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Städteslogans bei Suchmaschinen

Über Städteslogans hatte ich vor einigen Monaten umfangreich berichtet ist sehr hässlich. Die Zeit hat das Experiment über die Auto-Vervollständigung bei Suchanfragen („Stadt ist „) gemacht und eine Deutschland-Karte erstellt.

  • berlin ist out
  • bielefeld ist eine lüge
  • bremen ist schön
  • erlangen ist langweilig
  • hamburg ist supergeil
  • köln ist hässlich
  • kötzschenbroda ist ein stadtteil von
  • leipzig ist gefährlich
  • mannheim ist sehr hässlich
  • münchen ist bunt
  • spandau ist die neue mitte
  • wolfsburg ist keine stadt

Der Versuch mit Berliner Bezirks- oder Ortsteilnamen bringt mit Ausnahme von Spandau leider keine Erfolge! (via kLog)

Sperrung von ungewünschten Verbindungen

Bei nahezu allen kommerziellen Internetseiten (uns besonders die von Verlagen) werden diverse Analysedienste mitgeladen. Am beliebtesten im deutschsprachigen Raum ist vor allem ivwbox. Kleine Zählpixel, mit denen analysiert werden soll, wer alles auf der Webseite zugegriffen hat. Der kommerzielle Zweck ist klar: damit sollen Anzeigenpreise festgelegt werden (und gelegentlich klopfen sich Firmen auf die Schuler, daß sie die meistbesuchteste Fachseite für irgendwas sind). Aber eigentlich will ich nicht ungefragt meine Daten dafür hergeben.

Es gibt viele Gegentricks, insb. Plugins im Browser. Ich finde den Ansatz der hosts-Datei praktisch. Das Betriebssystem gleicht (in der Regel) vor der Adressauflösung im Internet diese mit der lokalen Datei (%SystemRoot%/system32/drivers/etc/hosts oder /etc/hosts) ab. Ein (versteckter) Aufruf bspw. zu ivwbox würde damit den eigenen Rechner nie verlassen, wenn diese Adresse auf den lokalen Rechner umgeleitet wird. Die Einstellung gilt überall in jedem Browser.

Im Grunde kann man die relevanten Server alle selbst einsammeln. Allerdings verwenden Dienstleister wie ivwbox oder doubleclick eine breite Anzahl von Subdomains, teilweise für jeden einzelnen ihrer Zählkunden eine (Einen Platzhalter lässt die Hosts-Datei leider nicht zu). Oder man greift auf eine bereits zusammengetragene Sammlung zu. Ich habe auf diese zugegriffen und teste sie. Eine Erfolgsmeldung gibt es dabei allerdings selten, denn der Zugriff findet ja im Hintergrund statt. Einen ersten sichtbaren Hinweis gelang mir beim Tagesspiegel:

(Hinweis: Mit diesem Schritt filtert man sein eigenes Internet. Man sollte diesen Listen nie blind vertrauen. Zudem auch gelegentlich aktualisieren.)

(Manche Dinge schiebt man ewig lange vor sich hin!)

Google lernt die Seitenstruktur

Ich bin kein Freund von Suchmaschinenoptimierung! Das heißt aber nicht, dass man eine Seite auch semantisch einigermaßen vernünftig aufbauen soll. In den Details scheiden sich sicherlich die Geister. Bisher waren die Beiträge in Definitionslisten verpackt – und diese bestehen aus Titel und Beschreibung. Und google war stets so schlau, diese Titel herausextrahieren.

Nachdem ich die Seite auf HTML5 umgestellt habe, bediente sich Google zunächst an den Elementen im Kopfbereich (und da steht immer so was von Zugangsdaten im Anmeldeformular). Und während ich schon rätselte, ob diese Struktur missverständlich ist und wie ich die verschiedenen Tags besser einsetzen kann, hat Google bereits meine neue Struktur gefunden.

Permenente Adressen im Internet

Wenn es eins gibt, was die Pioniere des Internets predigen, dann sind es permanente Adressen — und zwar ein Leben lang. Die Praxis sieht oft anders aus. Vielleicht mangelt es da einfach noch an passender Software, die diese Adressen auch nach dem Austausch verschiedener Content-Management-Systeme erhält. Das Ergebnis kennen wir allzu oft: wir wollen einen spannenden Link verfolgen — und stellen fest, daß er da nicht mehr ist.

Bei Galerie Kaufhof schien man etwas weiter zu denken. Vor gut einem Jahr schrieb ich über Galeria Kaufhof und referenzierte dabei auf sie. Nun hat sich anscheinend auch deren Struktur verändert. Mich erreichte dazu nun folgende E-Mail:

Sehr geehrte Damen und Herren,

bei einer Webanalyse im Auftrag von Galeria Kaufhof, ist uns aufgefallen, dass Links zu galeria-kaufhof.de von Ihrer Website auf tote Unterseiten von Galeria Kaufhof verweisen.

Es Handelt sich um folgende Link's:

Galeria Kaufhofs am Berliner Ostbahnhof
http://renephoenix.de/?bid=2318

Wir haben die neue Unterseite bereits für sie recherchiert und würden Sie hiermit bitten, das neue Linkziel zu verwenden.

Galeria-Kaufhof

Dieses Vorgehen ist auf der einen Seite löblich, in dem man sich mit den Folgen einer Umstellung überhaupt Gedanken macht. Von einem kommerziellen Unternehmen ist es die erste solcher E-Mails, die ich überhaupt erhalten habe. Andererseits verlagert man die Adreßpflege nun auf die Webseitenbetreiber und verliert das eigentliche Ziel aus dem Auge: permanente Adressen — ein Leben lang!

Sorgen wegen Googles Straßenansicht

Während die meisten Sorgen bisher bestanden, dass Einbrecher ihre Streifzüge mit den neuen Hausansichten nun genauer planen können, übersteigen manche Befürchtungen echt jeglicher Vorstellung:

Wenn man alles einmal weiter denkt, könnten ja auch irgendwann Firmen kommen und sagen, dass mein Dach neu gedeckt oder die Fassade meines Hauses neu gestrichen werden müsse

Götz S. in Dresden-Bühlau gegenüber Sächsische Zeitung, 13.10.2010

Visualisierung der Parteispenden

Seit Juli 2002 müssen Parteispenden, zumindest solche über 50.000 Euro, angezeigt werden. Diese werden anschließend vom Bundestag veröffentlicht. Und weil solche Drucksachen eher öd und schwer zu verfolgen sind, gibt es eine schicke Visualisierung der Parteispenden:

Ursprünglicher Link

(via klog)

Die guten, alten Suchmaschinenoptimierer

Hin und wieder erreichen mich Anfragen zum Linktausch, also ich soll eine Verknüpfung zu deren Seite einbauen und umgekehrt, insbesondere für die Zweitwohnsitzsteuer-Seite. Kann man toll finden, muß man aber nicht. Grundsätzlich baue ich nur Links ein, die irgendwie einen Mehrwert bieten. Die Absicht dahinter ist, daß man dadurch besser vernetzt ist und bei Suchmaschinen eine bessere Popularität erzielt (Google nennt es PageRank). Ob es etwas bringt, kann man geteilter Meinung sein. Aber sagen wir mal so: die Leute von Google sind ja auch nicht dumm.

Erstaunt bin ich eher, wenn mich professioneller Dienstleister für Online-Marketing für solche Methoden anschreiben:

leider konnte ich Sie gerade telefonisch nicht erreichen. Daher fasse ich im Folgenden mein Linktausch kurz zusammen:

Für eine Verlinkung eines großen deutschen Immobilienportales auf http://www.zweitwohnsitzsteuer.de/ oder anderen Seiten, die Ihnen zur Verfügung stehen, bieten wir Ihnen im Gegenzug eine Verlinkung aus einem Blog-Beitrag, der in unserem Domain-Netzwerk veröffentlicht wird. Der Blog-Beitrag wird durch unsere Inhouse-Redaktion eigens für Sie angefertigt und besteht aus ca. 400 Wörtern Unique Content. Dabei richten wir uns thematisch nach Ihren Vorgaben.

Sicher geben diese sich etwas mehr Mühe, getrübt wird das ganze durch eine Liste von irrsinnigen Domains, die den Namen nach irgendetwas mit Versicherungen oder Immobilien zu tun haben. Und, ganz wichtig, gefolgt vom dazugehörigen PageRank jeweils mit Werten zwischen 1 und 3 (auf einer Skala von 0 bis 10). Nicht, daß es mir wichtig ist, aber diese E-Mail brachte mich dazu, die eigenen PageRanks einmal zu ermitteln: ohne irgendwelche Tricks haben meine drei wichtigsten Seiten einen PageRank von 4. Es ist irgendwie witzig, wenn man dann von einem Suchmaschinenoptimierer angeschrieben wird, der selber noch auf Level 1 rumgurkt — nur mit dem feinen Unterschied: mir ist der Wert des PageRanks egal!