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Homepage von René Pönitz

NZ: Die Fahrt zur Westküste

Die letzten Tage unseres Neuseeland-Abschnittes begannen: vor uns standen noch zwei Übernachtungen sowie die ohnehin schon geplanten drei abschließenden Nächte in Christchurch. Viele Optionen blieben uns also nicht mehr – und so entschieden wir uns für das Areal der Pancake Rocks an der Westküste.

Nachdem wir am Morgen noch durch Blenheim schlenderten, mussten wir uns für die gut 300 Kilometer Distanz sputeten: bei den Pancake Rocks gab es Blowholes (Wir kannten das Prinzip schon von Fiji) – und so mussten und wollten wir zur Flut ankommen. Und die Nachmittagsflut war am 31.10.2018 gegen 16:30 Uhr.

Wir fuhren entlang des State Highways 63, der ziemlich kerzengerade entlang des Flusslaufes des Wairau River führt. Nach gut 50 Kilometern passierten wir den Wye-River. Sofern man es Fluss nennen kann: das Flussbett war trocken. Es führte eine einspure Brücke („One Lane Bridge”) hinüber. Und genau daneben ging noch eine Spur durch den Fluss.

(Für die Statistik: An dem Tage haben wir übrigens 17 One-Lade-Bridges gequert)

Am Kowhai-Punkt machten wir Rast – und blickten in das Tal des Wairau-Flusses. Übersetzt heißt der Name „Viel Wasser”, doch genau das haben wir hier nicht gesehen. Nichts desto trotz war das Flussbett sehr breit. Wir konnten hineinlaufen.

Am Rande des Tales blickten wir auf Berge mit 1700 Metern Höhe. Schneebedeckt.

Und die Klohütte des Rastplatzes:

Die weitere Strecke verlief bis zur Westküste in Flußtälern und war geprägt durch viele Kurven.

Beim Buller-River gab es die einzige einspurige Brücke mit Ampelschaltung.

Wenig später erreichten wir Kelkenny Lookout, einen sehr schönen Aussichtspunkt. Hier macht der Buller-River eine 180°-Kehre – und wir blickten auf steile Felswände.

In dieser Kurve wurde die Straße sogar einspurig: sie wurde in den Stein hineingeschlagen und war sehr eng.
Kurz danach befuhren wir diese enge Straße, die nur in den Stein geschlagen wurde. Nicht ganz ungefährlich, zum Glück ohne Gegenverkehr.

An der Abzweigung nach Westport lasen wir, dass entlang der Strecke der Westküste (also über Pancake Rocks) es keinerlei Tankstellen gibt – für einen Abschnitt von 90 Kilometern. Also schnell noch einmal auf den Tank geschaut – es sah gut aus!

Beim kleinen Örtchen Charleston erreichten wir nach etlichen Stunden die Westküste. Es wehte durchaus eine rauhe Brise. Wir machten einen kleinen Foto-Stop in der Constant and Joyce Bays. Hier gab es einen kleinen inneren Pool:

Mit Erreichen der Westküste nahm die Dichte an Wohnwagen deutlich zu. Eine sehr beeindruckende Landschaft, keine Frage. Wir machten noch einige kleinere Fotopausen, z.B. am Irimahuwhero Lookout.

Vor uns sahen wir schon die ersten eierkuchenförmigen Gesteine, die wir uns noch den Rest des Tages und am Folgetag genauer anschauten.

NZ: Blenheim

Wir haben bereits in England das Blenheim Schloss kennengelernt. Dieser Palast wurde einst wegen der militärischen Erfolge eines englischen Feldherrens im Spanischen Erbfolgekrieg bei einer Schlacht im bayrischen Blindheim erbaut und so benannt. Und zusätzlich gab man in Erinnerung an diese Schlacht den Namen auch an diese neuseeländische Stadt.

Wir buchten im Alpine Motel am westlichen Stadtrand. Wir allgemein in Neuseeland üblich, spürt man auch hier die Autozentriertheit des Landes. Es fehlte nicht mehr viel, und man könnte den Wagen auch direkt in der Unterkunft neben dem Bett abstellen.

Wir liefen los zum nächsten Kaufmarkt, der zwei, drei Querstraßen weiter. Als Fußgänger wirst du hier sehr eigenartige und umständliche Wege geführt. Noch geiler für Radfahrer, für die nur um einen Kreisverkehr herum Radwege existierten.

Wir betraten den Pak’n‚Save. Ähnlich wie auch der in Auckland: es ist der Ikea für Lebensmittel. Mit gefüllten Taschen liefen wir zurück. In Neuseeland fühlt sich das schon exotisch an.

Anschließend schlenderten wir die Straße noch ein wenig in Richtung Zentrum und kehrten in Speight’s Ale House ein und aßen Lammschenkel. Es war wieder eine typische Gastronomie nach britischen Vorbild.

Am nächsten Morgen schnlenderten wir zuerst zur „Rene Straße”. Nicht nur wegen des Namens (aber auch!), viel mehr wegen einer Erdbeerplantage auf Hydrokultur. Und wir bekamen dort die besten Erdbeeren in Neuseeland, hier führte uns ein Flyer hin. Wir holten 1kg für 18 Dollar (10 Euro).

Dann fuhren wir ins Zentrum. Hier gab es, ganz große Seltenheit, sogar Parkuhren! Wir liefen ein wenig durch die Straßen.

Irgendein Offline-Café:

Hunde waren nicht so willkommen. Selten so viele Hundeverbotsschilder gesehen.

Auf dem Seymour Square sahen wir einen Uhrenturm, so wie wir ihn schon öfters gesehen haben (u.a. Feilding). Auch dieser ist ein Kriegsmahnmal und erinnert aber nicht nur an einen speziellen Krieg, sondern an alle zusammen. Im inneren findet man die Namen der Gefallenen im ersten Weltkrieg, auf der nächsten die im zweiten Weltkrieg. Zudem auch die im Südafrikanischen Krieg. Und es gab kleine Ergänzungsschilder für Vietnam.

NZ: Die Fähre zwischen beiden Inseln

Die Fähre buchten wir über die Autovermietung. Keine Ahnung, ob das klug war. So mussten wir die Überfahrt abstimmen. Wie auch immer: am 30.10.2018 verließen wir in Wellington die Nordinsel.

Nach etwas Verspätung ging es mit den Vorbereitungen los: Zuerst wurden die Autos in mehreren Reihen aufgestaut. Im Grunde gab es eine Aufstellfläche, die das innere des Schiffes wiederspiegeln sollte. Und so wurden die Autos aufgereiht. Dann kam das große, große Warten. Das Signal kam – und nun fuhren die Autos reihenweise auf das Boot. Wir saßen im letzten Schwung. Im Inneren standen die Autos widerum ganz anders da.

In den Treppenhäusern entdeckten wir dänische Schriftzeichen. Könnte es ein Indiz sein, dass die Fähre früher da fuhr?

Es ging los: Noch ein Blick zurück.

Wie passierten Evans Bay, einer der Buchten von Wellington:

Wir sehen den Halswell-Leuchtturm. Mit seinen sechs Metern Höhe wirkte er wie Spielzeug. Hinter den beiden Buchten öffnet sich der Weelington-Hafen zur Cook-Straße:

Beim Passieren dieser Bucht wurde das Wasser sehr stürmisch. Selbst das große Schiff begann zu Schaukeln. Hatte ich schon erwähnt, dass 1968 ein solches Schiff am noch vor uns liegenden Barrett Reef verunglückte?

Wir blicken auf das östliche Ufer – und sahen den Old-Pencarrow-Leuchtturm mit einem weiteren kleinen Leuchtturm direkt am Ufer:

Wir standen zugegeben etwas zu lange draußen zum Fotografieren – und fröstelten bereits. Selbt schuld könnte man sagen. Aber es zog immerhin keine Erkältung nach sich. Und so schaukelten wir fleißig durch die Cookstraße und kamen noch mit einer Neuseeländerin ins Gespräch, die in Blenheim wohnte. Im Café des Schiffes bekam ich eine interessante Münze: Anlässlich des hundertsten Jahrestages des Ende des 1. Weltkrieges am 11.11.1918 wurde eine Erinnerungsmünze herausgegeben.

Lange dauerte es nicht, bis wir die Südinsel sehen konnten. Bei der Arapawa-Insel fuhren wir in den Tory-Channel und der Wellengang wurde angenehmer.

Die Fahrt zog sich allerdings noch hin – und entpuppte verschiedene schöne Einblicke. Die Landschaft ist hier auch extrem zerklüftet.

Die Distanz der beiden Insel ist gar nicht so groß: in kürzester Distanz sind es nur 22 Kilometer. Doch durch den Tory-Channel und die Bucht von Wellington fährt das Schiff jeweils 92 Kilometer und braucht dazu 3,5 Stunden. Die Fahrt selber ist keine Nord-Süd-Fahrt, sondern vor allem eine von Ost nach West: beide Häfen sind etwa auf der selben geografischen Breite!

Wir fuhren von der Fähre herunter, deutlich später als erwartet. Wir hätten auch gerne was von Picton und den dortigen Gebirgen näher angeschaut, allerdings hatten wir in Blenheim schon eine Unterkunft gebucht, die über die Verspätung nicht so begeistert waren. Die Motels haben ja nur wenige Zimmer und meist eine knappe Besetzung. Also fuhren wir zügig nach Blenheim – und waren auch binnen 30 Minuten da.

NZ: Wellington

Der letzte Tage der Nordinsel brach an – und laut Fahrplan sollte unsere Fähre gegen 12:30 Uhr starten. Wenn wir also noch etwas in der Hauptstadt machen wollten, so mussten wir das möglichst früh tun. Besonders viel Zeit hatten wir nicht, andererseits besonders toll war das Wetter auch nicht. Wir kamen am Vorabend bei Regen an:

Es wurde die Nacht über nicht viel besser:

Und es wurde auch nicht besser, als ich gegen 07:00 Uhr das Hotel verließ:

Ja, das war zeitig. Sehr zeitig. Aber ich hatte zwei Erledigungen, die sich in einer großen Stadt wohl besser erledigen lassen als in den kleineren Ortschaften.

Zunächst brauchte ich einen Schuster, um in meinem Gürtel weitere Löcher zu machen. Doch was ist der richtige Begriff für Schuster? Die Suchdienste bei Google Maps halfen nicht wirklich. Unter „Schuster” fand ich irgendeine Arztpraxis bei Auckland. Cobbler – Auch Fehlanzeige. Shoe Maker – Nett gedacht, aber so nennt sich eine Kette in Neuseeland. Der richtige Term ist Shoe Repair. Und da war gleich einer um die Ecke. Öffnete 07:30 Uhr. Ich war der erste Kunde. Juhu!

Ich fragte mich, was die Arme an den Laternen beim Courtenay Place zu bedeuten hatten: es sind noch Überbleibsel der erst 2017 eingestellten Oberleitungsbusse.

Die zweite Besorgung war ein Ladegerät für die Akkus meiner Digitalkamera. Das bisherige gab vor einigen Tagen den Geist auf – wo wenn nicht in der Hauptstadt? Um 8:00 Uhr eröffnete Warehouse, doch leider Fehlanzeige. Es gibt zwar allen möglichen Quatsch, aber keine Ladegeräte. Glücklicherweise gab es auch noch zwei Foto-Läden im Zentrum. Der erste öffnete 08:30 Uhr. Bingo. Für 68€ (~40€) habe ich ein Universalladegerät – allerdings mit neuseeländischen Anschluss. Und eine Digitalkamera, inzwischen vier Jahre alt, gab es immer noch neu zu kaufen!

(In Deutschland suchte ich den EU-Stecker für dieses Gerät. Der Online-Shop bot keinen an. Ich schrieb dir Firma direkt an – und sie schickte mir einen kostenfrei zu. Vielen Dank!)

In einer Nebenstraße entdecke ich ein altes Gebäude, welches den Anschein einer alten, nicht mehr genutzten Kirche hatte.

Ich blickte auf den kleinen gelben Zettel an der Tür: das Gebäude sei demnach erdbebengefähdet und die Eigentümer (oder eventuelle Kaufinteressenten) müssen das Gebäude binnen 15 Jahren Erdbebensicher machen.

Beim Schlendern durch die Innenstadt traf ich auf die Cuba Street. Und wow, da gab es sogar ein Stück Fußgängerzone – so etwas hatten wir die letzten Wochen so gut wie nie gesehen. Ein besonders Highlight an der Cuba Street ist der Regenbogen-Übergang.

Eine kleine Besonderheit, die wir nur in Wellington sahen: Unterstände bei Fußgängerampeln.

Ich lief zur Wasserkante. Hier fuhren verhältnismäßig viele Radfahrer entlang. Aber auch mit Warnungen:

Dann ging es zur Fähre. Bekanntermaßen soll man ja etwas eher da sein. Wir befahren das Areal der Fähre – und erfuhren, dass die Fähre Verpätung hat. Kein Problem, dachten wir, so können wir noch einige Schritte laufen. Und so sahen wir den Bahnhof von Wellington, der durchaus noch sehr charmant wirkte. Und zum Abschluss noch das Beehive. Das ist der Spitzname des neuseeländisches Parlaments, da es wie ein Bienenstock aussehen soll. Dort war gerade Trubel angesagt, viele Demonstranten.

Die Demonstration richtete sich gegen die Entkriminisalisierung bzw. die Legalisierung von Abtreibungen. Auf der Wiese vor dem Beehive war eine Bühne und es folgten Reden. Auf der Straße standen noch verstreute Einzeldemonstranten. Ich kam mit zweien etwas ins Gespräch, zwischen denen sich die Konfliktlinie lief: der eine war dafür, der andere dagegen. Sie fragten nach meiner Haltung – und das ist der Beginn, wo man vom Reisenden zum Akteur wird. „If you don’t like abortion, so don’t do it!”.

(Zur historischen Einordnung: Im Februar 2018 teilte der Justizminister der Rechtskommission mit, dass die Regierung die Abtreibungsgesetze lockern möchte. Am 26.10.2018 stellte die Kommission ihrerseits drei verschiedene Optionen vor, in dessen Kontext sich diese Demonstration bewegte.)

(Update März 2020: am 18.03.2020 beschloss das Neuseeländische Parlament mit 68:51 Stimmen, dass Schwangerschaftsabbrüche keine Straftaten, sondern nur noch Gesundheitsfragen sind. Herzlichen Glückwunsch Siehe auch Humanistischer Pressedienst).

Die Zeit war um – und wir mussten wieder zur Fähre. Auf zur Südinsel!

NZ: Manawatu Scenic Route

Die Tage auf der Nordinsel waren mittlerweile gezählt: Genaugenommen war es der letzte Tag. Für den Folgetag war unsere Fähre zwischen Wellington und Picton auf der Südinsel gebucht. Egal wie: Wir mussten am Ende des Tages in Wellington ankommen – und buchten auch bereits ein schönes Hotel im Zentrum.

Die Frage war nur, wie wir nach Wellington fahren. Es trennten uns noch 250 Kilometer, gut vier Stunden. Nur den State Highway 1 entlang fahren? Vielleicht. Aber wir entdeckten noch eine Ausschilderung der Manawatu Scenic Route. Auch wenn das Wörtchen „Scenic” (also malerisch/landschaftlich) in Neuseeland extrem inflationär verwendet wird, fuhren wir sie entlang.

Los ging es mit einer Single-Lane-Bridge:

Um die Kurve herum blicken wir jedoch auf die Eisenbahnbrücke:

Sie Straße wirkte nicht ganz ungefährlich. Zumindest gab es nicht überall Leitplanken bei hohen Abgründen. Aber verglichen mit den engen Straßen in Coromandel war es immer noch entspannt.

Während wir bei angenehmen schon zweistelligen Temperaturen entlang fuhren, blickten wir immer wieder auf schneebedeckte Berge (ca. 1500 Meter hoch).

In der Nähe von Rangiwahia haben wir unbewusst den Manawatu Scenic Route verlassen: diese Route bog ab und fehlte an Hinweisschildern. Das machte aber nichts, denn so lernten wir Pemberton kennen – oder viel mehr das, was davon noch da war. Am Wegesrand entdeckten wir den Hinweis für den historischen Platz:

Auf einer Hinweistafel wird erklärt, dass es hier ein Dorfzentrum für über einhundert Jahren mal gab. Und dass die erste Schule des Ortes im Jahre 1891 eröffnete und schon 1896 wieder schloss. Und sich die Besiedlung nach Rangiwahia verlagerte. Und so sahen wir an diesem historischen Platz nahezu nichts. Naja, fast nichts: Auf einem der Grundstücke deuten noch zwei Schornsteine darauf hin, dass hier mal ein Wohnhaus (?) stand:

Wir verlassen diesen historischen Ort:

Die nächste Ortschaft am Wegesrand war Kimbolton. Das Willkommensschild gibt es nicht nur Auskunft über die Höhe, sondern auch die Anzahl der derzeitigen Bewohner: 250!

Die vermutlich größte Sehenswürdigkeit des Ortes:

Nach zahlreichen Kilometern erreichten wir Feilding, endlich wieder eine größere Ortschaft mit über 10.000 Einwohnern. Und den üblichen großen Supermarktketten. Wir machten einen kurzen Halt im Zentrum – und blickten auf den Uhrenturm.

Solche Uhrentürme sind uns schon öfters aufgefallen – und werden wir auch im weiteren Verlauf noch sehen (z.B. in Blenheim oder Hokitika). Das sind Mahnmahle, im Inneren gibt es häufig Listen mit Namen der im Krieg gefallenen Personen. Nur mit der Besonderheit, dass ein solches Mahnmal die Gefallenen der verschiedenen Kriege darstellt (Neben Ersten und Zweiten Weltkrieg war es vor allem auch der Südafrikanische Krieg).

Das Problem war nur: von Feilding sind es immer noch 160 Kilometer. Und so fuhren und fuhren wir.

Bei Levin statteten wir uns mit frischen Erdbeeren aus. Was muss, das muss!

Bei Raumati begann ein autobahnähnlicher Abschnitt – mit erschreckten stellten wir fest, dass der Pannenstreifen eigentlich ein Fahrradstreifen ist. Direkt an Fahrzeugen, die mit 100 Stundenkilometern vorbeibretterten. Und dann noch diese Auffahrt, bei der Radfahrende im 90°-Winkel den Beschleunigungsstreifen queren sollten.

Besonders beeindruckend war der Straßenabschnitt bei Paekakariki, der direkt an der Westküste und einem Gebirgszug verlief – nur hier durften wir nicht anhalten. Einerseits war es gut so, wir wollten ja auch ankommen. Andererseits nahm der Verkehr rapide zu. Bei Paremeta standen wir sogar im Stau, weil zwei Kreisverkehre zueinander sich blockierten.

Wir erreichten das Bay-Plaza-Hotel in Wellington. Leider zu spät. Und für einen Rundgang waren wir zu breit, zudem regnete es auch ohne Halt! Stattdessen genossen wir die Aussicht aus den Panorma-Fenstern im ca. 10. Stockwerk des Hotels.

NZ: Tongariro National Park

Bombastisches Wetter weckte uns in unserem Hotel in der National Park Village. Und das brauchten wir an diesem Tag: Wir wollten den Tongariro National Park besichtigen.

Bahnhof National Park

Wir starteten den Tag mit einem Frühstück. Und dazu gingen wir ins Bahnhofscafé. Und das war gemütlich:

Anschließend liefen wir über den Bahnsteig, an dem drei Mal in der Woche ein Zug je Richtung hält. Wir fragen uns, ob an diesem Tag ein Zug fuhr – und wann er an dem Tag noch fahren würde. Doch es gab auf diesem Bahnsteig leider keinen Fahrplan.

Tawhai Falls (Gollums Pool)

Das nächste Ziel ist ein kleiner Wasserfalle am Fuße des Mount Ruapehu.

Vom Parkplatz aus liefen wir einige Schritte durch den Wald:

Nach einigen Treppen waren wir da:

Wir waren zur falschen Tageszeit da: Keine Kiwis weit und breit!

Raurimu-Spirale

Unser nächstes Teilziel ist Raurimu und die dortige Spirale. Damit die Eisenbahn die Hochfläche des National Parks erreichen kann, muss binnen sechs Kilometern ein Höhenunterschied von über 200 Meter zurückgelegt werden. Diese wurde durch eine recht originelle Schleife gelöst – inklusive zweier Tunnel: die Raurimu-Spirale.

Im Örtchen Raurimu wurde dazu auch ein Aussichtsturm errichtet. Von oben sahen wir aber nur … Wald. Und diese kleine Modell vom Streckenverlauf:

Wahrscheinlich muss man sich das ganze eher aus der Luft begutachten. Oder aus der dreimal wöchentlichen fahrenden Eisenbahn.

Makatote Viaduct

Entlang unseres Wege passierten wir das Makatote Viaduct, eine der größten Eisenbahnbrücken in Neuseeland.

Waitonga Falls

Unser nächstes Ziel sind die Waitonga Falls im Süden des Tongariro National Parks. Vom Örtchen Ohakune führt eine Ohakune Mountain Road hinein:

Ab zum Parkplatz und hinein in den Wald:

Zur Halbzeit des Weges passierten wir eine Lichtung. Mit einem gigantischen und freiem Blick auf den Mount Ruapehu:

Der Weg über Lichtung verlief auf Stegen. Und die waren leider auch nötig. Es gab nicht nur Seen – die gesamte Lichtung war durchnässt.

Gewächs in einem der Tümpel:

Weiter ging es durch den Wald:

Kurz vor dem Wasserfall mussten wir 200 Treppenstufen hinabgehen. Uns kamen gerade Touristen entgegen, die meinten, man bekäme noch feuchte Füße, um den Wasserfall zu sehen. Toll, wir hatten weder die Neopren-Schuhe noch Handtücher dabei dabei.

Und in der Tat: um den Wasserfall in voller Pracht zu erleben, musste man durch den Bach laufen. An sich nicht das Problem, nur kalt und bis in die Kniekehlen.

Dabei entdeckte ich noch einen weiteren Wasserfall am Rande (welcher scheinbar keinen eigenen Namen hat):

Wir waren auf dem Rückweg wieder über die Stege:

Wir lernten noch einen Neuseeländer kennen, der den selben Namen eines ehemaligen Bundeskanzlers hatte. Er überflog das Areal mit einer Drone. Auf dem Rückweg zeigte er uns noch einen weiteren Wasserfall nahezu am Wegesrand am Fluss vom Mangawhereo-Bach:

Turoa Ski-Area

Nach der Wanderung zum Wasserfall fuhren wir bis ans Ender der Straße hoch. Anfangs noch durch Wälder, aber mit enormen Kurven:

Wir näherten uns der Baumgrenze – und konnten einen bombastischen Ausblick genießen:

Am Ende der Straße gab es viele Parkplätze – und Skilifte. Wir liefen einige Schritte – und berührten sogar Schnee.

Und siehe da, der nächste Wasserfall:

Mangawhereo-Wasserfall

Und wie der Zufall es will: auf dem Rückweg zurück nach Ohakune entdeckten wir am Wegesrand noch den Mangawhereo-Wasserfall

Gerüchten zufolge sollen hier Kiwis gesichtet worden sein:

Die Sehenswürdigkeit von Okahuna, eine Skulptur einer Karotte, haben wir verpasst (siehe Die Karotte von Neuseeland). Wir fuhren noch bis Taihape und nächtigten da.

Fazit

Wir haben noch nie so viele verschiedene Wasserfälle an einem Tag gesehen, wie eben an diesem. Und leider wie bei so vielem Etappen unserer Reise: Auch hier hätte man einige Tage verbringen können. Das Tongariro-Crossing beispielsweise, eine Wanderung über dieses Gebirge hindurch.

NZ: Forgotten World Highways

Nach dem eher kurzen Aufenthalt in den Waitomo Caves stiegen wir wieder in das Auto – und fuhren weiter zum Tagesziel National Park. Gemeint ist hier der Tongariro National Park in der Nähe des kleinen Örtchens National Park Village. Es trennten uns noch weitere 142 Kilometer.

Wir befuhren den State Highway 4. In diesem Gebiet ist Neuseeland sehr spärlich besiedelt. In Taumarunui trifft dieser den State Highway 43, der den beiläufigen Namen Forgotten World Highway trägt. Eine Fernstraße mit 155 Kilometern Gesamtlänge, die durchschnittlich von 150 Fahrzeugen pro Tag befahren wird und auf ihrer gesamten Länge nur eine Ortschaft (mit 12 Einwohnern) sowie einige versprengte Siedlungen erschließt.

Aber auch als wie noch den SH 4 am helligen Tag befuhren, sahen wir kilometer keinerlei Gegenverkehr. Dafür Nebel. Jede Menge Nebel:

Dazu ein Verkehrszeichen, was absolut Mut macht: Achtung, vor herunterfallenden Geröll. Bitte am Steilhang nicht bummeln oder halten!

In Taumarunui fuhren wir – zum Spaß – in den Forgotten World Highway hinein. Und wer nun denkt, dass dies nur ein spaßiger Begriff in Reiseführern sind: diese Straße wird tatsächlich auch mit Verkehrszeichen so angekündigt. Gefolgt von einem Schild, dass auf den folgenden 150 Kilometern keinerlei Tankstelle existiert.

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Nach fünf Kilometern kehrten wir um. Hätten wir mehr Zeit, wären wir gerne noch bis zum Egmont-Nationalpark gefahren und den dortigen Vulkan gesehen. Auch der Moki Tunnel, umgangssprachlich Hobbis Höhle, wäre sicherlich ein tolles Fotomotiv gewesen. Unser Ziel war die National Park Village. Und bis dahin zog und zog es sich auch so. Nach Raurimu galt es noch etliche Höhenmeter zu überwinden, unser Ziel lag bei über 800 Metern Höhe.

Als wir wenig später auf dem riesigen Parkplatz vom Park Hotel Ruapehu den Wagen verließen, wehte uns eine deutlich kältere Brise entgegen. Am Empfang wurden wir freundlich begrüßt, doch unser Zimmer war genau am anderen Ende der Anlage. Um es zu erreichen, wurde es wieder kalt: denn die Gänge waren alle offen.

Ein Hoch auf die Energieeffizienz bei so viel Außenwand, über die die Wärme des kleinen elektrischen Radiators entweichen kann.

Übrigens unser Blick aus dem Fenster:

Ähnlich wie hier auch gab es im Hotel diverse Hygiene-Artikel. Die Verpackung dieses Produktes (vermutlich Seife) ließ mich doch rätselnd zurück. Ein einzigartig in Neuseeland entwickeltes und hergestelltes Produkt, welches in China hergestellt wurde:

NZ: Taupo

Nach Wai-O-Tapu und den Huka-Falls erreichten wir am Abend den Ort Taupo am größten neuseeländischen Binnensee Lake Taupo. Unser Motel war das Thermal Lodge direkt am Lake Taupo.

Abendspaziergang am Ufer und Pub

Nachdem wir eingecheckt haben, liefen wir zur See – und blicken hinüber. An gegenüberliegenden Ufer, gut 40 Kilometer entfernt, bewunderten wir die Berge des Tongariro National Park (welches wir zwei Tage später bewunderten):

Reichlich eine Stunde später erwarteten uns intensivere Farben:

In der Zwischenzeit kehrten wir in einem britischen Pub („Jolly Good Fellows”) ein. Auf unserem Speiseplan standen Lammkeulen, diese sind sehr typisch in Neuseeland.

Insgesamt hatten wir drei Mal Lammkeulen gegessen (Taupo, Blenheim und Christchurch), diese waren die besten.

Pool

Zur Unterkunft gab es zwei Thermalbecken. Als wir abends das Hotel erreichten, badeten wir noch einmal in der geothermalen Wärme. Entspannend!

Picknick

Vom Zentrum des Ortes haben wir nicht viel gesehen. Am Thermal Explorer Highway, nicht weit entfernt von den Huka Falls, machten wir Brunch-Picknick. Im schönen Sonnenschein packten wir den Campingkocher aus und rösteten uns etwas Fleisch.

Auf dem Weg zu den Glühwürmchen – Die Kuhherde

Den Großteil des Tages werden wir wohl im Fahrzeug verbringen. Bis zu den Waitomo-Glühwürmchenhöhlen sind es 150 Kilometer, also locker mehr als 2 Stunden Fahrten.

Das witzige Highlight war eigentlich nur ein kurzer Stopp am Fahrbahnrand am State Highway 30 (Nähe Bodley Road). Nia wollte – in Vorbereitung auf die Höhlen – noch zusätzliche Kleidung anziehen (Wegen Gefahr von Einbrüchen sollte man dies am Zielort möglichst vermeiden). Direkt neben dem Fahrzeug war ein Weidezaun. Am Anfang blickten wir auf drei neugierige Kühe:

Dann wurden es vier. Dann fünf. Auf diesem Bild waren es schon zehn:

Das lockte wiederum weitere Kühe an:

Am Ende stand (mit Ausnahme von 2 oder 3 Kühen) die gesamte Herde am Zaun und glotzte uns treudoof zu. Teilweise drängelten sie untereinander, wer in der ersten Reihe stehen durfte.

Wir fuhren langsam am Zaun entlang, die Herde folgte uns. Witzig!

Wenig später vermisste ich mein Cap. Ich dachte, ich hätte es am Vorabend im Pub vergessen. Doch Bilder der Kuhherde belegten, dass ich bis dahin noch hatte. Ärgerlich: in der tropfenden Höhle hätte ich es gerne auf dem Kopf gehabt.

Weiter geht’s zu unserem Besuch in den Waitomo-Caves – im Artikel über die neuseeländischen Glühwürmchen!

NZ: Huka Falls

In der Nähe von Taupo besuchten wir die Huka-Wasserfälle. Das ist eine Kaskade aus zwei Wasserfällen mit einer Stromschnelle im Waikato-Fluss. Der Flussname heißt auf deutsch „Fließendes Gewässer” – und das kann man durchaus von diesem behaupten, wenn man gesehen hat, wieviel Wasser da durchpeitscht (durchschnittlich 220.000 Liter pro Sekunde). Auch wenn die beiden Fälle mit 8 bzw. 11 Metern gar nicht so hoch ist.

Direkt an den Huka Falls gibt es einen Parkplatz. Keine fünf Minuten, dann steht man an der Brücke zwischen beiden Fällen.

Bemerkenswert ist auch der gigantische Sprühnebel:

Leider gibt es nur auf der Westseite beim Wasserfall direkt einen Weg. Ansonsten führt der Weg leider etwas weiter weg. Oberhalb der Wasserfälle sieht das Wasser übrigens noch sehr friedlich aus:

NZ: Wai-O-Tapu Thermal Wonderland

Zeitig aufstehen. Und das im Urlaub. Wenn wir aber den Lady-Knox-Geisir um 10:15 Uhr erleben wollten, so hatten wir keine andere Chance. Uns trennte das Auschecken, ca. 30 Kilometer Fahrt und das Kaufen der Tickets.

Spoiler: Alles klappte!

Lady-Knox-Geisir

Wir waren gegen 10:00 Uhr am Lady-Knox. Pünktlich. Es war wie ein Naturtheater. Auf der einen Seite war die Bühne, der Geysir. Auf der anderen Seite Sitzreihen. Und kurz nach 10 Uhr trat eine Frau auf die Bühne. Sie erzählte einige einleitende Worte. Und dann war der große Moment: Gegen 10:15 Uhr warf sie das Stück Seife hinein. Und plötzlich sprudelte der Geisir. Keine ruckartige Explosion, erst ein Rinnsal. Dann schäumte es. Mögen es fünf oder zehn Meter an dem Tag gewesen sein. Der Wind drehte – und sprühte über die Zuschauer. Wir hätten uns die Dusche sparen können. Nach gut einer halben Stunde sprudelte es immer noch, doch die Ordner leerten das Gelände.

Der Legende nach war es Anfang des 20. Jahrhundert Teil eines Gefängnisses und Gefangene entdeckten den Effekt mit der Seife – was auch immer sie gesucht haben. Der Geisir bricht wohl nie von alleine aus, aber mit Seife ließ er sich zuverlässig stimulieren. Irgendwie schon eine lustige Nummer.

Thermal Wonderland

Die zweite Etappe war das Thermal Wonderland. Dies ist ein Park mit insgesamt 25 Sehenswürdigkeiten rund um Geothermale Aktivitäten. Diese haben alle auch sehr spannende Namen erhalten (Devil’s Home, Thunder Crater, Artist’s Palette, Champagne Pool). Die gesamte Landschaft wirkte extrem surreal. Bei manchen der Kratern schauten wir nur in ein tiefes Loch – und hörten ein tiefes Brubbeln. Bei anderen glänzten Farben. Und nahezu überall roch es nach Schwefel.

Artists Palette soll an eine Farbpalette eines Künstlers erinnern, der auf verschiedene Farben zurückgreifen kann. Die verschiedenen Farben deuten auf verschiedene Mineralien im Boden hin – von Schwefel (gelb), Mangan (rosa) über Kohle (schwarz) über Silizium (weiß) und Eisen (rotbraun).

Einer der Höhepunkte ist der Champagne Pool. Ein kleiner Teich mit 65 Metern Durchmesser und bis 62 Metern Tiefe. Es brodelt ständig Kohlendioxid nach oben. Die Oberfläche soll nur 74°C halben, dennoch verdampft das Wasser häufig so stark, dass man kaum Fotos machen kann.

Wer will in den grünen Tümpeln baden?
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Die Sulphat-Höhle:

Der Stelzenläufer (Pied Stilt) läuft durch kochend heißes Wasser auf der Suche nach Nahrung:

Am unteren Ende des Geländes gibt es den Ngakoro-Wasserfall. Nicht besonders groß oder atemberaubend, dafür hat auch dieser eine eher gelbliche Färbung. Was man auch am See darunter sehen kann:

Die Farbe soll jedoch durch Algen entstehen.

Diese Hügel bestehen aus Sulfat – und sollen sich erst in den 1950ern geformt haben.

In einem Krater nisten Vögel (sie nutzen die Wärme als Brutwärme):

Zum Abschluss Devils Bath, ein giftgrün aussehender See:

Es entstanden noch viele weitere Bilder, doch ich will diesen Beitrag nicht komplett sprengen.

Mud Pool

Die dritte Station war der Mud Pool (Schlammbecken), ein kleiner, brauner Teich, bei dem ständig Gas-Blasen aufsteigen und blubbern. Der Anblick war durchaus beruhigend und entspannend. Wo wird wohl die nächste Blase platzen? Wenngleich man sich hier vor Augen führen muss, dass diese sanften, langsamen Eruptionen zu einem noch aktiven Vulkan gehören, bei dem ständig Gase austreten.

Fazit

Ohne Übertreibung einer der wichtigsten Sehenswürdigkeiten.

Links

Der Reisebericht beschreibt die Phänomene. Die offizielle Seite finde ich dagegen inhaltsleer.