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Homepage von René Pönitz

Radio RS2 - Eingriffe in den Straßenverkehr

Ich habe schon viel an Berliner Ampeln gesehen. Es fing wohl irgendwann mit aufdringlichen Scheibenputzern an, die gegen einen kleinen Obolus ihre Dienste anbieten  — und meist frustriert sind, wenn es keiner in Anspruch nimmt. In letzter Zeit nehmen die Künstler  zu. So sah ich schon Breakdancer und Jongleure. Atemberaubend waren zwei Jongleure, die statt Bällen brennenden Fackeln in den Abendstunden jonglieren konnten. Und während meist zwei ihr Kunststück aufführen, sammelt der dritte in den Reihen das Kleingeld ein. Das mag nicht unbedingt toll sein — und befindet sich auch irgendwie in einer Grauzone.

Geschmacklos wird es aber erst, wenn solche Maßnahmen in Werbekampagnen integriert werden. So konnte ich gestern eine Gruppe junger Leute sehen, die während der Rotphase auf die Straße springen. Zwei hielt für die Autofahrer sichtbar ein Transparent, die anderen verteilten Flugblätter.

Verkaufsfördernde Videos in Baumärkten - es nervt langsam!

Irgendwann hat so ein ganz bescheuerter Trend in Baumärkten angefangen, der nun mittlerweile ein Ausmaß angenommen hat, daß es einfach nur noch belastend ist, dort einzukaufen: und das sind verkaufsfördernde Videos.

Hersteller wollen natürlich gerne ihre Produkte an den Mann bringen — und wenn es eine auffallende Positionierung im Markt allein nicht tut, dann unterstützt man das mit Video. Ähnlich wie bei diesem Heimeinkaufssendern wird einem die Funktionsweise von Werkzeugen oder Materialien erklärt — und welche Probleme man lösen kann, die man vielleicht noch gar nicht hat. Heute konnte ich begutachten, wie man spielend einfach einen Klodeckel festschraubt (nicht lachen!)

Und davon gibt es nicht etwa nur einen Bildschirm, auf dem fortfolgend verschiedene Videos laufen — nein, für jedes umworbende Produkt gibt es einen Bildschirm mit eigener Endlosschleife. Im Hellweg am Ostbahnhof habe ich entlang des Mittelganges (ohne Pflanzenabteilung und Holz) 20 (!) solcher Bildschirme entdeckt. Im Eingangsbereich weitere drei. Und ich wette, ich habe noch lange nicht alle entdeckt. Aber leider flimmern sie nicht nur, sondern sie beschallen auch die Gänge. Je kleiner und unauffälliger der Bildschirm, umso lauter der Ton. Und am abstrusesten ist dabei die Nähe der Bildschirme zueinander, so dass sich teilweise auch der Schall überlagert. Nicht nur, dass diese den Kunden den Nerv rauben, die ihren Einkauf genau planen wollen (was man in Baumärkten nicht unterschätzen sollte), nein, auch die, die nur in den Baumarkt fahren, um sich den ganzen Tag Werbefilmchen anzuschauen, können diese nicht einmal in Ruhe genießen.

Muß man so etwas wirklich seinen Kunden antun?