- Ost-Berlin und West-Berlin (René, 11.08.2010)
Google Maps kennt tatsächlich noch Ost-Berlin, der Ortspunkt ist in unmittelbarer Nähe zum ehemaligen Palast der Republik. West-Berlin kennt das es dagegen nicht...

- Berlin, Brunnenstraße (René, 11.08.2010)

- Berlin - Gleisdreieck (René, 26.07.2010)

Es ist selten, daß ein Bahnhof nach einer eisenbahntechnischen Konstruktion benannt wurde: das Berliner Gleisdreieck ist so ein Beispiel – obwohl es nur auch nur in den erster zehn Jahren seines Bestehens eins gewesen war. Schaut man sich dieses heute noch mit Erdgoogle an, so kann man die alten Strecken noch erkennen. Der Name allerdings sitzt aber fest. So fest, daß die neue geplante S-Bahnlinie S21 auch einen Bahnhof Gleisdreieck erhalten wird. Und so fest, das das Gebiet westlich der Station nun auch danach benannt wird. Da, wo noch alte Bahnanlagen schlummerten, soll ein neuer Park entstehen – eine etwas verspätete Ausgleichsmaßnahme für die dichte Bebauung des Potsdamer Platzes. An der Stelle eine Empfehlung für ein eher eher unregelmäßig aktualisiertes Fotoblog gleisdreieck.blog.
- Die LoveParade und Berlin (René, 25.07.2010)
Man kann nun Techno mögen oder nicht, man kann solche Massenaufläufe mögen oder nicht. Ich zähle mich mal nicht zur Zielgruppe – doch muß ich anerkennen, daß es doch faszinierend war, wie viele Menschen einst nach Berlin kamen, um an der Friedens-Demo teilzunehmen. Und Events mit siebenstelligen Teilnehmerzahlen zollen einen gewissen Respekt und fördern natürlich auch das Image der Stadt.

Wenn ich die Meldungen verfolge, die Planungen, die Skizzen zum Veranstaltungsgelände – ich kann leider nur mit dem Kopf schütteln. Wie kann man eine Veranstaltung, deren Teilnehmerzahl nicht steuerbar ist, überhaupt auf ein nahezu vollständig eingezäuntes Gebiet legen? Und noch dazu mit nur einen Ausgang... schon alleine auch der Mangel an Rückzugsmöglichkeiten ist schon ein planerischer Fehler gewesen, wenn man den Platz vollständig ausreizen will. Zumindest war das eins der wesentliches Vorteile in Berlin gewesen: der Tiergarten war offen und kein Nadelöhr.
- Mal Tacheles reden... (René, 15.07.2010)
In Zeiten der allgemeinen Belanglosigkeit moderner Architektur, wie man sie leider in den letzten Jahrzehnten nahezu ausnahmeslos überall erlebt, ist es doch noch erstaunlich, daß es Architekten gibt, die durchaus noch einen gewissen Sinn für Bauästhetik haben – wie dieses Bild recht eindrucksvoll beweist.
Das Problem ist nur: es soll der Ersatzbau für das Künstlerhaus Tacheles werden!
Wer es übrigens noch nicht kennt, sollte unbedingt mal einige Schritte auf das Gelände der surrealen Kunst wagen! (Eine Bildergalerie kommt noch)
- Der Hamburger Generationskonflikt (René, 13.07.2010)
Der Magdeburger Blogger kLog hat schon vor ein paar Tagen auf die großen Unterschiede der Kinderbetreuung zwischen den alten und neuen Bundesländern hingewiesen:
71 Prozent der Einjährigen und 88 Prozent der Zweijährigen besuchen in Sachsen-Anhalt eine frühkindliche Bildungseinrichtung oder werden in der Tagespflege betreut. ... In den alten Bundesländern liegen die Betreuungsquoten für Einjährige bei 12,4 Prozent und für Zweijährige bei 29,7 Prozent.
So ein Artikel aus der Volksstimme – wobei man der Statistik allerdings nicht Vorsicht genießen sollte: sie ist von der Bertelsmann-Stiftung!
Nun entdeckte er noch einen weiteren Artikel aus der Zeit, in der die Situation der Kindergärten in Hamburg dargestellt wird:
Wenige Tage später hat die leitende Pädagogin im Briefkasten einen Zeitungsbeitrag gefunden, in dem es unter eindrucksvollen Flammenfotos um eine abgebrannte Kindertagesstätte ging. Es war kein Kommentar dabei, doch verstanden hat sie auch so.[..]
Einer habe Fotos verteilt, auf denen er die Kinder zu nicht genehmigter Stunde im Garten spielend geknipst hatte, erinnert sich die Pädagogin. Ein anderer, der nicht einmal neben einer Kita wohne, habe sich über den »mangelnden Schallschutz innerhalb des Hauses« beschwert.[..]
Dass er gerade 19 Fotos von schief geparkten Autos beim Verwaltungsgericht eingereicht hat, um ein angeblich erhöhtes Verkehrsaufkommen durch den benachbarten Kindergarten zu dokumentieren, sagt er nicht. M. stellt klar, dass sein Angriff nicht den Kindern gelte, sondern »explizit dem Träger SterniPark«, den er im Weiteren als »Gelddruckmaschine in der Maske des Sozialen« bezeichnet.[..]
Der ganze Artikel ist sehr lang, aber lesenswert – und durchaus vielseitig recherchiert! Und wenn man diesen so durchliest, so versteht man nicht, wie assozial einige Bewohner in den besseren Wohnlagen sich anstellen können. Sicher fürchten diese um den Wertverlust Ihrer Häuser – aber man sollte mal die Verhältnismäßigkeiten bewahren. Natürlich treffen solche Phänomene nicht auf die ganze Stadt zu – aber es leider nicht das erste Mal, in der Hamburg durch die Kinderhasser in die Presse gerät – bereits vor fünf Jahren mußte ein Kindergarten schließen – weil er ein Lärmgutachten nicht vorlegen konnte – die davor verlaufende Straße war einfach zu laut.
In dem Haus, in dem ich in Berlin wohne, ist nun mittlerweile schon der zweite Kindergarten eingezogen. Ja, in einer Wohnung eines Mietshauses – in Hamburg streiten sie um ganze Villen. Beim ersten Kindergarten habe ich den Baulärm während der Umbauarbeiten noch gehört – vom Betrieb bekomme ich quasi nichts mit – außer wenn ich die Gruppe im Hausflur antreffe oder mal ein Paket dort abholen darf. Den zweiten habe ich mal so eben zufällig im Vorbeigehen entdeckt: durch ein Hinweisschild an der Tür, man möge wegen des Mittagsschlafes der Kinder nicht zu bestimmten Zeiten klingeln. Dafür haben sie auch den Hinterhof etwas ansehnlicher gestaltet, sicher werden diese die Anwohner zum Hinterhof auch etwas mehr zu hören bekommen. Aber von Anwohnerprotesten habe ich nichts mitbekommen. Nur die direkt drüber Wohnenden hatte es nicht erfreut, daß sie auf die geplante Nutzung beim Einzug nicht hingewiesen worden sind. Für die Kindergärten gibt es aber trotz alledem noch den Treptower Park als Rückzugsgebiet – an Spielplätzen mangelt es dazumindest nicht – trotz der finanziellen Schwierigkeiten der Stadt!
Da kann man sich durchaus fragen, welche der beiden deutschen Metropolen eigentlich ärmer dran ist!
- Die SPD und die A100 (René, 28.06.2010)

Etwas enttäuschend war die Entscheidung der Berliner SPD am 26.06. zum Weiterbau der A100 in Berlin. Das die Partei bei diesem Punkt sehr gespalten ist, ist nicht zu übersehen. Zum einen stehen die Ressorts gegenüber (Umwelt und Natur gegen Mobilität), zum anderen auch die räumliche Trennung (Die Neuköllner SPD forciert den Bau zum Treptower Park, die Treptower knüpft es an die Bedingung eines schnellen Weiterbaus und Friedrichshain, Lichtenberg und Pankow sind dagegen). Letztendlich zeigt sich diese Gespaltenheit auch Abstimmungsergebnis (113 zu 108 Stimmen mit einer Enthaltung). Letztendlich wäre es Stärke gewesen, mit diesem Ergebnis sich in der aktiven Politik zu enthalten.
Schaut man sich aber einmal an, was genau beschlossen wurde, so handelt es sich hierbei nicht nur um den Weiterbau der A100, sondern gleich ein ganzer Katalog von Maßnahmen: Zunächst soll ein Konzept her, welche Verbindungsachsen nun nicht mehr in der Form benötigt werden und zurückgebaut werden. Von einer Umsetzung ist aber nichts zu lesen. Da das wieder das Berliner Budget betrifft, dürfte eine Umsetzung auch unwahrscheinlich sein.
Viele Themen drehen sich um die Parkraumbewirtschaftung, so soll diese erweitert werden, die Stellplatzverordnung soll realisiert werden und Parkhäuser sollen nur dann gebaut werden, wenn Parkplätze im öffentlichen Raum dafür reduziert werden.
Ob eine Einführung von Tempo 30 auf Hauptverkehrsstraßen viele Befürworter finden wird? Erleben kann man so ein Tempo 30 bereits auf der Köpenicker Landstraße vor dem Sportplatz im Berufsverkehr, als Ausgleichsmaßnahme für die A113.
Beschlossen wurde auch die verstärkte Geschwindigkeitsüberwachung. Nur daran kann sich schon innerhalb einer Woche bei der SPD keiner mehr erinnern. Interessant: in ganz Berlin gibt es nur fünf stationäre Geschwindigkeitsüberwachungen. Der fünfte, der sogenannte Britzer Flitzer Blitzer, wurde erst Ende Mai eingeweiht.
- Sommerauftakt in Berlin - Fête de la musique (The Roads, Michél Kroll, Rubber Hair, ...) (René, 21.06.2010)
Dramatischer hätte der kalendarische Beginn des Sommers in Berlin nicht werden können: Wird es regnen? Hier und da eine graue Wolke – und doch: der Abend wurde schön. Und das in Berlin gut so, dann spielen in den Straßen die Musik: Fête de la musique – und da spielen unzählige Künstler auf kleinen und großen und unangemeldeten Bühnen im gesamten Stadtgebiet, alles ohne Eintritt und ohne Gage. Und das Konzept funktioniert!

Entgegen der Jahre zuvor wollte ich dieses Jahr unbedingt mal die Kreuzberger Seite erleben – denn in den beiden Jahren zuvor hat es mich eher Richtung Norden getrieben. Geplant hatte ich eine Tour vom Schlesischen Tor über Görlitzer Bahnhof und Hermannplatz bis letztendlich Bergmannstraße – doch soweit bin ich letztendlich nicht gekommen.
Also ging es rechtzeitig los und wenige Minuten vor 4 erreichte ich das Wendel auf der Schlesischen Straße. Ein Stück Teppich überdeckt den Gehsteig, das ist die Bühne. Der Sänger der ersten Bands, The Roads verteilt schon Flyer in CD-Form an die höhstens zehn Leute, die schon warteten. Einige Passanten versuchte er zum bleiben zu animieren. Ein paar Klappstühle wurden ausgegraben. Und hinter meinem Rücken braust der Berufsverkehr. Und pünktlich um vier ging es los – und es strömten kontinuierlich mehr Leute hinzu. Ganz typischer Indierock.

Etwas rührend war ein Typ in der Pause, der die Musiker davon überzeugen wollte, für ihn ein paar Akkorde zu spielen, um ein selbstgeschriebenes Gedichte für seine Freundin vorzutragen. Bei den Roads stieß er nicht unbedingt auf Gehör – sie mußten weiter. Aber der zweite Interpret, Michél Kroll, ließ mit sich reden. Er, der Meister an der Gitarre zupfte einige Liedchen, im Ohr habe ich noch »Ich mal dein Haus an«. Ursprünglich als Michél Kroll Band, doch die war verhindert. Aber so gab es Stückchen nur auf Akustikgitarre. Achja, und nach dem zweiten Lied baute er den Überraschungsgast ein – und er rappte ein paar Zeilen über die Fehler, die er getan hat. Die Ironie des Schicksals: genau zu der Zeit war seine Freundin auf Toilette.


Nach wenigen Minuten erreichte ich den Görlitzer Park. Gleich am Eingang gab es ein Duo aus Schlagzeug und Gitarre, die etwas Funk spielten. Soll etwas futuristisch aussehen, dem Gitarristen ist gerade die Antenne vom Kopf gefallen.


Der Spreewaldplatz wird vom 36-rooms-Hostel in Schwingung versetzt – da weiß man gleich, warum man beim Altbau noch so hohe Fenster hatte.
Sehr nachgefragt zur Fête de la musique sind die Transporter von Robben & Wientjes, eine Berliner Mietwagenfirma. Die Ladefläche der Transporter eignet sich gut für Konzerte – und das war nicht der einzige, den ich gesehen habe. Hier gab es nette Jazzmusik, auch wenn ich deren Bandnamen nicht wirklich verstanden habe. Eine junge Mutter versuchte ihr Kind zum tanzen zu animieren – der Versuch sah putzig aus.

Wieder ans andere Ende des Spreewaldplatzes, da wo eben noch Fußball geschaut wurde, trat eben die chilenische Band Chico Trujillo auf, grobe Richtung: Ska. Und brachten schon einige zum tanzen und mitgröhlen (sind die bekannter?).

Und wieder zurück in den Park trat eine Percussionband auf. Neben Trommelwirbel wurde auch eher zufällig ein paar Tasten eines Mini-Synthesizers gedrückt. Und teilweise durch ein Megafon gefiltert. Nichts, was man sich unbedingt zu Hause anhören muß – aber für so eine Fete optimal.



Nur ein paar Schritte weiter die Rapband Basement Funk Orchestra, zugebenermaßen nicht meine Interessenslage. Aber ausgestattet mit Trompeten, Geigen und den üblichen Instrumenten kann sich die Band sicher von einigen anderen Sprachgesangskünstlern unterscheiden.

Etwas elektronischer wurde es eine Schritte weiter:

Interessant ist auch, wie vielseitig Bandmusiker gekleidet sein können, diese zogen ebenso mit Sprechgesang über den ADAC her.

Etwas ruhigere Klänge bei der Falckensteinstraße. Mir ehrlich gesagt etwas zu ruhig.

Auf der Wrangelstraße erklangen vor der Bull Bar etwas Bluesrock. Und auch hier sammelten sich mehr Leute zusammen, als der Wirtin lieb war. Sie war stets besorgt, weil die Minibühne nicht angemelt ist. Aber ihre Mühen waren eher ein Kampf gegen Windmühlen. Zu stark ist der Andrang und die Fluktuation. Etwas mehr Platz hatte dann eine größere Bühne auf der Görlitzer Straße, für die auch die Straße gesperrt wurde. Hier traten »Katze« auf:

Den Hardrock hatte ich bisher schon etwas vermißt, am Spreewaldplatz traten Nerd School auf. Aber interessanter als die Band war ein Rocker, der etwas interessant tanzte. Vermutlich hörte er Dinge, die ich nicht hörte.

Nun wollte ich wenigstens noch das Gebiet um den Hermannplatz erreichen, die vorletzte Band machte wieder etwas mehr elektronischere Musik. Aber auch mit Geige und Improvisation ausgestattet.

Und der Abschluß der diesjährigen Fête de la musique war Rubber Hair. Schöner Indierock, gesungen von einer Frau. Auffallend bei diesem Auftritt: zwischen den Liedern programmierte sie auffallend lange ihr Keyboard.


Alles im Allen ein sehr gelungener, musikalischer Auftakt in den Sommer!
(Wer zu einigen Bildern mehr Informatationen hat bzw. deren Internetadressen kennt oder auch Entdeckungen am Straßenrand machte: ich freue mich auf Kommentare)
- Beliebte Standorte zum Fotografieren (René, 15.06.2010)
Recht interessant sieht die Serie »Locals and Tourists« von Eric Fischer aus. Er wertet die Geokoordinaten von Bildern (vermutlich von Flickr?) aus und teilt diese in die Bilder von Touristen und Einheimischen, hier z.B. von Berlin.

Wenn die Auswertung stimmt, dann sind im Park vor meiner Haustür doch mehr Touristen als Einheimische – zumindest im Sowjetischen Ehrenmal.
(Lizenz: CC-BY-SA, Kartengrundlage: OpenStreetMap, Visualisierung: Eric Fischer)
- 63% der Ostberliner... (René, 19.05.2010)
Die Schurkenorganisation* ADAC präsentierte uns am Montag eine schöne Studie, nach der ca. 63% der Ostberliner für die Verlängerung er A100 waren (siehe z.B. Tagesspiegel) – pünktlich einen Tag vor einer Entscheidung in der SPD-Fraktion.
Wie man der Presseerklärung des ADAC entnehmen kann, wurden hierbei (lediglich) 500 »Berlinerinnen und Berliner aus Pankow, Prenzlauer Berg, Weißensee, Hohenschönhausen, Marzahn, Hellersdorf, Treptow und Lichtenberg« befragt – auffallend ist, daß gerade Friedrichshain fehlt – und dort wohnen auch die größten Leidtragenden der Autobahn, zudem sind auch die meisten Kritiker zu befürchten. Und ob die übrigen Bezirke nach Einwohnerzahl oder Entfernung zum Geschehen gewichtet sind, wird man wohl auch spekulieren können.
Wer sich nun für die Fragen der Studie interessiert:
- Sind sie für eine umfassende Modernisierung des Straßennetzes?
- Sind sie für den Weiterbau der A100?
- Sind sie der Meinung, dass ein leistungsfähiges Straßennetz wichtig ist, damit sich Firmen ansiedeln und Arbeitsplätze geschaffen werden?
Was auch immer man unter einer Modernisierung versteht – es klingt so gut. So gut, daß man sich bei Frage zwei kaum noch Gedanken machen muß. Es ist ein typisches Beispiel, wo mit psychologisch geschickten Fragestellungen ein Ergebnis erzielt wird. Mich wundert es, daß rund ein Drittel noch standhaft geblieben ist. Wie schön man mit einer geschickten Fragestellung Antworten herbeizaubern kann, wurde uns im letzten Jahren durch zwei Studien zur Kipo-Sperre demonstriert: 92% dafür oder 92% dagegen?
*Die Formulierung entspricht einer persönlichen Meinung gemäß Art. 5 Abs. 1 GG