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Reise nach Hong-Kong, Japan, Fiji und Neuseeland

Dieser Artikel dokumentiert unsere erste große Weltreise. Wir bereisten zwischen September und November 2018 die Länder Länder Hongkong, Japan, Fiji und Neuseeland. Es ist zugegebenermaßen nicht ganz eine Weltreise, es fehlen noch ganze Kontigente. Es ist eher eine Reise ans andere Ende der Welt.

Totalausfall

Die letzten beiden Wochen gab es hier leider einen Totalausfall. Während ich gerade das andere Ende der Welt bereitste, hatte ich absolut keine Zeit, mich darum zu kümmern. Das ganze ist natürlich ärgerlich – aber ich habe eben auch für mich klare Prioritäten gesetzt ;-)

Was ist passiert?

Host Europe hat PHP 5.6 abgeschalten. An sich richtig und längst überfällig: So uralte Versionen birgen Sicherheitsrisiken. Das Ärgerliche daran: Ich hatte die Seite schon im Dezember 2017 umgestellt, jedoch noch nicht scharf geschalten.

Als mich die Botschaft der geplanten Abschaltung erreichte, war ich bereits auf großer Weltreise unterwegs. Und unterwegs hatte ich keinen Zugriff auf meinen letzten Stand. Und dann nahte der Stichtag 25.10.2018. Nun läuft wieder alles. Betroffen waren übrigens auch meine beiden Seiten Datenleck (auch wenn die Seite derzeit nicht aktuell gepflegt wird) und Zweitwohnungsteuer. Auch diese sind nun wieder ans Netz gegangen.

Sagte ich etwas von einer Weltreise? Ja! Davon wird es demnächst dann auch den einen oder anderen Artikel geben.

Der unbequeme Flug mit KLM

Im Rahmen der Reisevorbereitung sagte uns jemand, dass KLM nicht die schlechteste Fluggesellschaft sei. Es war aber der mit Abstand schlechteste aller Flüge.

An der Lage des Gates im Flughafen kann man meistens auch erkennen, in welchem Segment eine Fluggesellschaft unterwegs ist. Und anders als bei HK-Express, wo wir im allerletzten Winkel des Flughafens starteten, war KLM durchaus sehr zentral gelegen. Doch als wir ins Flugzeug einstiegen, trübte sich diese Laune. Optisch erwartete uns ein Flugzeug, dessen Ausstattung wir auf frühe 90er tippten: alte Leuchtstoffröhren im dreckigen Weißton leuchten die Kabine aus.

Fangen wir bei den Sitzen an: Diese waren eng in jeglicher Hinsicht. Wir spürten beidseitig die Armlehnen und konnten auch kaum die Beine ausstrecken. Unter den Vordersitzen passte auch der Rucksack nicht, weil entweder da Bügel hindurch liefen – oder irgendwelche Blechboxen installiert worden sind. Zudem waren sie auch unbequem, was wir am Gesäß und im Rücken spürten.

Wir saßen unweit der Treppe zur Business Class (Doppelstöckiger Flieger), dadurch wurde der Bereich auch während des Fluges nicht abgedunkelt, die Treppe blieb immer erhellt.

In den Vordersitzen gab es bereits Bildschirme mit einem prähistorischen Multimedia-Programm und schwergängigen Touch-Displays. Die Bildschirme waren extrem verschwommen und reflektierten das Licht der Treppe. Einen Film ließ sich damit nur mit Qualen schauen.

Zudem fehlte es im Flugzeug auch an Steckdosen im Sitzbereich. Das ist besonders ärgerlich bei einem Zehn-Stunden-Flug, wenn man die Flugzeit zum Aussortieren der unzähligen ca. 17.000 Bilder nutzen wollte und der Akku aber höchstens eine Stunde mitmacht. Ein Flugbegleiter bot an, die Geräte in seiner Pausenkabine zu laden. Wie löblich, nur da lud schon fast immer irgendein anderes Gerät. Und eigentlich kann das auch nicht die Lösung sein.

Ich saß während des Fluges öfters auf der Treppe, weil sie einfach bequemer war. Und mehr Beinfreiheit bot.

Und während am Anfang auf die Flugbegleiter-Taste hingewiesen wurde (zum Beispiel wenn das Laptop in Brand gerät), blieb diese auf dem Flug wirkungslos. Man konnte diese zwar drücken, dann leuchtete ein kleines Lämpchen. Und wenn du nach hinten geblickt hast, leuchtete in jeder dritten Reihe bereits ein Lämpchen. Aber es kam niemand. Und als doch mal einer die Runde etliche Stunden später abging, waren – welche Ironie – die Anliegen auch schon Geschichte. Ein eventuell in Brand geratener Laptop vermutlich auch.

Eine Stewardess pferchte mich irgendwann eher unfreundlich von der Treppe weg. Aber zugegeben: Die Laune war ohnehin schon im Tiefflug.

In Amsterdam mussten wir noch einmal umsteigen. Obwohl wir den Transit-Bereich nicht verlassen haben, mussten wir durch eine erneute Sicherheitskontrolle. Keine Ahnung, ob sie den Kräften von Hong Kong nicht vertrauen? Wie auch immer: die Taschen wurden noch einmal geröntgt. Der Unterschied war nur: Im Flugzeug bzw. im Transitbereich gekaufte Flaschen durfte man hier mitnehmen. Also ließen wir diese in der Tasche. Eine besonders freundliche Dame gab fast schon militärische Anweisung, wo wer wie zu stehen habe. Eine unserer Taschen piepte und musste untersucht werden – es war wohl die Wasserflasche. Also wurde die Wasserflasche noch einmal einzeln untersucht.

Einziger Wermutstropfen für KLM: Nach der pünktlichen Ankunft in Amsterdam flogen wir mit der selben Gesellschaft weiter nach Hamburg – und dieser Flug war weitaus angenehmer.

Wir kamen in Hamburg an – und was fällt uns als erstes auf? Kofferkulis nur mit Pfandmünzen. Dazu eine Liste aller passenden Münzen und ein Geldwechselautomat. Wir erinnerten uns zurück, als wir in Hong Kong aus der U-Bahn ausstiegen: dort stellte Personal Kofferkulis hin, so dass man seinen Koffer nur drauf hauen musste, um damit bis zur Gepäckabgabe durchfahren konnte. Das war Service!

Unser Fazit: Der Flug mir KLM zwischen Hong Kong und Amsterdam war der mit Abstand schlechteste aller Langstreckenflüge.

Hong Kong - Kowloon

Unser Flieger steuerte den Flughafen von Hong Kong an – und überflug das Perlflussdelta. In dieser Meeresbucht ist die neue Brücke zwischen Hong Kong und Macau gebaut worden. Auf unserer Hinfahrt war sie noch im Bau, bei der Landung sahen wir nun Autos darüber fahren. Und in der Tat: am 23.10.2018 wurde diese 55 Kilometer Lange Verbindung eröffnet.

Wir landeten – und bewegten uns direkt zur U-Bahn. Wir kannten ja nun das Prozedere. Unser Ziel war aber dieses Mal nicht die Insel von Hong Kong, sondern Kowloon. Also der Festland-Teil von Hong Kong.

Direkt vom Bahnhof Kowloon gab es einen kostenfreien Shuttle-Bus, der eine Reihe von Hotels abfuhr. Auch das unsrige, das Harbour Plaza Metropolis. Die Busfahrt selbst ähnelte eher einem Achterbahnparkour. Der Busfahrer kurbelte sein Lenkrad dermaßen schnell und in einem Tempo – Wahnsinn. Noch dazu quetschte er sich auch noch in noch so enge Einfahrten zu den Hotels hinein. Gut geschüttelte kamen wir dann an. Es war übrigens schon dunkel!

Wir checkten ein – und nahmen den Fahrstuhl in den 20. Stock. Wir öffneten die Zimmertür. Der Blick aus dem Fenster: Wow!

Kein Gebäude versperrte den Blick auf den Hafen. Vermutlich hatten wir einfach Glück!

Wir hatten für den Rückweg zwei Nächte vorgesehen. Für den Fall der Fälle, dass irgendetwas mit dem ersten Flug schief gehen sollte, war ein Tag Puffer dazwischen. Und den nutzten wir nun, um Kowloon näher kennen zu lernen.

Wir waren müde und schliefen ein. Als wir aufwachten, dachte wir: Oje, der Tag ist gelaufen. Alles viel zu spät. Doch Fehlanzeige. Es war noch sehr früh am Morgen. Wir konnten immerhin die Uhren um fünf Stunden zurückstellen (von +13 zu +8). Etwas Jetlag war auch dabei. Aber wie auch immer: der tolle Anblick war am neuen Morgen immer noch da!

Harbour Plaza Metropolis

Relativ nah zu unserem Hotelzimmer gab es eine Bar mit Außenterrasse. Hier schnappten wir frische Luft.

Schaut man sich das folgende Bild an, könnte man meinen, wir stünden vor dem Hotel. Mit einer kleinen Treppe. Und dahinter ein höheres Gebäude. Nein, wir stehen schon ca. im 20. Stockwerk.

Wir liefen die kleine Treppe hoch – und schossen ein neues Foto: nichts außer Hochhäuser und Straßen.

Und wenn wir diesen Blick heranzoom, so sehen wir nur noch Hausfassade:

Und blickten wir einmal nach unten, so sehen wir den Swimming-Pool des Hotels. Dazu später mehr.

Hafenkante

Nach der kleinen Fotosession auf dem Dach begannen wir unseren Rundgang. Zunächst an der Hafenkante entlang:

Dabei muss man sich vor Augen führen, dass die Kante und fast alle Hochhäuser an der Küstenlinie auf beiden Seiten (Hong Kong Island und Kowloon) durch Landgewinnung erst ermöglicht wurden (siehe diese Karte).

Kontraste: die hochmoderne Stadt mit dem alten Kutter:

Die Avenue of Stars war gerade Baustelle, also bogen in das Innere von Kowloon ab. Zunächst durch eine kleine Parkanlage mit einer Bruce-Lee-Statue. Der Kampfsport-Schauspieler war schließlich in Kowloon verstorben. Jenseits der imposanten Bauwerke an der Küstenlinie kommen nun viele ältere Hochhäuser zum Vorschein, wie z.B. entlang der Mody Road:

Wir machten Rast – und suchten uns einen Irish Pub. Die Dichte der Kneipen und Pubs ist schon beachtlich – wenn man bedenkt, dass man jeweils bis zur drei Gastronomien übereinander hat.

Kowloon Park

Der Kowloon Park ist ein 13 Hektar großer Park. Es soll der größte im Stadtbezirk Kowloon sein (zum Vergleich: Treptower Park ist 89 Hektar), rings herum stehen nur hohe Gebäude. Trotz alledem ist der Park nicht überlaufen. Im Gegenteil: Wir haben sogar menschenleere Bilder schießen können. Zur Mittagszeit.

Auf den Bänken sitzen war ok. Aber wehe, du liegst auf der Park: Schneller als du schauen kannst, war ein Ordner da. Live beobachtet.

Wir erreichten einen großen Käfig mit verschiedenen, farbenfrohen Papageien. In einem der Käfig schienen sich nicht alle zu mögen – was zu bösartigen Angriffen führte.

Temple Street (Yau Ma Tei / Mongkok)

Nach dem Kowloon Park liefen wir über die Temple Street.

Es gab den Temple Street Night Markt, der täglich von 14:00 Uhr bis 23:00 Uhr geöffnet hat. Es gab also ein recht ausgedehntes Verständnis von „Nacht”

Zugegeben: Wir sammelten etliche Eindrücke in Form von Fotos von Gebäuden, Straßen und Szenen, die in dieser Galerie gesammelt sind:

HK: Temple Street

Rundgang in den Ortsteilen Yau Ma Tei und Mongkok, insbesondere Temple Street und Tung Choi Street (Ladys Market)

Yaumatei Tin Hau Temple

Auf der Temple Street gab es auch einen Tempel: den Yaumatei Tin Hau Temple. Wir gingen hinein. Tempel fallen ungemein auf: entgegen der üblichen Bebauung mit mindestens 10, eher Stockwerken, eher mehr, haben die Tempel meist nur eine Etage. Und sie sind sehr alt und stehen auch wie dieser unter Denkmalschutz. In Inneren dieses Tempels roch es gewaltig nach Räucherstäbchen. Und in der Tat: Über den Köpfen gab es spiralförmige Räucherstäbchen. Nicht ein paar, unzählige.

Alle Bilder zum Yaumatei Tin Hau Temple:

Ladys Market

Wir steuerten den Ladys Market in der Tung Choi Street an – und fragten uns, ob wir hier wirklich nur Händlerinnen sehen werden? Und in der Tat war es das auch. Solche Straßenmärkte ziehen sich dann über mehrere Straßenzüge und sind dann für den Autoverkehr komplett gesperrt. Viele Menschen, keine Frage. Die meisten Stände boten entweder Leckereien oder Kleidung an, einige auch Souvenirs.

An einem Stand, die elektronische Musikinstrumente anboten, sind wir hängen geblieben. Wir dachten: Warum nicht? Und kamen auch unmittelbar mit der Standbesitzerin ins Gespräch. Der erste Preis für ein elektronisches Schlagzeug wirkte schon recht teuer, zack ging der Preis auch um 100 Dollar nach unten. Wir zögerten und spielten die Feilscherei einmal mit. Der Gedanke war hier gar nicht so sehr, ob wir überteuerten Scheiß kaufen, sondern nur, dass wir das überhaupt noch mit ins Gepäck bekommen. Nachdem wir irgendwann zustimmten, kam die Frage der Bezahlung auf: Keine Kreditkarte, keine Fremdwährung. Und unsere Bargeldbestände waren weitestgehend gegen 0 gefahren. Kein Problem: die Frau vom Stand winkte eine Kollegin heran, die uns zielsicher zum nächsten Geldautomaten führte, gut drei Querstraßen weiter (Die Entfernung hatte uns schon gewundert). Und nach dem Bargeldabheben auch wieder zurück. Dann konnten wir zahlen und bekamen das kleine Spielzeug mit nach Hause.

Spoiler: So richtig praktikabel ist das Schlagzeug nicht, da es keine Anschlagdynamik hat. Aber am Ende des Tages war das Schlagzeug auchgar nicht so wichtig: Die Geschichte und die Erfahrung waren viel mehr Wert. Eine bleibende Erinnerung an Hong Kong- an die dortigen Märkte.

Vom Lady Market liefen wir zur Station Mung Kok East, von da war es nur eine Station zurück zu unserem Hotel.

Hung Hom Station

Hung Hom Station ist so etwas wie der Fernbahnhof in Hong Kong, wo also auch Züge in Richtung China abfahren. Spannend ist die Namensgebung des Bahnhofes: nicht etwa nach dem gleichnamigen Ortsteil, an dessen Rand sich der Bahnhof befindet, noch nach der Hung-Hom-Bucht, eine Bucht, die es aufgrund diverser Landgewinnungsprojekte gar nicht mehr gibt. Und so kommen wir an diesem Bahnhof an, der auch gar nicht so groß ist. Wir stolpern förmlich in das Future-Metropolis-Einkaufszentrum, an dessen Ende der Eingang zu unserem Hotel war.

Man könnte es auch anders sagen: Unser Hotel gehört mit zum Gebäudekomplex des Bahnhofes. Als wir kurzzeitig wieder Blick auf die nicht verbaute Welt hatten, stellten wir fest: es war plötzlich dunkel. Das ging – ähnlich wie wir es in Fiji erlebten – sehr schnell.

Swimming-Pool

Das Hotel hatte einen Swimming-Pool (ganz oben sahen wir es auf Bildern). Es war schließlich mitgezahlt – also wollten wir es nutzen. Dummerweise war die Sonne schon untergegangen und es wurde kühler. Das hielt mich zumindest nicht davon ab. Im Bad meldete ich mich an – und durfte hinaus in das Becken gehen. Und so wie ich hinausging, folgte mir eine Mitarbeiterin. Ich ging in den Pool – und war alleine. Und wurde beobachtet von einer Bademeisterin. 1:1-Betreuung. Ich schwamm einige Bahnen – und es war schon toll: mit den Blick auf die anderen Gebäude. Zwischenzeitlich kamen noch weitere Personen (das war gut, ich hatte teilweise ein schlechtes Gefühl, dass wegen mir alleine eine Person des Personals geblockt war). Neben dem Becken gab es noch einen kleinen Whirlpool mit wärmeren Wasser.

A Symphony of Lights

Pünktlich um 20 Uhr fand die „A Symphony of Lights” jeden Abend statt. Das kannten wir schon von der Hinfahrt. Hier gibt es eine kleine optische Synfonie zwischen den Hochhäusern entlang beider Seiten des Ufers. Zudem gab es eine App, die dazu die passende Musik spielte. Was macht man also, wenn man schon einen so tollen und vor allem unverstellten Blick aus dem Hotelfenster hat? Richtig: Wir genossen den Blick aus dem Hotelfenster.

Tief in der Nacht wird ein Teil der Hochhausbeleuchtung (insb. Schriftzüge) abgeschalten!

Restaurant

Den Abend haben wir anschließend im Restaurant fortgesetzt: wir wollten noch etwas lokale Kost probieren, konkret Dumplins. Aufgrund der fortgeschrittenen Zeit (ca. 21 Uhr) nahmen wir der Einfachheit das Restaurant im Hotel. Wir fuhren also mit den Fahrstuhl hinab. Wir hatten Glück, es gab noch Platz. Genau genommen war zu der Zeit mit Ausnahme eines anderen Tisches alles leer. Wir bekamen die Speisekarte und überforderten das Personal mit einem Sammelsorium an Vorspeisen.

Nobel sah das Restaurant ja aus, keine Frage. Schäbig war dagegen das Programm auf derb Leinwand: In Endlosschleife lief Werbung, man möge doch in diesen Räumlichkeiten eine Festlichkeit wie z.B. eine Hochzeit abhalten. Nicht nur einmal. Es lief in Dauerschleife! Abwechslung bescherte dagegen nur das Personal, was schon fleißig und geräuschintensiv das Geschirr der anderen Tische abräumte, während wir zwischen den durchaus leckeren Dumplings dinierten.

Immerhin gab es beim Bezahlen noch eine kleine Überraschung: als Hotelgäste bekamen wir noch einen Rabatt gewährt, ohne dass wir das vorher wussten. Auch gut.

Die Morgendämmerung

Wir gingen Schlafen, nicht ohne vorher die Kamera auf die Fensterbank zu positionieren. Um mit Zeitraffer die Nacht, vor allem aber den Sonnenaufgang, aufzuzeichnen. Ich machte gleich den größten Fehler, den man machen kann: eine zu hohe Bildfrequenz. Einerseits überflüssig (Wer wird Stundenlang einen Sonnenaufgang verfolgen, noch dazu einen, den wir schlafend verbracht haben?), andererseits ist der Speicher endlich (auch bei einer Speicherkarte mit 128 GB stößte man an Grenzen). Den Fehler entdeckte ich zum Glück rechttzeitig, als ich einfach mal die erwartete Bildermenge der Stunden hochrechnete. Also noch mal abgebrochen – und neu gestartet. Den zweiten Fehler machte ich zum Glück nicht: Externe Stromversorgung für die Kamera – sonst steigt diese aus, noch ehe der erste Lichtstrahl die Bucht erreicht.

(Am Ende kann man daraus ein Video von 30 oder 60 Sekunden machen, mehr wäre ohnehin nicht wirklich spannend. 60 Sekunden mit 25 Bildern pro Sekunde ergeben einen Bedarf von 1.500 Bildern. Wenn man die Dauer des Sonnenaufgangs mit ca. 60 Minuten ansetzt, würde also ein Bild alle 2 Sekunden ausreichen. Man muss nur brachten: Vor dem Sonnenaufgang läuft das Gerät einige Stunden.)

Und hier das Ergebnis:

Zurück zum Flughafen

Nach einer weiteren entspannten Nacht, machten wir uns startklar für den Rückflug. Das letzte in den Koffern verstauen, die Rechnung des Hotel-Restaurants noch begleichen und vor der Hotel-Tür auf dem Hotel-Shuttle-Bus warten. Wir warteten und warteteten. Wir waren schon kurz davor, ein Taxi zu rufen. Doch dann war er. Schnell die Koffer vertraut – und der Fahrer kurvte uns zu weiteren Hotels der näheren Umgebung. Wir sahen unter anderem dieses Fake-Schiff namens Whampoa, was eigentlich nur ein Einkaufszentrum war:

Bis zur Kowloon-Station und weiter in Richtung Flughafen. Die U-Bahn (MTR = Mass Transport Railway) brachte uns wieder schnell zum Flughafen. Zum Abschluss noch ein echt toller Service: Wenn man am U-Bahnhof den Zug verlässt, werden einem Kofferkulis direkt hingestellt. Sehr praktisch bei gut 45 Kilo Gesamtgewicht.

Danach stiegen wir in eine Maschine der KLM ein – und erlebten leider den mit Abstand schlechtesten Fernflug der gesamten Reise.

Neuseeland: DX Mail und der blaue Briefkasten

Als wir die ersten Ansichtskarten in einem Touri-Shop im Zentrum von Auckland kauften, wurden wir gleich gefragt, ob wir auch Briefmarken fürs Ausland kaufen wollen. „Natürlich”, sagten wir spontan zu – und freuten uns über diesen tollen Service. An vielen Orten dieser Welt hören wir Sätze „Nein, leider nicht. Da müssen sie schon zur Post – und die öffnet erst Montag wieder.”

Und die Briefmarken sahen auch toll aus. Mit Kiwis, Maoris oder anderen landestypsischen Dingen (siehe Hochglanz-PDF). Selbstklebend. Immer im 5er-Pack. Allerdings stand kein Postwert drauf.

Diese Freude legte sich, als wir beim Schreiben der Karten die Rückseite dieser Aufkleber gelesen haben. In Neuseeland gibt es mindestens zwei verschiedene Briefdienstleister: New Zealand Post und DX Mail. Und diese Unternehmen haben unterschiedliche Briefkästen. Die von New Zealand Post sind rot, wir haben Briefmarken für DX Mail – und konnten demnach unsere Karten in jeden blauen Briefkasten werfen.

Nachdem die ersten Karten fertig geschrieben waren, fanden wir in den Dörfern nördlich von Auckland nirgends einen solchen blauen Briefkasten. Aber keine Panik, noch hatten wir ja noch einige Tage Zeit. Und DX Mail hat auch eine Suchfunktion für Briefkästen. Wir waren inzwischen in Dargaville – und es gab für den Ort exakt eine Adresse, die ganz passend irgendwo zwischen Motel und Stadtzentrum lag.

Wir fuhren also dahin, aber weit und breit kein Briefkasten in Sicht. Auch keine Postfiliale. Oder wenigstens ein Kiosk. Nein, da war ein Autohaus. War das ein Fehler?

Ich ging also hinein – und fragte einen Autoverkäufer, ob es hier einen DX-Briefkasten gäbe. Er war über die Anfrage überrascht, vermutlich nicht so alltäglich. Aber nachdem er verstanden hat, dass ich Karten verschicken wollte, wurde ich einmal quer durch das gesamte Gebäude geführt. Zunächst der Verkaufsraum, dann die Werkstatt, noch ein Gang – und dann stand ich mitten in einem Büro. Aktenschränke hier. Verkaufsprospekte da. Und so in der Ecke gab es zwei, drei Kisten mit dem Logo von DX-Mail.

Ich konnte die Postkarten mit in die eine Kiste werfen. Und vier Tage später (inklusive Wochenende) würden sie abgeholt werden. Etwas suspekt war es mir schon, aber ich ging das Risiko ein – und habe die Karten eingeworfen. Und tatsächlich kamen die Karten tatsächlich an. Unbekannt ist, ob sie den Luft- oder Wasserweg gegangen sind.

Etliche Tage später entdeckten wir in Feilding (Nähe Palmerston North) einen echten Briefkasten von DX-Mail in freier Natur. Einfach so.

Ich möchte ehrlich gesagt aber nicht wissen, wieviele Touris die Rückseite der Briefmarken nicht lesen – und ihre Karten dann in den falschen Briefkasten werfen. Kommen sie dann an? Keine Ahnung. Das Dumme ist allerdings, das selbst das Verkaufspersonal in den Touri-Shops keine Ahnung hat, ja noch nicht einmal selbst die Rückseite gelesen haben. Als wir kurz vor unserer Rückfahrt in Akaroa noch einmal Briefmarken kaufen wollten, wurden diese auch damit angepriesen, dass man sie ja in jeden Briefkasten hauen könnte. Als wir dem Verkaufspersonal die Rückseite vorgelesen hatten, waren sie sichtlich überrascht. Und wussten auch nicht mehr weiter. Dann blieb also wieder nur die Postfiliale übrig. Und die öffnet erst Montag.

Merke: Wann immer sie dir in Touri-Shops Briefmarken anbieten: Prüfe!

Die Karotte von Neuseeland

Wir schreiben den 05.11.2018. Unsere Rückreise hat begonnen, wir saßen im Flieger von Christchurch nach Auckland, um von da nach Hong Kong weiter zu fliegen. Wir blätterten im Magazin der Flugzeitschrift. Häufig gibt es ja auch Karten mit den Flugverbindungen der jeweiligen Gesellschaft. So auch hier. Neben den größten Ortschaften Neuseelands gab es Piktogramme. Z.B. der Auckland-Turm oder das Parlament in Wellington. Auch der Egmont-Vulkan ist deutlich. Doch was um alles ist in der Welt ist diese Karotte da in der Mitte – unterhalb des Taupo-Sees?

Wir fragten die Frau neben uns. Sie war Neuseeländerin und hatte ebenso keinerlei Ahnung. Dafür erfuhren wir, dass sie nach Auckland flog, um ihrer blinden Tochter einen Überraschungsbesuch zum Geburtstag abzuhalten.

Glücklicherweise konnte einer aus der Reihe davor die Antwort geben: Es ist das Erkennungszeichen eines kleinen Ortes. Wir googlen später: Karotte Neuseeland – und führt direkt zu dem Örtchen Ohakune. Dort steht als Skulptur eine große Karotte.

Die Ironie des Schicksals: Genau durch diesen Ort waren wir bei unserer Reise gefahren – und haben diese Moorrübe nicht entdeckt. Dabei ist uns diese Kultur der Skulpturen mit alltäglichen Gegenständen schon bekannt gewesen. Nicht weit davon entfernt gab es den Ort Taihape. Dieser bezeichnet sich als Gummistiefel-Hauptstadt, da dort jährlich Wettbewerbe im Gummistiefel-Weitwurf durchgeführt werden. Folglich steht dort eine Skulptur eines großen Gummi-Stiefels.

In gewisser Hinsicht brauchen diese ländlich geprägten Orte ein Identifizierungsmerkmal. Ansonsten kann man sie nicht unterscheiden. Viele dieser Dörfer sind einfach zersiedelt – und weisen nur kleine Ortskerne auf, die Reisenden allenfalls für den Nahrungsmittelnachschub von Bedeutung sind. Und dafür gibt es oftmals Kaufhallen von nur eine Handvoll Ketten. In Te Kuiti gibt es eine Statue eines Schafscherers bei der Arbeit.

Auch den Ort Kawakawa mit 1218 Einwohnern würde vermutlich niemand bewusst ansteuern – wenn es da nicht die Hundertwasser-Toilette gäbe. Ja, ein kleine, öffentliche Bedürfnisanstalt soll die am meisten fotografierte Toilette weltweit sein. Und wir waren natürlich auch da – und erfreuten uns an den kleinen Details des Künstlers.

Und das zieht sich gewissermaßen durch das ganze Land. Eine abseits gelegene, kaum genutzt Fernstraße ist der „Forgotten World Highway”. Er ist eine 155 Kilometer lang und wird täglich von ca. 150 Fahrzeugen genutzt. Auf der gesamten Länge gibt es keine Tankstelle und keine nennenswerten Orte. Noch nicht einmal solche, die eine Karotte oder einen Gummistiefel als ihr Highlight ausweisen. Aber hey, ist der Forgotten World Highway. Da unsere Reiseroute ihn tangierte, waren wir so verrückt und befuhren ihn auch. Aber nur einige Kilometer.

Nicht weit davon gibt es die „Bridge To Nowhere”. Eine Brücke, die nix mit nix verbindet und nur über das Wasser erreichbar ist. So verrückt waren wir nun nicht.

Aber das sind eben die kleinen Besonderheiten von Neuseeland.

Verkehr in Neuseeland

Neuseeland und Verkehrswende? Pustekuchen! Aber sowas von. Wer in Neuseeland unterwegs sein will, wird ohne Mietwagen kaum herum kommen. Die Entfernungen gerade im ländlichen Raum sind auch sehr extrem. 20 oder 30km Distanz zwischen Dörfen waren nicht selten. Und diese Dörfer sind auch noch mal extrem zersprengt. Ein Haus hier, das nächste hinter der nächsten Bergkuppe. Trotz der großen Fläche leben auf beiden Inseln zusammen keine 5 Mio Menschen. Und mehr als ein Drittel davon lebt in der Dunstglocke von Auckland. Das meiste sind Einfamilienhausgebiete und nur im verhältnismäßig kleinen Zentrum gibt es eine Ansammlung von Wolkenkratzern.

Straßenverkehr in Neuseeland – StVO

Kommen wir zurück zum Autoverkehr: Ohne Zweifel sollte man vor dem Einstieg in einen Auto sich mit den dortigen Regeln beschäftigen. Doch das ist gar nicht so einfach. Es gibt offensichtlich Bekanntes wie den Linksverkehr. Damit habe ich bisher auch keine Probleme gehabt (auch nicht in England), wenn man sich an eine einfach Regel hält: der Fahrer sitzt immer zur Fahrbahn-Mitte (Solange das Fahrzeug zum Verkehr passt, was bei Mietwagen aber der Fall sein sollte).

Daneben gibt es aber noch weitere Besonderheiten. Es gab vom Neuseeländisches Verkehrsministerium einen kleinen Test (leider nicht mehr online). Klar, das schafft man auf Anhieb (wenn man aufmerksam beobachtet), man darf am Ende auch ein Zertifikat für 10 Neuseeland-Dollar erwerben (und manche Mietwagenfirmen geben dafür auch die 10 Dollar Rabatt, Spaceship nicht).

Und doch ist man mit diesen Fragen noch lange nicht auf Neuseeland vorbereitet. Selbst das Video der Neuseeländischen Verkehrsbehörde (auch nicht mehr online) erklärte es nicht – vermutlich ist es ihr auch peinlich. Biegst du in eine Nebenstraße ein, so hast du zwar auf parallel fahrende Radfahrer zu achten, auf Fußgänger aber nicht. Ebenso wenn du ein Stop-Schild vor dir hast. Das führte auch am ersten Abend – noch vorm Mietwagen – dazu, dass ich als Fußgänger eine Straße querte – und ein Autofahrer wild herum gestikulierte. Und ich fühlte mich zwar im Recht, tatsächlich war es aber der Fahrer. Und diese Besonderheit erklärte bisher kein Reiseführer. Als ich den Mietwagen bei SpaceShips ausgeliegen habe, bekommt man auch noch einmal Neuseelands Besonderheiten erklärt. Doch genau diese nicht. Auf Nachfrage bestätigte mir aber das Personal: Fußgänger spielen nur bei Zebrastreifen eine Rolle.

Mit diesem Erkenntnisgewinn habe ich nun Suchmaschinen angeworfen – und fand weder auf offiziellen Seiten noch bei den Reiseportalen klare Aussagen. Sehr aussagekräftig war eine Petition, die diese Regelung an die internationelen Regeln anpassen wollte.

Kommen wir zum Tempo:

  • Maximales Höchsttempo: 100 Stundenkilometern. Das gilt sowohl auf den kurvigen Bergpässen als auch auf den wenigen Kilometern Autobahn rund um Auckland und Wellington.
  • Innerorts soll zwar Tempo 50 gelten, aber das Tempo-Limit steht ohnehin am Ortseingang von jeder Ortschaft. Es gab viele kleine Dörfer, die man mit T60, T70 oder gar T80 passieren darf. Ja, es gibt versprengte Ortschaften mit T80!
  • Alle Tempo-Schilder wirken hier wie Zonen – anders als der EU. Auch das sagt einem niemand. Biegt man bspw. ab, so gilt das Tempolimit unverändert. Bis es eben wieder aufgehoben wird.
  • Tempo-Limits gibt es in der Regel nur, wenn es für die Sicherheit oder Lärm von Anwohnern gilt. Es gibt keine Tempo-Limits für gefährliche Kurven. Vor solchen Kurven gibt es aber empfohlene Geschwindigkeiten. Und die sollte man, meine Erfahrung, auch immer einhalten oder besser unterschreiten (da wir ja als Touristen die örtlichen Gegebenheiten nicht kennen)-

Und zu den Vorfahrtsregeln:

  • Es gibt weder Rechts-vor-Links noch Links-vor-Rechts
  • Die Vorfahrt an jeder einzelnen Kreuzung ist eindeutig ausgewiesen. (Dafür darf man sich nicht verlassen, dass eine Hauptstraße ihre Bedeutung behält. Wir befuhren State Highways, die abbiegen. Und würde man der Hauptstraße folgen, befährt man eine Sackgasse, die an einer Grundstückseinfahrt endete .)
  • Wenn man von den wenigen Autobahnen absieht, gibt es fast nur gewöhnliche Straßen. Die führen meistens durch alle Orte hindurch. Umgehungsstraßen gibt es auch so gut wie nie.

Regeln zum Überholen:

  • Häufiger gibt es kurze zusätzliche Überholspuren, gerade in bergigen Regionen von wichtigen Straßen.
  • Wenn die Gegenrichtung eine zusätzliche Überholspur hat, darf ich sie (wenn frei ist) auch benutzen. In D ist das verboten.
  • Schraffierte Flächen zwischen den Fahrbahnen gelten in D als Sperrflächen, die nie befahren werden dürfen. In Neuseeland befährt man diese zum Abbiegen.
  • Wenn der Platz nicht reicht, gibt es sogenannte „Slow Vehicle Bays”. Letztere sehr hilfreich bei LKWs, die dann gerne auch Platz machen (Schlimmer sind die Wohnwagen, die über Berge schleichen – und sich selbst nicht als Slow Vehicle einstufen)

Sehr typisch in Neuseeland sind sogenannte „One-Lane-Bridges”. Also Brücken, bei denen es nur eine Spur gibt. Davon haben wir gut 100 passiert.

In der Regel sind die Straßen asphaltiert, insbesondere die State Highways. Es gibt aber auch Schotterstraßen. In Coromandel waren wir auf so einer gefahren. Manche Mietwagen-Firmen verbieten solche Strecken.

Die Fahrzeuge haben noch eine kleine Besonderheit: Blinker und Scheibenwischer sind vertauscht. Du willst abbiegen – und wischst die Scheibe. Und es beginnt zu regnen – und du blinkst. Nach den paar Tagen und Fiji und drei Wochen Neuseeland hatte ich das im Blut. Zurück in Deutschland durfte ich dieses Phänomen ein weiteres Mal erleben. Auf Fiji lernten wir Neuseeländer kennen, die wir danach fragten. Bei denen war es nicht vertauscht – sie fahren BMW.

Allgemein zum Fahren in Neuseeland sollte man wissen, dass die Zeitprognosen sämtlicher Verbindungsauskünfte zu optimistisch sind. Wir brauchten auf jeden Abschnitt mehr Zeit als angenommen. Sicherlich: Als Tourist macht man hier und da Foto-Pausen. Aber auch die Streckenführung verlangt mehr Zeit. Ehe in Neuseeland eine Brücke oder ein Tunnel errichtet wird, wird in der Regel die Straße um den Berg herumgelegt. Dann gibt es viele enge Kurven (auch mit den eben erwähnten empfohlenen Geschwindiekeiten), doch die Kartendienste scheinen nur die reguläre Höchstgeschwindigkeit zu kennen.

Und auch wenn die Neuseeländer sehr entspannt sind, auch im Verkehr: auch hier gibt es Idioten und Drängler. Ich erinnerte mich an eine One-Lane-Bridge. Wir hatten die Vorfahrt zu gewähren und weil frei war, fuhren wir. Es schoss ein Fahrer an, der nun meinte, sich Vorfahrt erzwingen zu wollen – und erst im letzten Moment anhielt und wild gestikulierte.

Fußgängerverkehr

Schauen wir auf die anderen Verkehrsarten: Fußgänger. Die sind in Neuseeland nur lästiges Übel. Anders kann man die Straßenverkehrsregeln nicht interpretieren. Beim Abbiegen haben Fußgänger immer alles vorzulassen. Und es gibt nahezu ausschließlich Bettelampeln.

Und weil du als Fußgänger immer warten musst, gab es in Wellington eine kleine Besonderheit: die Wartebereich an den Ampeln waren überdacht und boten Regenschutz.

In Auckland war das Signal für die Fußgänger ausgeschalten – und erst nach Betätigungen der Bettelampel wurde es rot (Meine möglicherweise falsche Interpretation: Wenn ich kein rotes Licht sehe, so ignoriere ich diese Ampel – und quere nach Sicht).

Radverkehr

Radverkehr? Das scheint in Neuseeland eine Nische zu sein. An bestimmten Orten entdeckten wir Mountainbike-Pakure (z.B. Parihaka MTB Park bei Whangarei), aber als Verkehrsmittel im Alltag fiel es wenig auf.

Als ich im Zentrum von Auckland war, entdecke ich die städtischen Leifahrräder (Nextbike). Da es in Neuseeland eine Helmpflicht gibt, lagen jeweils auch Helme bei. Lecker: die Polster mit dem Schweiß des Vornutzers.

Richtig viele Fahrräder und auch entsprechende Streifen und Wege fanden wir dagegen nur in Christchurch. Im gesamten ländlichen Gebiet haben wir gar keine Radinfrastruktur gesehen. Und in vielen Städten häufig in einer Form, wie sie auch in Deutschland besteht: Radwege, die einfach so beginnen und enden – ohne jegliche Kontinuität

ÖPNV

In den Ballungszentren von Auckland und Wellington gibt es durchaus ein S-Bahn-ähnlichen Vor-Ort-Verkehr aus jeweils 4 bzw. 5 Linien, bestenfalls mit einem 20er-Takt. Ich bin einmal mit der Bahn gefahren. Die Züge waren durchaus modern, aber auch langsam.

Der Britomart von Auckland gilt als der zentrale Bahnhof. Zur Zeit befindet er sich im Umbau, da eine neue Tunnelverbindung gerade im Entstehen ist (siehe City Rail Link). Trotzdem wirkt er eben wie ein typischer Provinz-Bahnhof mit wenigen Gleisen.

Etwas pompöser sah der Bahnhof in Wellington aus. Sicherlich aber auch nur, weil dieser noch aus alten Zeiten stehen geblieben ist.

Ansonsten gibt es praktisch nur noch Busverkehr, u.a. bin ich in Christchurch mit der lila-Linie gefahren.

Eisenbahn-Verkehr

Der Fernverkehr mit dem Zug ist ein Witz: drei Mal pro Woche fährt ein Zug von Auckland nach Wellington je Richtung. Und ebenso gibt es einen auf der Südinsel zwischen Picton und Christchruch. Am besten frequentiert ist der transalpine Verkehr zwischen Christchruch und Greymouth, der immerhin täglich fährt. Und ehrlich: mit dem transalpinen Zug hätte ich schon gerne eine Tour gefahren. Aber zwei Personen hin und rück mit den leicht antiquierten Zügen über den Arthurs Pass hätte umgerechnet 450 Euro gekostet (bezogen auf die Entfernung ungefähr doppelt so teuer wie Deutsche Bahn ohne BahnCard).

Aufgrund der recht anspruchsvollen Landschaft gibt es im Eisenbahnverkehr manch imposantes Bauwerk, wie z.B. die Raurimu-Spirale in der Nähe der National Park Village. Leider nur von der Luft aus ansehbar.

Flugverkehr

Und waren die Orte noch so klein und abgelegen: Wir haben viele Flugplätze entdeckt, z.B. in Coromandel. Als ich den Inlandsflug für den Rückweg zwischen Christchurch und Auckland buchte, gab es Flüge im Stunden-Takt. Und diese Nachfrage kann ich verstehen: fünfzig Minuten Luftweg. Auf der Straße braucht man dafür (unter Berücksichtigung der Fähre) gut zwei Tage. Mit dem Zug drei. Das war einer der Überlegungen, warum wir auch nur eine Einweg-Miete genommen haben.

Fazit

Informiert euch über die Regeln!

Glühwürmchen in Neuseeland

In Neuseeland gibt es Glühwürmchen, diese haben aber mit den Glühwürmchen in Europa/USA nix gemein. Da fliegt nix. Die hängen einfach nur an der Decke, werfen Fäden, die dann bläulich schummern mit dem Zweck, Beute anzulocken.

Wir hatten drei Mal die Gelegenheit, diese zu beobachten.

Kawiti Glow Worm Caves

Die Kawiti Caves waren ein Zufallsfund am Anfang unserer Rundreise. Bei der Fahrt zwischen Whangarei und Paihia/Kawakawa entdeckten wir ein Hinweisschild am Wegesrand. Wir zederten anfangs noch, ob wir diese besuchen. Oder anders: Es gibt in Neuseeland so viele schöne Dinge, die man am Wegesrand sich anschauen könnte.

Als wir ankamen, hatten wir Glück: eine Führung ging wenige Minuten später los. Und wir waren eine Gruppe von vier Personen. Diese Sehenswürdigkeit war nicht überlaufen.

Die Höhle selbst war sehr komfortabel zu begehen – und war auch großzügig ausgebaut. Wir liefen größtenteils auf Blanken. Wir waren mit Taschenlampen ausgestattet.

Unsere Führerin erzählte uns voller stolz, dass die Höhle und das Land noch den ursprünglichen Maori-Bewohnern gehören. Beeindruckend war das Vergleich, dass andere Juwelen erben würden – und sie erben eben Glühwürmchen. Und daher sehen sie es als wichtige Aufgabe an, diese auch für künftige Generationen zu erhalten. Somit durften wir die Höhle auch nur Führung betreten.

Nachdem wir einige Meter tief in der Höhle drin waren, sollten wir die Lichter erlöschen lassen. Wir brauchten einige Sekunden, um uns an den Moment der absoluten Finsternis zu gewöhnen. Und der ist wichtig, damit wir die Glühwürmchen sehen können. Denn hell sind sie nicht. Im Gegenteil. Der Moment, an dem die Decke der Höhle zu einem Sternenhimmel mutiert ist dafür unbezahlbar. Unbezahlbar schön. Wie kleine, winzige Diamanten eben.

Fotografieren war in der Höhle nicht erlaubt. Andererseits: was hätte man da auch fotografieren können? Selbst mit hohem ISO-Wert und einigen Sekunden Belichtungszeit wirst du auf den Bildern nicht viel erkennen. Außer schwarz.

Die Führerin erklärt uns auch den natürlichen Kreislauf. Wenn der Busch vor der Höhle zerstört werden würde, würden die Busch-Fledermäuse ihren Lebensraum verlieren und in die Höhle einwandern. Dadurch würden sie die Glühwürmchen verdrängen – und der Sternenhimmel wäre wohl verloren.

Dann ging es wieder zurück zum Ausgang. Es wurde heller.

Nun muss ich gestehen: ein Bild habe ich dennoch mit der GoPro gemacht (ohne Blitz). Wie zu erwarten: alles schwarz!

(Kosten für 2 Personen umgerechnet ca. 35 Euro)

Waitomo Caves

Kein Reisebericht über die neuseeländischen Glühwürmchen ohne die Erwähnung der Waitomo Caves. Sie liegen ziemlich in der Mitte der Nordinsel zwischen Hamilton und … grob Nichts. Somit stand auch diese Höhle mit auf unseren Must-Sees der Reise. Leider zu Unrecht!

Nach einer nicht enden wollenden Fahrt über Landstraßen erreichten wir den Parkplatz der Höhlen. Von da ging es durch einen Fußgängertunnel in ein imposantes Empfangsgebäude. Dort wurde uns erst einmal eine Menge Geld abgeknüpft (zu zweit ca. 62 Euro). Dann warteten wir zusammen mit vielen anderen auf einigen Bänken. Im Wartebereich gibt es ein kleines Café. Und da gerade zu viele ankamen, wurde die Gruppe geteilt.

Die Höhlen am Anfang waren schon sehr beeindruckend. Unser Guide, ein Maori, erklärte uns die geologischen Zusammenhänge. Die dortigen Stalaktiten und Stalagmiten basieren auf Kalkstein. Die einzelnen Räume der Höhle wurden uns mit Vergleichen beschrieben. Der eine war aufgrund der gigantischen Höhe eine Kathedrale. Der nächste war eben aufgrund der Stalagmiten die Kunstgalerie. Alles noch hell erleuchtet, kein Glühwürmchen in Sicht.

Wir standen dann am hinteren Rand der Art Gallery. Hier war es etwas dunkler. Und da wir die Glühwürmchen schon Kawiti kannten, erkannten wir diese Fäden wieder. Aber wir waren wohl die einzigen. Fast niemand von den anderen 20 Personen der Gruppe blickte an die Decke. Sie folgten alle den spannenden Erzählungen des Guides, der irgendwelche Maori-Geschichten seiner Großmutter zum Besten gab. Und das finde ich schon schade, wenn die Leute eben wegen dieser besonderen Tierchen diesen hohen Eintrittspreis bezahlen.

Dann ging es wieder zurück durch diese Kathedrale. Nur verließen wir diese durch eine andere Tür. Es ging einige Treppenstufen bergab, bis wir an einem unterirdischen See mit Bootssteg waren. Hier war es schon deutlich dunkler. Und es gab viele Glühwürmchen. Ein regelrechter Glühwürmchenteppich.

Nachdem alle an Board waren, steuerte unser Guide das Boot. Wir drehten eine wirklich kleine Runde, ehe es zum Ausgang ging. Doch kaum hatten wir uns an die Dunkelheit gewöhnt und wollten das Wunder genießen, schien bereits das erste Licht vom Ausgang der Höhle. Und von da an, näherte sich rasend schnell der Ausgang. Im nächsten Moment standen wir vor der Höhle am Bootssteg. Die Tour war zu Ende.

Wie man aus der Beschreibung entnehmen kann, war ich enttäuscht – und habe diese Fahrt bereut. Wenn ich in Neuseelands bekanntester Glühwürmchenhöhle viel Geld bezahle, um dann lang und breit durch Höhlenräume geführt werde, die sicherlich imposant sind und auch Geschichten lauschen kann, die sicherlich spannend sind, aber ich am Ende des Tages gefühlt drei bis fünf Minuten überhaupt die Glühwürmchen-Teppiche sehen darf, so finde ich das daneben. Da war Kawiti halb so teuer – und wesentlich entspannter.

Am Ausgang gab es – wie hätte es anders sein können – einen sehr großen Touristen-Shop. Aber hier gab es das zweite Manko: den Betreibern der Höhle fehlt es an professionellen Fotografen. Die Postkarten sahen alle wie Gewollt, aber nicht Gekonnt aus. Zugegeben: Fotografie in absoluter Dunkelheit ist auch nicht einfach.

Pancake Rocks

Unser dritter und letzter Kontakt mit Glühwürmchen war in der Nähe der Pancake Rocks auf der Südinsel. Hinter unserem kleinen Motel Paparoa Park ging ein kleiner Weg am Hang entlang. Dort hatten sich auch einige Glühwürmchen angesiedelt. Es wurde eine kleine „Aussichtsplattform” errichtet. Allerdings gab es hier auch keine so großen Lichterteppiche, es waren eher vereinzelte Punkte.

Also gingen wir abends, als alles dunkel war, hinters Haus. Wir waren allein und hatten nun alle Zeit der Welt, diese kleinen Würmchen aus direkter Nähe zu betrachten. Natürlich gingen wir nicht einfach so dahin – wir hatten unsere Kameras und Stative dabei. Spannend war vor allem, dass die leuchtenden Punkte extrem klein waren. So wie ein Pixel eines LCD-Bildschirmes, eher noch kleiner. Und so dunkel, dass sie auch nichts von der Umgebung irgendwie mit Licht versorgten.

Wenn man mit sehr hohen ISO-Werten und langen Belichtungen arbeitet (teilweise fünf Minuten), dann kann man auf den Bildern auch helle Pünktchen erkennen. Allerdings auch nicht viel mehr – denn bei dieser Belichtungszeit reicht ein feiner Windhauch aus, um den leuchtenden Faden schwingen zu lassen. Da die Würmchen eher bläulich strahlten, konnte man die Umgebung mit rotem Licht anstrahlen. Um irgendetwas auf Bildern zu sehen.

Zugegeben: etwas gruselig ist es dann schon in der totalen Finsternis. Nachdem wir gut eine halbe Stunde mit unseren Kameras hantierten, hörten wir ein Knacksen. Es folgten Schritte. Und Stimmen. Am Ende waren es nur andere Reisende, die ebenso die Würmchen einmal sehen wollten. Aber auch nicht viel mehr.

Fazit

Zusammenfassend fand ich die dritte Option am besten. Auch wenn es kein so spektakulärer Sternenhimmel war, war es ungemein von Vorteil, dieses kleine Wunderwerk ohne irgendeinen zeitlichen Druck anzuschauen. Die Kawiti-Caves waren ein angenehmer Wegesrand-Fund. Die berühmten Waitomo-Caves ein Flop.

Es gibt daneben noch viele weitere solcher Höhlen, was aber auch binnen drei Wochen nicht zu schaffen ist. Auf unserer Liste der Reiseziele stand noch Te Anau (Südinsel, Nähe Queenstown). Dies mussten wir aber aus Zeitgründen aufgeben. Neben den kommerziellen Höhlen soll es auch einige freie geben.

NZ: Christchurch

Christchurch war unsere letzte Station in Neuseeland. Obwohl wir hier drei Nächte verbracht haben, haben wir nicht besonders viel von der Stadt nicht gesehen. Wir machten einen Ausflug nach Akaroa und schauten nach Kiwis, Wekas und Keas im Willowbank Wildlife Reserve.

Christchruch ist durch das Erdbeben 2011 massiv geprägt. Teile der Innenstadt waren auch 2018 immer noch brach, insbesondere das Gebiet zwischen Latimer Square und Manchester Street. Wir fuhren einmal entlang – und sahen weite, brachliegende Flächen, teilweise nur als riesiger Parkplatz. Neben der Zerstörung des Bebens an sich weichte der einst trockengelegte Boden dieser Schwemmlandschaft auf und sorgte für zusätzliche Instabilität von Gebäuden.

Eines der markantesten Zeichen ist die Kathedrale von Christchurch. Durch das Beben im Februar 2011 fiel der Turm ein, bei einem Nachbeben im Juni 2011 auch eine Seitenwand mit einer markanten Fensterrosette.

In der Nähe des Avon-Flusses waren noch die Reste des Fundamentes eines Hochhauses (einst 21 Etagen) zu sehen, welches 2012 abgerissen wurde:

(Siehe auch Die größten Gebäude der Stadt – und was davon noch übrig ist)

Rundgang durchs Zentrum

Der Weg startete am Zentralen Busbahnhof. Der Busbahnhof ist selbst ein Neubau aus dem Jahre 2015. In Richtung Osten waren vor allem Baugrundstücke zu sehen:

In Richtung Nordwesten richtete sich der Blick auf Neubauten:

Die Cashel Street standen bereits viele Neubauten (insbesondere Geschäfte). Über den Avon-Fluss führt die Bridge Of Rememberance, direct davor der Triumpfbogen als Kriegsmahnmal:

Am Fluss gab es diese vermutlich temporäre Kunstinstallation:

In der Ferne ist die berüchtigte Kathedrale zu sehen:

Am Worcester Boulevard sind die nächsten Baupläne schon zu erkennen:

Der örtliche Rathaus – mit einem Maori-Pfahl.

Canterbury Museum

Straßenbahngleise sind in Neuseeland selten. In Christchurch liegen die einzigen Gleise – und diese nur noch für touristische Fahrten. Das Warnhinweis
Zugegeben: Straßenbahngleise sind etwas total seltenes in Neuseeland. Um nicht zu sagen: dieser kleine Ring ist das einzige, was davon noch in Neuseeland existiert. Aber das Warnschild ist putzig:

Am Cranmer Square wird den Opfern des Ersten Weltkrieges gedacht:

Die Cathedrale von Norden:

Die New Regent Street ist eine urige kleine Straße, in dessen Mitte sich die Straßenbahn durchschlängelte::

Margaret Mahy Playground (Park)

All Stars Inn

Unsere Unterkunft war das All Stars Inn in der Bealeay Avenue. Es war ein Hostel mit überwiegend Jugendlichen, die die Welt erkunden wollen. Wir hatten ein Zweibett-Zimmer. In der großen Gemeinschaftsküche verbrutzelten wir unsere letzten Lebensmittelreste und kamen mit einigen ins Gespräch.

Halswell

Auf dem Weg nach Akaroa machten wir in Halswell einen kleinen Stopp beim Halswell Domain Park. Halswell ist Randlage von Christchurch, klassische Vorstadtgefühle, nichts besonderes. Und genau deshalb machten wir hier Halt. Wir blickten auf ein typisches Wohnhaus:

Und auf den Laden an der Ecke:

In den Park selbst hinein:

Und standen vor dem Kriegsmahnmal, der am Rande des Parks zur Hauptstraße zeigte. Anders als bei vielen anderen Mahnmalen, die wir während der Reise gesehen habe: Hier wurde sehr offensichtlich das Mahnmal für einen konkreten Krieg, den Ersten Weltkrieg, errichtet. Und alle anderen Kriege sind nur kleine Randnotizen.

Die Autozentriert von Neuseeland kann man selbst in diesem Park sehr deutlich zeigen: Ein nicht unwesentlicher Teil des Parks ist Parkplatz.

Ebenso ein Bestandteil ist der Bowlingclub. Wir fragten uns schon während der Reise (z.B. bei Dargaville), was es mit den hierigen Bowlingclubs auf sich hat. Hier kamen wir mit einigen Leuten ins Gespräch. Das Bowling in Neuseeland hat nichts mit dem von uns aus den USA bekannten Bowling zu tun, sondern mit dem englischen Spiel Bowl, bei dem es – ähnlich wie im französischen Boule – um den präzisen Wurf von Kugeln geht. Das aus den USA bekannte Bowling wird „Ten-Pin-Bowling” genannt.

Flughafen-Areal / Antartic Center

Unser Campervan musste zurückgegeben werden. Der Standort der Autovermietung war am Flughafen.

Ich lief von da zum Flughafen, um von da den Bus zu nehmen. Plötzlich fuhr dieser schicke Wagen aus einem Grundstück heraus:

Es ist das International Antartic Center. Ich blickte in das Grundstück hinein – und sehe einen recht spannenden Parcours.

Purple Line – Bus ins Zentrum

Vom Flughafen nahm ich den Bus. Das Auffinden der passenden Haltestelle war für ungeübte nicht gerade einfach und die Ausschilderung widersprüchlich. Nach drei Mal fragen saß ich aber im richtigen Bus. Der Bus schlängelte sich durch verschiedene Ortsteile hindurch.

Es gab sogar geschützte Radstreifen. Stellenweise. 200 Meter später waren es schmale aufgemalte Streifen, die sich wieder im Nichts auflösten. Wie bei uns. Immerhin sah ich hier auch einige Menschen mit dem Fahrrad. Zugegeben: Die Innenstadt von Christchurch ist extrem flach, anders als Auckland oder Wellington.

No Cruising Zones

Eine regionale Besonderheit der Straßenverkehrsordnung gibt es (nur ?) in Christchurch: sogenannte „No-Cruising-Zonen”. Also Straßenabschnitte, die man nicht mehrfach in Folge besoders laut oder als Teil einer Kolonne zwischen 22:00 Uhr und 05:00 Uhr befahren darf. Dazu stehen am Straßenrand Schilder, wo diese Zonen beginnen und enden:

Das Absurde daran ist, dass es sowohl Bedarf nach einer solchen Regelung gibt (Idioten), als auch die Regelung als solche (Nur auf ausgewiesenen Abschnitten zu bestimmten Uhrzeiten) als auch die Möglichkeiten der Kontrolle (Polizei muss erkennen, dass der Idiot mehrfach den Abschnitt laut befährt).

Zur städtischen Verordnung, die Presse betitelte es schon 2016 als zahnlos

Während unserer drei Nächte haben wir zumindest keine Idioten hören müssen – obwohl wir direkt an der im Artikel erwähnten Bealey Avenue nächtigten.

Der letzte Abend

Der letzte Abend war dem Packen geschuldet – und dem Sortieren der Dinge, was wir alles mitnehmen werden. Das Hostel hatte zum Glück eine Waage, um ja unter den magischen 23 kg Gepäck zu bleiben. Dann ging es noch mal in den Pub um die Ecke: die letzten Lammschenkel in Neuseeland.

Am nächsten Morgen mussten wir zeitig in die Spur. Unser gebuchter Transfer brachte uns zum Flughafen. Bye bye Christchurch, bye bye Neuseeland!

NZ: Willowbank Wildlife Reserve

Neuseeland ohne Kiwis?

Einen Kiwi in Neuseeland in freier Natur sehen? Das muss wie ein Sechser im Lotto sein. Denn diese kleinen, niedlichen flugunfähigen Vögel sind nachtaktiv, kommen erst bei der Dämmerung aus ihren Höhlen und sind dann fast nur im Unterholz aktiv.

Dagegen haben wir sehr viele Warnhinweise gesehen. An einigen Orten waren sogar Kiwi-Zonen eingerichtet. Half alles nichts! Wir lernten auf unsere Reise Leute kennen, die die eine oder andere nächtliche Safari machten – ebenso ohne Erfolg.

Wir lernten auf unserer Reise Keas und Wekas kennen – und hatten auch viel Spaß mit ihnen:

Aber konnten wir von Neuseeland abreisen, ohne auch nur einen Kiwi einmal live gesehen zu haben? Also besuchten wir am letzten Tag vor unserem Abflur das Willowbank Wildlife Reserve. Ein Wildpark, der den Kiwi schon im Logo hat.

Der Park ist in drei Teile gegliedert (siehe Lageplan):

  • Wild New Zealand (Teilweise auch exotisch)
  • Heritage New Zealand (also Farmtiere)
  • Narural New Zealand (also eher die Ureinwohner)

Der mit Abstand spannenste Teil ist der letzte Teil. Das ist sicher auch der Dramaturgie geschuldet – und hier ist auch der Kiwi untergebracht.

Am Eingang bekommt man gegen kleines Entgelt Futter, passend für die gefräßigen Enten:

Ehrlich: so schnell will ich auch mal essen können!

Wild New Zealand

Der Emu ist ein australischer flugunfähiger Laufvogel aus Australien:

Wallaby, kleine Form des Kängurus. Es fehlen nur die roten Boxhandschuhe

Der Hellrote Ara (Acralet Macaw) ist ein sehr großer Papagei aus Mexiko/Südamerika.

Helmperlhühner kommen zwar auf Afrika, wurden weit in der Welt verbreitet, in Neuseeland wohl eher eine Randerscheinung:

Eine aufrechte Gans:

Grüner Leguan (Iguana):

Heritage New Zealand

Das Lama schaute echt zu köstlich:

Die Miniatur-Pferde ebenso:

Narural New Zealand

Der Kakariki ist ein Ziegensittich und besonders markant durch die grüne Farbe. Kaka bedeutet auf maorisch Papagei, riki klein und kakariki grün:

Sacred Kingfisher / Götzenliest ist ein Eisvogel, der vor allem im südpazifischen Raum unterwegs ist:

Die Wekas (korrekt: Wekaralle) haben wir vor allen bei den Pancake Rocks gesehen. Sie sind nicht nur nachtaktiv und ein wenig zutraulicher. Teilweise wirken sie auch sehr naiv – und gerade die Gefahren im Straßenverkehr unterschätzten diese Tierchen völlig. Im Willowbank wirkten die Tierchen ein wenig farbenfroher und kräftiger:

Der Star des Parks war, sorry, nicht der Kiwi, sondern der Kea. Wir kannten diesen Papagei schon vom Arthurs Pass, der uns an zwei Rastplätzen beglückte. Ein sehr zutraulicher, durchaus intelligenter und verspielter Vogel. Hier im Park präsentierte uns der Vogel vor allem sein schönes Federkleid, was man nur bei geöffneten Flügeln sehen kann. Einer setzte sich auf den Rucksack eines anderen Touristen und spielte sofort mit den Reißverschlüssen. Ich hatte plötzlich auch einen Kea auf den Schultern sitzen. Seine Krallen kann ich heute noch auf dem T-Shirt erkennen (Pro-Tipp: Zieh ein altes Shirt drüber! Vor dem Gehege ich eine Holzhütte.)

Im Kea-Gehege gab es eine Futterstation: Nur beim Tritt auf das Brett öffnet sich der Kasten.

Barbary Dove ist eine aus Nordafrika eingeführte Taubenart:

Kereru (Maori-Fruchttaube) ist eine neuseeländische Taube:

Zwischen den Tieren war eine kleine Maori-Siedlung nachgebaut:

Kaka (Waldpapagei) ist neben dem Kea die zweite Papageienart. Auch dieser ist bedroht – durch diverse Wespenarten, die die Nahrung wegnehmen, sowie durch Wiesel, da diese die Bruthöhlen räubern.

Der White-faced Heron (Weißwangenreiher) soll in den 1940er Jahren selbst den Weg nach Neuseeland gefunden haben. Er war zuvor vor allem in Australien beiheimatet.

Ferret (Frettchen) wurden einst nach Neuseeland eingeführt, um die Hasenpopulation zu steuern. Die interessierten sich aber lieber für Vögel.

Tuatara (Brückenechse) ist ein Reptil aus Neuseeland, welches inzwischen so gut wie ausgestorben ist und noch auf den kleineren vorgelagerten Inseln der Cookstraße, der Bay of Islands und Bay of Plenty existiert.

Kunekune-Schweine wurden einst nach Neuseeland gebracht und stammten vermutlich aus dem asiatischen Raum. Sie sind sehr klein und friedlebend.

Ruru (Neuseeland-Kuckuckskauz) macht gerade Ruh, aber diese in Australien und Neuseeland vorkommende Eule ist ohnehin ein eher nachtaktives Wesen:

Der Tui ist ein neuseeländischer Singvogel bzw. Sperrling. Besonders markant ist Federbüschel am Hals:

Die Zoobetreiber haben durchaus auch Selbstironie mit diesem Hinweisschild bewiesen (Homo sapiens zookeeperensus):

Und natürlich der Kiwi. Zunächst ausgestellt als Skelett:

Um den Kiwi live zu beobachten, mussten wir eine Dunkelkammer betreten, in der Tag und Nacht gewechselt wird („Nocturnal House”). Da der Kiwi ein nachtaktives Tier ist, wäre er sonst nur zu sehen, wenn der Wildlife-Park geschlossen ist. In der Kammer gab es gedämpftes rotes Licht, da diese Form des Lichtes den Kiwi wohl nicht stört bzw. er es kaum wahrnimmt. Der Raum ist daher auch mehrfach gegenüber der Außenwelt abgeschottet. In diesem Haus gab es vier Kiwis, die allesamt ihr eigenes Areal haben. Und dann hieß es: Schauen. Und die Kiwis waren verdammt schwer zu erkennen. Man hörte zwar hin und wieder etwas rascheln.

Mit Langzeitbelichtung (NATÜRLICH OHNE BLITZ!) haben wir es versucht, zu fotografieren. Das einzige Bild, auf dem etwas von einem Kiwi zu erkennen ist, ist dieses hier:

Fazit

Wir wollten einen Kiwi sehen, wir haben einen Kiwi gesehen. Und darüber hinaus noch vieles über die Neuseeländischen Tierwelt und viele hier einheimische Tiere kennengelernt. Egal, ob Kea, Weka, Tui, Kaka oder Kakariki. Der Park war schon sehr weiträumig angelegt und hat uns gefallen.