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Das Rentner-Picknick in Dresden

Vor einigen Tagen wurde nun der symbolische Akt der Waldschlößchenbrücke vollzogen und der Brückenbogen eingehangen. Damit schafft es Dresden wieder einmal in die nationale Presse:

Regelmäßig trifft sich Michalzik in einer Gaststätte neben der Baustelle mit anderen Brücken-Befürwortern. Sie nennen das »Brückenpicknick«. Es gibt Glühwein und Baupläne. »Nur der Altersdurchschnitt ist eben nicht mehr so jung hier«, sagt Christiana Schädlich, 68, und schaut sich um. Keine Frage: Es ist ein Treffen der alten Generation. »Ich verstehe das nicht. Schließlich profitieren doch die jungen Leute am meisten von der neuen Verkehrsanbindung«, sagt Schädlich und marschiert davon.

Urheberrecht als Fortschrittsbremse?

Hört man den Worten der Rechteverwerter zu, so kann Fortschritt einzig und allein durch das Urheberrecht sichergestellt werden. Doch diese Tatsache widerlegte ein Münchner Wirtschaftshistoriker Eckhard Höffner nun grundlegend. Dazu machte er einen Sprung in die Geschichte und verglich insbesondere England und Deutschland. In England kannte man sehr früh schon Urheberrechte, in Preußen wurde sie erst 1837 eingeführt und hatte wegen der Kleinstaaterei praktisch keine Durchsetzungskraft. Und die gewagte These: durch das Urheberrecht verspielte die England ihren Vorsprung und der damals rückständige Agrarstaat Deutschland holte mächtig auf.

So gibt es einige interessante Vergleiche: in Deutschland wurden 1843 14.000 neue Publikationen veröffentlicht, in Endlang waren es nur 1.000. In England waren Bücher nur etwas für Reiche und Adlige, in Deutschland war es Massen-, ja fast schon Ramschware. In Deutschland gab es viele wissenschaftliche Werke und Anleitungen, so etwas gab es in England nicht. Und das kurioseste Paradoxon: in Deutschland verdienten die Autoren in der Regel wesentlich mehr — weil mehr Autoren benötigt worden sind. Und in Deutschland gab es einen Zwei-Klassen-Buchmarkt: die billige, oft kopierte Massenware — und edle Einbände.

Nachdem das Urheberrecht eingeführt worden war, wurden die Buchpreise angehoben und der Billigmarkt wurde abgeschafft.

Was wäre es für eine Welt, in der sich jeder jeden Tag auf's neue beweisen muß — und sich nicht auf den Lorbeeren von gestern ausruhen kann?

Mehr zum Thema:

(Danke, Nini)

Gaukler in Erlangen

Es gibt ja so viel Wissenswertes über Erlangen. Zum Beispiel gibt es da, man kann es sich kaum vorstellen, auch einen Weihnachtsmarkt. Wirklich. Und da trat ein lustiger Gaukler auf, bei dem diese schönen Schnappschüsse entstanden sind:

(Nicht zu Hause nachmachen!)

Design vs. Praxistauglichkeit

Manchmal, aber nur manchmal, sollten Designer auch mal ihre Werke hinsichtlich Praxistauglichkeit testen, ehe sie diese in Serie in ein Hotel verbauen lassen. So durfte ich in einem Hotel ein Zimmer mit einem »Design Badezimmer« in Anspruch nehmen. Viel außergewöhnliches hatte das Bad nicht — eben nur das Waschbecken. Doch mal ehrlich: praktisch ist etwas anderes.

goerlitz.de: Wo ist die Suchfunktion?

Wer auf der offiziellen Seite der Stadt Görlitz etwas suchen will, muss zuerst das Suchformular suchen:

Während nun nahezu jede Stadt eine Suchfunktion im Seitenkopf (oder ggf. auch im oberen Bereich der Ränder) positioniert, findet man das Suchformular bei der Görlitzer Startseite irgendwo zwischen Spendenaufruf, Hotelwerbung und Veranstaltungskalender — außerhalb des ersten vollen Bildschirminhalts.

Auch die Hauptnavigation ist etwas mißglückt: die vier wichtigen Buttons in der Box oben links (Bürger-Tourismus-Wirtschaft-Stadtportrait) haben nicht den Anschein, als seien sie das zentrale Gliederungselement der Seite.

Sieben äh Stellen äh sind Millionen, ge?

Mit Stoiber ging vor einigen Jahren der wohl beste Kabarettist Bayerns. Aber Seehofer tritt seine Nachfolge nun an: er darf bei einer Spendensendung eine siebenstellige Zahl vorlesen. Nach einigen Vorabscherzen (»Ich kann seit der Landesbank auch nicht mehr gut lesen«, »Ich wollte sicher gehen, weil in Berlin gibt's nur Milliarden«, ...) dann das große Finale:

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Es ist drei punkt null eins vier punkt zwei drei sieben

Hiatus - Save Yourself

Ein besonders schönes Lied in diesen Dezembertagen ist:

Hiatus — Save Yourself

Ruhige, verträumte Elektroklänge verpackt mit Melodiefragmenten aus dem Mittleren Osten. Im dazugehörigen Video werden Mitschnitte der iranischen Revolution 1979 gezeigt, welche die Musik sehr gut untermalen.

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Civibattle

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Sogenannte Turmverteidigungsspiele (Tower Defense) waren vor einigen Jahren in Mode. Civibattle kann man dem Spielegenre zuordnen, auch wenn dies kein reines Spiel ist. Entgegen den klassischen Spielen wie Desktop Tower Defense erhält man hier kein Geld für gefallene Einheiten, sondern der Spielgedanke wird ergänzt um eine Geschicklichkeitsstufe: Bilde drei in einer Reihe. dafür gibt es dann die entsprechenden Rohstoffe, mit denen man Einheiten losrennen lassen kann. Und je schneller man ist, um so schneller kann man die einzelnen Runden gewinnen (via klog)

Wort des Tages: Linienmaßnahmen

Was der Berliner Nahverkehr in diesen Tagen alles andere als das ist, für das Berliner Nahverkehr eigentlich stehen soll, läßt sich leider nicht leugnen. Allein das S-Bahn-Chaos ist nach eineinhalb Jahren immer noch nicht überstanden. Und man lernt sehr wohl zu unterscheiden, daß das Bedienen aller Strecken nicht gleichzusetzen ist mit dem Bedienen aller Linien. So tauchen die Linien S45 und S85 nur noch theoretisch in Linienplänen auf.

Auch bei den Berliner Verkehrsbetrieben gibt es einige Einschränkungen. Schaut man sich die Verkehrsmeldungen an, so stellt man fest, dass 18 Linien mal so ganz dezent ausgedünnt werden (wie bspw. der 171er.) Nur davon liest man in der Presse kaum etwas — während bei der S-Bahn mittlerweile jeder ausgefallene Zug einen Artikel bekommt.

Am schönsten finde ich allerdings die Beschreibung der Ursache: Linienmaßnahmen.