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Die Schüler-Datei

Telepolis: Deutsche Schüler unter verschärfter Beobachtung

Nach der Anti-Terror-Datei ist die nächste Datei geplant: die Schülerdatei. Praktisch: durch die im Grundgesetz verankerte Schulpflicht ist praktisch jeder Neugeborene automatisch erfaßt. Der angebliche Ziel sei (wieder einmal?) die Verbesserung unseres Schulsystems — und mehr Kontrolle.

Nach dem Lesen des Artikels habe ich noch nicht verstanden, wie sich daran am Schulsystem etwas ändern soll. Zum Beispiel in der Datei die »zu Hause gesprochene Sprache« (ich präge mal den Begriff Familiensprache) enthalten sein. Nur wie erfasse ich sie? »Sag mal Francesco, wie redet ihr denn zu Hause?«. Und vorallen: welchen Nutzen kann ich dann ziehen, wenn ich weiß, daß bei 0.3% die Familiensprache italienisch ist.

Des weiteren gibt es eine Identifikationsnummer, die das ganze zum Datenschutzproblem macht. Wenn ich am Schulsystem etwas ändern will, dann brauche ich keine Identifikation. Oder werden etwa auch schulische Vergehen, wie Papierflugzeuge im Unterricht bauen oder die Prügelei auf den Schulhod, mit erfaßt?

Aber lobenswert ist einmal, daß selbst der CDU(!)-Kultusminister von Niedersachen in diesr Datensammelei keinen Gewinn sieht.

Dem Fazit von telepolis:

Man kann davon ausgehen, dass die Datensammlung, sollte ihre Einführung von der KMK beschlossen werden, über Jahrzehnte weitergeführt werden wird. Einmal in Lauf gebracht wird sie Informationen über Generationen von Schülern anhäufen. Es ist aber in diesem Fall nicht ausgeschlossen — und eher anzunehmen -, dass bei der derzeitigen Informationspolitik der Fokus der Sammlung erweitert werden wird [..] Außerdem steht zu befürchten, dass die Informationen der Datei — einmal gesammelt — auch anderen Interessengruppen zur Verfügung gestellt werden können. Auch wenn die momentanen Entscheidungsträger dies nicht zu beabsichtigen scheinen, bleibt zu hoffen, dass sie diese Bedenken mit in Erwägung ziehen.