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Der neue Freßwürfel in Dresden

Ich will absolut nicht destruktiv sein. Ich möchte auch nicht alles neue schlecht reden. Und ich möchte auch nicht unbedingt der DDR-Baukultur hinterhertrauern. Aber …

Aber ich kann beim besten Willen nichts schönes an dem Bauwerk erkennen, was an der Stelle des ehemaligen “Freßwürfels” hingebaut werden soll! Zugegeben: eine Schönheit war der Freßwürfel nicht. Er war typisch für den Baustil der DDR, mehr nicht.

Aber mit dem Nachfolgebau wird sich die Situation nicht unbedingt verbessern! Wuchtig und Langweilig sind wohl die besten Charakteristiken, die mir beim Anblick der Bauskizzen einfallen. Wuchtig deshalb, weil er mit sechs Etagen und seiner Ausmaße einen nicht unbeachtlichen Anteil Fläche einnimmt – er steht zudem frei herum. Langweilig, weil die Fassade einfach nur monoton aussieht. Alle Fenster haben zwei verschiedene Größen, sind regelmäßig angeordnet und bringen keinerlei Spielerei mit sich. Also genau so, wie man früher Häuser mit Lego oder Pebe gebaut hat! Aber ich bin kein Architekt, die Fachjury sieht das ganz anders. Immerhin gewann dieser Vorschlag einen Architektenwettbewerb (mit 5 Teilnehmern):

Die Arbeit überzeugt durch die Stringenz der gerasterten, angenehm richtungslosen Fassadengliederung. Der Verzicht auf eine horizontale Strukturierung des Gebäudes erzeugt eine in sich ruhende Kraft und eine wohltuende Erdung. Dieser Charakter wird durch den Sandstein unterstrichen, der durch die Aufdopplung im Bereich der Fensterbrüstungen noch betont wird. Die zweigeschossige Öffnung zum Postplatz überzeugt ebenso wie die zweigeschossige Arkade mit ihrer partiellen vertikalen Öffnung über die Dachfläche hinaus.

Aber überzeugt euch selbst: der neue Freßwürfel bei “Das neue Dresden”!