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Kommunaler Internetauftritt

Im Rahmen meiner Recherchen für die Webseite zweitwohnsitzsteuer.de besuche ich regelmäßig Webseiten von Städten, Gemeinden und teilweise auch mit zusammengelegten Kommunalverwaltungen. Ich suche vor allem nach der Satzung der Steuer. Wann immer es Fragen zur Zweitwohnungsteuer gibt: schau zuerst in die Satzung! Deshalb betreibe ich eine Datenbank, in der ich eine Vielzahl mir bekannter Städte aufliste – mit Steuersatz und Satzungslink.

Ich habe viele gute Seiten gesehen. Ich habe viele schlechte Seiten gesehen. Ich habe grottenschlechte Seiten gesehen – sowohl was Gestaltung als auch Struktur angeht. Dazu könnte ich Bücher schreiben. Letztendlich sind für mich zwei Prinzipien sehr wichtig. Und dabei bohre ich auch gerne bei Kommunen energisch nach.

Permantente Links

Ich kann es nicht oft genug predigen: Permantente Links. Permantente Links. Permanente Links!

Das gilt sowohl innerhalb eines Content-Management-Systems (CMS) als auch bei einem Wechsel des selbigen. Intelligente Städte nehmen gar nicht erst die Linkstruktur eines CMS an, sondern haben eine starre, eigene Linkstruktur. Das CMS hat sich dem zu fügen. Und dann gibt es auch Links wie bspw:

  • kommune.de/ortsrecht/zweitwohnungsteuersatzung
  • verwaltungsgemeinschaft.de/ort/ortsrecht/zweitwohnungsteuersatzung

Solche einfachen Adressen reichen schon aus. Mehr braucht es nicht. Nah dran an diesem Ideal ist Mölln.

Fragmente einer URL, die auf ein CMS hinweisen (Typo3), auf Downloads oder gar Dateiformate haben in diesem Link praktisch nichts zu suchen. Optimalerweise ändert sich nicht einmal der Link, wenn anstelle einer PDF-Datei eine eigene Seite eingebunden wird.

Und hinter einem schlauen CMS wird dann stets die aktuelle Satzung angezeigt und frühere Stände archiviert. Optimalerweise mit einigen Meta-Daten, von wann bis wann eine Satzung gültig war. Ein Zugriff auf die alten Stände wären dann eigene Adressen, bspw. gefolgt von einer laufenden Nummer.

Unter dem Dach der Kommune

Der öffentliche Auftritt einer Kommune sollte stets unter dem Dach der Kommune publiziert werden. Genauso wenig wie der amtliche Schaukasten an der Tür des Bäckers hingehört, gehört die offizielle Internetseite (oder Teile davon) auf eine Subdomain eines CMS-Produzenten.

Wenn bestimmte Bereiche technisch ausgelagert werden (wie z.B. das Ratsinformationssystem), dann gehört es auf eine Subdomain der Stadt. Oder zur Not auf eine zweite Domain. Die Domain muss jedenfalls zweifelsfrei über denic der Stadt zugeordnet werden können.

Beispiele

Freiburg

Das Ratsinformationssystem der Stadt Freiburg ist nicht unter freiburg.de aufrufbar, sondern unter more-rubin1.de. Diese Adresse gehört nicht der Kommune, sondern more! Software. Ich schrieb die Kommune 2011 an. Die fanden den Vorschlag hilfreich und wollten abklären, was möglich ist. Dabei ist es wohl geblieben.

(Zum Vergleich: die Stadt Spremberg nutzt das selbe RIS, macht es aber korrekt)

Naumburg

Offizielle Dokumente wie Satzungen werden mit einem Zeitstempel versehen (geschätzte Gültigkeit: 1 Stunde). Der Aufruf der Satzungen ohne diese Parameter führt zu einer falschen Fehlermeldung.

Ich schrieb daraufhin die Kommune und den Dienstleister an. Ich weiß nicht, ob hier kommunale Beratungsresistenz, ein Konfigurationsfehler oder ein Software-Mangel vorliegt. Der sich brain SSC nennende Dienstleister verspricht auf eingehende E-Mails zu reagieren, bricht aber dann seine eigenen Versprechen.

Es sei angemerkt, dass die Stadt im Jahre 2009 schon wesentlich weiter einmal war.

Plön

Die Stadt Plön lagert ihre Seiten auf der Domain active-city.de aus. Diese Adresse gehört nicht der Kommune Plön, sondern Detlef Sander.

Weitere Kommunen

Ich werde gelegentlich weitere Kommunen hier auflisten. Aber nicht prioritär.

Bildblog

Das Bildblog
hatte ich nur sehr kurze Zeit in meiner Leseliste gehabt – und das, obwohl mir die journalistische Arbeit gefallen haben. Aber: warum sich mit dem beschäftigen, was BILD gemeint haben könnte, wenn mir die Zeitung am Allerwertesten vorbeigeht?

(Eine coole Kampagne wäre, wenn nach der nächsten Gratis-Zwangs-Bild ein Tag später eine Gratis-Zwangs-Papierausgabe von BildBlog verteilt wird).

Und so war ich mal wieder auf der Seite – und bekomme eine Auslistung guter Gründe für das Blog zu sehen.

Unter dem Punkt 6 gibt es eine geballte Sammlung an Titeln über den Vorfall der in der Köllnischen Heide lebendig verbrannten schwangeren Frau – als Beispiel, wie mit der Privatsphäre nicht prominenter Personen umgegangen wird.

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Hotline-PIN per Mail

Mein Mobilfunkanbieter auf eine kundenneutrale Anfrage per E-Mail:

Aus Sicherheitsgründen kann ich Ihnen bedauerlicherweise aktuell keine Auskunft zu Ihrem Anliegen geben, da persönliche Angaben zur Autorisierung fehlen. Bitte nennen Sie uns zu Ihrem und unserem Schutz die 5-stellige Hotline-PIN per Mail oder telefonisch unter 0180 6 660016 [..]. Wir klären dann gern Ihre Fragen.

Ist das Satire? Aus Sicherheitsgründen einen PIN per E-Mail verschicken?

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Städteslogans bei Suchmaschinen

Über Städteslogans hatte ich vor einigen Monaten umfangreich berichtet ist sehr hässlich. Die Zeit hat das Experiment über die Auto-Vervollständigung bei Suchanfragen („Stadt ist „) gemacht und eine Deutschland-Karte erstellt.

  • berlin ist out
  • bielefeld ist eine lüge
  • bremen ist schön
  • erlangen ist langweilig
  • hamburg ist supergeil
  • köln ist hässlich
  • kötzschenbroda ist ein stadtteil von
  • leipzig ist gefährlich
  • mannheim ist sehr hässlich
  • münchen ist bunt
  • spandau ist die neue mitte
  • wolfsburg ist keine stadt

Der Versuch mit Berliner Bezirks- oder Ortsteilnamen bringt mit Ausnahme von Spandau leider keine Erfolge! (via kLog)