renephoenix.de

Homepage von René Pönitz

Nordsee-Radtour (Abschlussbeitrag)

Zum Abschluss an meiner großen Radtour gibt es noch etwas Zahlen und Hintergrundinformationen.

Es war meine erste mehrwöchige Fahrradtour. Es war eine Fahrt ins Ungewisse hinein. Nur der Startpunkt und die Fahrtrichtung standen fest. Ich wusste am Anfang noch nicht, wie weit es gehen wird. An Frankreich oder gar Paris habe ich nicht gedacht.

Es hat auf jeden Fall Spaß gemacht. Spaß vor allem zu sehen, wie weit man doch nur durch die eigenen Beine vorankommt. Wie sich meine Karte Stück für Stück erweiterte.

Es war auch Spaß zu schauen, was mich erwartet. Ich habe mich im Vorfeld bspw. über die einzelnen Strecken so gut wie gar nicht vorbereitet. Häufig habe ich abends im Zelt mir den groben Verlauf der nächsten Etappe angeschaut.

Meine Vorbereitung lag vor allem im Fahrrad. Dies sollte 1A in Ordnung sein. Ich hatte zuvor Aussetzer in der Nabenschaltung, zudem war das Ritzel vorne zu weit abgefahren.

Auf der Strecke hatte ich glücklicherweise keine schweren Pannen, also Pannen bei denen es nicht weitergeht. Im Grunde waren es folgende Pannen:

  • Tag 1 – Manschette des Trägers für die Vorderradtaschen geplatzt.
  • Tag 17 – Zwei Speichen im Hinterrad gebrochen
  • Tag 24 – Hinterrad schräg und blockierte

Hinzukommen noch kleinere Abnutzungen, z.B. ist eine Halterung des Kettenschutzes weggebrochen.

In Summe waren es 1.800 Kilometer. Aufgeteilt auf die 21 gefahrenen Tage war dies ein Schnitt von 87 Kilometern je Tag.

(Der Wert ist ermittelt mit Google Maps. Ich habe jeden Tag die Strecke nachgestellt)

Die 19 Übernachtungen auf den Campingplätzen haben mich 240,95 Euro gekostet (also 12,68 je Nacht), die fünf Übernachtungen in den Hotels 285,99 Euro. (Preise jeweils ohne Kurtaxe, bei Campingplätzen inklusive Duschen). Die Fähren lagen insgesamt bei ca. 50 Euro. Die Bahnfahrten ca. 250 Euro. Hinzu kam noch Verpflegung. In Summe kostete die 3 Wochen ca. 1.200 Euro – all incl.

Berliner Modell zur kooperativen Baulandentwicklung, die 2.

Am 14.04.2015 hat die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt eine Aktualisierung der Leitlinie „Berliner Modell der kooperativen Baulandentwicklung” herausgegeben (welche erst am 16.06. der Senat beschlossen hat). Ich hatte im November 2014 über die erste Ausgabe bereits berichtet und diese kritisiert.

In diesem Artikel möchte ich mich vor allem die Neuerungen bewerten und auseinandernehmen.

A Summer's Tale

Direkt im Anschluss an meine Radtour ging es zum Festival A Summer’s Tale. Ein Festival, das in diesem Jahr zum ersten Mal stattfand. Für mich war es gleichzeitig auch das erste große Festival, was ich besuchte. Ich habe somit keinen Vergleich mit anderen Festivals. Dennoch gebe ich hier gerne meine Eindrücke wieder.

Radtour Nordseeküste

Zwei Jahre nach meiner ersten größeren Radtour habe ich mich entschlossen, noch einmal eine größer ausgedehnte Radtour zu machen. Dieses Mal entlang der Nordseeküste – von Hamburg nach Westen. Ohne festes Ziel!

Tag Kilometer Ü-Kosten Zielort Besonderheiten
1 45 ca. 35,00 Stade Manchette des Trägers der Vorderradtaschen geplatzt
2 105 8,50 Cappel-Neufeld Schebefähre in Osten, Cuxhaven
3 70 10,00 Eckwarderhörne Fähre bei Bremerhaven, Regenschauer
4 65 13,70 Harlingersiel Fähre bei Wilhelmshaven, Regenschauer
5 75 10,00 Knock
6 0 10,00 Knock Pause
7 140 17,50 Lauwersoog Fähre bei Emden, Landesgrenze Niederlande, Perfekter Rückenwind
8 70 12,80 Franeker Extremer Gegenwind
9 95 10,00 Julianadorp Abschlussdeich, Erreichen der Westküste
10 60 17,00 Heemskerk
11 100 55,00 Den Haag Campingplatz will 46 Euro, Hotel
12 70 25,00 Ouddorp Muskelbetriebene Fähre, Fähre bei Maaslouis
13 95 9,65 Groede Fähre bei Vlissingen
14 90 12,70 Middelkerke Landesrenze Belgien, Umweg nach Brügge, Kusttram
15 80 9,00 Oye-Plage Landesgrenze Frankreich
16 5 9,00 Oye-Plage Pause wegen Sturm
17 60 71,00 Boulogne-sur-Mer Calais / Eurotunnel, Abschluss Nordsee, Regenschauer
18 10 45,00 Boulogne-sur-Mer Pause wegen zwei gebrochenen Speichen, kein Fahrradladen offen
19 105 18,00 Cayeux-sur-Mer Speichen repariert
20 65 17,00 Hautot-sur-Mer Steilküste erreicht
21 95 8,75 Étretat
22 80 69,00 Notre-Dame-de-Gravenchon Le Havre, Gestrandet im Industriegebiet bei Raffinerien
23 105 8,75 Saint Marcel 45km auf alter Bahntrasse
24 105 ca. 45,99 Paris Paris !
25 13,60 Kehl Rückfahrt im TGV bis Straßburg
26 Luhmühlen Rückfahrt im IC

Nordseeradtour Tag 26 - Luhmühlen

Mein gebuchter Zug fährt erst 15:10 ab Karlsruhe. Vorher bekam ich keine Fahrradreservierung. Ich packte zusammen und fahre bis Appenweier. Das wäre der Bahnhof, an dem ich von Straßburg kommend umsteigen müsste. Weitestgehend schöne Radwege. Nur kurz vor Appenweier war ein Bahnübergang gesperrt.

In Karlsruhe habe ich zwei Stunden Zeit. Zeit, für kleinere Erledigungen. Eine kurze Hose nachkaufen. Bank. Essen. Und mit Erschrecken feststellen, dass die Bahn die Info herausgegeben hat, dass das Wagen mit dem Fahrradabteil gesperrt sein soll. Bei der Information am Bahnhof hieß es, dass Fahrräder mitgenommen werden können – die Klimaanlage sei ausgefallen. Ab zum Bahnsteig. Das Abteil war nicht gesperrt.

Leider fuhr der Zug anfangs wie ein Milchkannen-Express. Allein zwei Zwischenhalte zwischen Karlsruhe und Heidelberg. Käffer, von denen ich noch nie etwas hörte. Erst ab Kassel-Wilhelmshöhe wird aus dem Zug ein echter InterCity. In Hannover umsteigen in den Metronom. Mit richtig gutem Fahrradabteil.

Dort treffe ich auf einen Radler, der aus Suhl kam und bis Grömitz wollte. An einem Tag!

Umstieg in Uelzen. Bei der Dunkelheit war der Hundertwasser-Bahnhof kaum zu erkennen. Ich hatte den Eindruck, dass der Umstieg von einem Zug in den selben Zug geschah. Nur, dass er mal 10 Minuten außerhalb des Bahnhofs parkte.

Halb elf erreiche ich Lüneburg. Mit Regen muss ich noch drei Dörfer weiter. Zum Glück gibt es hier durchgehende Radwege außerorts.

Ab hier endet die Story der Radtour. Zum Festival schreibe ich noch einen eigenen Blogpost.

Nordseeradtour Tag 25 - Kehl

Die Tour ist zu Ende. Es ging zurück. Das vorläufige Ziel ist Lüneburg bzw. Luhmühlen. Dort findet das A Summer’s Tale statt. Für die Rückfahrt sind nun zwei Tage eingeplant. Einen Tag für Frankreich. Und einen für Deutschland.

Ich verlasse das Hotel und suche einen Fahrradladen auf. In Paris gibt es zumindest auch welche, die Montags offen haben. Der erste hat im gesamten August geschlossen (sind die Mieten so günstig, dass man einen Monat das Geschäft pausieren lassen kann?) Der zweite half mir schnell. Nun hatte ich ungefähr zwei Stunden Zeit, noch etwas von Paris anzuschauen. Nicht gerade viel Zeit. Ich fuhr am Saint-Martin-Kanal.

Ein Schlumpf lächelt mich an:

Und anschließend ein Stück an der Seine. Da genoss ich ein wenig den Blick.

Und während ich so auf die Seine schaute, kam hinter mir ein Mann die Treppe herunter. Er ging zielstrebig zur Mülltonne hinter mir. Aber nicht um etwas hineinzuwerfen. Er sah aber auch nicht so aus, als würde er nach verwertbaren Müll suchen. Nein, er holte einen Sack Eis raus und füllt sich etwas davon in eine kleine Tüte. Ich saß mit Fragezeichen daneben. Bekommen die Gäste einer sich evtl. da drüber sich befindenden Bar ihre Cocktails mit Eis, was in einer Mülltonne gelagert wurde? Drei Minuten später die Erkennnis: es gibt Straßenverkäufer für Mineralwasser. Und die steckten die Flaschen im Eis.

Ich bewege mich zum Ostbahnhof. Ja, ein wirklich beeindruckender Bahnhof! Durch Zufall bekomme ich mit, dass man in Frankreich Fahrkarten entwerten („Validieren”) muss. Nicht im Zug. Oder durch den Schaffner. Welches Gleis eigentlich? Da sind die Franzosen spontaner: das steht frühestens 20 Minuten vor Abfahrt fest. Eher 10. Und nun stürmen alle vom Verbindungsgang auf den Bahnsteig.

Und dann kommt der TGV. Eher älteres Baujahr. Im TGV gibt es Platz für vier Fahrräder. Zwei vorne, zwei Hinten. Die werden jeweils an die Seite gelehnt. Ich komme ins Gespräch mit einer älteren Frau aus dem Elsass, die an der Loire entlang geradelt ist.

Am Straßburger Bahnhof werden Formulare wegen der Verspätung herumgereicht.

Leider sind an dem Bahnhof die die Fahrstühle zu klein für Fahrräder. Also tragen. Mit dem Rad einmal quer durch die Innenstadt geht per Rad rüber nach Kehl. Da wurde eine neue Fußgängerbrücke über den Rhein errichtet. Und vorm Bahnhof liegen die Bauteile, um eine weitere Brücke zu errichten, auf der in ca. 2 Jahren die Straßenbahn nach Straßburg verlängert wird

Ich betrete den Kehler Bahnhof. Obwohl Kehl sehr klein ist und kein einziger Fernzug am Bahnhof hält, hat der Ort eine Fahrkartenausgabe, aber nur mit einem Mitarbeiter besetzt. Ich habe mittlerweile eine Fahrradkarte und die Reservierung. Was fehlt ist aber noch mein Ticket. Der zog sich leider etwas hin, weil ein älteres Radler-Pärchen in Berlin ein Hotel braucht und dies über die Fahrkarte buchen will. Und leider scheint das Vertragshotel der Bahn wohl ausgebucht zu sein. Und das dauerte und dauerte.

Wo campiere ich? In Kehl liegt der Zeltplatz am Rhein. Im Örtchen Sand bei Appenweier an der Autobahn. Ich nehme Kehl. Das erste Mal seit Belgien werfe ich Münzen beim Duschen ein. Auf dem Campingplatz sind viele Fahrradfahrer. Ich komme mir mit meiner Tour sehr klein vor. Zwei Australier, die von Istanbul gekommen sind und vier Monate einplanen. Ein Radler, der an der Mittelmeerküste bis Portugal und anschließend übern Jakobsweg radeln möchte. Da ist eine Nordsee-Tour sehr klein.

Nordseeradtour Tag 24 - Paris

Auf geht es zur letzten Etappe nach Paris.

Auf dem Campingplatz gab es scheinbar nur Franzosen. Eine ältere Französin, die ausnahmsweise auch englisch und ein bisschen deutsch kann fragte mich, ob die Radwege in Frankreich gut seien. Da bin ehrlich: Nein!

Die Radwege in Saint Marcel und Vernon sind für die Tonne! Und ich erinnerte mich an das Nein! Ab über die Seine:

Hier zeigte meine Karte einen Radweg. Anfangs extrem holpriger Belag. Ein Eingang, der so verbarrikadiert ist, dass man jegliches Tempo verliert. Leider nicht nur da, auch bei querenden Straßen. Das witzige: die Radfahrer fahren außen herum, wenn es geht. Also über die Wiese! Nach der zweiten Kreuzung endet auch der Weg. Weiter über die Straße.

Nun machte ich bei der gewählten Route einen kleinen Fehler: ich unterschätzte einen Hügel, wo ich mit keinem gerechnet habe.

Dann quere ich das zweite Mal die Seine. Ich finde noch eine offene Kaufhalle zum Auffüllen des Getränkevorrats. Am Sonntag schließen die meisten Kaufhallen gegen 13:00 Uhr.

Ich fahre die Schlaufe der Seine nicht aus, sondern kürze über den Berg ab. Ich schlug eine kleine Zacke. Das war gut. Einerseits niedrigeres Gefälle, andererseits mal ein kleiner Abschnitt mit gutem Radweg (Radstreifen in der Straße). Und ab ins nächste Tal.

Ich erreiche Mantes:

Das ist eine Schwimmhalle:

In Mantes gab es einen Uferradweg. Stellenweise auch sehr gut. Der Beginn des Weges ist ein sehr typisches Beispiel für französischen Radwegebau:

In weiteren Verlauf gab es wieder schwer passierbare Barrieren. Häufig verließ ich eine Querstraße vorher den Radweg, weil ich da nur einfache Poller passieren musste. Leute, wer denkt sich so einen Mist aus!

Hinter Mantes gab es an einer Schnellstraße einen recht guten Radweg. Aber der Weg bis zu diesem Radweg war holprig. Es gab immerhin eine Unterführung, die aber schon sehr zugewachsen war:

Auch dieser Weg hörte nach einigen Kilometer plötzlich auf!

Bei Triel ging es das dritte Mal über die Seine. Meine Karte zeigte zwei mögliche Radwege. Direkt am Ufer war der Weg vom Belag her unpassierbar. Und an der Fernstraße gab es Abschnitte, wo man die Wahl hatte, ob die Gewächse links oder rechts die Beine streifen sollen. Rechts gab es Brennnesseln!

Ab diesem Schild war ich mir sicher, dass die Franzosen ein deutsches Wort in ihren Sprachschatz aufgenommen haben (am Bahnhof Poissy):

In Poissy machte ich halt. Meine Beine dankten es mir. Noch einmal übern Hügel. Dort traf ich auf einen als Fernradweg ausgeschilderten Weg. Dieser Fahrbahnbelag war eigenartig. Es fuhr sich wie auf Beton, bei dem aber schon Leute durchgefahren sind, als er noch nicht ganz fest war.

Ich erreiche das Hochhausviertel von Neuilly. Eine Straße mit Radweg hört auf. Ich fahre irgendwie um einige Ecken herum. Teils auf dem Fußweg. Und plötzlich bin ich wieder auf einem Beidrichtungsradweg. Der aber genauso schnell wieder endete. Dumm nur, dass es kein Weiterkommen möglich ist, denn da ist eine Abfahrt der Schnellstraße. Ich trage das Rad eine Treppe hoch. Da gibt’s wieder Radweg. Und eine Brücke! Yeah. Die letzte vor Paris.

Der Triumpfbogen:

Ich steuerte zunächst den Eiffelturm an, um ein Abschlussbild zu machen:

Auf dem Weg zum Hotel am Ostbahnhof passierte es dann: erst hat die Kette Aussetzer. Dann fällt sie. Mit Nabenschaltung passiert das selten. Ich schiebe bis ins Hotel. Das war eine gute Entscheidung, denn ich brauchte gut eine Viertel Stunde, um sie wieder oben zu haben. Ich sehe aber, dass mein Hinterrad sich leicht aus der Aufhängung verschoben hat. Schuld sind wohl die Pariser Wege!

Nichts desto trotz muss ich mich freuen, dass diese Panne eben auf dem letzten Meter passiert ist. Und auch wenn Morgen Montag ist: es gibt offene Radläden in der Nähe. Nicht so viele, aber es gibt sie!

Nordseeradtour Tag 23 - Saint Marcel

Ich wachte auf. Die Ölraffinerie war schon wach. Das Hotel sieht eigentlich ganz nett aus:

Nur der Blick auf dem Fenster:

Ich packte früh alles zusammen, kaufte Getränke nach (an die 5 Liter) und mitten durchs Industriegebiet zur Fähre.

Ich fragte mich schon manchmal in einigen Fußgängerzonen, ob man diese für Radfahrer freigegeben hat. Ich habe folgende Erkenntnis gezogen: Wenn es den Franzosen wichtig ist, dann werden sie das schon deutlich machen. Und ich hatte Recht:

(Keine Ahnung, ob das Terrorismus-Panik ist oder ob da mal Tanklaster in Spitzenzeiten sich anstauen sollten. Das Schild gab es alle paar Meter jedes Mal in einer anderen Sprache)

Ich querte die Seine mit einer Fähre (die sogar für Autos kostenlos war):

Es folgt ein moderater Anstieg und ein relativ flache Strecken. Bis es hinab ins Tal der Risle geht. In Montfort machte ich Pause:

Zwei Orte weiter liegt Pont-Authou. Ab hier beginnt ein ca. 43 Kilometer langer Radweg, der auf einer alten Eisenbahntrasse errichtet wurde.

Am Anfang blickte ich zurück: man hätte ihn noch durch den Ort verlängern können:

Auch im Verlauf der Strecke ist die Historie noch erkennbar. Mal liegt noch Schotter am Wegrand herum. Und in den wenigen Orten am Bahndamm stehen auch noch die Bahnhofsgebäude.

Die ersten 25 Kilometer ging es permanent bergauf, aber eben sehr moderat. Ich konnte stets 20 Stundenkilometer halten. Der Radweg war durchgehend asphaltiert. Stellenweise drückten schon Wurzeln durch den Asphalt.

Am Anfang war die Strecke leer. Höchstens eine Hand voll weiterer Radler. Die letzten Kilometer bei Évreux waren deutlich voller. Kurz vor Évreux gab es einen Tunnel, so dass der Radweg abwich.

In Évreux holperte es einmal. Eine alte Eisenbahnbrücke, die man in deren Rohbau so erhalten hat. An sich nicht schlecht, aber plötzlich fährt man auf Nieten. Ohne Hinweisschilder.

Die letzten zwei Meter haben die Franzosen leider vergeigt. Da asphaltieren sie 43 Kilometer, aber es reichte nicht mehr für die fünf Meter bis zur Straße.

Allgemein ist dieser isolierte Abschnitt durchaus mal für eine Tagestour geeignet. Wer in der Nähe ist: Leiht euch Räder aus! Leider eben ist dieser Abschnitt in keinerlei Netz eingebunden! (Nette Webseite dazu: Bahntrassenradeln)

In Évreux machte ich Pause und suchte die nächsten Orte heraus. Drei meiner fünf Liter waren schon getrunken. Bis zur Seine gab es noch einige Täler, z.B. vom Fluss Eure.

Ich entdecke Hinweisschilder für einen Eure-Radweg. Ich überlegte, ob ich die Route spontan umplanen und einige Kilometer der Eure folgen sollte (die in diesem Bereich relativ parallel zu Seine verläuft). Aber als ich das Tal erreichte, waren sämtliche Hinweisschilder weg. Ich querte eine Eisenbahntrasse, die wohl schon lange in keinem Kursbuch mehr zu finden war. Vielleicht würde sie sich für diesen Radweg anbieten?

Bitte springt nicht in Eure Eure! Lieber in Seine Seine!

Dann wurde es sehr hügelig. Aus dem Eure-Tal musste ich wieder auf den Berg. Und auch danach gab es noch ein Flüsschen, scheinbar ohne richtigen Namen. Die letzten Kilometer vor Vernon waren anstrengend. Ich entdecke einen Zeltplatz am Wegrand kurz vor St. Marcel (das ist der Nachbarort von Vernon). Ich schaue, wo die nächsten sind. Ich entscheide mich, diesen Campingplatz zu nehmen.

Preislich ist bisher der Beste. Für unter 6 Euro. Mit Duschen. Und Toiletten für die Bring-Your-Own-Device-Fraktion und für die, wie mich. Leider offline. Bewirtung gab es hier auch nicht. Das Zelt steht gegen 19:00 Uhr. 19:30 schließen die meisten Einkaufszentren. Ich brauchte keine 5 Minuten, um ins Tal zu kommen. Ich betrat den Intermarché Hyper. Hier wiegt man sein Obst nicht mehr selber. Es gibt einen, der es wiegt und die Tüte verschließt.

Wie zu erwarten war, dauerte der Rückweg deutlich länger. Aber der Blick ins Tal ist doch schön: