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Homepage von René Pönitz

Reise nach Hong-Kong, Japan, Fiji und Neuseeland

Dieser Artikel dokumentiert unsere erste große Weltreise. Wir bereisten zwischen September und November 2018 die Länder Länder Hongkong, Japan, Fiji und Neuseeland. Es ist zugegebenermaßen nicht ganz eine Weltreise, es fehlen noch ganze Kontigente. Es ist eher eine Reise ans andere Ende der Welt.

Totalausfall

Die letzten beiden Wochen gab es hier leider einen Totalausfall. Während ich gerade das andere Ende der Welt bereitste, hatte ich absolut keine Zeit, mich darum zu kümmern. Das ganze ist natürlich ärgerlich – aber ich habe eben auch für mich klare Prioritäten gesetzt ;-)

Was ist passiert?

Host Europe hat PHP 5.6 abgeschalten. An sich richtig und längst überfällig: So uralte Versionen birgen Sicherheitsrisiken. Das Ärgerliche daran: Ich hatte die Seite schon im Dezember 2017 umgestellt, jedoch noch nicht scharf geschalten.

Als mich die Botschaft der geplanten Abschaltung erreichte, war ich bereits auf großer Weltreise unterwegs. Und unterwegs hatte ich keinen Zugriff auf meinen letzten Stand. Und dann nahte der Stichtag 25.10.2018. Nun läuft wieder alles. Betroffen waren übrigens auch meine beiden Seiten Datenleck (auch wenn die Seite derzeit nicht aktuell gepflegt wird) und Zweitwohnungsteuer. Auch diese sind nun wieder ans Netz gegangen.

Sagte ich etwas von einer Weltreise? Ja! Davon wird es demnächst dann auch den einen oder anderen Artikel geben.

Der unbequeme Flug mit KLM

Im Rahmen der Reisevorbereitung sagte uns jemand, dass KLM nicht die schlechteste Fluggesellschaft sei. Es war aber der mit Abstand schlechteste aller Flüge.

An der Lage des Gates im Flughafen kann man meistens auch erkennen, in welchem Segment eine Fluggesellschaft unterwegs ist. Und anders als bei HK-Express, wo wir im allerletzten Winkel des Flughafens starteten, war KLM durchaus sehr zentral gelegen. Doch als wir ins Flugzeug einstiegen, trübte sich diese Laune. Optisch erwartete uns ein Flugzeug, dessen Ausstattung wir auf frühe 90er tippten: alte Leuchtstoffröhren im dreckigen Weißton leuchten die Kabine aus.

Fangen wir bei den Sitzen an: Diese waren eng in jeglicher Hinsicht. Wir spürten beidseitig die Armlehnen und konnten auch kaum die Beine ausstrecken. Unter den Vordersitzen passte auch der Rucksack nicht, weil entweder da Bügel hindurch liefen – oder irgendwelche Blechboxen installiert worden sind. Zudem waren sie auch unbequem, was wir am Gesäß und im Rücken spürten.

Wir saßen unweit der Treppe zur Business Class (Doppelstöckiger Flieger), dadurch wurde der Bereich auch während des Fluges nicht abgedunkelt, die Treppe blieb immer erhellt.

In den Vordersitzen gab es bereits Bildschirme mit einem prähistorischen Multimedia-Programm und schwergängigen Touch-Displays. Die Bildschirme waren extrem verschwommen und reflektierten das Licht der Treppe. Einen Film ließ sich damit nur mit Qualen schauen.

Zudem fehlte es im Flugzeug auch an Steckdosen im Sitzbereich. Das ist besonders ärgerlich bei einem Zehn-Stunden-Flug, wenn man die Flugzeit zum Aussortieren der unzähligen ca. 17.000 Bilder nutzen wollte und der Akku aber höchstens eine Stunde mitmacht. Ein Flugbegleiter bot an, die Geräte in seiner Pausenkabine zu laden. Wie löblich, nur da lud schon fast immer irgendein anderes Gerät. Und eigentlich kann das auch nicht die Lösung sein.

Ich saß während des Fluges öfters auf der Treppe, weil sie einfach bequemer war. Und mehr Beinfreiheit bot.

Und während am Anfang auf die Flugbegleiter-Taste hingewiesen wurde (zum Beispiel wenn das Laptop in Brand gerät), blieb diese auf dem Flug wirkungslos. Man konnte diese zwar drücken, dann leuchtete ein kleines Lämpchen. Und wenn du nach hinten geblickt hast, leuchtete in jeder dritten Reihe bereits ein Lämpchen. Aber es kam niemand. Und als doch mal einer die Runde etliche Stunden später abging, waren – welche Ironie – die Anliegen auch schon Geschichte. Ein eventuell in Brand geratener Laptop vermutlich auch.

Eine Stewardess pferchte mich irgendwann eher unfreundlich von der Treppe weg. Aber zugegeben: Die Laune war ohnehin schon im Tiefflug.

Unser Fazit: Es war der mit Abstand schlechteste aller Langstreckenflüge. Einziger Wermutstropfen für KLM: Nach der pünktlichen Ankunft in Amsterdam flogen wir mit der selben Gesellschaft weiter nach Hamburg – und dieser Flug war weitaus angenehmer.

Neuseeland: DX Mail und der blaue Briefkasten

Als wir die ersten Ansichtskarten in einem Touri-Shop im Zentrum von Auckland kauften, wurden wir gleich gefragt, ob wir auch Briefmarken fürs Ausland kaufen wollen. „Natürlich”, sagten wir spontan zu – und freuten uns über diesen tollen Service. An vielen Orten dieser Welt hören wir Sätze „Nein, leider nicht. Da müssen sie schon zur Post – und die öffnet erst Montag wieder.”

Und die Briefmarken sahen auch toll aus. Mit Kiwis, Maoris oder anderen landestypsischen Dingen (siehe Hochglanz-PDF). Selbstklebend. Immer im 5er-Pack. Allerdings stand kein Postwert drauf.

Diese Freude legte sich, als wir beim Schreiben der Karten die Rückseite dieser Aufkleber gelesen haben. In Neuseeland gibt es mindestens zwei verschiedene Briefdienstleister: New Zealand Post und DX Mail. Und diese Unternehmen haben unterschiedliche Briefkästen. Die von New Zealand Post sind rot, wir haben Briefmarken für DX Mail – und konnten demnach unsere Karten in jeden blauen Briefkasten werfen.

Nachdem die ersten Karten fertig geschrieben waren, fanden wir in den Dörfern nördlich von Auckland nirgends einen solchen blauen Briefkasten. Aber keine Panik, noch hatten wir ja noch einige Tage Zeit. Und DX Mail hat auch eine Suchfunktion für Briefkästen. Wir waren inzwischen in Dargaville – und es gab für den Ort exakt eine Adresse, die ganz passend irgendwo zwischen Motel und Stadtzentrum lag.

Wir fuhren also dahin, aber weit und breit kein Briefkasten in Sicht. Auch keine Postfiliale. Oder wenigstens ein Kiosk. Nein, da war ein Autohaus. War das ein Fehler?

Ich ging also hinein – und fragte einen Autoverkäufer, ob es hier einen DX-Briefkasten gäbe. Er war über die Anfrage überrascht, vermutlich nicht so alltäglich. Aber nachdem er verstanden hat, dass ich Karten verschicken wollte, wurde ich einmal quer durch das gesamte Gebäude geführt. Zunächst der Verkaufsraum, dann die Werkstatt, noch ein Gang – und dann stand ich mitten in einem Büro. Aktenschränke hier. Verkaufsprospekte da. Und so in der Ecke gab es zwei, drei Kisten mit dem Logo von DX-Mail.

Ich konnte die Postkarten mit in die eine Kiste werfen. Und vier Tage später (inklusive Wochenende) würden sie abgeholt werden. Etwas suspekt war es mir schon, aber ich ging das Risiko ein – und habe die Karten eingeworfen. Und tatsächlich kamen die Karten tatsächlich an. Unbekannt ist, ob sie den Luft- oder Wasserweg gegangen sind.

Etliche Tage später entdeckten wir in Feilding (Nähe Palmerston North) einen echten Briefkasten von DX-Mail in freier Natur. Einfach so.

Ich möchte ehrlich gesagt aber nicht wissen, wieviele Touris die Rückseite der Briefmarken nicht lesen – und ihre Karten dann in den falschen Briefkasten werfen. Kommen sie dann an? Keine Ahnung. Das Dumme ist allerdings, das selbst das Verkaufspersonal in den Touri-Shops keine Ahnung hat, ja noch nicht einmal selbst die Rückseite gelesen haben. Als wir kurz vor unserer Rückfahrt in Akaroa noch einmal Briefmarken kaufen wollten, wurden diese auch damit angepriesen, dass man sie ja in jeden Briefkasten hauen könnte. Als wir dem Verkaufspersonal die Rückseite vorgelesen hatten, waren sie sichtlich überrascht. Und wussten auch nicht mehr weiter. Dann blieb also wieder nur die Postfiliale übrig. Und die öffnet erst Montag.

Merke: Wann immer sie dir in Touri-Shops Briefmarken anbieten: Prüfe!

Die Karotte von Neuseeland

Wir schreiben den 05.11.2018. Unsere Rückreise hat begonnen, wir saßen im Flieger von Christchurch nach Auckland, um von da nach Hong Kong weiter zu fliegen. Wir blätterten im Magazin der Flugzeitschrift. Häufig gibt es ja auch Karten mit den Flugverbindungen der jeweiligen Gesellschaft. So auch hier. Neben den größten Ortschaften Neuseelands gab es Piktogramme. Z.B. der Auckland-Turm oder das Parlament in Wellington. Auch der Egmont-Vulkan ist deutlich. Doch was um alles ist in der Welt ist diese Karotte da in der Mitte – unterhalb des Taupo-Sees?

Wir fragten die Frau neben uns. Sie war Neuseeländerin und hatte ebenso keinerlei Ahnung. Dafür erfuhren wir, dass sie nach Auckland flog, um ihrer blinden Tochter einen Überraschungsbesuch zum Geburtstag abzuhalten.

Glücklicherweise konnte einer aus der Reihe davor die Antwort geben: Es ist das Erkennungszeichen eines kleinen Ortes. Wir googlen später: Karotte Neuseeland – und führt direkt zu dem Örtchen Ohakune. Dort steht als Skulptur eine große Karotte.

Die Ironie des Schicksals: Genau durch diesen Ort waren wir bei unserer Reise gefahren – und haben diese Moorrübe nicht entdeckt. Dabei ist uns diese Kultur der Skulpturen mit alltäglichen Gegenständen schon bekannt gewesen. Nicht weit davon entfernt gab es den Ort Taihape. Dieser bezeichnet sich als Gummistiefel-Hauptstadt, da dort jährlich Wettbewerbe im Gummistiefel-Weitwurf durchgeführt werden. Folglich steht dort eine Skulptur eines großen Gummi-Stiefels.

In gewisser Hinsicht brauchen diese ländlich geprägten Orte ein Identifizierungsmerkmal. Ansonsten kann man sie nicht unterscheiden. Viele dieser Dörfer sind einfach zersiedelt – und weisen nur kleine Ortskerne auf, die Reisenden allenfalls für den Nahrungsmittelnachschub von Bedeutung sind. Und dafür gibt es oftmals Kaufhallen von nur eine Handvoll Ketten.

Auch den Ort Kawakawa würde vermutlich niemand bewusst ansteuern – wenn es da nicht die Hundertwasser-Toilette gäbe. Ja, ein kleine, öffentliche Bedürfnisanstalt soll die am meisten fotografierte Toilette weltweit sein. Und wir waren natürlich auch da – und erfreuten uns an den kleinen Details des Künstlers.

Und das zieht sich gewissermaßen durch das ganze Land. Eine abseits gelegene, kaum genutzt Fernstraße ist der „Forgotten World Highway”. Er ist eine 155 Kilometer lang und wird täglich von ca. 150 Fahrzeugen genutzt. Auf der gesamten Länge gibt es keine Tankstelle und keine nennenswerten Orte. Noch nicht einmal solche, die eine Karotte oder einen Gummistiefel als ihr Highlight ausweisen. Aber hey, ist der Forgotten World Highway. Da unsere Reiseroute ihn tangierte, waren wir so verrückt und befuhren ihn auch. Aber nur einige Kilometer.

Nicht weit davon gibt es die „Bridge To Nowhere”. Eine Brücke, die nix mit nix verbindet und nur über das Wasser erreichbar ist. So verrückt waren wir nun nicht. Aber das sind eben die kleinen Besonderheiten von Neuseeland.

Glühwürmchen in Neuseeland

In Neuseeland gibt es Glühwürmchen, diese haben aber mit den Glühwürmchen in Europa/USA nix gemein. Da fliegt nix. Die hängen einfach nur an der Decke, werfen Fäden, die dann bläulich schummern mit dem Zweck, Beute anzulocken.

Wir hatten drei Mal die Gelegenheit, diese zu beobachten.

Kawiti Glow Worm Caves

Die Kawiti Caves waren ein Zufallsfund am Anfang unserer Rundreise. Bei der Fahrt zwischen Whangarei und Paihia/Kawakawa entdeckten wir ein Hinweisschild am Wegesrand. Wir zederten anfangs noch, ob wir diese besuchen. Oder anders: Es gibt in Neuseeland so viele schöne Dinge, die man am Wegesrand sich anschauen könnte.

Als wir ankamen, hatten wir Glück: eine Führung ging wenige Minuten später los. Und wir waren eine Gruppe von vier Personen. Diese Sehenswürdigkeit war nicht überlaufen.

Die Höhle selbst war sehr komfortabel zu begehen – und war auch großzügig ausgebaut. Wir liefen größtenteils auf Blanken. Wir waren mit Taschenlampen ausgestattet.

Unsere Führerin erzählte uns voller stolz, dass die Höhle und das Land noch den ursprünglichen Maori-Bewohnern gehören. Beeindruckend war das Vergleich, dass andere Juwelen erben würden – und sie erben eben Glühwürmchen. Und daher sehen sie es als wichtige Aufgabe an, diese auch für künftige Generationen zu erhalten. Somit durften wir die Höhle auch nur Führung betreten.

Nachdem wir einige Meter tief in der Höhle drin waren, sollten wir die Lichter erlöschen lassen. Wir brauchten einige Sekunden, um uns an den Moment der absoluten Finsternis zu gewöhnen. Und der ist wichtig, damit wir die Glühwürmchen sehen können. Denn hell sind sie nicht. Im Gegenteil. Der Moment, an dem die Decke der Höhle zu einem Sternenhimmel mutiert ist dafür unbezahlbar. Unbezahlbar schön. Wie kleine, winzige Diamanten eben.

Fotografieren war in der Höhle nicht erlaubt. Andererseits: was hätte man da auch fotografieren können? Selbst mit hohem ISO-Wert und einigen Sekunden Belichtungszeit wirst du auf den Bildern nicht viel erkennen. Außer schwarz.

Die Führerin erklärt uns auch den natürlichen Kreislauf. Wenn der Busch vor der Höhle zerstört werden würde, würden die Busch-Fledermäuse ihren Lebensraum verlieren und in die Höhle einwandern. Dadurch würden sie die Glühwürmchen verdrängen – und der Sternenhimmel wäre wohl verloren.

Dann ging es wieder zurück zum Ausgang. Es wurde heller.

Nun muss ich gestehen: ein Bild habe ich dennoch mit der GoPro gemacht (ohne Blitz). Wie zu erwarten: alles schwarz!

(Kosten für 2 Personen umgerechnet ca. 35 Euro)

Waitomo Caves

Kein Reisebericht über die neuseeländischen Glühwürmchen ohne die Erwähnung der Waitomo Caves. Sie liegen ziemlich in der Mitte der Nordinsel zwischen Hamilton und … grob Nichts. Somit stand auch diese Höhle mit auf unseren Must-Sees der Reise. Leider zu Unrecht!

Nach einer nicht enden wollenden Fahrt über Landstraßen erreichten wir den Parkplatz der Höhlen. Von da ging es durch einen Fußgängertunnel in ein imposantes Empfangsgebäude. Dort wurde uns erst einmal eine Menge Geld abgeknüpft (zu zweit ca. 62 Euro). Dann warteten wir zusammen mit vielen anderen auf einigen Bänken. Im Wartebereich gibt es ein kleines Café. Und da gerade zu viele ankamen, wurde die Gruppe geteilt.

Die Höhlen am Anfang waren schon sehr beeindruckend. Unser Guide, ebenso ein Maori, erklärte uns die geologischen Zusammenhänge. Die dortigen Stalaktiten und Stalagmiten basieren auf Kalkstein. Die einzelnen Räume bekamen Vergleiche. Der eine war aufgrund der gigantischen Höhe eine Kathedrale. Der nächste war eben aufgrund der Stalagmiten die Kunstgallerie. Alles noch hell erleuchtet, kein Glühwürmchen in Sicht.

Wir standen dann am hinteren Rand der Art Gallery. Hier war es etwas dunkler. Und da wir die Glühwürmchen schon Kawiti kannten, erkannten wir diese Fäden wieder. Aber wir waren wohl die einzigen. Fast niemand von den anderen 20 Personen der Gruppe blickte an die Decke. Sie folgten alle den spannenden Erzählungen des Guides, der irgendwelche Maori-Geschichten seiner Großmutter zum Besten gab. Und das finde ich schon schade, wenn die Leute eben wegen dieser besonderen Tierchen diesen hohen Eintrittspreis bezahlen.

Dann ging es wieder zurück durch diese Kathedrale. Nur verließen wir diese durch eine andere Tür. Es ging einige Treppenstufen bergab, bis wir an einem unterirdischen See mit Bootssteg waren. Hier war es schon deutlich dunkler. Und es gab viele Glühwürmchen. Ein regelrechter Glühwürmchenteppich.

Nachdem alle an Board waren, steuerte unser Guide das Boot. Wir drehten eine wirklich kleine Runde, ehe es zum Ausgang ging. Doch kaum hatten wir uns an die Dunkelheit gewöhnt und wollten das Wunder genießen, schien bereits das erste Licht vom Ausgang der Höhle. Und von da an, näherte sich rasend schnell der Ausgang. Im nächsten Moment standen wir vor der Höhle am Bootssteg. Die Tour war zu Ende.

Wie man aus der Beschreibung entnehmen kann, war ich enttäuscht – und habe diese Fahrt bereut. Wenn ich in Neuseelands bekanntester Glühwürmchenhöhle viel Geld bezahle, um dann lang und breit durch Höhlenräume geführt werde, die sicherlich imposant sind und auch Geschichten lauschen kann, die sicherlich spannend sind, aber ich am Ende des Tages gefühlt drei bis fünf Minuten überhaupt die Glühwürmchen-Teppiche sehen darf, so finde ich das daneben. Da war Kawiti halb so teuer – und wesentlich entspannter.

Dafür gab es aber am Ausgang noch einen sehr großen Touristen-Shop. Aber hier gab es das zweite Manko: den Betreibern der Höhle fehlt es an professionellen Fotografen. Die Postkarten sahen alle wie Gewollt, aber nicht Gekonnt aus. Zugegeben: das ganze ist auch nicht einfach.

Pancake Rocks

Unser dritter und letzter Kontakt mit Glühwürmchen war in der Nähe der Pancake Rocks auf der Südinsel. Hinter unserem kleinen Motel Paparoa Park ging ein kleiner Weg am Hang entlang. Dort hatten sich auch einige Glühwürmchen angesiedelt. Es wurde eine kleine „Aussichtsplattform” errichtet. Allerdings gab es hier auch keine so großen Lichterteppiche, es waren eher vereinzelte Punkte.

Also gingen wir abends, als alles dunkel war, hinters Haus. Wir waren allein und hatten nun alle Zeit der Welt, diese kleinen Würmchen aus direkter Nähe zu betrachten. Natürlich gingen wir nicht einfach so dahin – wir hatten unsere Kameras und Stative dabei. Spannend war vor allem, dass die leuchtenden Punkte extrem klein waren. So wie ein Pixel eines LCD-Bildschirmes, eher noch kleiner. Und so dunkel, dass sie auch nichts von der Umgebung irgendwie mit Licht versorgten.

Wenn man mit sehr hohen ISO-Werten und langen Belichtungen arbeitet (teilweise fünf Minuten), dann kann man auf den Bildern auch helle Pünktchen erkennen. Allerdings auch nicht viel mehr – denn bei dieser Belichtungszeit reicht ein feiner Windhauch aus, um den leuchtenden Faden schwingen zu lassen. Da die Würmchen eher bläulich strahlten, konnte man die Umgebung mit rotem Licht anstrahlen. Um irgendetwas auf Bildern zu sehen.

Zugegeben: etwas gruselig ist es dann schon in der totalen Finsternis. Nachdem wir gut eine halbe Stunde mit unseren Kameras hantierten, hörten wir ein Knacksen. Es folgten Schritte. Und Stimmen. Am Ende waren es nur andere Reisende, die ebenso die Würmchen einmal sehen wollten. Aber auch nicht viel mehr.

Fazit

Zusammenfassend fand ich die dritte Option am besten. Auch wenn es kein so spektakulärer Sternenhimmel war, war es ungemein von Vorteil, dieses kleine Wunderwerk ohne irgendeinen zeitlichen Druck anzuschauen. Die Kawiti-Caves waren ein angenehmer Wegesrand-Fund. Die berühmten Waitomo-Caves ein Flop.

Es gibt daneben noch viele weitere solcher Höhlen, was aber auch binnen drei Wochen nicht zu schaffen ist. Auf unserer Liste der Reiseziele stand noch Te Anau (Südinsel, Nähe Queenstown). Dies mussten wir aber aus Zeitgründen aufgeben. Neben den kommerziellen Höhlen soll es auch einige freie geben.