” ging mir auf den Zeiger.

Wenn ich mal nen Wunsch für eine Open-Air-Set-Liste äußern darf: Titel wie Endless Skies, Forsaken, Left Behind oder Holding On. Alles extrem ruhige Titel, die einen wunderschönen Ausklang geben.

Eine Firewall gegen Facebook?

Sandro Gaycken, ehemaliger Aktivist im CCC, gab ein Interview in der Zeitung Furios (Campuszeitung FU Berlin). Dort wurde er befragt, wie man vor Unternehmen wie Facebook schützen kann:

Diese Unternehmen müssen zu sehr viel höherer Transparenz angehalten werden. Das heißt: Wir wollen wissen, was die für Daten haben und was die damit machen. Um das zu erreichen, müssen wir fordern, dass die Daten auf deutschen Servern bleiben. Wenn Datentransfer auf deutschem Gebiet stattfindet, sind es deutsche Daten, deutsche Gegenstände. Dort kann ich sie mit deutschem Recht regulieren und Informationen über die Daten erhalten.

Dieses Statement wirkt befremdlich, vor allem auch aus dem Blickpunkt des CCC-Umfeldes! Ich will kein nationales Internet mit riesigen Firewalls außen herum haben.

Vor Facebook kann sich am Ende nur jeder selbst schützen. Es wird schließlich niemand gezwungen, seine Daten an Unternehmen zu übermitteln, die ihren Sitz in Datenschutz-Entwicklungsländern haben. Aufklärung ist nie verkehrt, ob es aber viel bringt – wer weiß?

Das größte Problem bei solchen Anbietern sind die Passivnutzer. Also jene, deren Daten verarbeitet werden, die aber nie eingewilligt haben. Aber auch hier muss man sich fragen: wer über gab denn diese Daten?