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Japan: Tokio

Die letzte Etappe in Japan war Tokio. Oder genau gesagt das Gebiet, was bis 1943 Tokio war. Denn Tokio gibt es als Stadt gar nicht mehr. Es sind viel mehr 23 eigenständige Städte.

Bahnhof Tokio

Von Odawara nahmen wir den Shinkansen zum Bahnhof Tokio. Schon kurz nach dem Start näherten wir uns dem urbanen Gebiet. Und sahen Häuser. Viele Häuser.

Wir kamen mit dem Shinkansen am Bahnhof Tokio in Chiyoda an. Zugegeben: Ich habe mir den wichtigsten Fernbahnhof im Gebiet von Tokio imposanter und repräsentativer vorgestellt. Er war einfach nur zweckmäßig. Im Inneren des Bahnhofes herrschte viel Trubel. Alles war irgendwie zweckmäßig, nichts besonders schön. Unzählige Menschen, die hier umsteigen. Und dabei ist das noch nicht einmal der frequentierteste Bahnhof der 23 Städte.

Wir traten vor der Tür – der Trubel war weg. Ein riesiger Bahnhofsvorplatz mit nur wenigen Leuten. Wir beobachteten ein Pärchen und einen Fotografen beim Shooting. Beeindruckend ist vor allem der Blick zurück auf die Westfassade des Bahnhofes: eine neubarocke Klinkersteinfassade mit zwei prächtigen Kuppeln. Halt so, wie man 1914 auch in Europa (vor allem England) Bahnhöfe baute.

Was wir nicht sahen – und später erst auf Karten: Im Untergrund gibt es unzählige Verbindungsgänge.

Hotel in Kōtō

Wir machten uns auf dem Weg zu unserem Hotel nahe der Station Kameido in der Stadt Kōtō. Vom Bahnhof Tokio fuhren wir zwei Stationen mit der Ringbahn, und stiegen dann für weitere Stationen um. Die Straßen folgen hier einem strengen Schachbrettmuster. Zum Hotel mussten wir sechs Häuserblocks nach Süden und sieben nach Osten. Ganz einfach. Wie in Mannheim.

Die Gebäude sind hier schon deutlich flacher. Es gibt viele Dreigeschosser, dazwischen ragen allerdings viele Zehngeschosser hervor. In den Erdgeschossen gibt es Läden, wo wir uns auch gleich etwas stärkten. Um die großen Straßen zu queren, gibt es Fußgängerbrücken.

Wir erreichten unser Hotel MyStays. Wir checkten ein. Als wir in der 8. Etage den Fahrstuhl verließen, wurde es nass und kalt. Die Gänge waren um einen offenen Innenhof herum anglegt.

Gegenüber vom Fahrstuhl hatten wir unser winziges Zimmer. Viel mehr als ein Doppelbett passte nicht hinein. Bei den Koffern mussten wir schon kreativ werden. Wir hatten zu tun, dass wir nicht die Krise bekamen. Wir fragten schon nach Zimmer-Upgrade, doch als wir den Preis hörten, nahmen wir davon wieder Abstand.

Die Hotelbeschreibung sah vor, dass wir eine Küche hatten, nur außer einer Mikrowelle haben wir im Zimmer nichts gesehen. An der Rezeption konnten wir einen Kocher und Geschirr holen. Wir bekamen dann eine kleine Kiste. Mich hat schon beeindruckt, wie man aus der kleinen Nische eine Mini-Küche machen konnte. Wir brutzelten uns dann tatsächlich ein Hähnchen.

Da die Zimmertür letztendlich eine Außentür war und es etwas windete, klapperte diese ständig. Die Hotelmappe tat hier gute Dienste:

Der Ausblick aus dem Fenster war dagegen toll. Aber noch war nebenan eine Baustelle:

Spaziergang durch Kōtō

Zugegeben: Kōtō ist keine schöne Stadt. Im Gegenteil. Alles ist irgendwie zweckmäßig. Grünes gibt es kaum. Und wenn doch, dann war es eher eine Begleiterscheinung. Das Hotel lag mitten in einem Wohngebiet. Das fand ich in soweit angenehm, als dass wir damit auch einen Teil der 23 Städte kennenlernen durften, in der nicht die Fassade für Touristen hochgehalten wird.

Vor dem Hotel war ein Grünstreifen. Das war es wohl nicht immer, einige Meter Gedenkgleis erinnern an eine alte Eisenbahntrasse.

Ein kleines Detail am Grünstreigen: Die Pfäle mit kleinen Eichhörnchen:

Hinter der nächsten Häuserreihe zieht sich brachial aufgeständert eine Schnellstraße durch die Landschaft. Unten drunter gibt es einen Radschnellweg, ein kleiner Park mit Seen, Kinderspielplätzen und Sportplätzen. Man kann es positiv sehen: da regnet es nicht. Am nächsten Kanal geht die Hochstraße drüber hinweg – der Park und der Radweg endete.

Ich spähte schon mal die erste Post aus. Denn von Japan sollte unser erstes Paket auf die Reise gehen.

Putziges Haus:

Und Riesen-Riegel:

(Abends machte ich noch eine Nachtwanderung nach Sumida)

Tokio – Kaiserpalast

Siehe Extra-Artikel Kaiserpalast und Garten

Shinjuku Gyoen Park

Siehe Extra-Artikel Shinjuku Gyoen Park

Tokio Metropolitan Building und Roppongi Hills

Siehe Extra-Artikel Tokio Metropolitan Building und Roppongi Hills

Yasukuni-Schrein

Siehe Extra-Artikel Yasukuni-Schrein

Bahnhof Shinjuku und Shibuya Crossing

Siehe Extra-Artikel: Bahnhof Shinjuku, Shibuya Crossing

Nationamuseum

Wir besuchten das Nationalmuseum. Gut für Regentage. Besonders an Tagen, wo ein Taifun in der Nacht angekündigt ist.

Taifun Trami

Zum Taifun selbst siehe Extra-Artikel: Taifun Trami

Bahn-Rundtour

Am letzten Tag vor unserer Abreise von Japan nahmen wir die Bahn und wollten eine kleine Runde fahren. Wir entschieden uns gegen die berühmte Yamanote-Ringlinie und fuhren lieber in Richtung Osten durch die Vor-Orte.

Mittlerweile haben wir die 23 Städte verlassen. Vom Bahnhof Moto-Yawata in der Großstadt Ichikawa blickten wir noch immer auf dichte und vor allem hohe Bebauung.

Am Bahnhof Nishi-Funabashi (in Funabashi) wechselten wir die Bahn – und fuhren eine Tangente nach Norden.

Zwischen den einzelnen Orten sahen wir tatsächlich auch einige grüne Flächen. Am Bahnhof Shim-Matsudo (in Matsudo) wechselten wir wieder in eine Bahn Richtung Zentrum. Direkt neben dem Bahnsteig:

Und am Ende am Bahnhof Nippori in Arakawa.

Friedhof Yanaka

Zum Friedhof gibt es einen Artikel über Yanaka und Nezu

Yanaka Ginza und Umgebung

Zur Einkaufsstraße Yanaka Ginza und dem Viertel gibt es einen Artikel über Yanaka und Nezu

Nezu-Schrein

Für den Nezu-Schrein gibt es einen Artikel über Yanaka und Nezu

Shinobazuno Pond

Letzte Station eines langen Tages war der See Shinobazuno Pond nahe dem Ueno Park. Auf dem Weg dahin erinnert eine alte Straßenbahn an ein Verkehrsmittel, was in den 23 Bezirken nur noch eine Randfunktion hat.

Wir erreichen den See bei Dunkelheit:

Neben dem See ist der Shinobazunoike Bentendo Temple. Den hatten wir am Vortag kurz vor dem Taifun schon angeschaut:

Der Unterschied war nun: Es war trocken (und wärmer). Und es gab neben dem Tempel einen Markt mit typischer japanischer Küche. Zugegeben: Krabben am Stil waren nicht meine Welt.

Auf dem Weg zurück zum Bahnhof ging es durch ein belebtes Nachtviertel:

und zwischen den Häuserblocks gerieten wir in eine Demonstration hinein:

(Ich kann leider nicht erkennen, wofür oder wogegen demonstriert wurde. Finde auch keine Zeitungsnotizen. Hinweise sind gerne willkommen)

Nix gegen Flüchtigkeitsfehler. Aber wer Werbeschilder entwirft…

Akihabara – Eketronikviertel

Um den Bahnhof Akihabara in Chiyoda herum liegt das Elektronik-Viertel. So richtig vom Hocker gehauen hat es mich nicht. Es gibt vor allem Elektronikkaufhäuser und einige Tempel mit Automaten. Wir entdecken Sega, eine Spielekonsole, die in Europa nur noch Nostalgiewert hat. Was war in dem Gebäude? Nur Automaten, mit denen man mit Glück irgendwelche Plüschtiere ergattern kann.

Wir betraten noch ein Elektronikkaufhaus. Mit schicker Ladengestaltung haben es die Japaner nicht so. Einfach nur Schilder über Schilder.

Die Stuhlunterlagen mit Massagefunktion sind witzig. Hier kann man verweilen.

Der Kauf von Elektronik lohnt so gut wie gar nicht. SD-Karten:

Für umgerechnet 210 Euro – wer will 128 GB haben?

Dann habe ich mit meiner Canon SX60 HS eine Canon SX60 HS fotografiert. Die Kamera kam 2014 heraus, kurz zuvor erschien bereits der Nachfolger SX70 HS für 380 Euro. Also noch etwas mehr als ich Jahre zuvor schon bezahlt habe.

Was sich dagegen einigermaßen lohnte: Akkus. Sie lockten mit
„Tax Free” – und in der Tat ohne die dortige Mehrwertsteuer lohnte sich die Ausführung eines Ersatz-Akkus. Nur dann schlugen die Wellen der Bürokratie gnadenlos zu. Solche Einkäufe wurden da sogar im Reisepass vermerkt.

Dinge, deren Zweck ich nicht verstanden habe:

Vermischtes

Da es in Japan im Grunde keine Parkplätze im öffentlichen Raum gibt und Platz allgemein teuer ist, gibt es in Japan auch nur kleine Fahrzeuge. Und die passenden Parkhäuser dazu:

Eine Tankstelle im Wohngebiet, wo die Zapfhähne an der Decke hängen:

Auf japanischen Bahnsteigen gibt es keine Mülleimer, dafür unheimlich viele Getränkeautomaten. Damit der Durstige seine dort gekaufte Flasche entsorgen kann, gibt es konkrete Ausparungen. Wirklich nur für die Flaschen des Angebotes.

Noch einige schöne Bauwerke:

Wir hatten einige Ziele noch von Tokio aus geplant, u.a. Niko und Kamakura. Auf diese mussten wir verzichten. Eine Erkältung am ersten Tokio-Tag sowie der Taifun-Tag bremsten uns da ein wenig aus. Schlimm war es nicht: alles kann man ohne hin nicht sehen. Und so sind wir dankbar für das, was wir in den sechs Tagen mitgenommen haben.

Würden wir mit dem Wissen unserer Reise heute so eine Japan-Reise noch einmal planen, wäre der Tokio-Anteil weitaus geringer ausgefallen. Tokio ist vor allem eins: groß. Und nicht besonders schön.