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Homepage von René Pönitz

Wenn Computerspiele damals in echten Welten gespielt hätten...

Aus der Kategorie Dinge, die die Welt nicht braucht: 8-Bit-City. Also Stadtpläne in einem Layout der Spielekonsolen der 80er Jahre. Sehr gerastert, kaum Detailtiefe, gemusterte Grafik. Unter den 10 Städten gibt es auch Berlin, die Insel der Jugend sieht bspw. so aus:

Ursprünglicher Link

Der Hamburger Generationskonflikt

Der Magdeburger Blogger kLog hat schon vor ein paar Tagen auf die großen Unterschiede der Kinderbetreuung zwischen den alten und neuen Bundesländern hingewiesen:

71 Prozent der Einjährigen und 88 Prozent der Zweijährigen besuchen in Sachsen-Anhalt eine frühkindliche Bildungseinrichtung oder werden in der Tagespflege betreut. ... In den alten Bundesländern liegen die Betreuungsquoten für Einjährige bei 12,4 Prozent und für Zweijährige bei 29,7 Prozent.

So ein Artikel aus der Volksstimme — wobei man der Statistik allerdings nicht Vorsicht genießen sollte: sie ist von der Bertelsmann-Stiftung!

Nun entdeckte er noch einen weiteren Artikel aus der Zeit, in der die Situation der Kindergärten in Hamburg dargestellt wird:

Wenige Tage später hat die leitende Pädagogin im Briefkasten einen Zeitungsbeitrag gefunden, in dem es unter eindrucksvollen Flammenfotos um eine abgebrannte Kindertagesstätte ging. Es war kein Kommentar dabei, doch verstanden hat sie auch so.[..]
Einer habe Fotos verteilt, auf denen er die Kinder zu nicht genehmigter Stunde im Garten spielend geknipst hatte, erinnert sich die Pädagogin. Ein anderer, der nicht einmal neben einer Kita wohne, habe sich über den »mangelnden Schallschutz innerhalb des Hauses« beschwert.[..]
Dass er gerade 19 Fotos von schief geparkten Autos beim Verwaltungsgericht eingereicht hat, um ein angeblich erhöhtes Verkehrsaufkommen durch den benachbarten Kindergarten zu dokumentieren, sagt er nicht. M. stellt klar, dass sein Angriff nicht den Kindern gelte, sondern »explizit dem Träger SterniPark«, den er im Weiteren als »Gelddruckmaschine in der Maske des Sozialen« bezeichnet.[..]

Der ganze Artikel ist sehr lang, aber lesenswert — und durchaus vielseitig recherchiert! Und wenn man diesen so durchliest, so versteht man nicht, wie assozial einige Bewohner in den besseren Wohnlagen sich anstellen können. Sicher fürchten diese um den Wertverlust Ihrer Häuser — aber man sollte mal die Verhältnismäßigkeiten bewahren. Natürlich treffen solche Phänomene nicht auf die ganze Stadt zu — aber es leider nicht das erste Mal, in der Hamburg durch die Kinderhasser in die Presse gerät — bereits vor fünf Jahren mußte ein Kindergarten schließen — weil er ein Lärmgutachten nicht vorlegen konnte — die davor verlaufende Straße war einfach zu laut.

In dem Haus, in dem ich in Berlin wohne, ist nun mittlerweile schon der zweite Kindergarten eingezogen. Ja, in einer Wohnung eines Mietshauses — in Hamburg streiten sie um ganze Villen. Beim ersten Kindergarten habe ich den Baulärm während der Umbauarbeiten noch gehört — vom Betrieb bekomme ich quasi nichts mit — außer wenn ich die Gruppe im Hausflur antreffe oder mal ein Paket dort abholen darf. Den zweiten habe ich mal so eben zufällig im Vorbeigehen entdeckt: durch ein Hinweisschild an der Tür, man möge wegen des Mittagsschlafes der Kinder nicht zu bestimmten Zeiten klingeln. Dafür haben sie auch den Hinterhof etwas ansehnlicher gestaltet, sicher werden diese die Anwohner zum Hinterhof auch etwas mehr zu hören bekommen. Aber von Anwohnerprotesten habe ich nichts mitbekommen. Nur die direkt drüber Wohnenden hatte es nicht erfreut, daß sie auf die geplante Nutzung beim Einzug nicht hingewiesen worden sind. Für die Kindergärten gibt es aber trotz alledem noch den Treptower Park als Rückzugsgebiet — an Spielplätzen mangelt es dazumindest nicht — trotz der finanziellen Schwierigkeiten der Stadt!

Da kann man sich durchaus fragen, welche der beiden deutschen Metropolen eigentlich ärmer dran ist!