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Hong Kong - Stadt der Kontraste

Eine Stadt der Kontraste – modern und viktorianisch; europäisch und chinesisch; zubetoniert und grün. Hektisch … und hektisch.

Wir haben 4 Nächte in dieser Metropole verbracht. Das erste, was uns begrüßte, als wir den klimatisierten Bereich des Flughafens und der U-Bahn (Temperaturmodus: Eisfach) verließen, war die schwül-feuchte, warme Luft, gepaart mit Neonlichtern und Massen von Menschen. (Hong Kong Central bzw. Wan Chai).

Also erstmal schnell ins Hotel. Wieder Eisfachtemperatur (als es regnete, beschlugen die Fenster der Lobby – von außen) und ab aufs Zimmer. „Stadtblick“ bedeutete für uns Hinterhofblick aus dem 14. Stock. Bodentiefe Fenster, die sich allerdings nicht öffnen ließen – einzige Belüftungsmöglichkeit war die Klimaanlage.

Wir blickten raus – und machten einen Rundgang:

Nachdem wir unseren Jetlag halbwegs ausgeschlafen hatten, ließen wir uns am nächsten Morgen durch diese Stadt der Hochhäuser treiben. Wir stießen auf einen Markt, auf dem alles verkauft wurde – von lebendigen Fischen im Wasser bis hin zu Klamotten. Ein paar Straßen weiter finden wir dann Chanel, Gucci, Armani und wie sie alle heißen. Da Shoppen nicht unser primäres Ziel war, gingen wir zum Hafen und genossen dort den Ausblick.

Später fuhren wir mit der Doppelstock-Tram. Wenn nicht die Bezahlung mit der Octopus-Card wäre, könnte man meinen, dass sich an Zügen und Gleisen seit 1980 hundert Jahren nichts mehr verändert hätte. Dennoch wird die Bahn rege genutzt – vielleicht, weil der Fahrpreis günstiger ist, als die fast parallel verlaufende U-Bahn „Island Line” eine Etage tiefer.

Die Tram wurde 1904 von den Briten gebaut, als ein Massenverkehrsmittel notwendig wurde. Die ersten Waggons wurden noch in Blackpool, GB gebaut.

Weitere Überreste der viktorianischen Zeit sind spärlich. Hier und da findet man noch ein wie durch ein Wunder überlebendes Gebäude dieser Zeit. Manchmal wurden die alten Häuser kurzum zu Fundamenten der Hochhäuser darüber umgewandelt. Und manchmal wurden sie zu Luxus-Malls, wie die ehemalige Marine Police in Kowloon.

Am zweiten Tag konnten wir uns das tägliche Lichtspektakel am Hafen, die „Symphony of Lights” nicht entgehen lassen. Sie beginnt Punkt 20:00 Uhr und endet um 20:14. Es war durchaus nett anzuschauen, auch wenn es mit musikalischer Untermalung vermutlich aufregender gewesen wäre. Eine entsprechende App wird angeboten. Gewaltig ist jedoch der Ausblick auf die Bucht mit den funkelnden Hochhäusern, mit oder ohne Lichtershow! So blieben wir noch ein bisschen, um den Ausblick in einem der Restaurants zu genießen. Der Ersatz für ein heruntergefallenes Messer sollte dann 50 HK$ kosten … Scherz. Der Kellner freute sich trotzdem über unsere eingefrorenen Gesichtszüge und entschädigte uns mit einem gemeinsamen Foto.

Am letzten Tag wagten wir einen Ausflug ins Grüne und besuchten den sehr hübsch angelegten Hong Kong Park. Besonders beeindruckt hat uns die Dichte der subtropischen Pflanzen, die man zu Hause nur als kleine Zimmerpfänzlein kennt. Hier wachsen sie buchstäblich an jeder Straßenecke! Aber ok – das Klima fühlt sich auch wie das Tropengewächshaus an. Danach ging es mit der Peak Tram auf den Peak (was sonst?), ehemals Victoria Peak. Auf der relativ kurzen Fahrt hinauf fragten wir uns dann doch ein paar Mal, ob wir nicht aus Versehen in die Achterbahn gestiegen sind … oder ob die Bremsen halten werden. Es ist jedenfalls eine der steilsten Seilbahnen der Welt. Aber alles ging gut, so dass wir wohlbehalten (minus einer Kamera) oben in der Shopping Mall aussteigen und das Shopp… den Ausblick (gegen Gebühr) genießen konnten. Als die verlorene Kamera glücklicherweise gefunden wurde, konnten wir dann tatsächlich hoch. Der Ausblick ist grandios. :-)

Den Abstieg wagten wir zu Fuß über die Old Peak Road, die nach der Bahn für motorisierte Fahrzeuge gebaut wurde. Beides löste damals einen Bauboom auf dem Berg aus und glaubte, dass die Straße die Bahn ablösen würde. Zum Glück hat sich dies nicht bewahrheitet. Für den Weg braucht man durch den Anstiegswinkel auch hinab einiges an Muskelkraft, wie wir schnell merken mussten.
Teilweise passierte man innerhalb von wenigen Schritten mehrere Etagen der Wohnhochhäuser für die Reichen und Schönen, die natürlich Gated Communities waren.

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass Hong Kong eine faszinierende Stadt ist. Und für uns tatsächlich der perfekte „Gateway“ zu Asien, da hier neben chinesisch tatsächlich (fast) jeder auch Englisch spricht und alles zweisprachig ausgeschildert wird. Der Mix der Kulturen ist hier buchstäblich zu spüren. Und im „M&S“ Supermarkt konnten wir das Gefühl des „einheimischen“ Supermarktes auch mal andersherum erleben. ;-)

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