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Songtextseiten abgemahnt ...

Da haben aber wieder die Anwälte eine Nische gefunden, in der sie sich wieder austoben können: Seiten, die Sammlungen an Liedtexten bereithalten.

Ich finde diese Seiten bisher meistens nützlich. Wenn mir ein Textfragment im Ohr ist, werfe ich eine Suchmaschine an — und bin dann darüber sehr schnell fündig geworden.

Rein rechtlich gesehen: klar, ein Liedtext ist Bestandteil eines Werkes — der Urheberschutz greift. Doch mal im Ernst: welchen Schaden hat die Verbreitung eines Liedtextes für die Musikindustrie? Kaufen nun Tausend Leute plötzlich keine CDs, weil sie auf den eventuell im Booklet angegebenen Text verzichten können, da er im Internet verfügbar ist? Oder fürchten sie, daß sich weniger Leute ihre aufwendig übergestalteten Internetauftritte ansehen?

Manchmal liest man doch auch einen Text — und fragt sich: »Wie wird das klingen?«. Dann hört man es, dann hat man die Absicht, es zu kaufen. Aber man tut es am Ende doch nicht, weil wieder einmal die CD mit DRM verseucht ist.

Das Portal Suche Song wurde nun von Anwälten abgemahnt. Klar: vorherige Kommunikation zur Schadensreduzierung funktioniert bei den Musikverlagen nicht. Es könnte ja jemand reagieren können, um Streitereien aus dem Weg zu gehen. In dem Zusammenhang wurde die »Interessenschgemeinschaft Songtexte« gegründet.

Um folgende Titel ging es:

  • Kling Klang (Keimzeit)
  • Music Is The Key
  • The Tide Is High (Blondie)
  • Man Of My Dreams (Sarah Connor)

Update: ich habe mich zu der Problematik etwas weiter informiert. Damit in einer Zeitung zum Beispiel ein Liedtext veröffentlicht werden darf, fließt auch eine Menge Geld. Damit ist irgendwo klar, daß das eigentliche Hauptprodukt nur noch die Beigabe ist.

Des weiteren hat mich interessiert, wie die Bands dazu denken, um deren Werke es Ende ja geht. So griff ich mir erst einmal eine raus. Dieser schien es eher gleichgültig zu sein. So ist das Urheberrecht — das muß so sein. Auf den Hinweis, daß sich Fans doch gerne die Liedtexte austauschen, wurde am Ende auch nur auf den Verleger verwiesen, der Inhaber der Rechte ist.

Bisherige Kommentare (5)

Kommentar von Pablo

Vielleicht haben die Musik-Bosse Angst, dass die Leute dann selber die Lieder singen? ;)

Aber eine noch unerschlossene Nische wären Lokal-Bands die Lieder covern....

Na ja, aber bei den _guten_ Bands, gibt es die Liedtexte ja auch auf deren Webseite, und wenn man die über Google findet solls mir reichen...

Kommentar von René

geht nur leider nicht, wenn die so verunstaltete Flashseiten haben ... mit dem Hintergrundgedanken: ja nix markieren können. Zwischenablage sperren. Am liebsten noch einen Knebelschutz gegen Bildschirmkopie ...

@lokal Bands: pssst! Melde es als Trivialpatent an — und verklage dann die Anwälte!

Kommentar von Pablo

Gerade denke ich an die toten Hosen, die alle ihre Songtexte feinsäuberlich, chronologisch sortiert zum fröhlichen Copy and Paste anbieten:
http://www.dietotenhosen.de/veroeffentlichungen_discographie_2004.php

Nun sind die toten Hosen nicht das Paradebeispiel, weil sie nicht so kommerz sind wie manch anderer, aber trotzdem, bekannt und trotzdem gratis download.

Hmm... Keine schlechte Idee. So kann ich dann ein Heiden-Geld verdienen *gg

Kommentar von Matthias

Die Ärzte z. B. erlauben das Veröffentlichen von Mitschnitten Ihrer Konzerte.

Aber dieser ganze Abmahnwahn wird in .de wohl so lange weiterlaufen, solange der Abgemahnte gleich schon für die erste Abmahnung zahlen muss...

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