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StreetArt am LIDO Berlin

Die neue Homepage von René Pönitz ist da!

Skript Version 1.10b vom 11.11.2018 (Prod)

Homepage von René Pönitz

Nordseeradtour Tag 15 und 16 - Oye-Plage

Ich verlasse den Campingplatz – und bewundere noch einmal die Skyline von Middelkerke:

Ich folge unauffällig der Straßenbahn. Nächster Ort: Westend. Sieht an der Küste genauso aus wie Middelkerke. Das Video zeugt den Übergang zwischen den beiden Städten:

Weiter nach Nieuwpoort. Nicht ganz so schlimm wie Middelkerke. Die nächsten Orte Oostduinkerke, Koksijde und Da Panne sind schöner, aber auch diese haben jeweils Wände am Ufer stehen.

In Da Panne verlässt die Straßenbahn die Küste und führt zum Bahnhof. Dort am Plopsaland vorbei, einem größeren Vergnügungspark. Das erklärt dann auch, warum einige Haltestellen unterwegs völlig überlaufen waren.

Der Weg nach Frankreich ist weniger fahrradfahrerfreundlich. Eine größere Straße, teils ohne Radwege. Aber auch mit übersichtlichen Verkehr. Ich mache noch mal Rast. Aus den Lautsprechern ertönt „To France” von Mike Oldfield.

Nach den ersten Orten an der Landstraße fahre ich wieder vor zur Küste:

Ich bog irgendwo falsch ab. Plötzlich landete ich auf einer größeren Straße. Um einen Kreisverkehr herum gab es vorbildliche Radwege, die danach wieder verschwanden. Ich passiere eine Brücke. Vorsichtshalber auf dem kaum vorhandenen Fußweg. Ich muss auf der Fahrbahn fahren. Mit Autos, die 70 fahren dürfen, im Nacken. Glücklicherweise kommt gerade keins. Ich frage mich, ob hier überhaupt Radfahrer fahren dürfen. Es folgt ein Radwegschild. Das führt mich hinab zu einer Nebenstraße im Industriegebiet. Ich folge ihr.

Irgendwann bin ich in einem Wohngebiet. Die Zebrastreifen sehen lustig aus:

Raus aus dem Wohngebiet fahre ich auf einem Fußweg entgegen der Fahrtrichtung. Eigentlich sollte ich das ja nicht. Doch für diesen Fußweg entgegen der Fahrtrichtung gibt es extra eine Fahrradfahrerampel. Nach der Ampel endet der Weg nach wenigen Metern im Nichts. Ich wechsle die Straßenseite. Ein 1A-ausgebauter Radweg.

Ab durchs nächste Dorf. Dann endet der Radweg bei einem Kreisverkehr. Viele LKWs. Sechs Ausfahrten. Kein sinnvoller Hinweis. Ich drehe eine Extrarunde im Kreisverkehr. Ich nehme einen Ausgang – und entweiche über einen Nebenweg, der in der Sackgasse endet. Ok, noch mal Kreisverkehr.

Ich nehme die vom Verkehrsrang kleinste Abfahrt. Das ist nicht schlecht, doch führt sie mich weiter weg von der Küste. Also biege ich noch mal ab – und fahre über einer sehr schmalen Strecke, die eher für die Landwirtschaft genutzt wird. Bis ich ohne irgendeinen Hinweis an einem Bahngleis stand. Am anderen Ende geht der Weg weiter. Ich sehe, wie der Schotter nur auf den Weg geschüttet wurde. Kein Hinweis auf eine Sackgasse. Und ich hatte keinen Bock, die Kilometer mit Gegenwind zurückzufahren…

Am anderen Ende erreiche ich Gravelines. Ich neige dazu, den Ort englisch auszusprechen. „Herzlich Willkommen bei Gravelines: Nächster Friedhof Westfriedhof.” Ich mache Halt auf den Marktplatz. Gravelines ist von Wasser umgeben. Ein sehr schöner Ort.

Bei Gravelines endet die industrielle Nutzung desr Küste. Ich fahre wieder zum Ufer.

Und mit Rückenwind Richtung Calais. Dann beginnt es zu tröpfeln. Ich suche den nächsten Campingplatz. Und finde einen kleinen. 9 Euro für die Nacht. Während der Anmeldung beginnt der erste Regenschauer. Beim Zeltaufbau werde ich erneut überrascht. Es regnet immer mal wieder. Und gewittert.

Abends dann Gewitter, Starkregen und Wind. Gegen 3 Uhr in der Nacht setzte Sturm ein. Das Zelt wackelt immer mal wieder. Und so zog es sich bis in den Nachmittag hinein. Also legte ich am 16. Tage eher unfreiwillig einen Tag Pause ein. Ich wäre gerne weiter in Richtung Calais gefahren, aber rein vom Wetter her hätte ich das nicht tun sollen. Die Gewitter- und Regenschauer flachten zwar noch in der Nacht ab. Die Sturmböen mit teils 100 Stundenkilometern (zudem Gegenwind) zogen sich bis weit in den Nachmittag. Dafür machte ich gar nichts.

Praktisch ist natürlich, dass die Zwangspause gerade auf einen sehr netten, sehr kleinen und zudem auch günstigen Campingplatz erwischte. Gegen 8:30 Uhr kommt da immer ein Bäcker vorbei. Kleine Crossants für 75ct. Und gut 60cm lange Bagettes für 90ct, von denen man gut zwei Tage essen kann.

Ich fuhr einmal in den Ortskern um mich mit Getränken auszustatten (auf dem Campingplatz gibt es nichts). Und ich schaute mir die Dünen genauer an. Zu Fuß kommt man ja doch näher ran als mit dem Fahrrad.

Stachelige Gewächse:

Und Muster im Sand

Die Küste ist extrem flach. Bei Ebbe kann man hier weit herauslaufen. Diese riesige Fläche mit überspülten Wasser ist vielleicht so 2 Zentimeter tief:

Und die Sonne, herrlich:

Nordseeradtour Tag 14 - Middelkerke

Ich werde um 8 Uhr geweckt. Nicht von der Sonne. Oder dem Wellenrauschen. Oder auch von einem Stahlwerk. Nein, durch ein Fernsehgerät im Nachbarzelt. Selbst als die Leute draußen frühstückten, plärrte der Fernseher. Auf die Bitte, ihn doch mal auszumachen, kam nur die Antwort, ich könne mein Zelt auch weiter entfernt von ihrem aufbauen. Da kann ich nur noch mit dem Kopf schütteln!

Auf geht’s in Richtung Belgien. Hier noch die letzte niederländische Stadt.

Zwischen den Niederlanden und Belgien gibt es einen sehr schmalen Weg. Und der ist überdurchschnittlich beansprucht. Es besteht kaum eine Chance, Langsamradler zu überholen.

In Knokke sind die Radwege nicht Knorke. Nachdem ich sie trotzdem benutzte und zweimal an Bordsteinkanten abstieg, fuhr ich auf der Fahrbahn. Dort weist mich gleich ein älterer Mann hin, dass ich doch bitte schön auf diesen Wegen zu fahren habe. Ich ignoriere ihn. Er bremst mich aus. Die fuhr eine zeitlang neben mir her. Irgendwann schrie ich nur noch rüber „It’s unusable!”.

An der Küste gibt’s ne Straßenbahn. Auf der Anzeige steht „Da Panne”. Das heißt nicht, dass sie defekt ist. So heißt der Ort der Endstation.

Ich verlasse die Küstenlinie und fahre nach Brugge.

Ich besuche den Marktplatz. Ich habe Brugge zu Hause als Spiel und vergleiche den Markt mit dem Spiel:

Ein Stadttor:

Zurück zur Küste. Nicht Blankenfelde, sondern Blankenberge. Die Innenstadt ist sehr überlaufen. Ich blicke auf die Küstenbauten:

Sieht nicht schön aus!

Diese Brücke ist neu. Sie wurde erbaut, damit die Strandbesucher nicht immer die Straßenbahn und die gefährliche vierspurige Schnellstraße queren können. Sicherlich löblich – nur wegen des Verkehrs hätte es auch andere Lösungen gegeben!

Die Straßenbahn verläuft übrigens die gesamte belgische Küste und heißt Kusttram.

Es folgen einige nicht so schöne Kilometer. Zwar entlang der Dünen. Aber eine Tempo-90-Strecke mit schmalen Radweg. Allerdings fahren die Belgier schon gefühlt sehr gesittet.

Ich erreiche Oostende, die wohl größe Stadt an der Küste:

Auf dem Bild gehen nicht etwa Linien auseinander. Es gibt nur eine. Aber die Straßenbahn passiert eine Schleuse. Und wenn eines der Tore gerade offen ist, muss die Bahn über das zweite Tor ausweichen.

Weiter geht’s zum Bahnhof. Sehr imposant. Mit riesigen Abstellanlagen für Radfahrer.

Es gibt Gegenstände, bei denen ich mich fragte, warum ich sie überhaupt mitgenommen habe. Dazu zählt die Sonnenbrille. Ich brauchte sie all die Tage nicht. Doch am Strand zwischen Oostende und Middelkerke wehte es mir den Sand ins Gesicht!

Die mit Abstand schlimmste Stadt ist Middelkerke. Entlang des Ufers erstreckt sie sich kilometerweit mit einer Hochhausfront. Und die Häuser sehen ja (im Gegensatz zu Visslingen) nach gar nichts aus! Teilweise ist die zweite Reihe auch so hoch! Es muss hier auch mal Altbauten gegeben haben. Hin und wieder wurden diese auch einfach aufgestockt:

Am Ende von Middelkerke macht ich Halt auf einem kleinen Zeltplatz. Ich bekomme einen kleinen Platz zwischen einem Wohnwagen und einem Auto zugewiesen. Eingekesselt. Während der Zeltplatz mit 11 Euro recht günstig ist, gab es hier mit Abstand die teuersten Duschen: 1,70 Euro. Die Toiletten … würg. Zum Glück musste ich nicht.

A pro pos Toiletten: es ist mein dritter Campingplatz auf der Reise, bei der die Toiletten kein Papier haben. Das muss man selbst mitbringen.

Der Sonnenuntergang war schön:

Nordseeradtour Tag 13 - Groede

Schon am Vorabend sah einen Leuchturm die Atmosphäre bestrahlen:

Auf zum nächsten Grevelingendam. Der Übergang war anstrengend mit Gegenwind. Auf dem Damm fährt eine alte Eisenbahn, die ich erst im letzten Moment bemerkte.

Ich folge den Küstenverlauf der dritten Insel. Anfänglich sehr gute Radwege. Dann werden sie steinig. Ein kleiner Abschnitt erfolgt am Außendeich. Dann kommt Sand. Und ein Anstieg mit 25% Steigung!

So sieht es von oben aus:

Ich habe es hoch zu geschoben. Anschließend ein Gefälle von 25%. In Fahrtrichtung Süd kann man ausrollen. Ich habe Glück.

Weiter zur nächsten Insel über den Oosterscheldekering, das ist eine Sturmflutwehr, geprägt durch kleine Türmchen. Endlich ein Damm, auf dem ich schneller vorankomme mit teilweise Rückenwind.

Ich folge den Küstenverlauf. Die letzten Meter mit absolutem Gegenwind außerdeichs:

Blick auf Westkappelle:

Und Blick ins Meer:

Mit Rückenwind weiter nach Visslinen, der Ort mit der nächsten Fähre. Schon von weiten ist der Turm zu erkennen. Die Skyline ist gewissermaßen prägend und markant. Verglichen mit dem, was auf belgischer Seite noch folgt, aber noch schön.

Die Fähre ist beeindruckend (leider kein Bild). Und absolut auf Radfahrer eingestellt. Ein Riesenandrang. Mit Abfertigung im kleinen Häuschen davor.

Vorbei an Schonevelt geht es nach Groede zum Campingplatz. Hier kostet es 10,50 Euro. Fairer Preis. Auch hier wieder jede Menge Kinderbespaßung dabei. Internet inklusive! Leider hatte der Kiosk schon zu, so dass ich auf das Imbissangebot ausweichen musste.

Der Stuhl gehört nicht zu meinem Equipment. Die Nachbarn zur Rechten waren sehr freundlichen und boten mit gleich einen Stuhl an. Falls sie die Zeilen lesen – Schöne Grüße nach Groede (oder nach Karlsruhe).

Der Himmel bildete in etwa die Küstenlinie ab: