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Skript Version 1.10b vom 11.11.2018 (Prod)

über mich

Alanis Morissette in der Zitadelle

Eher durch Zufall und aus einer Laune heraus orderte ich mir vor einigen Monaten Karten für das Alanis-Morissette-Konzert. Auch wenn ich heute diesen Stil weniger anhöre, so finde ich nach wie vor „Jagged Little Pill”, das Album ihres Durchbruchs vor 17 Jahren, immer noch als Meilenstein der 90er, für den man sich nicht schämen muß. Aus Zeitmangel hatte ich es vorher nicht mehr geschafft, mich in ihre neueren Alben mal reinzuhören.

Wie war nun das Konzert?

Ich war noch nie in der Zitadelle in Spandau. Für ein OpenAir-Konzert ein schöner Ort.

Schon weit vorm Eingang bildete sich eine lange Schlange entlang der Straße Am Juliusturm. Mit lediglich drei Einlaßschleusen schien man mächtig gespart zu haben. Die Veranstaltung war bestuhlt. Mit einer halben Stunde Verspätung ging es ohne Vorband los.

Die Setlist war im Grunde genommen Jagged Little Pill mit einigen zwischengeschobenen Titeln. Das war für mich vorteilhaft, ich hatte mir die neueren Sachen noch nicht angehört. Aber gleichzeitig ist das nicht gerade ein Lob an die Sängerin.

Positiv waren die Übergänge zwischen den Liedern. Kein großes Gefasel. Meist erklangen schon die Takte des nächsten Liedes. Bei Ironic hielt ein Gast eine große Kanada-Flagge hin. Hier ließ sie großzügiger auch das Publikum singen. Das Publikum war auch super drauf. Ich finde es nur schade, wenn der Künstler darauf gar nicht eingeht. Es hätte nicht geschadet, zweimal den Refrain unplugged zu wiederholen. Nun gut.

Die Zugabe war perfekt eingeplant. Von der Seite konnte ich den Gitarrenmann sehen, wie er geduldig die Gitarre hielt.

Der Abgang nach 90 Minuten Spieldauer war etwas unüblich. Anstatt nochmal ins Publikum zu winken, verschwindet sie hinter der Bühne und läßt die Band noch alleine ausspielen.

Der Abbau beginnt. Und irgendein Honk von der Technik spielt Musik mit Sommerrythmus. Der Braten ist noch nicht richtig verdaut, aber ich verderbe mir den Geschmack mit dem nächsten.

Alles in allem ein schöner Abend. Aber sein Geld war es nicht (ganz) wert.

800 Mails...

Gespräch mit einem Mitglied der bezirklichen CDU-Fraktion. Er habe seit der Berliner Wahl im September 800 Mails aus der Fraktionsarbeit erhalten. Ich glaube, so über den Daumen gepeilt, dürfte das der Monatssatz eines piratigen Bezirksverordneten sein. Bei mir darunter:

  • ca. 150-250 Mails über die BVVler-Liste
  • ca. 200 Mails Bezirksmaillingsliste
  • ca. 100-150 Mails: die beiden Crews im Bezirk
  • ca. 200-250 Mails in der Fraktion
  • ca. 80 Mails aus dem BVV-Büro
  • zzgl. Anfragen, Werbung, Diskussionen, etc...

Zeitgenossen

Im Treptower Rathaus fand am 21.05.2012 eine Informationsveranstaltung zu den Lärmschutzmaßnahmen des neuen Flughafens. Die ganze Veranstaltung wurde durch einen örtlichen Fernsehmagazin sowie vom Rathaus selber komplett aufgezeichnet.

Im Publikum war unter anderem ein älterer Herr mit einer Aktentasche. In seiner Aktentasche befand ich ein analoges Diktiergerät mit einem Mikrofon. Ich bekam es in der Mitte der Veranstaltung mit, als er das Tonband wechselte. Ich wunderte mich, ob man durch die Aktentasche hindurch überhaupt etwas hören kann. Nach der Veranstaltung stellte der Herr selber fest, daß er vergessen hatte, das Mirkrofon reinzustecken.

In der Presse

Zur BVV-Sitzung am 09.03. hat der Tagesspiegel angefertigt:

Mich hat es auf Bild 16 voll erwischt. Nur die Bildunterschrift sollte zu denken geben:

Piraten, Piraten! Sehen eigentlich ganz harmlos aus die Herren. Und weil Pirat Pönitz Geburtstag hatte, gab es einen Blumenstrauß.

Wir sehen harmlos aus ;-(

zum Artikel: Wie redet man mit Rechtsextremisten?

Anekdoten aus dem Rathaus: der Ausweis

Um in unserem Fraktionsraum zu kommen, müssen wir uns einen Schlüssel beim Pförtner abholen. Und dafür müssen wir uns ausweisen. Und als Mitglied der BVV gibt es einen speziellen »Bezirksverordnetenausweis«. Das ist ein richtiger Lichtbildausweis mit einem Papier, was noch aus Zeiten stammt, in denen Polizisten die Echtheit von Ausweisdokumenten mit den Fingern erfühlen konnten. In der Praxis muß man allerdings nur selten etwas vorzeigen, denn die Pförtner lernen einen recht schnell kennen.

Nun war aber ein Vorgesetzter anwesend, also zeigte ich den BVV-Ausweis ganz regulär vor. Und was macht der Chef? Er spöttelt über die Piraten, daß sie keine ordentlichen Ausweise haben. »Das sieht aus wie ein Schülerausweis.«. Klassisches Eigentor.

Im übrigen sind die Pförtner bei Turbulenzen in den Fraktionen diejenigen, die davon als erste mitbekommen: den Ausstiegen folgen i.d.R. auch Änderungen an der Schlüsselberechtigung.

Viertel nach - und Dreiviertel

Bisher kannte ich in Deutschland nur das reine Tortenprinzip (Viertel — Halb — Dreiviertel) und die »norddeutsche Mischung« (Viertel nach — Halb — Viertel vor). Heute ist mir bei einem Urmünchener Taxifahrer eine weitere Variante aufgefallen: in einem Satz sagte er »Viertel nach«, im nächsten verwendete er dagegen »Dreiviertel«. Ich sprach ihn darauf an, das System ist für ihn so üblich. Er betonte mehrfach, daß die Franken das anders machen ;-)

Gibt es nicht vielleicht auch irgendwo in Deutschland einen Landstrich, der die britische Zeitansage in Reinform übernommen hat (d.h. viertel nach — halb nach — viertel vor)? Oder welche, die Viertel und Viertel vor sagen?

(Siehe auch den Sprachatlas der Uni Augsburg: Die Frage erklärt damit auch den hellblauen Bereich und um München. Hier hätte man durchaus auch nach 10:45 fragen sollen)

Aufmerksamkeit

Ich komme an der Haustür an und bemerke nichts. Im Treppenhaus ist es etwas kalt, aber das ist für die Jahreszeit nicht ungewöhnlich. Ich gehe zur Wohnung. Wenig später verlasse ich wieder die Wohnung und stelle fest: die Fenster im Treppenhaus oberhalb meiner Etage sind weg. Und ich zweifle, ob ich einfach nur blind war — oder sich solche riesigen Fenster wirklich binnen weniger Minuten mitnehmen lassen.

Siehe auch: Test Your Awareness!

Entfernung von Wahlplakaten

Die Rechtslage ist eigentlich klar: innerhalb von einer Woche müssen die Wahlplakate wieder von den Laternen verschwunden sein — ansonsten können Strafen mit bis zu 10.000 Euro verhängt werden. In der Theorie ganz einfach, in der Praxis eine logistische Meisterleistung. Und wie ich von der örtlichen SPD weiß, stehen auch große Parteien vor dieser Herausforderung. Es weiß am Ende keiner, wer wann wo welches Plakat aufgehangen hat.

Die meisten piratischen Plakate verschwanden auch innerhalb einer Woche von den Laternen. Aber es werden immer welche vergessen: mal in einer uneinsichtigen Nebenstraße, mal war es für den Trupp nicht erreichbar. Wir machten Fahndungsaufrufe und sammelten die Standorte in Pads — und hakten anschließend ab, was runter ist.

Dann blieben uns noch drei bekannte Plakate. Wir fuhren diese im Bezirk ab. Man kann es auch Geocaching nennen, nur mit Straßennamen (und manche Straßen gerade in Plattenbaugebieten haben nicht ganz nachvollziehbare Straßenverläufe). Die härteste Nuss hatten wir in Friedrichshagen: da wurde das Plakat durch die anderen mittlerweile so hoch gerutscht, daß es nahezu unerreichbar war. Mit Leiter und Teleskop-Baumschere hingen wir am Laternenmast — und kämpften gegen die Höhe.

Lange Rede, kurzer Sinn: letzte Woche, also fast drei Monate nach der Wahl, fiel einer Bürgerin noch ein vergessenes Wahlplakat auf — und meldete es dem Bezirksamt mit der Aufforderung der zeitnahen Entfernung, da sie sonst Anzeige bei der Polizei stellen will. Nach drei Monaten. Da müssen wohl alle blind gewesen sein.

(Wenn ihr also noch Wahlplakate im Bezirk seht: schickt uns eine Nachricht. Oder schreibt hier einen Kommentar ;-) )