Hier findet ihr Bilder aus Dresden und der Umgebung (insbesondere Pirna).
- Dresden - Fetscherplatz (René, 03.08.2010)
Manchmal fragt man sich schon, nach wem ein Platz oder eine Straße benannt ist. Bei manchen Straßen habe ich das noch nie getan. Der Fetscherplatz in Dresden, immerhin ein wichtiger Straßenbahnknoten, ist beispielsweise so ein Platz. Nun bin ich auf einen Artikel im Stern gestoßen, in der die Geschichte von Rainer Fetscher ausführlich recherchiert wurde: ein Wissenschaftler, der in den 30er Jahren Bücher über die Rassenhygiene geschrieben hat. In der DDR feierte man ihm als Widerständler. Der Stern urteilt letztendlich so, daß Die Stadt Dresden einen »Rassisten« ehrt. Es gibt einige Auszüge aus seinen Texten. Nun sind fast drei Jahre seit dem Artikel vergangen, die Stadt Dresden wollte sich damit auseinandersetzen. Der Platz heißt immer noch so.
- Dresdner Molenbrücke (René, 16.05.2010)
Während an der Waldschlößchenbrücke derzeit die Bauarbeiten wegen einem Biber ruhen, kann man an einer anderen Brücke schon Fortschritte sehen: bei der Dresdner Molenbrücke (siehe die Diskussion aus dem letztem Jahr.


Bisher kannte ich nur Getränke- und Zigrettenautomaten, in der Hinsicht ist so ein Fahrradschlauchautomat eine richtig geniale Idee – sofern man ihn kennt:

- Auf dem Feldweg zur Waldschlößchenbrücke (René, 21.02.2010)
Einer der wichtigsten Gegenargumente gegen das Projekt Waldschlößchenbrücke hat sich nun leider bewahrheitet: dem Land Sachsen (und folglich auch der Stadt Dresden) fehlt nun das Geld für andere Straßenbauprojekte – und einige von denen sind wirklich dringend. Da der Zeitungsartikel leider kostenpflichtig nur Internet zur Verfügung steht, gebe ich hier eine kurze Übersicht, welche Maßnahmen nun zurückgestellt worden:
- Borsberg- / Schandauer Straße (Das Kopfsteinpflaster ist sehr schlecht, zudem müssen die Straßenbahngleise erneuert werden, 16)
- Augsburger Straße (Vorausgehende Baumaßnahme für die Schandauer, da als Umleitungsstrecke benötigt wird, 5)
- Stauffenbergallee – West (Verbindungsachse zwischen Autobahn und Waldschlößchenbrücke mit Kopfsteinpflaster in sehr schlechtem Zustand, 6)
- Königsbrücker Straße (siehe Beitrag, 35)
- Bautzner Straße (Ähnliche wie die Kö ein Streitfall, mit wievielen Spuren sie ausgebaut wird, 19)
- Kesselsdorfer Straße (siehe Beitrag, 15)
- Hamburger Straße (im Bereich Flügelwegbrücke soll die Straße begradigt sowie eine Eisenbahnbrücke ersetzt werden, zudem soll ein neuer Umsteigepunkt im ÖPNV entstehen, 17)
- Augustusbrücke (Nicht nur die Albertbrücke bröckelt, auch die Augustusbrücke hat eine Sanierung nötig, 20)
Die Zahlen am Ende der Punkte sind übrigens die Baukosten in Mio-Euro, alle Maßnahmen zusammen betragen 133 Mio Euro (wobei die Königsbrücker schon in der teuersten Variante eingerechnet wurde, d.h. komplette vier Spuren und Tunnel am Olbrichtplatz). Die Waldschlößchenbrücke war damals mit 157 Mio Euro veranschlagt – Geld, welches nun für wichtigere Projekte hätte da sein können. So kann man sich der zynischen Formulierung von Stephan anschließen: Auf dem Feldweg zur Luxusbrücke.
- Gute Nachrichten aus Pirna (René, 31.12.2009)
Auch wenn aus meiner Heimatstadt Pirna in der Vergangenheit eher negative Schlagzeilen publik wurden, so sollte man auch gute Botschaften verstreuen: bei der Bürgermeisterwahl in Pirna verlor die CDU 50% Stimmanteil – binnen eines Jahres. Notwendig wurde diese Wahl, weil der bisherige Bürgermeister zum Sächsischen Innenmister berufen wurde. Und so landeten sie dieses Jahr nur mit 14,5% auf den dritten Platz. Eine Nachwahl wird es zwar noch geben, da der Erstplatzierte der Freien Wähler nur 45% erlang. Wenn das kein Weihnachtsgeschenk für Pirna war...
Presse/Blogs:
- Dresdner Striezelmarkt (René, 01.12.2009)
In der letzten Woche hat der 576. Dresdner Striezelmarkt eröffnet. Auch wenn die Organisatoren wir jedes Jahr ein Jahr hinterherhinken – zumindest wenn man das Eröffnungsjahr 1434 zu Grunde legt. Übrigens auch nicht der älteste Markt in Deutschland, der Wenzelsmarkt in Bautzen ist genau 50 Jahre älter.
Im Vorfeld hörte man bereits viel, was man alles dieses Jahr neu machen will – und so ist der diesjährige durchaus einmal eine Diskussion wert.
Das erste, was auffällt: die Anordnung der Stände. Die neue Aufteilung ist zwar auf den ersten Blick unpraktisch, man kann ihn nicht mehr systematisch Reihe für Reihe abgehen. Das könnte zu gewissen Orientierungsproblemen führen, wenn man bestimmte Stände gezielt aufsucht (5. Reihe, 7. Stand auf der linken Seite – das klappt nun nicht mehr). Aber die Anordnung hat doch etwas interessantes: es entstehen viele kleine Plätze im Inneren des Marktes, eben Marktplätze. Es ist in diesen Bereichen auch viel mehr Luft.
An der Auswahl der Stände hat sich nicht viel geändert, auch am Sortiment nicht. Ich habe noch zwei Marktfrauen in Erinnerung: »Dein Stand sieht auch dieses Jahr gleich aus.« Vielleicht ist es mir vorher nicht so aufgefallen, aber es gibt ein starkes Nord-Süd-Gefälle: im Nordwesten gibt es eher Waren, im Südosten verstärkt Freßstände.
Die Nachteile des Marktes resultieren vor allem aus der Neugestaltung des Platzes. Der Pylon ist bisher schon umstritten gewesen. Für einen Weihnachtsmarkt ist so ein Flutlichtmast ein wahrer Standortnachteil. Zudem konkurriert dieser nun mit dem Weihnachtsbaum. Der Eingang in der Mitte der Straßenseite ist durch einen begehbaren Schwippbogen dekoriert – echt nette Idee. Doch geht man dadurch, ist man direkt auf der Treppe zum Parkhaus (Ja, der Altmarkt wurde untertunnelt).
Ein Wurstverkäufer regt sich über das Gesundheitsamt auf. So darf er nun – nachdem er die Wurst mit seinen Händen aus der Kiste geholt hat, noch eine kleine Folie drüber legen. Zudem dürfen solche Stände nicht mehr mit Kanister auskommen, sie brauchen nun unbedingt einen Wasseranschluß. Für 150 Euro.
Putzig ist auch ein Gewürzeverkäufer (relativ weit im Nordosten des Marktes). Laßt auch nur im Entfernten nur das böse Wort Geschmacksverstärker fallen. Ja, Mononatriumglutamat. Ist in einigen seiner Gewürzmischungen enthalten. Ihr bekommt einen Dialog aufgebrummt, wie man ihn besser nach einem Verkäufertraining nicht besser herunterbeten kann. Hätte man ihm lieber mal Verkaufstaktit beigebracht, damit er dann diejenigen ohne in den Vordergrund hebt.
Soweit ein kleiner Eindruck vom diesjährigen Striezelmarkt.
- Neues aus Dresden und Umgebung (René, 07.11.2009)
Mal fünf Schlagzeilen auf einen Haufen, die in den letzten Tagen in Dresden sich ereigneten:
1. Molenbrücke
In den letzten Tagen wurde mit dem Bau der Dresdner Molenbrücke begonnen. Sie wird eine Brücke für Radfahrer werden und soll einen durchgenden Radweg direkt an der Elbe ermöglichen. Der Radweg verläuft dann über die Halbinsel (auch Mole genannt) und verläuft dann auf eben dieser Brücke genau bei der Hafeneinfahrt. Bisher verließ man auf Höhe Moritzburger Straße die Elbe und mußte ein Stück entlang der Leipziger Straße führen.

(Bild von Tigion)
Stefan hat den Bau bereits vorgestellt – und wie ich bereits da geschildert habe: bei diesem Bau kann man ein lachendes und ein weinendes Auge haben. Ein durchgehender Radweg hat gewisse Vorteile – und vor allem beseitigt es eine gefährliche Unfallstelle für Radfahrer, wenn man an der Moritzburger Straße den Radweg verlassen möchte.
Mit dem Bau geht aber auch eines der schönsten Ruckzugsgebiete verloren. Die Mole war ein Platz, den man gerne aufsuchte, um seine Ruhe zu haben. Die Natur war hier relativ wild und nur wenige Menschen irrten hier her. Das wird nach dem Bau mit Sicherheit anders werden.
Wer den Bau verfolgen möchte: es gibt bereits ein spezielles Weblog zur Molenbrücke, siehe auch Tigions
2. Königsbrücker Straße
Die Königsbrücker Straße hatte ich anfang diesen Jahres schon einmal vorgestellt. Ja, viel ist in den vergangenen zehn Monaten nicht passiert. Das Land machte nun deutlich, daß es wieder nur den vierspurigen Ausbau fördern möchte – und mißachtet hierbei die langwierigen Kompromisse, mit der der Stadtrat zu einer sinnvollen Lösung gefunden hat. Aber das ist gelebte sächsische Demokratie dank CDU.
3. DVB mit Visionen
Die Dresdner Verkehrsbetriebe haben Visionen und schlagen gleich neun (!) neue Straßenbahntrassen vor. Zu den wichtigsten Vorhaben:
- Anbindung der Messe (Verländerung Linie 10)
- Straßenbahnverbindung zwischen Löbtau über Zelleschen Weg zum Wasaplatz (das dürfte endlich das Problem der Studenten lösen)
- Rathenauplatz bis Fetscherplatz
- Johannstadt bis Haltepunkt Plauen
- Neue Außenäste bis Weißig, Cossabeude, Leubnitz und Ottendorf
Im Zentrum würde das Netz dann so aussehen:

Siehe auch: Große Variante (Ursprungsdatei von Wikipedia, GNU-Lizenz.)
4. Postplatz
Man mag es kaum glauben, aber die CDU schlägt wirklich vor, daß man – wenn keiner 18 Jahre lang das Bestreben hatte, noch mehr Bürohäuser im Dresdner Zentrum zu errichten – man die Bebauungspläne auch aufheben kann und stattdessen wieder Wohnhäuser im Zentrum bauen könnte. CDU-Bauexperte und Stadtrat Klaus-Dieter Rentsch:
Die Zeiten, in denen große Bürohäuser gebraucht wurden, sind vorbei. Aus heutiger Sicht war die Entscheidung, so lange daran festzuhalten, sicher falsch. [..] Wir wollen stattdessen das Thema Wohnen im Zentrum aufgreifen.
(Ob man auch vom Konzept Steinwüste abweicht?)
5. Tiefgarage am Pirnaer Marktplatz
Und noch eine Meldung aus der Pirnaer Lokalpresse vom 4. November 2009: hier wurden Pläne vorgelegt, daß nahezu der komplette Marktplatz in Form einer Tiefgarager untertunnelt werden soll. Dabei sind die drei Parkhäuser in direkter Nähe schon häufig belächelt worden.
- Marx plant Murks (in Dresden) (René, 16.08.2009)
Nein, es geht nicht um Karl Marx oder diese MLDP. Der Dresdner Baubürgermeister heißt auch Marx und hat in der dieser Woche seine Verkehrsvisionen von Dredsen verkündet:

(Grafik von Umgebungsgedanken direkt eingebunden, von SZ-Online)
Die wichtigsten: vier neue Tunnelbauwerke, drei davon im Zentrum. Und eine weitere Elbquerung im Bereich des blauen Wunders, also ehemaliges Weltkulturerbegebiet. Damit es nicht so aussieht, daß man nur den Autoverkehr fördern will, tendiert man dazu, die Willsdruffer Straße zur Fügängerzone zu erklären.
Wie konnte das passieren?
Nun, zunächst wurde die »Hauptabteilung Mobilität« aufgelöst, da der Leiter nicht nur den Autoverkehr im Blicke hatte. Verbesserungen konnte man bspw. in den vergangenen Jahren durchaus sehen: so erhielt die Petersburger nun durchgehend einen Radweg. Vorher endete er auf der Bürgerwiese und durch den Tunnel am Pirnaischen Platz mußte das Gebiet eher weitläufig umfahren werden. Interessant ist, daß die Fraktionschefin der (selbsternannten) »Partei der Ewiggestrigen«, Christa Müller, durchaus die politische Absicht zugibt:
Die Prioritäten Ritschers gefielen uns nicht.
Nun gut.
Die Willsdruffer Straße zur Fußgängerzone zu erklären, mag zwar eine nette Idee sein – nur wie soll das gehen, wenn man gerade erst die Zufahrt zu einer neuen Tiefgarage in diesen Bereich gelegt hat? (Wieviel Tiefgarage fehlt eigentlich, um vom Hauptbahnhof komplett unterirdisch bis zur Frauenkirche durchlaufen zu können?)
Der Tunnel am Pirnaischen Platz scheint alte Ideen wieder aufleben zu lassen. Als die Petersburger Straße gebaut wurde, wurde diese mit einem breiten Mittelstreifen versehen. Fast wie ein kleiner Park in der Mitte der Straße, der bedingt durch Straßenlärm keinerlei Erholungsfunktion bietet. In der Sächsischen Zeitung vom 15.08. fand sich folgender Leserbrief von einem Herrn Ramb:
Bereits in den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts gab es zu diesem Problem und dessen Lösung konkrete Vorstellungen. So war vorgesehen, die Hochstraße Budapester Straße über den Dr.-Külz-Ring, Georgplatz, Pirnaischen Platz bis zur Carolabrücke weiterzuführen. Aus Geldmangel wurden die Arbeiten jedoch eingestellt.
(Leider schlägt der Autor des Kommentars den Bau dieser kompletten Hochstraße vor – was aus stadtästhetischen Aspekten noch schlimmer ist)
Und nun, nachdem Unesco weg ist, gleich die nächste Brücke zu bauen, mag etwas eigenartig sein. Und dann noch mit Argumenten, die man bei der Waldschlößchenbrücke unter die Leute geworfen hat: die Entlastung des blauen Wunders.
Siehe auch:
- Die Bebauung der Pirnaischen Vorstadt (René, 16.08.2009)
In meiner alten Dresdner Wohnung in der Pirnaischen Vostadt (Zirkusstraße, Mathildenstraße, ...) waren die Keller sehr verwinkelt und hatten teilweise sogar Gewölbe gehabt. Und dabei stammen die dortigen Gebäude aus den 50er Jahren. Eine Erklärung fand ich nun in einem Reiseführer, welcher nicht nur die touristischen Ziele vorstellt:
Der Wohnungsbau begann 1951 an der Grunaer Straße und verlief in mehreren Etappen, die heute noch an den unterschiedlichen Bauweisen erkennbar sind. In diesem Wohnviertel spiegeln sich die geringen technischen Möglichkeiten der Bauindustrie in den 1950er Jahren wieder. Um die Kosten für den Abbruch der alten Hauskeller einzusparen, baute man die vier- bis fünfgeschossigen, sehr einfach gestalteten Häuser in einigem Abstand zur Straße. Davor, auf den alten Hausfundamenten, legte man breite Grünstreifen an.
Das erklärt dann auch, warum die Häuser – obwohl sie zur gleichen Zeit errichtet und eine einheitliche Fassade haben, völlig unterschiedliche Grundrisse im inneren hatten.
- Ausbau des Individualverkehrs (René, 01.07.2009)
Beim Trio gefunden: ein Interview mit Helma Orosz (auch bekannt als Miss Piggy):
Frage: Ist der Ausbau des Individualverkehrs nicht eine Politik aus dem vergangenen Jahrhundert?
Orosz: Nein.
Ich habe mir den ganzen Mitschnitt angetan. Das war eine der wenigen Fragen, bei der sie nicht erst groß herumeierte. Und so braucht man sich auch nicht über die Petition des ADFC zum zügigen Ausbau der Königsbrücker wundern (nach jahrelangen Streit ist der Stadtrat zu einem Kompromiß gekommen, bei dem die Straße nicht vierspurig ausgebaut werden soll – und das widerstrebt ihr nun)
- Weltkulturerbe adé (René, 26.06.2009)

Nun ist es geschehen: Dresden wurde das Weltkulturerbe aberkannt.
Viel gibt es nun nicht mehr dazu zu sagen. Man kann sich vielleicht noch mal bei der CDU, der sächsischen FDP und dem ADAC für ihr großartiges Engagement im unermüdlichen Kampf gegen die Dresdner Elbwiesen bedanken.
Einige Stimmen von bekannten Bloggern vor Ort:
Als »Trost« ist nun ein zweiter Anlauf geplant, allerdings mit kleinerem Gebiet geplant. Die Wahrscheinlichkeit ist sehr gering, aber was soll denn Miss Piggy sonst sagen?
Und die gute Nachricht zum Abschluß: das Wattenmeer an der Nordseeküste wurde zum Weltnaturerbe erklärt!