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Tag 19 - Cayeux-sur-Mer

Nachdem ich nun am 18. Tag nicht weiterfahren konnte, übernachtete ich noch einmal in dieser Stadt. Allerdings quaertierte ich mich in ein preiswerteres Hotel. Zumindest spuckte Booking.com in der Stadt günstigere Hotels aus. Also zog ich vom Hafenviertel und Bahnshofsviertel.

Ehrlich gesagt ist das Hotel „Aus Sleeping” eine Unverschämtheit. Vor Ort wurden andere Preise als gebucht verlangt. Zumindest bekam ich den Zimmerschlüssel erst, als ich den geforderten Preis bezahlte. Die Differenz waren zwar nur 1,30 Euro, aber mal schauen, was die Beschwerde bei booking.com bringt…

Das Zimmer war dreckig. Auf dem Boden lagen Haare der Vorgängerin. Eins der Handtücher hatte Blutflecken. Und zu guter Letzt flackerte die Leuchtreklame bis ins Zimmer! Das Hotel hieß „Au Sleeping”. Au wie im Deutschen. Soll weh tun!

Gegen halb Neun verlasse ich das Hotel und bewegte mich zum Fahrradladen. Da stand ich dann, bis der Laden geöffnet wurde. Der konnte zwar kein Englisch, aber die zwei gebrochenen Speichen konnte ich ihm zeigen. Das er das Rad auch zentrieren sollte, hatte er wohl nicht verstanden. Ich sollte bis zum Mittag warten. Also lief ich noch einmal zur Stadtmauer.

Gegen halb 12 konnte ich das Fahrrad abholen. Es kostete 20,80 Euro. Alles wieder verpackt und es ging weiter! Gleich auf der anderen Seite der Liane gab es die ersten Anstiege, die es in sich hatten. Ich kam in Fahrt. Hinter La Portel begann ein schöner Radweg, der dann wenige Kilometer später wieder endete. Kurz vor Neufchâtel-Hardelot starte wieder ein Radweg (ein EU-Projekt!). Doch der Weg triftete in eine andere Richtung. Ich entschied mich für eine Abkürzung. Das hätte ich nicht tun sollen. Zwar war der Weg sehr verkehrsarm, aber zwischen steinig, holprig, sandig und schlammig hatte ich alles dabei. Insbesondere ging es über einen Berg, den ich mit hätte ersparen können.

An der D940 gab es einen wunderschönen Radweg bis Étaples, dem Ort den ich als erstes Etappenziel auserkohren hatte. Über die Brücke mit Asphalt und Blasen. Dann verfuhr ich mich einmal – aber der Weg war schön.

Ich suchte mir eine Nebenstrecke zur Bundesstraße, doch die war nur Wiese. Also musste es weiter über die D940 gehen. An der Küste sind die Orte leider kaum miteinander verbunden. Vorbei an einem Vergnügungspark, der sich Bagatelle nannte (warum gibt es überall funktionierende Vergnügungsparks, nur nicht im Plänterwald)?

Zwischen den Orten an der D940 gab es wieder Radwege. Ich freue mich. Teils richtig Gute. Ich wollte schon loben, doch leider endete der Weg sehr plötzlich im Nirgendwo. Keine Hinweise. Nix! Entlang an der recht gut befahrenen Bundesstraße. Erst nach zwei drei Kurven gab es die Möglichkeit, abweichende Routen zu nehmen. Was ich auch tat. Ich querte dabei mehrfach die Bundesstraße (häufig mit Kreisverkehren). Und die Bundesstraße hatte fast Autobahnstandard.

Hinter Rue nahm ich wieder eine durchgehende Nebenstrecke bis Crotoy. Dabei ging es an einem riesigen Sandabbaugebiet entlang.

Ich durchfahre Crotoy. Das Gebäude mit den zwei Türmchen sieht nett aus:

Spannender aber ist das Watt.

Und der Hafen im Trockenen:

Über einen Deich ging es zurück zur D940. Dort gibt es wieder Radweg. Sogar einen sehr guten. Leider haben die das dort nicht ganz mit den Brücken hinbekommen. Da gab es jedes Mal eine Kante! Nun den Wind im Rücken. Wunderbar. Eine alte Eisenbahn (also die, wo die Leute auch draußen stehen konnten) grüßte mich.

Nächster Halt: Saint-Valery.

Ich schaue nach Zeltplätzen. Ich suche mir einen bei Cayeux-sur-Mer. Bis 8 ist die Rezeption offen. Fünf vor Acht erreiche ich sie! Gutes Timing!

Der Zeltplatz an sich ist Ok. Bis auf die sanitären Einrichtungen. Ich verstehe es eigentlich nicht, warum man kein Toilettenpapier anbietet und erwartet, dass jeder mit einer Rolle aufs Klo geht. Bei diesem erwarten sie sogar, dass man die Klobrille mitbringt. Bring-your-own-device. Vielleicht noch ne ganze Schüssel? Hätte jemand ne passende Halterung für’s Fahrrad?

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