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Homepage von René Pönitz

Lebensmitteleinkauf in Japan

Da wir keine All-Inclusive-Tour machen und auch nicht nur durch die Gastronomien schlendern wollen, kommt man um Kaufhallen nicht herum. In Hong Kong war das alles noch einfach: Nahezu alles war bilingual auch in Englisch beschriftet. In Japan ist das nicht der Fall.

So fühlten wir uns bei den ersten Kaufhallen wie die reinsten Analphabeten. Ein Sortiment, dass einem völlig unbekannt ist, kombiniert mit Schriftzeichen, die ebenso einem völlig unbekannt sind.

Und ja, die haben einige merkwürdige Besonderheiten in ihren Sortimenten. Kleine getrocknete Fische zum Beispiel. Oder Seetang. Oder „Hühnerspieße”, die nur aus Hühnerhaut bestehen.

Hinzu kommt dass Japan anscheinend keine guten Lebensmittelfotografen hat. Im Gastronomiebereich bauen sie lieber das Essen in Kunststoff nach:

Was macht man dann? Man beschränkt sich erst einmal auf das, was man kennt. Obst und Gemüse, da kann man nichts falsch machen. Bemerkenswert sind die Größenverhältnisse des Obstes.

  • Karotten sind meist richtig fett, sie haben den Umfang, den bei uns Gurken haben
  • Und Gurken und Auberginen sind so schmal, wie bei uns eher Karotten sind
  • Tomaten gibt es in mehreren Größen, nur sie neigen dazu, die Dinger in Kühlschränke zu packen – und ähnlich wie bei uns: Gekühlte Tomaten schmecken einfach nach nichts.
  • Äpfel sind deutlich größer als bei uns, sind eher Stückware.

Ja, und Kiwis und Eier. Käse ist kaum vorhanden, meist richtig teuer und schlecht.

Und glücklicherweise gab so so Päckchen mit der Aufschrift „Salad Chicken”. Juhu. Der erste Abend ist gerettet.

In Hiroshima betraten wir eine größere Kaufhalle, die in etwa so die Größe und das Ambiente eines (alten) Aldis hat. Das ist besonders, denn die meisten sind hier eher winzig klein. Der Laden rings herum besteht aus Kühlregalen. In der Mitte auch noch einige. Das meiste hier gibt es gekühlt. Nur einige Konserven, Waschmittel und Süßes gibt es ohne Kühlung. Den Einkauf haben wir zusammen – und wollen mit Kreditkarte bezahlen. Geht nicht. Keine Chance. In Japan! Mit den restlichen Barmitteln nehmen wir notdürftig noch etwas mit. Glücklicherweise war nix los. Die Verständigung mit den beiden Kassierern läuft mit Zeichensprache.

Nach einigen Tagen normalisiert sich das Ganze. In der Kette FamilyMart (auch „Famima”) sind viele Lebensmittel zumindest auf der Vorderseite einmal in Englisch beschriftet (also was es eigentlich ist).

Diese sogenannten Konbinis sind allerdings eine super Sache! Rund um die Uhr geöffnet und mit allerlei kaltem und warmen Essen ausgestattet, z.B. Yakitori (Hähnchenspieße), Currys, Salate, Edamame, gekochte Eier, Suppe im Winter … Das Essen kann auf Wunsch in der Mikrowelle warm gemacht werden und es gibt immer Essstäbchen und feuchte Servietten dazu. Famima hat auch einen sehr leckeren Bulletproof Coffee.

Gut ist auch die große Auswahl an grünem Tee. Diesen gibt es hier kalt in Flaschen, ungesüßt, ohne weitere Zusätze. Manchmal auch als schwarzen oder Jasmintee. Zum Glück aber keinen „Chysanthementee”, den wir aus Versehen in Hong Kong kauften.

Uns wird mit der Zeit bewusst, was für einen Müll man hier verursacht. Die Müllmenge spielt hier anscheinend keine Rolle. Hier ein Beispiel für ca. 63g Lebensmittel mit Käse und Wurst:

Die Möhren, Gurken, Paprikas und Tomaten sind in der Regel einzeln in Folie verpackt. Äpfel und Birnen haben teilweise auch noch Puffermaterial. Kiwis und Äpfel bekommt man aber auch ohne Folie.

Selbst eine Ansichtskarte bekamen wir hier nur in Folie einzeln abgepackt.

In Kyoto haben wir mal einen Laden entdeckt, der den optischen Eindruck eines Edekas machte. Im zweiten Stockwerk gab es Internationales, sprich europäisches Essen, auch Schokoladen von Lindt und Ritter Sport. Und richtigen Emmentaler. Aber fragt nicht nach den Preisen.

Witziger Fund: Baumkuchen. Das Wort hat es ins Englische geschafft. Aber auch hier gibt es eher abgepackt eine einzelne Scheibe als so einen kompletten.

A pro pos Preise: Nicht selten kommt man aus der Kaufhalle raus, hat umgerechnet 20-25 Euro bezahlt und eigentlich nur ein Frühstück und ein Abendessen für zwei Personen inklusive Getränke gekauft.

Weihnachten spielt ja allgemein für Japaner keine wirkliche Rolle, aber kulinarisch stellen sie sich das eher so vor:

Essen am Bahnhof zum Mitnehmen? Gibt es zum Beispiel in der Bentō-Box.

Rakiraki - Das Dorf oder die Stadt oder ich weiß es nicht

Im strömenden Tropenregen erreichten wir unser erstes Fiji-Ressort Wananavu. Wir bezogen das Quartiert. Da im Ressort die Getränke nur zur zu gastronomischen Preisen zu beziehen war, beschloss ich zu einer Kaufhalle zu fahren und Getränke und Lebensmittel zu beschaffen.

Ich fragte den Pförtner, wo es einen Supermarkt gibt. Und er sagte, dass es das erst in Rakiraki geben würde. Mehr wusste er auch nicht. Google auch nicht. Google kannte immerhin Adams Supermarkt.

Der Regen ließ nach – und ich stieg in den Mietwagen und verlasse das Ressort.

Dabei enden auch die unzähligen Kokospalmen am Wegesrand. Es folgten verdorrte Felder. Hier und da eine Hütte, die kaum größer ist als eine Laube in einer Kleingartenkolonie, nur dass da teilweise ganze Familien drin wohnen.

Manche waren auch verweist. Müll gab es zwar auch, aber erstaunlich wenig.

Zugegeben: Der Ort ist gar nicht so leicht zu finden. Dabei ist er flächenmäßig ziemlich groß. Es ist der gesamte Nord-Nordosten der Hauptinsel, inklusive unserem Ressort. Extrem zersiedelt. Der zentrale (Markt-)Platz ist in etwa da, wo in Google Maps Valeika eingezeichnet ist. Dort gibt es auch Adams Supermarkt.

Viel gibt es jedenfalls nicht in Google Maps zu sehen. Während der Kartendienst für Japan jede Rolltreppe einer U-Bahn-Station kennt, gibt es hier nicht einmal alle Straßen. Das macht die Orientierung schwer. Und selbst bei den vorhandenen Straßen kann man sich nicht verlassen, dass eine am rechten Straßenrand eingezeichnete Tankstelle tatsächlich am linken Straßenrand steht. Vielleicht auch am rechten Straßenrand. 200 Meter später. Ich habe mehr Tankstellen am Ende gesehen, als eingezeichnet waren.

Nächste Erkenntnis: Es gibt auf Fiji keine Hausnummern. Nur Straßennamen. Es steht auch nichts an den Gebäuden dran. Immerhin funktioniert GPS.

Mir fallen sehr viele Schulen am Wegesrand auf. Bestimmt fünf oder sechs Schulen. Viele Kinder. Und viele Schulbusse (Später erfahren wir, dass die Schulzeit 8-13 Jahre dauert und mit 5 Jahren beginnt. Eigentlich sehr gut!).

Ich hielt an einer Tankstelle an. Das Angebot des Tankstellenshops war schon etwas besonders. Getränke, vor allem mit Zucker, gab es in allen Facetten. Fast alles gekühlt. Daneben nur noch Chips, etwas Dosenfutter und 15 Sorten (Speise-)Öl.

Der zweite Shop am Wegesrand war noch kurioser. Ich betrat den Laden – und hatte ca. 1 Quadratmeter für mich begehbare Fläche. Alles um mich herum war vergittert und vernagelt. Hinter den Gittern gab es Regale, auf denen grob das selbe Sortiment zu erkennen war. Und eine Frau, die auf meine Bestellung wartete. Ich ging rückwärts wieder raus.

Dritter Tankstellen-Shop. Ich wechselte mit der Verkäuferin einige Worte. Sie fragte mich, wie ich Fiji finde – und ich antworte „Schön, aber der viele Regen!” Sie freute sich dagegen, dass es nun endlich regnet – wegen der langanhaltenden Dürre. Ich kenne diese Diskussionen aus Deutschland zur Genüge. Sie fragte mich, wo ich untergekommen bin, ich nannte das Wananavu-Ressort. Sie antwortete: „Oh, what a beautiful place!”

Ihre Reaktion geisterte noch ein wenig in meinem Kopf herum. Sicherlich sagt man so etwas aus Höflichkeit, man kann je schlecht einem Touri sagen, dass dieses Quartier vollkommen versnobt oder abgehoben sei. Und vor allem nix mit „The Real Fiji” zu tun hat (das steht am Eingang zum Ressort). Aber ich fragte mich schon, ob diese Person in diesem winzigen Laden, wo es zwischen Motorenöl und Scheibenwischern Babywindeln zu kaufen gibt, jemals so ein Ressort von Innen gesehen hat, um den Unterschied zwischen der Welt hier draußen und der Welt im Ressort zu kennen.

Ich verließ die Kings Road (das ist die Ringstraße auf der Hauptinsel) – und fuhr über einen Berg.

Dann erreiche ich etwas, was man durchaus Dorfplatz nennen konnte. Es war das Zentrum der Stadt Rakiraki. Nun gibt es aber keine Präsentation der touristischen Sehenswürdigkeiten dieses Ortes. Falls es welche geben sollte: Ich habe sie nicht gefunden. So wie ich den Ort fast nicht gefunden habe.

Hier häuften sich die Geschäfte. Eins neben dem anderen. Hier stehen auch richtige Häuser, die meisten zweistöckig, einzelne sogar dreistöckig. Und einige Bauruinen. Und es gibt sogar Fußwege.

Ich betrete ein Bekleidungsgeschäft – und kaufe mir spontan auch ein Fiji-Hemd. Um die 25 Fiji-Dollar, also 10 Euro. Die Hemden sind zwar farbenfroh, bestehen aber im Grunde nur aus einer Grundfarbe und vielen Mustern.

Apotheke. Ich kaufe Paracetamol – und bekomme drei Blisterfolien, die mit einem Gummi zusammengehalten werden. Hergestellt in Indien, beschriftet mit russischen Buchstaben. Kosten dafür: 1 FJD. Also ca. 40 Cent. Dagegen ist das Anti-Mosquito-Spray mit 14 FJD recht teuer. Das Zeug scheinen Einheimische auch nicht zu nehmen. Immerhin fühlt sich das einheimische Spray nicht ganz so klebrig-giftig an, wie das DEET-Spray.

Banken, Vodafone, ja richtige Supermärkte für Fiji-Verhältnisse. Mindestens 4. Die Polizei, die Feuerwehr, Elektronikmärkte, Märkte für Heimwerkerbedarf („Hardware”). Und die Vollzugsanstalt für die kleineren Vergehen:

Der örtliche Busbahnhof und die Taxistände:

Und unzählige Leute. Das ganze sind letztendlich vier kurze Straßen, die einen Platz umschließen. Verlässt man dieses Quadrat steht man schon auf dem Feld. Es hätte was für eine Filmkulisse.

Ich betrat also nun den ersten richtigen Supermarkt. Er ist ziemlich heruntergekommen.

Das Angebot ist schon besser, keine Frage. Aber Obst bekommt man hier kaum. Es gab eine Kühltheke mit Äpfel, Birnen und Mandarinen. Karotten (werden hier gekühlt verkauft – warum auch immer).

Daneben gibt es noch Kartoffeln, Zwiebeln, Ingwer und Knoblauch. Und jede Menge indische Gewürze. Klar.

Kühlschränke, in denen das Fleisch ohne jegliche Verpackung drin liegt. Daneben ein kompletter Gefrierschrank, in dem die Hühner in Folie abgepackt (so wie bei uns) verkauft werden (und manche kaufen davon auch gleich 10 Tiere). Chips und Schokoriegel gibt es hier auch. Beliebt sind wohl auch Brausepulver zum Selbstrühren.

Klimageräte? Die gibt es wohl nur in den Touristenunterkünften. Das höchste der Gefühle in einer Kaufhalle ist ein Ventilator.

Es ergab sich wieder ein Gespräch mit dem Verkäufer. Wieder fragte er, wo ich untergekommen bin. Nun aber fragte ich zurück: Kannte er den Ort denn wirklich? „Ja, klar. Ich habe da früher mal gearbeitet.”

Ich betrat noch einen weiteren Supermarkt. Weitestgehend das gleiche Sortiment. Immerhin: dieser hatte keine defekten Fliesen auf dem Fußboden.

Etwas überrascht war ich beim örtlichen Elektronikgeschäft. Ein 65-Zoll-Fernseher für knapp 2000 Fiji-Dollar, also um die 800 Euro. Damit war noch nicht einmal die Unterkunft ausgestattet. Und der Laden hatte – anders als diese Tankstellenläden – auch nicht gerade eine gute Sicherung.

Der eigentliche Marktplatz war auch schon krass. Da saßen die Verkäufer auf dem Boden, um sich herum eine Traube von Tellern mit Obst und Gemüse. Fast alles war durch den Regen irgendwie nass. Ein Schälchen Tomaten für einen Fiji-Dollar. Kaum ein Tisch, kaum eine Bank. Auf der einen Seite dachte ich: Unterstütze die örtlichen Händler (bzw. Bauern) und genieße das einheimische Essen. Auf der anderen Seite schreckte mich der Marktplatz aber auch ab.

Ein Taxifahrer fragte freundlich, ob er mich fahren kann.

Direkt neben diesem Marktplatz wird gebaut. Die Stadtverwaltung plant den Neubau eines Marktes. Ein Hochglanzfoto eines Neubaus – mit asphaltierten Straßen. So etwas kenne ich auch in Deutschland: Hochglanz-Bilder von Bauprojekten, die mit der künftigen Realität nix gemein haben. Zumindest fehlt mir jegliche Fantasie, im Rohbau das geplante Gebäude erkennen zu können.

Gleich hinter diesen Gebäude fließt ein kleiner Bach, dessen Name ich nicht in Erfahrung bringen konnte. Es gibt eine Brücke. Nur einspurig. Immerhin mal eine mit baulich getrenntem Fußweg. Die Autos fahren auf Holzbrettern darüber. So sehen in Fiji übrigens viele Brücken aus.

Am Fluß gab es einen Hinweis, dass Müllentsorgung verboten sei. Höchststrafe 40 FJD. Also umgerechnet um die 15 Euro. Ein Schulbus fährt drüber, ein paar Kinder winken mir zu. Einer warf Abfall raus – und fühlte sich stark. Hatte was von Mutprobe.

Ich kam mir auf diesem Marktplatz wie ein Fremdkörper vor. Und mit Digitalkamera auch deutlich als solcher zu erkennen. Andere Touristen sind mir hier nicht begegnet. Trotzdem hatte ich nirgends das Gefühl, dass ich Angst haben müsste, überfallen zu werden. Im Gegenteil. Selbst als mir eine Gruppe kräftiger Männer entgegen kam, grüßten sie mit „Bula bula”. Manch einer fragte auch noch „How are you” – dann folgen die klassischen britischen Dialoge „I’m fine. And you?” – „Me, too.”. Es gab auch niemand, der um Geld gebettelt hat. Ein angenehmes Markttreiben.

Und das ist auf der anderen Seite auch das, was mich hier beeindruckt hat: Die meisten Leute hier sind aus unserer Sicht arm, also finanziell. Sie leben in kleinen Hütten und haben oftmals so wenig, dass sie diese Wohnungen nicht einmal verschließen müssen. Aber sie gehen mit einer Freude durchs Leben, was ich so in der Form in Deutschland oder anderen Industrienationen nicht kenne.

Ich habe mein Wasser übrigens bekommen. Und eine Cola Light. Ich griff übrigens gleich zum noblen Fiji-Wasser. In Fiji kostet die 1,5-Liter-Flasche fast überall 3,20 FJD (also ca. 1,30 Euro). Das bekommt man auch hin und wieder in Deutschland zu kaufen – zu sehr teuren Preisen. Man sollte sich nur bewusst machen, dass diese Pulle dann einmal komplett um die halbe Welt gereist ist.

Zurück zum Auto. Ein Passant lehnte sich am Wagen und ruhte aus. Als er bemerkte, dass ich das Auto öffnete, grüßte er. Natürlich mit „Bula Bula”. Ich fahre los. Zurück zum Ressort.

Ich lese wieder am Eingang des Ressort die werbenden Worte „The Real Fiji”. Und ich bin mir nun sicher, dass ich das echte Fiji kennengelernt habe. Nicht im Ressort. Auf dem Marktplatz von Rakiraki.

Mein Tipp also: Geht raus den Ressorts und schaut euch das Land an!

Fiji: Viti Levu - Wananavu Resort

Bula!

(uns wurde erklärt, dass Bula auf Fijianisch sowohl „Hallo”, als auch Leben / Lebensfreude bedeuten kann und daher in jeder Lebenslage angemessen ist. Einfach. Oder auch doppelt.)

Nach einem langen Übernachtflug aus Tokio nach Nadi kamen wir übermüdet am Flughafen an. Wie schon im letzten Blogpost geschrieben, waren unsere Flugbegleiter angenehm entspannt und gut drauf. Das sollte sich in Fiji fortsetzen. Kaum betraten wir den Flughafen, wurden wir von einer fröhlichen fijianischen Band begrüßt. So angenehm haben wir noch nie bei einer Passkontrolle angestanden.

Die Passkontrolle war ein Klacks. Wir wurden mit Vornamen angesprochen.

Auf Hinweisschildern wird auf saftige Strafen hingewiesen, wenn verbotene Lebensmittel eingeführt werden. Im Zweifel gilt immer: Frage lieber. Die Zollbeamtin Cynthia deutete darauf hin, dass die abgepackten japanischen Würstchen nicht eingeführt werden dürfen. Wären sie aus Australien oder Neuseeland, wäre es ok. Bei Milch- und Fleischprodukten ist Fiji sehr penibel, ebenso bei Honig und Früchten. Alles andere schien egal zu sein.

Wir liehen uns am Flughafen ein Auto aus. Der internationale Führerschein spielte hier keine Rolle. Der EU-Führerschein reichte aus, um das Auto zu bekommen. Kratzer? Das interessiert hier niemanden, es werden nur größere Dellen oder Verformungen vermerkt (und wenn man die Off-Road-Straßen hier kennt, weiß man auch warum). Keine Ahnung, wie alt das Auto ist – es hat erst 50.000 Kilometer herunter. Und das Lenkrad ist links: Linksverkehr!

Raus aus dem Flughafen. Wir haben noch ca. 135km zu unserem Ressort zu fahren. Es gibt eine Ringstraße um die Insel – die Kings Road, bzw. im Süden die Queens Road. Diese ist asphaltiert und wird einigermaßen instand gehalten, auch wenn zahlreiche Schlaglöcher vorhanden sind. Es gibt aber keine Autobahn, noch nicht einmal eine Schnellstraße. Es ist einfach nur eine Straße, nur um Nadi herum ist sie vierspurig.

Sofort fallen uns die Zuckerrohr-Laster auf und wenig später sehen wir auch den einzigen Zug auf Fiji – den Zuckerrohr-Express. Zuckerrohr/Zucker gehört neben Kokos, Kakao und Ananas (göttlich!) zu den bedeutendsten (Export-)Agrarprodukten auf Fiji.

Überhaupt – es deutete sich schon beim Landeanflug an – Fiji war ein kleiner Kulturschock für uns. Bulgarienerfahrung hin oder her. Es ist hiermit nicht vergleichbar. Diese erste Autofahrt hätte unserem Gefühl nach genauso gut in Zentralafrika stattfinden können. Eine Stadt nach unseren Maßstäben sahen wir kaum, höchstens mal eine Marktstraße im Dorf:

Der ausgesprochen moderne Flughafen (das internationale Terminal) und die prächtig gedeiende Pflanzenwelt gehen in einfachen, ebenerdigen Holz- und Wellblechhütten über, die sich über die Landschaft verstreuen.

Hin und wieder ein kleines Dorf (durch die extrem vielen „schlafenden Polizisten” am Ortseingang und -ausgang nicht zu verfehlen). Wer wie viel Geld hat, lässt sich direkt an der Quadratmeterzahl des Hauses und an seinem Zustand ablesen. Es fallen jedoch die prächtigen Gärten und bunten Farben der Häuser auf. Am Wegesrand stehen häufiger mal Ziegen oder Kühe. Zum Glück läuft uns keine vor’s Auto.

Die Berge sind ziemlich kahl. Unten wachsen Palmen und Bananenstauden. Kirchen und Schulen, zumindest Grundschulen, sahen wir oft. Auch diese einstöckig, selten mal ein zweites Stockwerk.

Es gab viele Linienbusse – von komplett offen mit Plane bis hin zu ganz modern.

Es zogen Wolken auf. Es regnete. Heftig. Ich betätige den Scheibenwischer – und blinke. Verdammt: In Fiji sind Scheibenwischer und Blinker vertauscht. Nia fielen nach nur 1-2h Schlaf im Flugzeug und mit Halsweh schnell die Augen zu. Nach 3 Stunden kamen wir sicher am Ressort an.

Die ursprüngliche Idee, die Insel einmal zu umfahren oder wenigstens bis zur Hauptstadt Suwa zu fahren (Das Parlamentsgebäude soll eine Sehenswürdigkeit sein), wurde mit jeder weiteren Baustelle, jeder weiteren einspurigen Brücke und jedem weiteren Zuckerrohr-Laster begraben. Erleichtert kamen wir in Wananavu, unserem Ressort, an und wurden auf einem leeren Parkplatz vom Sicherheitsmann zu der am weitesten vom überdachten Bereich liegenden Ecke eingewiesen (es goss in Strömen). Später trug er uns dafür den Koffer und wir durften noch einmal umparken.

Unser „Zimmer” war hier eine geräumige Bure (Fijianisch für Hütte/Bungalow) und lag in einem sehr schönen Garten in Hanglage. Früher war das eine Plantage gewesen.

Es gab auch einen kleinen Privatstrand mit extrem flachen Wasser, Mangroven, eine kleine Marina und selbstverständlich eine künstliche Halbinsel für Hochzeiten. Dazu die Honeymoon-Bure, bridal Spa-Treatment, etc. etc. Scheint hier ein generelles Geschäftsmodell zu sein.

Übrigens ist das Ressort, wie fast alle anderen hier, fest in ausländischer Hand, Fijianer stellen die Angestellten. Allerdings lernten wir, dass ausländische Investoren immerhin das Land in der Regel nicht kaufen können, sondern von einem der Stämme (Gemeinden) für 99 Jahre leasen müssen. Gleichzeitig gibt es aber auch ziemlich viele Privatinseln. Unsere kleine Nachbarinsel steht z.B. gerade zum Verkauf und kostet schlappe 13 Mio. USD – Schnäppchen. Hat wer Interesse?

Dies alles steht in starkem Kontrast zur Landschaft da draußen – paradiesischer Garten hier im Ressort, Wellblechhütten da draußen. Ein gutes Gefühl ist da nicht.

Dennoch waren die Einheimischen immer gut drauf, sehr aufmerksam und haben immer ein Lächeln und ein „Bula” auf den Lippen. Für ein Schwätzchen war jeder zu haben. Wir haben nicht den Eindruck, dass dies einstudiert ist, sondern zur Mentalität der Leute hier gehört. Es passierte auch häufiger, dass einem völlig unbekannte Menschen mit Handschlag auf der Straße begrüßen. Da Englisch eine der Amtssprachen ist, haben wir da auch kaum Probleme.

Nahezu alle dieser Ressorts haben auch ein Restaurant. Gaststätten oder Imbisse findet man nämlich sonst kaum. Die Besonderheit in Wananavu war, dass die Gäste im Restaurant, die am nächsten Tag das Ressort verlassen, mit einem Abschiedslied verabschiedet wurden. Dann singen alle Kellner mehrstimmig mit. Wow.

Während es am ersten Abend richtig heftig regnete, tröpfelte das Internet dagegen. Immerhin bekamen wir den Wetterbericht durch: Regen und Gewitter an allen Tagen, wo wir auf Fiji waren. Tolle Perspektive. Wir wollten das Japanische Wetter wieder haben!

Am nächsten Morgen öffneten wir die Gardinen. Blauer Himmel. Wir sahen das Meer. Und diese 13-Mio-US-Dollar-Insel gegenüber.

Also verbrachten wir den Tag am Strand. Da gab es herrliche Hängematten. Wir stellten fest, dass die Sonne hier schon am Morgen ganz schön brannte. Also immer gut eincremen und das „Nobite” nicht vergessen. Wobei sich leider nicht alle Mücken davon beeindrucken lassen wollen. :-(

Der zweite Tag begann regnerisch und mit Gewitter. Wir wollten eigentlich die Bootsfahrt zum Sonnenuntergang buchen und bangten den ganzen Tag, ob sie stattfinden würde. Als es aufklart, stellt sich auch noch heraus, dass das Boot noch verspätet zu einem Tauchgang aufgebrochen ist. Es ist nicht klar, ob es bis 17:30 wieder zurück sein wird. Wir bangen weiter.

René nutzte die Gelegenheit, um im Zentrum von Raki Raki ein paar Besorgungen zu machen.

Wir lernten noch ein Paar aus Auckland kennen. Sie erzählten vom schweren Zyklon 2015. Das Wananavu-Ressort hatte Glück, das benachbarte musste neu aufgebaut werden.

Gegen 17:00 Uhr kam die Überaschung: Das Boot war zurück. Also schnell hinunter zur Marina. Wir treffen auf zwei nette Herren, die ohne Pause mit uns herausfuhren. Dafür gönnten sie sich während der Fahrt einen kleinen Snack: die Instant-Nudeln von Maggi. Nein, nicht zwei Minuten gekocht. Die kann man roh essen! Wirklich. (Wir haben das später noch mal probiert!)

Und trotz der vielen Wolken werden wir mit einer traumhaften Abendrot-Stimmung auf dem Wasser belohnt!

René durfte sogar mal kurz das Boot steuern und geschickt die Korallenriff umfahren. (Erfahrung: Du fährt nicht auf Sicht, sondern nach dem GPS-Navi. Da sind alle Riffs verzeichnet. Gerade abends würde man gar keine Korallen sehen können)

Später durften wir uns auf die Bootsspitze setzen (für „Titanic” a lá Kate & Leo war das Boot leider zu klein). Kurz nach 18 Uhr wurde es schlagartig dunkel. Die blaue Stunde ist hier kurz.

Wir kamen mit dem Bootsführer ins Gespräch und berichteten von Deutschland und unseren Reiseplänen. Auf einmal fühlten wir uns sehr bescheiden, als er uns sagt, dass der Fiji noch nie verlassen hat.

Etwas verspätet trafen wir zu unserem letzten Abendessen im Restaurant ein. Als wir uns für die Nacht verabschiedeten und für alles bedankten – mittlerweile waren wir die letzten Gäste – bekamen wir ein spontanes Ständchen vom Musiker und den Kellnern. Und als wir gegangen sind, außer Sichtweite und fast schon außer Hörweite, griff der Musiker wieder zur Klampfe und sang mit dem Kellner. Wir lauschten aus sicherer Distanz. Sie hatten Spaß. Auch ohne Gäste. Wir auch.

Am nächsten Morgen starteten wir mit ausreichend Puffer nach Nadi. Dort gaben wir den Mietwagen ab – und flogen weiter auf die nächste Insel: Taveuni.

Noch eine kleine Anmerkung zum Reiseablauf: Ursprünglich wollten wir von Nadi direkt nach Taveuni weiterfliegen und da sechs Nächte verbringen – und dann vier auf der Hauptinsel. Nachdem wir die Unterkunft auf Taveuni gebucht hatten, stellten wir jedoch fest, dass sowohl an diesem als auch am Folgetag alle Flüge bereits ausgebucht waren. Also besuchten wir erst die Hauptinsel – und dann Taveuni. Da der Rückflug von Taveuni und der Weiterflug nicht zusammenpassten (wir kämen zu spät an Nadi an), mussten wir eine weitere Nacht auf der Hauptinsel verbringen.

BusinessClass nach Neuseeland

Warnung: Dieser Teil unserer Reise könnte Spuren von Satire enthalten!

Der Flug zwischen Nadi und Auckland war Business Class. Es war das erste Mal für uns. Nun mag man sich fragen: Haben wir zuviel Geld übrig? Nein, das skurrile ist: der Flug hat uns praktisch nichts gekostet. Im Gegenteil.

Als ich den Flug von Tokio nach Nadi buchte, stellte ich fest, dass ein kombinierter Flug Tokio-Nadi-Auckland absolut preiswerter ist, als lediglich Tokio-Auckland. Ich wunderte mich schon beim Buchen, dass dieses Flugzeug nur 24 Sitzplätze hätte – und dachte, es sei ein Fehler. Nein, das war die Business Class. Nagut, akzeptiert.

Am Flughafen angekommen durften wir uns nun wichtig fühlen. Zunächst die Kofferabgabe. Hier durften wir 40kg mitnehmen. Dieser Vorteil verpufft natürlich, wenn auf allen anderen Abschnitten der Reise nur 23kg mitgenommen werden können. Weiter ging es durch die Sicherheitskontrolle – ganz normal. Die Business Class spielte erst bei der Passkontrolle eine Rolle. Hier gab es einen Express-Schalter für die Business Class. Juhu. Dummerweise stand beim normalen Schalter in diesem Moment auch niemand.

Dann gingen wir in die Lounge. Die sind streng nach Fluggesellschaften getrennt. Zum Glück reisten wir beide mit der gleichen Gesellschaft. Wir zeigten das Flugticket vor – und unsere Namen standen auf der Liste der wichtigen Gäste. Dann waren wir da, im Schlaraffenland.

Hier gibt es unzählige Sitzecken. Jede hat anderes Mobilar, aber alles sieht durchaus edel aus. Und untypisch für Fiji. Zudem ist angenehm wenig Betrieb, während im normalen Wartebereich der Bär steppt. Es gibt ein Buffet zum Bedienen. Mit Getränken. Sogar alkoholisches. All inclusive. Das Dumme ist nur: So viel kann man in der Wartezeit gar nicht alles wegfuttern. Die Musik war sehr dezent. Viel Personal, das ständig alles wieder auffüllte. Man kann sogar duschen, wenn man möchte.

Wir fühlten uns ein wenig die Bauern, die einmal am Buffet des Königs nagen durften. Und natürlich bedient man sich dann auch. Zumindest plünderte ich die Ananas, die hier deutlicher leckerer waren als in Deutschland. Und lernte noch Coffee Barfi kennen, indisches Süßgebäck:

Unser Flug wurde aufgerufen – und damit mussten wir die Lounge verlassen. Wir sahen zum Vergleich die normalen Wartebereiche:

Am Gate gab es wieder die separate Schlange für Business-Class. Yeah. Nun durften wir uns vordrängeln – und haben drei Personen überholen können. Und, ganz wichtig, uns wichtig fühlen.

Im Flugzeug ging es dann nach vorne. Nach ganz vorne. In die Reihe 1. Wir haben Platz. Wesentlich mehr Platz. Da wo man sonst 1 bis 1,5-Fenster im Flugzeug hat, haben wir drei. Die Füße konnten wir gar nicht so weit ausstrecken, um gegen irgendetwas zu treten. Die ultimative Beinfreiheit. Wir konnten die Stühle bis in die Waagerechte verstellen.

Da wir ja zuvor aus Japan kamen, haben wir auch den direkten Vergleich, da auf beiden Flügen ein Airbus A330 eingesetzt wurde.

Nur einige Gegensätze:

  • Allein für die 24 Plätze gab es 3 Flugbegleiter.
  • Während das Multimedia-Programm als normaler Gast eher schwerfällig zu bedienen war, lief das hier 1A. Es gab auch mehr Filme, mehr Musik.
  • Die Kopfhörer waren deutlich besser – und unterdrückten sogar Fluggeräusche.
  • Klar, das servierte Essen war reichhaltiger und wertiger. Vor allem gab es richtiges Besteck, wo sonst alles nur Einweg ist. Was alleine für Müll in der zweiten Klasse produziert wird, fragt man sich schon, warum das nur in der zweiten Klasse gibt. Getränke aus Gläsern und richtigen Tassen.
  • Auf der Toilette gibt es viel besseres Papier zum Hände abwischen und sogar Lotion. Warum auch immer selbst da Unterschiede gemacht werden…?
  • Es gab ein Erfrischungstuch. Juhu!

Und die VIP-Speisekarte:

Wie sollte es auch anders sein: Die Stunden vergingen wie im Flug. Es waren letztendlich nur reichlich 3 Flugstunden.

Beim Verlassen des Flugzeuges ist man wieder nur ein normaler Reisender. Und nun standen wir bei der Passkontrolle an. Und es gab keine Business-Class-Schlange mehr. So ein Mist.

Lohnt der Japan Rail Pass?

Wer als Tourist in Japan auch mit den Eisenbahnen (und vor allem den Shikansen) unterwegs sein will, wird um die Frage des Japan Rail Passes nicht herumkommen. Wir haben ihn für 3 Wochen in Anspruch genommen, das kostete uns 452 Euro (Wert in Yen: 59350).

Nach der Reise fragten wir uns dann: Hat er sich gerechnet? Finanziell kaum, vom Reisekomfort her auf jeden Fall!

Wir haben unsere Zugfahrten notiert. Für die reinen Verbindungspreise sowie Express-Aufschläge hätten wir ohne den Pass 54910 Yen bezahlt (umgerechnet ca. 418 Euro) – ohne irgendwelche Frühbucher-Rabatte. Hinzu kommen noch die Reservierungsgebühren für die Sitzplätze. Diese können wir aber im Nachhinein nicht mehr ermitteln (Sie sind nicht zwingend nötig, manchmal aber vorteilhaft. Und teilweise hatten wir auch welche für Verbindungen, die wir dann so nicht angetreten sind. In jedem Fall sind sie im Japan Rail Pass mit inklusive).

Warum es sich dennoch gelohnt hat und wir diesen wieder holen würden?

Zum einen wussten wir vor der Reise nicht, wie viele Fahrten wir letztendlich machen werden. Von Tokio aus hatten wir noch einige Ausflüge ins Umland geplant, auf die dann verzichteten. Mit dem Japan Rail Pass haben wir einen Fixpreis.

Und zum anderen mussten wir vor Ort keine Fahrkarten kaufen. Das erspart das Bedienen von Automaten, Warteschlangen etc. Mit dem Japan Rail Pass gehst du einfach an der Bezahlschranke vorbei und winkst mit der Karte.

Und zum dritten: Verglichen mit der Landesgröße haben wir doch nur einen kleinen Teil (grob Hiroshima-Tokio) bereist. Wäre der Abschnitt größer, hätte sich der Japan Rail Pass definitiv gelohnt.

Was man aber im Kopf behalten sollte: Es gibt in Japan neben den Japan Rails viele weitere Bahnbetreiber, bei denen der Pass nicht akzeptiert wird. Ebenso findet er keine Anwendung bei städtischen U-Bahnen bzw. Bussen.

Von Bis Fahrpreis Express Anmerkung
Takamatsu Hiroshima 4190 2480
Hiroshima Mijayima 590 inklusive Fähre
Mijayima Hiroshima 590 inklusive Fähre
Hiroshima Shin-Osaka 5620 4090
Shin-Osaka Emmachi 760 860
Emmachi Inari 200
Nijo Emmachi 140
Emmachi Himeji 2270 2480
Himeji Emmachi 2270 2480
Emmachi Nara 840
Nara Emmachi 840
Emmachi Saga-Arashiyama 190
Saga-Arashiyama Emmachi 190
Emmachi Narai 5400 3390
Narai Machida 3670 2160
Odawara Kameido 1660 1730
Ryogoku Kameido 140
Kameido Tokyo 170
Ichigaya Sendagaya 140
Akihabara Kameido 160
Kameido Iidabashi 170
Ichigaya Shibuya 170
Shibuya Kameido 310
Kameido Uguisudani 170
Ueno Kameido 170
Kameido Nippori 860
Ueno Kameido 170
Kameido Narita Terminal 1490 1700 Airport Express
Summe 33540 21370 Gesamt: 54910

Fiji: Fiji Orchid

Wenn auch nur für eine Nacht, so lernten wir noch ein drittes Ressort kennen: das Fiji Orchid zwischen Nadi und Lautoka. Wir kamen von Taveuni in Nadi an – und wurden auch prompt abgeholt. In einigen Minuten waren wir dann auf dem Ressort.

Laut Webseite gehörte das Ressort mal Raymond Burr, einem kanadischen Schauspieler, dessen Filme vor allen in den 50er, 60er und 70ern gedreht und der in den 90ern verstorben ist. Eins seiner Hobbys soll wohl Orchideen gewesen sein. Und was macht man da als kanadischer Filmstar? Klar, man kauft eine Insel in Fiji. Und ein Ressort. Und legt noch einen Garten im Nationalpark an (Garden of the Sleeping Giant). So erklärte sich dann auch der Name des Ressorts (Fiji Orchid) und der Name des dortigen Restaurants (Raymond’s).

Das Ressort bestand nur aus sechs Buren, kleinen eher zeltähnlichen Hütten. Der Ausstattungsstandard war dagegen topp. Wir kamen an – und alles war liebevoll mit Pflanzenblüten dekoriert.

Zwischen den Gebäuden war der reinste botanische Garten – und so entschuldigt mich, wenn in disem Beitrag vor allem Pflanzenbilder zu sehen sein werden:

Wir gingen zum Abendessen in das eben schon erwähnte Raymond’s:

Da über uns nur eine Art Zeltmembran war, hörten wir in der Nacht öfters dumpfe Aufpralle. Das Rätsel konnten wir am nächsten Morgen lesen: Es war ein Johannisbrotbaum:

Nicht weit davon entfernt war der Saweni-Strand. Doch dazu hatten wir gar keine Gelegenheit mehr gehabt. Denn am nächsten Morgen mussten wir zum Flughafen. So zeitig wie möglich versuchten wir zu frühstücken. Und dann ließen sie sich Zeit und wir scharrten schon mit den Hufen. Am Ende ging alles gut – und wir kamen rechtzeitig am Flughafen an, um Fiji zu verlassen.

Fiji: Lautoka

Da es am Flughafen Nadi keine Post mehr gab, bin ich zum Versenden des Pakets nach Lautoka reingefahren. Lautoka ist hier so etwas wie eine Großstadt – mit über 50.000 Einwohnern. Es wird bereits auch als „City” bezeichnet. Als wir einige Tage zuvor von Wananavu zurück zum Flughafen gefahren sind, gab es sogar Stau kurz vor Lautoka. In soweit nutzte ich die Gelegenheit, auch mal Urbanität von Fiji kennen zu lernen.

Der Fahrer, der uns vom Flughafen zum Ressort brachte, war so freundlich und nahm mich auch gleich mit in die Stadt mit – und setzte mich vor der Post ab. Nachdem ich das Paket verschickt hatte, schaute ich mich noch ein wenig um.

Die Narara-Parade war eine der zentralen Straßen in der Innenstadt. In ihrer Mitte gibt es sogar Gleise. Doch das ist keine Straßenbahn, auf Fiji gibt es nur Güterverkehr. Der Sugar Train.

Etwas, was ich in Fiji noch gar nicht gesehen habe: Parkuhren. Und ich sah sogar Personen, die das kontrollierten.

Ich betrat das Tappoo-Einkaufszentrum. Total modern. Es gab sogar Rolltreppen. Und ein farbenfrohes Obst- und Gemüstesortiment. Das totale Gegenteil von dem, was ich in Rakiraki und auf Taveuni kannte.

Auf der anderen Straßenseite der Promenade gab es viele kleinere Geschäfte:

Ich betrat ein Bekleidungsgeschäft und kleidere mich einmal neu ein: Noch ein Hemd. Und einen Zulu, das ist ein Männerrock. Beides zusammen für 50 FJD (cs. 20 Euro). Bei Zulu bekam ich ausführlich erklärt, wie man ihn zu binden hat – damit er fest sitzt.

Direkt daneben gab es Elektronik:

Verlässt man diese Promenade, wird es etwas einfacher:

Leider war die Zeit sehr begrenzt. Ich musste wieder zurück. Für das Ressort half nur ein Taxi. Aber auch das war überschaubar. Und war sehr interessant.

Postversand vom anderen Ende der Welt

Sowohl von Japan als auch von Fiji haben wir Pakete nach Hause geschickt.

Für Japan gibt es eine sehr hilfreiche Seite. Mit ihr waren wir auf (fast) alles vorbereitet. Pakete zu verschicken ist nicht nur eine Frage von Gewicht und Porto, sondern auch von Zoll. Pro Sendung darf der Warenwert von 45 Euro nicht überstiegen werden (gilt für sämtliche Sendungen nach Deutschland). Also teilten wir unsere Besitztüber in ein Päckchen (ist günstiger, ohne Tracking-Nummer) und ein Paket (mit Tracking-Nummer).

Wir betraten die Post und wurden auch freundlich empfangen. Wir kauften die passenden Kartons und füllten unsere Gegenstände in die Kisten und machten alles passend. Das waren vor allem Karten und Infomaterial von besichtigten Einrichtungen, teilweise auch Dinge, die wir im weiteren Verlauf der Reise nicht mehr brauchten und eben auch Souvenirs. Die ersten beiden Dinge sind natürlich besser für den Zoll. Das Packen war binnen weniger Minuten erledigt.

Dann füllten wir die Zoll-Scheine aus, die werden mit aufgeklebt. Sprich: Du listest alles auf – und gibst zu allem ein ungefähres Gewicht und deren Wert an. Das machte richtig Arbeit.

Das freundliche Personal unterstützte uns mit Klebeband, Edding, Schere und Klebestift. Wirklich sehr zuvorkommend (Ich hatte in Deutschland mal ein Paket verschickt und wollte das Paket mit etwas Klebeband stabiler machen. Oh, da durfte ich mir anhören, dass die Post nicht dafür zuständig sei)

Nach gut einer Stunde waren wir dann soweit: es konnte losgehen. Naja, theoretisch. Da wir eins der Kisten als Paket verschicken wollten, musste ein anderes Formular ausgefüllt werden (Bei Paketen sind die Zollinformationen gleich integriert). Also noch mal alles abschreiben. War ja nicht schlimm, wir hatten großzügig Zeit eingeplant.

Bürokratie par excellence, aber das Personal half uns ungemein. Wir hatten schon unseren Coach, die uns unterstützte.

Seeweg oder Luftweg? Für uns war die Entscheidung klar: Seeweg. Nicht weil das andere fast doppelt so teuer war. Aber die Pakete sollten nicht vor uns ankommen! Das Personal entschuldigt sich für lange Wartezeit. Ich sagte nur: „Alles ist perfekt, wenn es bis Jahresende ankommt.” Beide Sendungen kosteten umgerechnet um die 40 Euro.

Eineinhalb Wochen später wollte ich am Internationalen Flughafen in Nadi (Fiji) ein Paket verschicken. Doch Pustekuchen: es gab keine Post mehr. Es wusste auch kaum jemand, ob und wo es diese Post gegeben hat. Wir fragten mehrere Leute und bekamen ganz verschiedene Aussagen. Da, wo bei Google Maps eine Post eingezeichnet ist, hätte mal eine sein können. Also verband ich es mit einen Besuch in Lautoka:

Ich bekam im angeschlossenen Postkiosk eine Kiste geschenkt. Da diese aber bedruckt war, sollte die bedruckten Flächen mit Papier abgedeckt werden. Für das Papier bezahlte ich einen symbolischen Betrag von umgerechnet von 15ct. Dann verpackte ich die Kiste und füllte das Zollformular aus.

Seeweg oder Luftweg? Diese Frage stellte sich in Fiji nicht, denn es gab nur den Luftweg. Und das war blöd, weil das Paket dann vor mir ankommen würde. Also musste ich einen abweichenden Adressaten angeben (Firma). Am Ende hat mich dieses Paket knapp 100 Fiji-Dollar (40 Euro) gekostet. Also fast genauso viel wie ein Paket und ein Päckchen aus Japan.

(Von Neuseeland aus verzichteten wir auf ein Paket.)

Nun hatte ich eine Tracking-Nummer von Japan und eine von Fiji. Während wir noch in Neuseeland unterwegs waren, kam das Paket von Fiji an. Beim Paket aus Japan habe ich einen sehr langen Zeitraum keinerlei Lebenszeichen vernommen. Anfang Oktober wurde es versandt.

Anfang Dezember kamen – an zwei Tagen in Folge – sowohl das Päckchen als auch das Paket an. Die Freude war groß. Nachdem das Paket angekommen war, fand ich auch neue Lebenszeichen hinter der Trackingnummer. Allen voran gab es zur Japanischen Trackingnummer auch eine DHL-Nummer. Nur die kannte ich eben nicht. Und da gab es schon eher Informationen.

Fiji: Taveuni

Wir waren angekommen – in Taveuni. Einer Insel am anderen Ende der Welt. Aus einer Insel, die man von Deutschland aus nicht unter eineinhalb Tagen überhaupt erreichen kann. Und aus einer Insel, die für sich auch anders war als die Welt. Gewisse Berühmtheit hatte die Insel, da sie Filmkulisse für „Rückkehr zur Blauen Lagune” im Jahr 1991 hatte.

Taveuni ist nicht groß. Die Ausdehmung sind 42 mal 15 Kilometer. Es gibt einen Flughafen, der zwei Mal am Tag die Insel mit der Hauptinsel verbindet. Zwei mal in der Woche dockt ein Schiff von der Hauptstadt an. Dreimal am Tag fährt über die Insel ein kleiner Bus. Es gibt eine Verbindungsstraße, die bis auf den Nationalpark um die Insel herumführt:

Es gibt hier keine nennenswerten Orte. Nur eine Ansammlung kleiner Dörfer und einiger versprengter Häuser. Auf der Insel leben ca. 12.000 Menschen. Bei der Größenordnung wird auch klar, dass nicht sehr viele Touristen auf diese Insel kommen können.

Unser Ressort lag zwischen Tavuki und Weiriki und nannte sich Aroha (zu deutsch: Liebe) und war ca. 15 Kilometer vom Flughafen entfernt. Wir hatten wieder eine Bure, dieses Mal direkt am Strand. Nur viele Buren gab es hier nicht. Genau genommen 5 Einheiten. Während uns schon Wananavu klein vorkam, so ist das hier alles noch kleiner, einfacher, familärer. Auch der Eigentümer hatte hier seine Bure. Dort stand auch der Swimming-Pool. Wir haben eine Außenküche (leider ohne Kochplatten) auf der Verenda. Hinter dem Haus war die Außendusche (Man verließ also die Bure, aber die Dusche war eingemauert).

Vor dem Haus gab es eine Liegewiese. Und direkt dahinter rauschte das Meer.

Der Strand war hier nicht privat, was wir zugegebenermaßen gut fanden. So sprangen die Kinder des Ortes – teilweise bis zu 50 – in die Fluten und hatten Spaß. Besonders am ersten Abend gab es besonders heftigte Wellen – das soll so ca. einmal im Monat passieren. Das Kinderlachen begleiete uns auch für die folgenden Abende.

Allgemein war der Strand hier eher steinig. Zugegeben waren wir etwas vorsichtig und sind nur mit Neopren-Schuhen ins Wasser. Vor allem bei Ebbe konnte man sehr weit hinauslaufen, da nahezu der gesamte Strand hier voll mit Korallen war. (Und wenn ich die Bilder im Nachgang mir so anschaue, war es wohl auch gut so. Sie sehen wir Feuerkorallen aus, die ähnlich wir Brennnesseln zu Juckreiz führen können)

In fußläufiger Entfernung soll es eine Kaufhalle geben. Das war praktisch, um zumindest etwas Wasser zu bekommen. Ich verließ das Anwesen und lief die Straße entlang – doch sehe nur grün.

Erst nach der Kurve gab es wieder Anzeichen von Zivilisation. Ein Kino und zwei Märkte.

Auf dem Rückweg kam ich mit einem Anwohner ins Gespräch, der mich eingeladen hatte. Zugegeben: ich war etwas zurückhaltend. Und Nia war vom Flug noch nicht erholt. Im Nachgang ärgerte ich mich ein wenig.

Für das Abendessen nutzten wir wieder die hoteleigene Gaststätte, die auch hin und wieder von den Einheimischen genutzt wird. Zumindest gab es sonst so gut wie keine gastronomischen Einrichtungen auf Taveuni – außerhalb dieser Ressort. Dazu wurden wir zuvor gefragt, was wir essen wollen. Es gab mehr oder weniger drei bis vier Essen zur Auswhal jeden Tag. Als wir die Gaststätte betraten, waren gerade sehr viele da. Ein Kind feierte seinen ersten Geburtstag – und es gab Kuchen für alle. Happy Birthday, Julie! Wir durften mitfeiern.

Wir sehen hier keine (Kartoffel-)Pommes, sondern Cassava. Ein Wurzelgemüse, was in südlichen Ländern verbreitet ist. Hier eher als Delikatesse angepriesen (und damit eher landestypische Kost), praktisch hat jede Kartoffel bessere Nährwerte.

Weit verbreitet waren diese kleinen Tierchen. Die saßen nahezu an jeder für sie erreichbaren Wand:

Auf dem Rückweg zur Unterkunft wurden wir von unzähligen Fröschen, die abends aus ihren Erdlöchern kommen. Quack.

Am Abend der ersten Nacht war es auf dem Wasser recht hell gewesen. Und laut. Das hing damit zusammen, dass am Hafen gerade ein wichtiges Schiff angelegt hatte. Es war das mobile Krankenhaus. Die Insel selbst hat nur ein kleines Krankenhaus in Waiyevo.

Abends stellten wir uns im Hotel die entscheidenden Fragen: Was werden wir die folgenden Tage machen? Wir hatten zwar schon einige Ideen gehabt. Aber noch keinen Fahrplan. Zum Glück gab es im Zimmer eine kleine Gästemappe mit möglichen Ausflugszielen. Bei den meisten Ausflugszielen stand ein Preis dahinter: „Vehicle + Driver”. Du bekommst auf Taveuni keinen Mietwagen, sondern du wirst gleich befördert. Und wenn man einmal die Straßen gesehen hat: es war besser so!

Was machten wir im einzelnen:

Natürlich nutzten wir auch die Gelegenheit, um etwas zu entspannen. Wo, wenn nicht hier auf dieser Insel? Und die Sache mit dem Internet hatte so einen Haken: es gab nur 5 GHz-WLAN. Na gut, Entspannen!

Die Anlage war auch gärtnerich recht liebevoll gestaltet:

In meinem Blumentopf ist es höchstens 15 Zentimeter groß:

Mmmh, lecker:

Blick zur Nachbarinsel:

Diese Pflanze gedeiht zu Hause in einem Blumentopf:

Ein kleiner, grimmiger Vogel:

An einem der Tage zogen dunkle Wolken über den Berg.

Die Straße war fast unter Wasser, als ich zur Kaufhalle laufen wollte:

Im Kampf gegen Mücken nutzten wir Deet (Nobite), eine schon sehr harte Maßnahme. Weil wir es teilweise auch nicht besser wussten. Wenn ein Bein mit Deed mit einer Kunststofftüte (hier Rewe) in Berührung kommt…

Da das Ressort sehr klein war, kamen wir auch mit den Nachbarn in Kontakt. Einer war Vogelbeobachter und war schon in frühester Morgendämmerung auf den Beinen. Ein Prächen war Mitglied im Rotary-Club, so eine Hilfeorganisation. Neuseeland kümmert sich dabei besonders um Fiji.

Auch die sechs Nächte nahmen ein Ende. Leider. Es gäbe sicherlich noch einiges auf der Insel zu entdecken, z.B. die Berge. Aber wir mussten weiter. Neuseeland wartete ja auch noch auf uns!