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Homepage von René Pönitz

Einkaufen hier - und Einkaufen da...

Die Meldungen der letzten Monate zeigen deutlich, daß die Verkaufsflächen in Dresden kontinuierlich zunehmen:

  • Der Silberwürfel soll durch ein neues Kaufhaus mit der doppelten Größe der bereits existierenden Altmarktgalerie ersetzt werden
  • Erweiterung des Elbeparks
  • Am Postplatz wird die Fläche zwischen Freiberger Straße, Hertha-Lindner-Straße und der Theatherstraße für einen Investor bereit gestellt (deshalb wird auch die Linie 1/2 ein Stück auf die Gleisanlage der 12 verlegt).
  • weitere zahlreiche neue Kaufhallen im Stadtgebiet

Doch bei allem Bauwut sollte eine Frage im Raum stehen: brauchen wir wirklich so viele Einkaufsflächen?

Oder anders gefragt: Wo wird eigentlich das viele Geld verdient, daß ausgegeben wird? Oder wird bei mehr Einkaufsfläche auch automatisch mehr ausgegeben? Ich bezweifle es! Fehlen uns im Moment wirklich so viele Einkaufsmöglichkeiten? In einigen Stadtteilen wie z.B. die Pirnaische Vorstadt vielleicht. Aber im restlichen Stadtgebiet?

Selbst wenn heute noch euphorisch gebaut wird: wann wird der Tag der (Über-)Sättigung kommen? In 5 Jahren? Oder in 10? Wie sieht dann der sogenannte Plan B aus? Verwaisen dann die Bauten genauso, wie die nach der Wende stillgelegten Fabriken?

Ich habe keine Antwort auf diese Fragen – aber ich habe ein ungutes Gefühl!

Abschied vom Silberwürfel

Eins der interessantesten Gebäude in Dresden soll abgerissen werden. Am 30.06. hatte der Silberwürfel das letzte Mal seine Pforten geöffnet gehabt.

Schon als kleines Kind übte das Bauwerk eine Faszination aus: die regelmäßige Anordnung der Waben ist einfach spannender und interessanter als der ganze, schnöde Barock zusammen. Doch nun ist die Zeit gekommen, Abschied zu nehmen. In Gedanken versunken ging ich noch einmal eine Runde um diesen Bau herum. Dabei entdeckte ich noch einige interessante Blinkwinkel auf diesen Bau, insbesondere die Diagonalen.

Besonders traurig ist allerdings, daß in diesem Falle die Verantwortlichen nicht aus den Fehlern der Dresdner Geschichte lernten. 1938 wurde das Kugelhaus abgerissen. Weil es ein Jude gebaut hatte, wurde es als »entartete Kunst« eingestuft, folglich wollte keiner mehr den Bau haben. Nun ist der Silberwürfel dran: zu klein, zu unflexibel, zu ... zu ... zu sozialistisch! Es gibt genügend Brachfläche entlang der Prager Straße für ein weiteres Einkaufszentrum — wenn man denn wöllte! Ich hätte gerne das Kugelhaus noch gesehen. Genauso wie ich eines Tages gerne den Silberwürfel meinen Kindern gezeigt hätte.

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