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Die Rabattierung der Parkgebühren in Pillnitz

Wahnsinn: die sächsische Regierung hat vor einigen Monaten die wahnsinnig originelle Idee gehabt, Eintrittsgebühren für den Besuch der Parkanlage des Pillnitzer Schlosses zu verlangen (In Berlin ist so ein Szenario dank der Stiftung Preussischer Schlösser und Gärten nicht möglich). Die Einwohner liefen Sturm, einige kritisierten es völlig. Andere verstanden die Finanzlage, kritisierten aber, daß die Zahl der Ein- und Ausgänge auf zwei reduziert wird — und viele Wegeverbindungen durch den Park nicht mehr sinnvoll sind (Ausgangsschleusen sind nun wahrlich kein Problem. Eingangsschleusen für Jahreskartenbesitzer auch nicht).

Der Aufschrei ist natürlich groß. Die Oberbürgermeisterin darf es richten — und bekommt die Gemüter nicht zufrieden gestellt. Vier Wochen nachdem der Eintritt eingeführt worden ist, kommt plötzlich — wie aus heiterem Himmel — die Botschaft, daß Stromabnehmer der Drewag und Zeitkarteninhaber der DVB die Jahreskarte zum halben Preis bekommen.

In der Lokalzeitung kann man so schöne Sätze lesen wie:

  • »Bei der Zusammenarbeit handelt es sich nicht um Sponsoring sondern um eine Kooperation zum gegenseitigen Nutzen«, Stadtsprecher Kai Schulz
  • Es handelt sich um eine gegenseitige Kooperation, die wir mit 200 anderen Partnern auch haben. Dabei fließt kein Geld", Drewag-Sprecherin Gerlind Ostmann

Der berühmt berüchtigte sächsische Sumpf hat wieder zugeschlagen. Dieser Rabatt konterkariert das eigentliche Ansinnen des Eintritts enorm — denn es schmälert dem Punkt, ab dem der Eintritt überhaupt wirtschaftlich ist. Ob es überhaupt sinnvoll ist, steht dann auf einem anderen Blatt. Der Slogan der Bürgerinitiative ist zumindest recht witzig: Freiee Park für freie Bürger.

(Quelle: Dresner Neueste Nachrichten vom 25.04. sowie alte Pressemeldungen zu Dresden)