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Homepage von René Pönitz

NZ: Continentales Frühstück

Die meisten Unterkünfte, die wir in Neuseeland buchten, waren für Selbstversorger. Es gab also kein Frühstück. In Oponomi und Auckland-Northcross gab es Frühstück. Continentales Frühstück. Und, so mein Eindruck, wenn Neuseeländer sich für ein sparsames, einfaches Frühstück entschuldigen, so nennen sie es einfach „Continental”.

Diese Wortwendung finde ich spannend. Sie kommt ja aus Großbritanien, um das dortige Frühstück mit Ei, Bacon, Bohnen und Würstchen klar zu unterscheiden von ihrer Vorstellung, wie ein Frühstück auf dem europäischen Festland aussieht. Sie unterscheiden dann auch nicht mehr zwischen französischen Crossants, Berliner Schrippen oder tschechischen Hörnchen. Nein, das ist vor allem Toastbrot, Marmelade und Cornflakes.

Nur welchen Kontinent meinen die Neuseeländer, wenn sie von „Continental” reden? Australien wäre gepgraphisch naheliegend. Einen Kontinent, der am anderen Ende der Welt liegt?

In Oponomi gab es jedenfalls nur Toastscheiben, Marmelade und Cornflakes. Und eine leere Schüssel mit Obst. Und Erdnuss-Butter und Marmite. Erdnuss-Butter ist vor allem in Amerika beliebt, Marmite stammt aus England. Warum werden also unter „Continental” Dinge angeboten, die gar nichts mit irgendeinem Teil des europäischen Festlandkontinents zu tun haben?

NZ: Oponomi

Wir verlassen Kawakawa und die Hundertwasser-Toilette. Unser nächster Ort Oponomi ist zugegebenermaßen auch nur ein Zwischenstopp, damit wir am Folgetag die Waipoua-Wälder mit ihren riesigen Kauri-Bäumen bewundern können. Oponomi war daher günstig gelegen. Und während Paihia und Kawakawa immerhon noch vierstellige Einwohnerzahlen haben: Oponomi hat 168!

Der Weg dahin ist sehr schön und vor allem sehr hügelig. Ich habe diese Fahrt richtig genossen. Leere Straßen, wir machen hier und da Fotopausen. Wir werden begleitet von Regenwolken – in sicherer Distanz. Egal wie, sie blieben immer hinter der nächsten Bergkuppe.

Der Ort selbst liegt am Hokianga Harbour. Hier ragt ein Meeresarm weit ins Landesinnere hinein und zerteilt die Landschaft. Wir sind weiter nördlich auch nicht mehr gefahren, allen voran haben wir 99-Miles-Beach nicht mitgenommen.

Das Oponomi-Hotel wirkte wie ein Dreiseiten-Hof. Auf der linken Seite ein Pub im Western-Stil. Er war nicht gemütlich, eher zugig. Und in dessen Mitte war ein altes Haus umbaut worden, in dessen Inneren nun ein Spielcasino war. In der Mitte war das Foyer des Hotels. Und auf der rechten Seite waren die Zimmer.

Unser Zimmer hatte einen sehr modrigen Geruch. Keine Ahnung, was sie da machten. Wir dachten uns: Egal, es ist nur eine Nacht. Das Zimmer war auch recht klein. Wir hatten einen kleinen ebenerdigen Balkon. Und eine Katze, die immer mal wieder hineinschaute.

In diesem Hotel hatten wir Frühstück inklusive. Doch es war schlecht. Wir gingen nahezu ungestärkt in den Tag.

Gegenüber vom Hotel war eine kleine Schiffsanlegestelle: Wir blickten auf die andere Seite des Hokianga Harbour – und sahen vor allem Sand.

Trotz der gigantischen Einwohnerzahl: es gab eine Post, eine kleine Kaufhalle, ein Café, ein Imbiss und eine Kriegsgedenkenhalle. Die Skulptur des Ortes ist Odo, der Delphin. Ein kleiner Delfin, der in den 50ern bis ans Land schwamm und sehr zutraulich wurde – und plötzlich über Nacht verstarb (vgl. anderer Reisebericht)

Ein Dorf weiter, Omapere, ist einen Aussichtspunkt an der Mündung dieses Meeresarmes. Eine kleine Ankündigung am Wegesrand reichte – und wir verbrachten hier knappe zwei Stunden.

Wenig später zogen Wolken auf, die selbe Perspektive noch einmal:

Auf dem Parkplatz gab es Warnhinweise mit „Lock it or lose it!”, mit dem sie auf Autoeinbrüche aufmerksam machen. Das Auto vor uns hatte die Scheiben unten, vom Fahrer oder Fahrerin keine Spur. Ich sah den Schlüssel stecken. Ich sah die Geldbörse. Alles zum Greifen nah. Da dachte ich mir: Man muss nicht klüger sein als der Dieb, sondern nur klüger sein als die dümmsten der anderen Gäste.

Ebenso unterwegs: eine Schulklasse, die hier Pause machte. Sie begleitete uns noch den weiteren Tag. Wir flüchteten von der großen Wiese und liefen zum Aussichtspunkt. Das Wetter war sehr schön, aber es war windig. Die Wellen peitschten gegen die Steine. Wir hätten gerne den großen Rundgang (ca. 3h) noch gemacht, doch die Zeit war leider endlich.

Übrigens: Auch in Neuseeland gibt es Sandsteine. Und dieser bröselt ebenso wie der in der Sächsischen Schweiz.

NZ: Kawakawa - und die Hundertwasser-Toilette

Kawakawa ist einer der Orte, den vermutlich niemand bewusst ansteuern würde. Der State Highway 1 führt direkt durch die Hauptstraße des Ortes. In der Mitte der Straße liegen noch Gleise einer alten Eisenbahnstraße, die mal für den Kohleabbau wichtig war. Heute fahren da viele LKWs mit ausladender Schnauze Baumstämme durch die Gegend.

Und wenn man in der Mittagssonne mitten auf der Straße steht, erweckt es eher den Eindruck als wäre man im Wilden Westen und es fehlen nur noch Cowboys und Colts. Mit seinen 1218-Einwohnern ist der Ort ähnlich spannend wie viele dieser abgelegenen Orte in Neuseeland.

Und doch kommt man als Tourist nicht darum, hier zu halten. Denn hier in der Nähe wohnte Hundertwasser die letzten 27 Jahre seines Lebens und das letzte Bauwerk, was zu seinem Lebzeiten 1999 eröffnete, steht im Zentrum dieses Ortes: es ist eine Bedürfnisanstalt. Ja, eine Toilette. Es soll, Gerüchten zu folge, die am häufigsten fotografierte Toilette der Welt sein. Keine Ahnung, aber wenn man bedenkt, wie häufig man sonst Toiletten fotografiert, dürfte das wohl hinkommen.

Sie ist zugleich der einzige Hundertwasserbau auf der Südhalbkugel. Es mag etwas skurril sein, wenn an seinem Geburtsort prunkige und bedeudente Bauwerke stehen, aber in seiner Wahlheimat lediglich eine Toilette entstanden ist. Und somit ist der Ort nahezu Pflichtprogramm, wenn man nördlich von Auckland unterwegs ist. Und so waren auch wir hier – und hinterließen, sorry für die Details, unser Geschäft.

Das Bauwerk selbst entspricht voll dem üblichen Stil. Keine Säule, die mit einer anderen identisch sein. Keine klaren Kanten. Welliger Boden. Die Rückseite hat keine Fenster, sondern es wurden grüne Flaschen eingemauert.

Natürlich gibt es Baummieter. Das einzige, was einer normalen Toilette entspricht, sind die Kloschüsseln, Pissoirs und Waschbecken.

Das Gebäude passt sich in die übliche flache Bebauung an und ist auch nicht besonders üppig dimensioniert.

Hinter dem Gebäude entsteht gerade ein kleiner Park.

Bei einigen weiteren Gebäuden (insbesondere Touri-Shops) gibt es zumindest Hundertwasser-Details an der Fassade oder im Fußboden.