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Skript Version 1.10b vom 11.11.2018 (Prod)

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Rhein-Hamburg-Tour, Tag 03: Mainz-Koblenz (105km)

Tag Nummero 3: Ich passiere das Rheintal bis Koblenz auf der linken Seite. Bei trüben, teils regnerischen Wetter.

Mainz hat in Sachen Radverkehr noch viele Hausaufgaben zu machen. Ein Symbolfoto:

Nicht nur der permanent unterbrochene Belag, auch die Autotüren stellen eine Gefahr dar.

Ein Blick zum Dom:

Und einmal am HochsicherheitsgefängnisRathaus vorbei:

Auch in Richtung Westen sind die Radwege in Mainz nicht besser. Besonders abenteuerlich ist dies in der Nähe beim Bahnhof Mainz-Nord. Ein sehr schmaler baulicher Radweg, wohl bemerkt für zwei Richtungen, verläuft zwischen Straßenkante und linker Bahnschwelle des Industriegleises.

Das betrübte Wetter wird auch in Ingelheim nicht besser. Schuld ist bestimmt die SPD (die ihre Plakate noch nicht rechtzeitig weggeräumt hat):

Erste Etappe erreicht: Bingen

In der Talsohle war noch der Rest einer nicht mehr bestehenden Eisenbahnverbindung über den Rhein – mit Hinweisen auf Einsturzgefahr. Ob die kleine Holzeinhausung mich rettet, wenn der Brückenbogen einstürzt? (Leider ohne Bild)

Nebeldampf im Rheintal:

Das Zentrum von Bingen:

Ich fahre in die Sackgasse bim Hauptbahnhof hinein. Mit dem Lift geht’s auf den Verbindungsgang. Und von da gibt’s tollen Ausblick, z.B. auf die Burg auf Rüdesheimer Rheinseite:

und der Mäuseturm:

Erster kleines Hindernis: ein LKW, so breit wie der Radweg, kommt mir entgegen. Links Bahndamm. Rechts 45°-Abgrund:

Zweiter kleines Hindernis: der Weg wurde mit dem Bagger aufgerissen, um neue Kabel zu verlegen „In 30 Minuten ist das wieder zu”, rief mir der Arbeiter zu, als ich das Rad über den Graben hob.

Regenunterschlupf in der Bahntrasse:

Regenunterschlupf bei einem Imbiss:

Burgen…

In Oberwesel protestieren die Leute für mehr Eisenbahntunnel im Rheintal.

Der überwiegende Teil des Radweges verläuft neben der Fahrbahn mit gut befahrbaren Asphalt. Leider war das Wetter eben regnerisch. An den Engstellen der Loreley vorbei.

Ab dem Örtchen Spay bis hinein nach Koblenz wird der Radweg schwer passierbar. Was denken sich immer die Kommunen, in den Orten den Weg mit Pflastersteinen zu versehen? Das Rad wackelt und klappert in einer Tour. Auch in Rhens wird es nicht besser. Und nach einigen Metern der Entspannung gibt es gleich am Ortseingang von Koblenz hartes Pflaster.

A pro pos: ich bin schon in Koblenz. Schöne Grüße an die Hamburger. Hier ein kleines Suchspiel: Finde die Seilbahn

Der Rhein in der Dämmerung:

Ab vor zum Deutschen Eck. Praktisch kann man diese Ecke nicht fotografieren. Denn entweder rennen Scharen von Touristen da rum. Oder es ist dunkel. Oder es regnet. Ich habe mehrere Bilder geschossen. Auf jedem hatte ich einen anderen Tropfen auf der Linse gehabt:

Rhein-Hamburg-Tour, Tag 02: Speyer - Mainz (110km)

Am zweiten Tag hatte ich optimales Fahrradwetter und passierte Mannheim, Ludwigshafen und Worms und erreichte Mainz.

Soll ich starten oder noch einmal einen Besuch im Technikmuseum abhalten? Doch wenn ich das tue, werde ich nicht vorwärts kommen. Und das Wetter ist optimal. Ich entschied mich, das Museum auf meiner ToVisit-Liste zu setzen. Dafür radelte ich am Dom vorbei.

Die Wege am Rhein sind perfekt!

Vor mir das kleine, beschauliche Örtchen Altrip, im Hintergrund erstreckt sich die Schwerindustrie von Mannheim-Neckerau:

Die erste größere Pause in Mannheim. Offiziell heißt er Paradeplatz, ich nenne ihn O1-Platz. Wegen der Quadrate:

Und wieder zurück über den Rhein. Zunächst noch ein Blick auf Mannheim:

Dann noch einen Blick auf den Haltepunkt Mannheim-Handelshafen. Boah. Ein ewiglanger Bahnsteig. Keine Sitzgelegenheiten. Kein Wetterschutz. Nichts. Auch keine Fahrgäste.

Da ist selbst auf diesem Schrottplatz mehr Leben:

Beängstigend. Das BASF-Ufer von Ludwigshafen:

Und dieses BASF-Areal ist riesig und eigentlich eine Stadt für sich. Aber die Dimension wird erst dann richtig bewusst, wenn man einmal daran vorbeigeradelt ist. Leider sind die Radwege auch erneuerungsbedürftig.

Für die Mitarbeiter gibt es übrigens Betriebsräder:

Noch einmal die Skyline von BASF-Ludwigshafen:

Zwischen dem BASF-Gelände und dem BASF-Klärwerk verläuft die Autobahn A6. Eine kleine Besonderheit dieser Rheinbrücke ist, dass im Mittelstreifen ein Fuß- und Radweg geführt ist. Das Treppenportal wirkt sehr monumental – im Baustil der 30er Jahre. Und in der Tat: 1938 Baustart

Einige Kilometer weiter erreiche ich Worms – mit diesem imposanten Brückenkopf:

Die wenigen Meter Rheinpromenade in Worms sind sehr liebevoll angelegt. Bis unmittelbar in der Sackgasse vom Hafen. Wer baut so etwas?

Noch eine Impression aus Worms: das Weingut Liebfrauenstift direkt an der B9.

Für die Nase ist wieder gesorgt: ein Malzwerk.

Ich erreiche den noch zu Worms gehörenden Ortsteil Rheindürkheim. Hier gibt es echt guten Ausblick auf den Rhein:

In Hamm am Rhein betrete ich eine kleine Kaufhalle. Die Öffnungszeiten sehen eine ausgedehnte Siesta vor.

Ab Nierstein wird es eng. Der Radweg wird auf einen Parkplatz geführt und endet da. Wagt man sich über die stark befahrene B9, so geht es oberhalb der Bahntrasse durch die Weinhänge weiter.

Über die letzten Kilometer vor Mainz habe ich verflucht. So holprig, dass man trotz Wind im Nacken keine 15 Stundenkilometer fahren möchte.

Rhein-Hamburg-Tour, Tag 01: Karlsruhe - Speyer (55km)

Bevor es losgeht, noch einige Eindrucke von Karlsruhe. Im Stadtzentrum wird gegenwärtig viel gebaut, weil die Straßenbahn ein Stockwerk tiefer gelegt wird (siehe Projektseite).

Lohnenswert ist ein Besuch des ZKMs. Dort gab es gerade eine Ausstellung zu Computerspiele.

Bemerkenswert ist die Hirschbrücke, eine alte, eiserne Brücke. Ohne ersichtlichen Grund gibt es da Aufschüttungen und die Brücke quert nur Nebenstraßen und einen Kinderspielplatz. Die Erklärung ist aber einfach: bis 1913 befand sich der Hauptbahnhof an einer anderen Stelle und dies war eine Zufahrtsstrecke.

Eine Fahrt zum Turmberg bot schönen Ausblick vor allem auf den Ortsteil Durlach. Hoch ging es mit einer alten Bergbahn. Wohl eine der ältesten, leider wurden die Portale komplett erneuert.

Moderner Bau:

Die eigentliche Tour ging es erst 15:00 Uhr los.

Auf den ersten Metern folgendes Szenario: Ohne auf den Verkehr zu achten, zieht ein Autofahrer seinen Wagen in die Mitte der Fahrbahn, nur um ihn dann – nahezu identisch – wieder zurück zufahren:

Ich passiere eine Ölraffinerie. Dabei sah ich ein Rauchverbotsschild neben dem Radweg (wegen Ölverladung):

Das gab mir zu Denken. Sind unsere Ölraffinerien nicht sicher, Frau Merkel?

Hinter der Ölraffinerie in Knielingen sah ich das erste Mal auf der Tour den Rhein:

Bei Dettenheim war der Radweg gesperrt. Weiter über die Umleitung. Zwischen Rußheim und Huttenheim lag eine Verwaltungsgrenze. Genau da löste sich das Radweg im Nichts auf!

In der Ferne sah ich das Kernkraftwerk Philippsburg. Es begann zu regnen.

Klitschnass in Speyer angekommen und doch geschafft, bis zum nächsten Morgen wieder alles zu trocknen.

Nordsee-Radtour (Abschlussbeitrag)

Zum Abschluss an meiner großen Radtour gibt es noch etwas Zahlen und Hintergrundinformationen.

Es war meine erste mehrwöchige Fahrradtour. Es war eine Fahrt ins Ungewisse hinein. Nur der Startpunkt und die Fahrtrichtung standen fest. Ich wusste am Anfang noch nicht, wie weit es gehen wird. An Frankreich oder gar Paris habe ich nicht gedacht.

Es hat auf jeden Fall Spaß gemacht. Spaß vor allem zu sehen, wie weit man doch nur durch die eigenen Beine vorankommt. Wie sich meine Karte Stück für Stück erweiterte.

Es war auch Spaß zu schauen, was mich erwartet. Ich habe mich im Vorfeld bspw. über die einzelnen Strecken so gut wie gar nicht vorbereitet. Häufig habe ich abends im Zelt mir den groben Verlauf der nächsten Etappe angeschaut.

Meine Vorbereitung lag vor allem im Fahrrad. Dies sollte 1A in Ordnung sein. Ich hatte zuvor Aussetzer in der Nabenschaltung, zudem war das Ritzel vorne zu weit abgefahren.

Auf der Strecke hatte ich glücklicherweise keine schweren Pannen, also Pannen bei denen es nicht weitergeht. Im Grunde waren es folgende Pannen:

  • Tag 1 – Manschette des Trägers für die Vorderradtaschen geplatzt.
  • Tag 17 – Zwei Speichen im Hinterrad gebrochen
  • Tag 24 – Hinterrad schräg und blockierte

Hinzukommen noch kleinere Abnutzungen, z.B. ist eine Halterung des Kettenschutzes weggebrochen.

In Summe waren es 1.800 Kilometer. Aufgeteilt auf die 21 gefahrenen Tage war dies ein Schnitt von 87 Kilometern je Tag.

(Der Wert ist ermittelt mit Google Maps. Ich habe jeden Tag die Strecke nachgestellt)

Die 19 Übernachtungen auf den Campingplätzen haben mich 240,95 Euro gekostet (also 12,68 je Nacht), die fünf Übernachtungen in den Hotels 285,99 Euro. (Preise jeweils ohne Kurtaxe, bei Campingplätzen inklusive Duschen). Die Fähren lagen insgesamt bei ca. 50 Euro. Die Bahnfahrten ca. 250 Euro. Hinzu kam noch Verpflegung. In Summe kostete die 3 Wochen ca. 1.200 Euro – all incl.

Radtour Nordseeküste

Zwei Jahre nach meiner ersten größeren Radtour habe ich mich entschlossen, noch einmal eine größer ausgedehnte Radtour zu machen. Dieses Mal entlang der Nordseeküste – von Hamburg nach Westen. Ohne festes Ziel!

Tag Kilometer Ü-Kosten Zielort Besonderheiten
1 45 ca. 35,00 Stade Manchette des Trägers der Vorderradtaschen geplatzt
2 105 8,50 Cappel-Neufeld Schebefähre in Osten, Cuxhaven
3 70 10,00 Eckwarderhörne Fähre bei Bremerhaven, Regenschauer
4 65 13,70 Harlingersiel Fähre bei Wilhelmshaven, Regenschauer
5 75 10,00 Knock
6 0 10,00 Knock Pause
7 140 17,50 Lauwersoog Fähre bei Emden, Landesgrenze Niederlande, Perfekter Rückenwind
8 70 12,80 Franeker Extremer Gegenwind
9 95 10,00 Julianadorp Abschlussdeich, Erreichen der Westküste
10 60 17,00 Heemskerk
11 100 55,00 Den Haag Campingplatz will 46 Euro, Hotel
12 70 25,00 Ouddorp Muskelbetriebene Fähre, Fähre bei Maaslouis
13 95 9,65 Groede Fähre bei Vlissingen
14 90 12,70 Middelkerke Landesrenze Belgien, Umweg nach Brügge, Kusttram
15 80 9,00 Oye-Plage Landesgrenze Frankreich
16 5 9,00 Oye-Plage Pause wegen Sturm
17 60 71,00 Boulogne-sur-Mer Calais / Eurotunnel, Abschluss Nordsee, Regenschauer
18 10 45,00 Boulogne-sur-Mer Pause wegen zwei gebrochenen Speichen, kein Fahrradladen offen
19 105 18,00 Cayeux-sur-Mer Speichen repariert
20 65 17,00 Hautot-sur-Mer Steilküste erreicht
21 95 8,75 Étretat
22 80 69,00 Notre-Dame-de-Gravenchon Le Havre, Gestrandet im Industriegebiet bei Raffinerien
23 105 8,75 Saint Marcel 45km auf alter Bahntrasse
24 105 ca. 45,99 Paris Paris !
25 13,60 Kehl Rückfahrt im TGV bis Straßburg
26 Luhmühlen Rückfahrt im IC

Nordseeradtour Tag 26 - Luhmühlen

Mein gebuchter Zug fährt erst 15:10 ab Karlsruhe. Vorher bekam ich keine Fahrradreservierung. Ich packte zusammen und fahre bis Appenweier. Das wäre der Bahnhof, an dem ich von Straßburg kommend umsteigen müsste. Weitestgehend schöne Radwege. Nur kurz vor Appenweier war ein Bahnübergang gesperrt.

In Karlsruhe habe ich zwei Stunden Zeit. Zeit, für kleinere Erledigungen. Eine kurze Hose nachkaufen. Bank. Essen. Und mit Erschrecken feststellen, dass die Bahn die Info herausgegeben hat, dass das Wagen mit dem Fahrradabteil gesperrt sein soll. Bei der Information am Bahnhof hieß es, dass Fahrräder mitgenommen werden können – die Klimaanlage sei ausgefallen. Ab zum Bahnsteig. Das Abteil war nicht gesperrt.

Leider fuhr der Zug anfangs wie ein Milchkannen-Express. Allein zwei Zwischenhalte zwischen Karlsruhe und Heidelberg. Käffer, von denen ich noch nie etwas hörte. Erst ab Kassel-Wilhelmshöhe wird aus dem Zug ein echter InterCity. In Hannover umsteigen in den Metronom. Mit richtig gutem Fahrradabteil.

Dort treffe ich auf einen Radler, der aus Suhl kam und bis Grömitz wollte. An einem Tag!

Umstieg in Uelzen. Bei der Dunkelheit war der Hundertwasser-Bahnhof kaum zu erkennen. Ich hatte den Eindruck, dass der Umstieg von einem Zug in den selben Zug geschah. Nur, dass er mal 10 Minuten außerhalb des Bahnhofs parkte.

Halb elf erreiche ich Lüneburg. Mit Regen muss ich noch drei Dörfer weiter. Zum Glück gibt es hier durchgehende Radwege außerorts.

Ab hier endet die Story der Radtour. Zum Festival schreibe ich noch einen eigenen Blogpost.

Nordseeradtour Tag 25 - Kehl

Die Tour ist zu Ende. Es ging zurück. Das vorläufige Ziel ist Lüneburg bzw. Luhmühlen. Dort findet das A Summer’s Tale statt. Für die Rückfahrt sind nun zwei Tage eingeplant. Einen Tag für Frankreich. Und einen für Deutschland.

Ich verlasse das Hotel und suche einen Fahrradladen auf. In Paris gibt es zumindest auch welche, die Montags offen haben. Der erste hat im gesamten August geschlossen (sind die Mieten so günstig, dass man einen Monat das Geschäft pausieren lassen kann?) Der zweite half mir schnell. Nun hatte ich ungefähr zwei Stunden Zeit, noch etwas von Paris anzuschauen. Nicht gerade viel Zeit. Ich fuhr am Saint-Martin-Kanal.

Ein Schlumpf lächelt mich an:

Und anschließend ein Stück an der Seine. Da genoss ich ein wenig den Blick.

Und während ich so auf die Seine schaute, kam hinter mir ein Mann die Treppe herunter. Er ging zielstrebig zur Mülltonne hinter mir. Aber nicht um etwas hineinzuwerfen. Er sah aber auch nicht so aus, als würde er nach verwertbaren Müll suchen. Nein, er holte einen Sack Eis raus und füllt sich etwas davon in eine kleine Tüte. Ich saß mit Fragezeichen daneben. Bekommen die Gäste einer sich evtl. da drüber sich befindenden Bar ihre Cocktails mit Eis, was in einer Mülltonne gelagert wurde? Drei Minuten später die Erkennnis: es gibt Straßenverkäufer für Mineralwasser. Und die steckten die Flaschen im Eis.

Ich bewege mich zum Ostbahnhof. Ja, ein wirklich beeindruckender Bahnhof! Durch Zufall bekomme ich mit, dass man in Frankreich Fahrkarten entwerten („Validieren”) muss. Nicht im Zug. Oder durch den Schaffner. Welches Gleis eigentlich? Da sind die Franzosen spontaner: das steht frühestens 20 Minuten vor Abfahrt fest. Eher 10. Und nun stürmen alle vom Verbindungsgang auf den Bahnsteig.

Und dann kommt der TGV. Eher älteres Baujahr. Im TGV gibt es Platz für vier Fahrräder. Zwei vorne, zwei Hinten. Die werden jeweils an die Seite gelehnt. Ich komme ins Gespräch mit einer älteren Frau aus dem Elsass, die an der Loire entlang geradelt ist.

Am Straßburger Bahnhof werden Formulare wegen der Verspätung herumgereicht.

Leider sind an dem Bahnhof die die Fahrstühle zu klein für Fahrräder. Also tragen. Mit dem Rad einmal quer durch die Innenstadt geht per Rad rüber nach Kehl. Da wurde eine neue Fußgängerbrücke über den Rhein errichtet. Und vorm Bahnhof liegen die Bauteile, um eine weitere Brücke zu errichten, auf der in ca. 2 Jahren die Straßenbahn nach Straßburg verlängert wird

Ich betrete den Kehler Bahnhof. Obwohl Kehl sehr klein ist und kein einziger Fernzug am Bahnhof hält, hat der Ort eine Fahrkartenausgabe, aber nur mit einem Mitarbeiter besetzt. Ich habe mittlerweile eine Fahrradkarte und die Reservierung. Was fehlt ist aber noch mein Ticket. Der zog sich leider etwas hin, weil ein älteres Radler-Pärchen in Berlin ein Hotel braucht und dies über die Fahrkarte buchen will. Und leider scheint das Vertragshotel der Bahn wohl ausgebucht zu sein. Und das dauerte und dauerte.

Wo campiere ich? In Kehl liegt der Zeltplatz am Rhein. Im Örtchen Sand bei Appenweier an der Autobahn. Ich nehme Kehl. Das erste Mal seit Belgien werfe ich Münzen beim Duschen ein. Auf dem Campingplatz sind viele Fahrradfahrer. Ich komme mir mit meiner Tour sehr klein vor. Zwei Australier, die von Istanbul gekommen sind und vier Monate einplanen. Ein Radler, der an der Mittelmeerküste bis Portugal und anschließend übern Jakobsweg radeln möchte. Da ist eine Nordsee-Tour sehr klein.

Nordseeradtour Tag 24 - Paris

Auf geht es zur letzten Etappe nach Paris.

Auf dem Campingplatz gab es scheinbar nur Franzosen. Eine ältere Französin, die ausnahmsweise auch englisch und ein bisschen deutsch kann fragte mich, ob die Radwege in Frankreich gut seien. Da bin ehrlich: Nein!

Die Radwege in Saint Marcel und Vernon sind für die Tonne! Und ich erinnerte mich an das Nein! Ab über die Seine:

Hier zeigte meine Karte einen Radweg. Anfangs extrem holpriger Belag. Ein Eingang, der so verbarrikadiert ist, dass man jegliches Tempo verliert. Leider nicht nur da, auch bei querenden Straßen. Das witzige: die Radfahrer fahren außen herum, wenn es geht. Also über die Wiese! Nach der zweiten Kreuzung endet auch der Weg. Weiter über die Straße.

Nun machte ich bei der gewählten Route einen kleinen Fehler: ich unterschätzte einen Hügel, wo ich mit keinem gerechnet habe.

Dann quere ich das zweite Mal die Seine. Ich finde noch eine offene Kaufhalle zum Auffüllen des Getränkevorrats. Am Sonntag schließen die meisten Kaufhallen gegen 13:00 Uhr.

Ich fahre die Schlaufe der Seine nicht aus, sondern kürze über den Berg ab. Ich schlug eine kleine Zacke. Das war gut. Einerseits niedrigeres Gefälle, andererseits mal ein kleiner Abschnitt mit gutem Radweg (Radstreifen in der Straße). Und ab ins nächste Tal.

Ich erreiche Mantes:

Das ist eine Schwimmhalle:

In Mantes gab es einen Uferradweg. Stellenweise auch sehr gut. Der Beginn des Weges ist ein sehr typisches Beispiel für französischen Radwegebau:

In weiteren Verlauf gab es wieder schwer passierbare Barrieren. Häufig verließ ich eine Querstraße vorher den Radweg, weil ich da nur einfache Poller passieren musste. Leute, wer denkt sich so einen Mist aus!

Hinter Mantes gab es an einer Schnellstraße einen recht guten Radweg. Aber der Weg bis zu diesem Radweg war holprig. Es gab immerhin eine Unterführung, die aber schon sehr zugewachsen war:

Auch dieser Weg hörte nach einigen Kilometer plötzlich auf!

Bei Triel ging es das dritte Mal über die Seine. Meine Karte zeigte zwei mögliche Radwege. Direkt am Ufer war der Weg vom Belag her unpassierbar. Und an der Fernstraße gab es Abschnitte, wo man die Wahl hatte, ob die Gewächse links oder rechts die Beine streifen sollen. Rechts gab es Brennnesseln!

Ab diesem Schild war ich mir sicher, dass die Franzosen ein deutsches Wort in ihren Sprachschatz aufgenommen haben (am Bahnhof Poissy):

In Poissy machte ich halt. Meine Beine dankten es mir. Noch einmal übern Hügel. Dort traf ich auf einen als Fernradweg ausgeschilderten Weg. Dieser Fahrbahnbelag war eigenartig. Es fuhr sich wie auf Beton, bei dem aber schon Leute durchgefahren sind, als er noch nicht ganz fest war.

Ich erreiche das Hochhausviertel von Neuilly. Eine Straße mit Radweg hört auf. Ich fahre irgendwie um einige Ecken herum. Teils auf dem Fußweg. Und plötzlich bin ich wieder auf einem Beidrichtungsradweg. Der aber genauso schnell wieder endete. Dumm nur, dass es kein Weiterkommen möglich ist, denn da ist eine Abfahrt der Schnellstraße. Ich trage das Rad eine Treppe hoch. Da gibt’s wieder Radweg. Und eine Brücke! Yeah. Die letzte vor Paris.

Der Triumpfbogen:

Ich steuerte zunächst den Eiffelturm an, um ein Abschlussbild zu machen:

Auf dem Weg zum Hotel am Ostbahnhof passierte es dann: erst hat die Kette Aussetzer. Dann fällt sie. Mit Nabenschaltung passiert das selten. Ich schiebe bis ins Hotel. Das war eine gute Entscheidung, denn ich brauchte gut eine Viertel Stunde, um sie wieder oben zu haben. Ich sehe aber, dass mein Hinterrad sich leicht aus der Aufhängung verschoben hat. Schuld sind wohl die Pariser Wege!

Nichts desto trotz muss ich mich freuen, dass diese Panne eben auf dem letzten Meter passiert ist. Und auch wenn Morgen Montag ist: es gibt offene Radläden in der Nähe. Nicht so viele, aber es gibt sie!

Nordseeradtour Tag 23 - Saint Marcel

Ich wachte auf. Die Ölraffinerie war schon wach. Das Hotel sieht eigentlich ganz nett aus:

Nur der Blick auf dem Fenster:

Ich packte früh alles zusammen, kaufte Getränke nach (an die 5 Liter) und mitten durchs Industriegebiet zur Fähre.

Ich fragte mich schon manchmal in einigen Fußgängerzonen, ob man diese für Radfahrer freigegeben hat. Ich habe folgende Erkenntnis gezogen: Wenn es den Franzosen wichtig ist, dann werden sie das schon deutlich machen. Und ich hatte Recht:

(Keine Ahnung, ob das Terrorismus-Panik ist oder ob da mal Tanklaster in Spitzenzeiten sich anstauen sollten. Das Schild gab es alle paar Meter jedes Mal in einer anderen Sprache)

Ich querte die Seine mit einer Fähre (die sogar für Autos kostenlos war):

Es folgt ein moderater Anstieg und ein relativ flache Strecken. Bis es hinab ins Tal der Risle geht. In Montfort machte ich Pause:

Zwei Orte weiter liegt Pont-Authou. Ab hier beginnt ein ca. 43 Kilometer langer Radweg, der auf einer alten Eisenbahntrasse errichtet wurde.

Am Anfang blickte ich zurück: man hätte ihn noch durch den Ort verlängern können:

Auch im Verlauf der Strecke ist die Historie noch erkennbar. Mal liegt noch Schotter am Wegrand herum. Und in den wenigen Orten am Bahndamm stehen auch noch die Bahnhofsgebäude.

Die ersten 25 Kilometer ging es permanent bergauf, aber eben sehr moderat. Ich konnte stets 20 Stundenkilometer halten. Der Radweg war durchgehend asphaltiert. Stellenweise drückten schon Wurzeln durch den Asphalt.

Am Anfang war die Strecke leer. Höchstens eine Hand voll weiterer Radler. Die letzten Kilometer bei Évreux waren deutlich voller. Kurz vor Évreux gab es einen Tunnel, so dass der Radweg abwich.

In Évreux holperte es einmal. Eine alte Eisenbahnbrücke, die man in deren Rohbau so erhalten hat. An sich nicht schlecht, aber plötzlich fährt man auf Nieten. Ohne Hinweisschilder.

Die letzten zwei Meter haben die Franzosen leider vergeigt. Da asphaltieren sie 43 Kilometer, aber es reichte nicht mehr für die fünf Meter bis zur Straße.

Allgemein ist dieser isolierte Abschnitt durchaus mal für eine Tagestour geeignet. Wer in der Nähe ist: Leiht euch Räder aus! Leider eben ist dieser Abschnitt in keinerlei Netz eingebunden! (Nette Webseite dazu: Bahntrassenradeln)

In Évreux machte ich Pause und suchte die nächsten Orte heraus. Drei meiner fünf Liter waren schon getrunken. Bis zur Seine gab es noch einige Täler, z.B. vom Fluss Eure.

Ich entdecke Hinweisschilder für einen Eure-Radweg. Ich überlegte, ob ich die Route spontan umplanen und einige Kilometer der Eure folgen sollte (die in diesem Bereich relativ parallel zu Seine verläuft). Aber als ich das Tal erreichte, waren sämtliche Hinweisschilder weg. Ich querte eine Eisenbahntrasse, die wohl schon lange in keinem Kursbuch mehr zu finden war. Vielleicht würde sie sich für diesen Radweg anbieten?

Bitte springt nicht in Eure Eure! Lieber in Seine Seine!

Dann wurde es sehr hügelig. Aus dem Eure-Tal musste ich wieder auf den Berg. Und auch danach gab es noch ein Flüsschen, scheinbar ohne richtigen Namen. Die letzten Kilometer vor Vernon waren anstrengend. Ich entdecke einen Zeltplatz am Wegrand kurz vor St. Marcel (das ist der Nachbarort von Vernon). Ich schaue, wo die nächsten sind. Ich entscheide mich, diesen Campingplatz zu nehmen.

Preislich ist bisher der Beste. Für unter 6 Euro. Mit Duschen. Und Toiletten für die Bring-Your-Own-Device-Fraktion und für die, wie mich. Leider offline. Bewirtung gab es hier auch nicht. Das Zelt steht gegen 19:00 Uhr. 19:30 schließen die meisten Einkaufszentren. Ich brauchte keine 5 Minuten, um ins Tal zu kommen. Ich betrat den Intermarché Hyper. Hier wiegt man sein Obst nicht mehr selber. Es gibt einen, der es wiegt und die Tüte verschließt.

Wie zu erwarten war, dauerte der Rückweg deutlich länger. Aber der Blick ins Tal ist doch schön:

Nordseeradtour Tag 22 - Notre-Dame-de-Gravenchon

Nachdem verschiedene Leute auf dem Zeltplatz von der Promenade in Étratat geschwärmt haben, schaute ich mir diese an. Diese scheint aus Sicht der Malerei wohl sehr bedeutend gewesen zu sein (u.a. Monet):

Wenige Minuten später schiebe ich das Rad wieder einen Berg hoch. Gleich am Anfang warnten mich Franzosen vor dem bevorstehenden Gefälle. Was sollte ich ihnen sagen? Umkehren?

Im Hochland wich ich ein paar Mal vom empfohlenen Radweg ab und sparte dadurch hoffentlich Höhenmeter ein.

Ich muss gestehen: ich erkenne da eher einen sehr schmächtigen Hund:

Zwischenzeitlich gab es sehr gute Strecken. Und dann gab es Strecken, wo ich die Kabelverleger am liebsten auf ein Fahrrad festbinden würde, welches mit 25 Stundenkilometer über ihre Asphaltkanten brettert. Ehrlich: die haben die Fahrbahn in einigen Orten regelrecht zerstört!

Ich erreichte Le Havre:

Mein Ziel ist der Bahnhof: die Rückfahrkarte ab Paris kaufen. Ich hatte gehofft, dass ich am Schalter direkt eine Fahrtkarte bis zu meinem Zielort bekomme. Und diese Worten lassen das Ergebnis schon erahnen.

Bereits im Vorfeld hatte ich mich schon mal erkundigt. Die französische Bahn bietet direkt eine Webseite für Fahrradmitnahme an. Nicht alle TGVs nehmen Fahrräder mit. In Richtung Brüssel wohl gar nicht. Nach Luxemburg ist möglich. Ansonsten Straßburg oder Basel. Kurios: Züge, die in Straßburg enden, nehmen Räder mit. Aber die, die weiter zu einem deutschen Endbahnhof (Karlsruhe) fahren nicht. Allgemein sind die Fahrpreise über Straßburg günstiger (sowohl im TGV als auch bei der DB, obwohl die Strecke länger ist).

Ich schiebe mein Fahrrad bis zum Reisezentrum und schließe es draußen ab. Der Empfang bot mir an, dass Fahrrad auch in den Verkaufsraum zu nehmen (dass muss ich mal am Lehrter Stadtbahnhof in Berlin probieren). Der Empfang klärt ab, wer Englisch kann. Die Verkäuferin konterte mit einem scherzhaften „I hate you” zu ihr. Und ich erwiderte der Verkäuferin „You will hate me!”. Und vermutlich wird sie es auch tun.

Ich schilderte also meinen Reisewunsch. Und sie suchte fleißig nach Verbindungen. Nur der favorisierte TGV wurde nicht angeboten. Eigentlich wurde ihr gar kein TGV angezeigt. Leider habe ich die Zugnummer nicht aufgeschrieben. Nun klappte ich in der Fahrkarte den Laptop auf. Die Verkäuferin bot mir Strom für den Laptop an. Leider war die Verbindung nicht mehr geladen. Mit dem Mobiltelefon richte ich einen mobilen Hotspot ein. Mit Hilfe der Zugnummer ging es weiter: der gewünschte TGV hat zwischen Paris und Straßburg noch Platz.

Weiter nach Deutschland. Ich komme weder nach Hannover, noch nach Lüneburg oder wenigstens bis Karlsruhe. Der nächste Abschnitt wäre bis Appenweier. Klappt. Nun Karlsruhe. Die Frau bekommt keine Preise angezeigt. Wir beide erkannten, dass innerdeutsche Strecken nicht in die Reise hinzugefügt werden können. Ich kaufte also nur das Ticket bis Straßburg. Die Frau erklärte mir, dass es das erste Mal sei, dass sie nicht das verkaufen konnte, was gewünscht war. Scheinbar reisen nicht so viele mit Rad über Landesgrenzen.

Ich setzte mich noch in den Wartebereich und wollte online den zweiten Teil auf der DB-Seite buchen. Es ging nicht. Bei der Buchung sagte mir die Bahn, dass sie eine Fahrradreservierung nicht vornehmen kann und man zum Schalter muss oder die Telefonhotline anrufen muss, was besonders teuer aus dem Ausland ja ist. Ich bin begeistert!

Ich drehe noch eine Runde durch Le Havre. Mit Le Havre habe ich nun nach Brügge die zweite große Brettspielstadt erreicht. Da fehlt eigentlich nur noch Carcasonne. Le Havre selber ist an sich nicht so spannend. Es ist eine Stadt, die im Zweiten Weltkrieg weitestgehend zerstört wurde und in den 50ern aufgebaut wurde. Das überwiegende Stadtbild sieht dann so aus:

Das ist übrigens Unesco Weltkulturerbe!

Auf dem Zeltplatz in Étratat schwärmte einer auch von der Brücke der Normandie, die auch per Rad befahrbar ist. Also begab ich mich ins Hafen-Areal. Nicht ungefährlich mit Dutzenden LKWs. Umrandet von großen Straßen, Industrie und Lärmschutzwänden gibt es noch einen kleinen Ortsteil Les Neiges:

Ich schaute noch mal auf die Karte und entschied mich, wieder kehrt zu machen. Der Weg bis zur Brücke war weit – und von da auch wieder schwer den eigentlichen Radweg zu erreichen. Zudem war die Brücke, ich ich im Nachgang gelesen habe, auch nicht ungefährlich für Radfahrer, da der Radweg sehr schmal trotz des Gefälles war.

Dann stand ich auf einer Brücke über die Eisenbahnanlagen.

Hinter meinen Rücken viel Verkehr. Aber nach der Brücke soll ein Radweg in Richtung Paris beginnen. Ich hatte so meine Zweifel, aber auf die OpenCycleMap konnte ich mich bisher verlassen. Ich schob mein Rad mehr oder weniger über die Brücke, während andauernd große Laster an mir vorbeidonnerten und mich mit Wind beglückten. Und tatsächlich: so nach und nach entwickelte sich auf der Straße ein Radweg. Anfangs nur erahnbar. Teils versandet. Teils waren die Kabelverleger am Werk. Dann gab’s mal ein Hinweisschild. Und abschnittsweise ein 1A-Radweg.

Ein altes Schiff bei Harfleur (den Ort sollte man nicht verwechseln mit Honfleur am anderen Ufer der Seine):

Nach einigen Kilometern 1A-Radweg landete ich in einer kleinen Siedlung zerstörter Häuser:

Die Beschilderung zeigte mir, dass ich die Straße queren sollte und in eine Nebenstraße fahren. Aber sie meinten nur, dass der schöne Radweg aufhört und ich Straße fahren sollte.

Und nun streckte es sich. Etliche Kilometer ohne Zivilisation. Nur Autobahn, in der Ferne der Fluss und eine steile Wand. Anfangs auf eigenem Radweg. Später an einer Nebenstraße (die aber parallel zur Autobahn kaum Verkehr hatte). Da die Autobahn die Flußseite wechselte, nahm ab der letzten Ausfahrt der Verkehr zu. Nach gut 25 Kilometern erreichte ich das erste Dorf.

Auf der Umleitung des eigentlichen Radweges gibt es eine Straßensperrung. Die Umleitung der Umleitung über eine vielbefahrene Straße an einem kleinen Hafen vorbei in ein riesiges Industriegebiet hinein. Viele LKWs, Busse, auch Traktoren. Ich erreiche gegen 20 Uhr Notre-Dame-de-Gravenchon. Auf der einen Seite glücklich, dass ich eben 40 Kilometer seit Le Havre schon hinter mir habe. Auf der anderen Seite nun die Sorge, wohin? Die Geschäfte haben alle zu. Das zentrale Hotel der Stadt hat geschlossen. Ein einziger Zeltplatz in der Nähe, der keinerlei Homepage oder Kontaktdaten hat. Das war mir für die Uhrzeit zu unsicher. Die Buchungsportale listen mir keine Hotels auf, nur im benachbarten Lillebonne. Google zeigt mir noch ein Hotel am Stadtrand. Ich probiere es!

Das Hotel war verschlossen. Glücklicherweise kamen andere Reisende, die der Hotelierin Bescheid sagten. Knapp 70 Euro ohne Frühstück in einem Kaff.

Ab unter die Dusche. Ich döste im Bett. Ich machte mir Gedanken über die weitere Route nach Paris. Ich hatte schnelles Internet! Ich beschloss, die ausschweifenden Bögen der Seine nicht zu verfolgen, sondern entschied mich für eine Strecke weiter südlich über Mon(t)fort und Evreux, so dass ich bei Vernom die Seine wieder erreichen würde.

Und während ich so auf dem Bett lag, dachte ich: Der Lüfter im Bad ist aber laut (in dem Hotel war das Bad an der Außenwand). Ich stehe auf. Das Bad war leise. Nein. Es war die Industrie. Es war dunkel. Ich blickte auf riesige Nebelwolken, die aus Schornsteinen aufstiegen. Ich blickte auf einen Schornstein, aus dem es brannte. Ich rief den Wikipedia-Artikel des Ortes auf: Ölraffinerien!

Gute Nacht!