<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<?xml-stylesheet type="text/css" href="rss.css"?>
<feed version="0.3" xmlns="http://purl.org/atom/ns#" xml:lang="de-DE">
<title>renephoenix.de</title>
<tagline>http://renephoenix.de</tagline>
<author>
<name>renephoenix.de</name>
</author>
<modified>2026-10-22T00:00+02:00</modified>
<link rel="alternate" type="text/html" href="http://renephoenix.de/"/>
<info>http://www.mnot.net/drafts/draft-nottingham-atom-format-02.html</info>
<generator>TM::RSS</generator>

<entry>
<issued>2026-10-22T00:00+02:00</issued>
<modified>2026-10-22T00:00+02:00</modified>
<title>Abriss und Neubau am Hofweg</title>
<content type="text/html" mode="escaped">&lt;div class=&quot;itemmenu&quot;&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;&lt;a href=&quot;http://renephoenix.de/#toc23029-1&quot;&gt;Der Verlust des eigenen Zuhauses&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li&gt;&lt;a href=&quot;http://renephoenix.de/#toc23029-2&quot;&gt;Der defekte Aufzug&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li&gt;&lt;a href=&quot;http://renephoenix.de/#toc23029-3&quot;&gt;Wohnraumschutz – und was nicht&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li&gt;&lt;a href=&quot;http://renephoenix.de/#toc23029-4&quot;&gt;Die Befreiungen im B-Plan&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li&gt;&lt;a href=&quot;http://renephoenix.de/#toc23029-5&quot;&gt;Milieuschutz: Mehr Hürden, aber auch keine Abrissgarantie&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li&gt;&lt;a href=&quot;http://renephoenix.de/#toc23029-6&quot;&gt;Bau-Turbo&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li&gt;&lt;a href=&quot;http://renephoenix.de/#toc23029-7&quot;&gt;Marktwirtschaft wird nicht am Hofweg entschieden&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li&gt;&lt;a href=&quot;http://renephoenix.de/#toc23029-8&quot;&gt; Wie geht es nun weiter?&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li&gt;&lt;a href=&quot;http://renephoenix.de/#toc23029-9&quot;&gt;Alternativen&lt;/a&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;&lt;a href=&quot;http://renephoenix.de/#toc23029-10&quot;&gt;Vergesellschaftung&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li&gt;&lt;a href=&quot;http://renephoenix.de/#toc23029-11&quot;&gt;Abtretung&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;/li&gt;&lt;li&gt;&lt;a href=&quot;http://renephoenix.de/#toc23029-12&quot;&gt;Weitere Links zum Thema:&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;/div&gt;&lt;p&gt;Der geplante Abriss der Wohnhäuser am Hofweg 87–89 sorgte im letzten Regionalausschuss für reichlich Unmut. Dabei ging es nicht nur um den Verlust von Wohnungen, sondern auch um die Frage, was Bezirkspolitik in einem solchen Fall überhaupt bewirken kann. Ich möchte die verschiedenen Aspekte auseinanderhalten: die Sorgen der Bewohner, die rechtlichen Rahmenbedingungen und die politischen Handlungsmöglichkeiten. Mit dem Beitrag möchte ich zur Versachlichung der Debatte beitragen – und auch darstellen, wo Erwartungen und Möglichkeiten wohl getrennte Wege gehen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Konkret geht es sowohl um das Hochhaus im Hintergrund, als auch um das eine kleine Gebäude vorne:&lt;/p&gt;

&lt;article class=&quot;pic&quot;&gt;&lt;div class=&quot;standard&quot;&gt;&lt;div class=&quot;picimage&quot;&gt;&lt;div class=&quot;imageimg&quot;&gt;
	&lt;a href=&quot;http://renephoenix.de/23031?cmd=getsource&quot; data-rel=&quot;fancy&quot; title=&quot;Hofweg 87 - 1&quot; class=&quot;fancy&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://renephoenix.de/23031?cmd=getsource&amp;picmode=std&quot; alt=&quot;Hofweg 87 - 1&quot;   /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;imagelink&quot;&gt;&lt;a href=&quot;http://renephoenix.de/23031&quot;&gt;Zum Bild&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;footer class=&quot;footerdate&quot;&gt;&lt;a href=&quot;http://renephoenix.de/hofweg-87-1&quot;&gt;Dieses Bild&lt;/a&gt; wurde &lt;span class=&quot;footerdate&quot;&gt;am 22.10.2026&lt;/span&gt; veröffentlicht.&lt;/footer&gt;&lt;/article&gt;

&lt;article class=&quot;pic&quot;&gt;&lt;div class=&quot;standard&quot;&gt;&lt;div class=&quot;picimage&quot;&gt;&lt;div class=&quot;imageimg&quot;&gt;
	&lt;a href=&quot;http://renephoenix.de/23032?cmd=getsource&quot; data-rel=&quot;fancy&quot; title=&quot;Hofweg 87 - 2&quot; class=&quot;fancy&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://renephoenix.de/23032?cmd=getsource&amp;picmode=std&quot; alt=&quot;Hofweg 87 - 2&quot;   /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;imagelink&quot;&gt;&lt;a href=&quot;http://renephoenix.de/23032&quot;&gt;Zum Bild&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;footer class=&quot;footerdate&quot;&gt;&lt;a href=&quot;http://renephoenix.de/hofweg-87-2&quot;&gt;Dieses Bild&lt;/a&gt; wurde &lt;span class=&quot;footerdate&quot;&gt;am 22.10.2026&lt;/span&gt; veröffentlicht.&lt;/footer&gt;&lt;/article&gt;

&lt;h1 id=&quot;toc23029-1&quot;&gt;Der Verlust des eigenen Zuhauses&lt;/h1&gt;

&lt;p&gt;Der geplante Abriss der Häuser am Hofweg 87–89 bewegt die Menschen im Quartier. Das ist nachvollziehbar. Einige Bewohnerinnen und Bewohner leben seit Jahrzehnten dort, manche sind inzwischen betagt. Manche wohnen vielleicht sogar seit dem Erstbezug dort. Und wer einen großen Teil seines Lebens in einer Wohnung verbracht hat, verliert damit vor allem die vertrauten vier Wände. Und je nachdem auch das vertraute Umfeld und gewachsene Nachbarschaften. Hinzu kommt die Frage, ob man überhaupt noch eine bezahlbare Alternative im näheren Umkreis findet.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Initiative, die sich für den Erhalt der Häuser einsetzt, hat deshalb ein nachvollziehbares Anliegen. Gerade der Verlust vergleichsweise günstiger Bestandswohnungen wiegt schwer. Dass an ihrer Stelle mehr Wohnungen entstehen sollen, hilft den derzeitigen Bewohnern nicht. Zumal die Frage im Raum steht, ob sie sich diese neuen Wohnungen leisten können.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Linksfraktion Hamburg-Nord hat den Konflikt mit ihrer Kleinen Anfrage &lt;a href=&quot;https://sitzungsdienst-hamburg-nord.hamburg.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=1016176&quot; class=&quot;linkext&quot; &gt;Vernichtung von bezahlbarem Wohnraum und wertvollem Grün für teure Neubauwohnungen am Hofweg?&lt;/a&gt; im Januar aufgegriffen. Sie thematisiert unter anderem die Baugenehmigung und die Auswirkungen auf den Wohnungsbestand.&lt;/p&gt;

&lt;h1 id=&quot;toc23029-2&quot;&gt;Der defekte Aufzug&lt;/h1&gt;

&lt;p&gt;Eigentliches Thema in der Sitzung des Regionalausschusses Barmbek-Uhlenhorst-Hohenfelde-Dulsberg (&lt;span class=&quot;caps&quot;&gt;BUHD&lt;/span&gt;) am 12.10.2026 waren &lt;a href=&quot;https://sitzungsdienst-hamburg-nord.hamburg.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=1017104&quot; class=&quot;linkext&quot; &gt;die außer Betrieb genommenen Aufzüge&lt;/a&gt;, verbunden mit dem Vorwurf des Behördenversagens und der Ignoranz der Politik.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Situation war für die betroffenen Menschen besonders problematisch: Wer auf einen Aufzug angewiesen ist und die Treppen nicht mehr bewältigen kann, wird durch dessen Ausfall in seiner Bewegungsfreiheit massiv eingeschränkt. Im ungünstigsten Fall werden selbst Arztbesuche oder alltägliche Besorgungen unmöglich. Gerade bei 8 Etagen ist ein funktionierender Aufzug keine bloße Komfortfrage.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Doch ein defekter Aufzug ist Sache des Vermieters. Es ist keine politische Aufgabe der Bezirksversammlung bzw. eine Aufgabe der Bezirks- oder Landesverwaltung, selbst wenn hier der Vorwurf des Vorsatzes gegenüber der Eigentümers &lt;span class=&quot;caps&quot;&gt;PEG&lt;/span&gt; im Raum steht.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Nun wurde konkret der Wohnraumschutz als Instrument genannt. Und beim Wohnraumschutz geht es darum, dass eben Wohnungen nicht urplötzlich verloren gehen &amp;#8211; so &lt;a href=&quot;https://www.landesrecht-hamburg.de/bsha/document/jlr-NNLHH0000638C&quot; class=&quot;linkext&quot; &gt;verstehe ich das Wohnraumschutzgesetz&lt;/a&gt; . Dauerhaft feuchte Wände wären Gründe für einen solchen Eingriff des Amtes. Also wenn euer Vermieter die Wände nass lässt, damit die Bausubstanz so geschädigt wird, so dass ein Abriss unausweichlich wird.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Fahrstühle werden nicht explizit erwähnt. Aber selbst wenn sie im Gesetz genannt oder gemeint wären: es gibt eine Genehmigung für Abriss und Neubau. Würden keine Mieter mehr da wohnen, dann würde der Abriss und der Neubau morgen beginnen können. Mehr noch: es gibt über den &lt;a href=&quot;https://suche.transparenz.hamburg.de/dataset/staedtebaulicher-vertrag-zu-dem-flurstueck-1534-in-der-gemarkung-uhlenhorst&quot; class=&quot;linkext&quot; &gt;städtebaulichen Vertrag&lt;/a&gt; die Pflicht für die Vorhabenträgerin, binnen 18 Monaten nach der Baugenehmigung mit dem Bau zu beginnen bzw. binnen 45 Monaten den Hochbau bezugsfertig zu haben.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Aber neben der verwaltungsrechtlichen Seite gibt es eine zivilrechtliche: die Leute haben (noch) einen rechtsgültigen Mietvertrag. Und daher ist ein Gang vor Gericht ein wichtiger und richtiger Schritt. Das wurde auch in der Versammlung so deutlich gemacht – und die Betroffenen erwiderten, dass es Neuigkeiten gäbe und sie eine einstweilige Verfügung zur Instandsetzung erwirkt haben. Damit wurde der Konflikt dort ausgetragen, wo konkrete Ansprüche gegenüber dem Vermieter durchgesetzt werden können: vor Gericht.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die anwesende Vertreterin der &lt;span class=&quot;caps&quot;&gt;PEG&lt;/span&gt; stellte diesen Weg auch nicht in Frage. Sie erklärte, der Aufzug hätte ihrer Darstellung nach bereits in der Vorwoche wieder laufen sollen, die Reparatur verzögere sich jedoch wegen fehlender Ersatzteile. Das war ihre Darstellung zum damaligen Stand. Zudem betonte sie Kompensationsangebote, bspw. sei Personal angeboten worden, was Einkäufe hoch trägt.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Damit war das eigentliche Thema erschöpft, aber nicht die Debatte zum Abriss und Neubau der Gebäude.&lt;/p&gt;

&lt;h1 id=&quot;toc23029-3&quot;&gt;Wohnraumschutz – und was nicht&lt;/h1&gt;

&lt;p&gt;Ein weiterer Teil der Debatte betraf den Wohnraumschutz als solchen. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ich schimpfe ja gerne über Hamburg und oftmals lässt diese Stadt auch viel Raum für Kritik. Beim Thema Wohnraumschutz muss man aber nüchtern anerkennen, dass Hamburg neben Hessen ein Vorreiter war. So ein Gesetz gibt es noch nicht in allen Bundesländern.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das Hamburgische Wohnraumschutzgesetz soll Wohnraum vor Zweckentfremdung und Verwahrlosung schützen und die zweckentsprechende Nutzung von Wohnungen sichern. Und dazu zählt beispielsweise, dass Wohnungen eben nicht zu Ferienwohnungen oder Anwaltskanzleien mutieren, aber auch die Beseitigung von Wohnraum durch Abriss. Es ist aber kein allgemeines Instrument, mit dem sich jede unerwünschte Veränderung des Wohnungsbestands verhindern lässt. In &lt;a href=&quot;https://www.landesrecht-hamburg.de/bsha/document/jlr-NNLHH0000638CNN00000000044/format/xsl?oi=ECmfn2zDm7&amp;sourceP=%7B%22source%22%3A%22TOC%22%7D&amp;docAcc=true&quot; class=&quot;linkext&quot; &gt;§10&lt;/a&gt; stehen Voraussetzungen, die für eine Abrissgenehmigung erfüllt sein müssen. Dreh- und Angelpunkt sind die Ersatzwohnungen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die bisherigen 43 Wohnungen sollen durch 75 Neubauwohnungen ersetzt werden. Rechnerisch steigt der Bestand damit um 32 Wohnungen (mal losgelöst von der Wohngröße). Offen bleibt in meinen Augen die Bewertung, ob der neue Wohnraum als &amp;#8220;Luxuswohnraum&amp;#8221; anzusehen ist. Aber das ist eine baurechtliche Frage, keine mietrechtliche Frage. Besonders hochwertige Materialen (bildlich gesprochen: das Marmor-Bad) können beispielsweise Merkmale von Luxuswohnraum sein. Und da die bestehenden Wohnungen diese Merkmale sehr wahrscheinlich nicht aufweisen, dürften die zu ersetzenden Wohnungen das ebenso nicht. Ob für die Wohnung dann trotzdem solche Preise verlangt werden, ist keine Frage des Wohnraumschutzes. Hier wäre dann &lt;a href=&quot;https://www.gesetze-im-internet.de/wistrg_1954/__5.html&quot; class=&quot;linkext&quot; &gt;§5 Wirtschaftsstrafgesetz&lt;/a&gt; maßgeblich, Stichwort: Wucher-Mieten.&lt;/p&gt;

&lt;h1 id=&quot;toc23029-4&quot;&gt;Die Befreiungen im B-Plan&lt;/h1&gt;

&lt;p&gt;Das Bezirksamt hat am 18. Dezember 2025 die Baugenehmigung für den Abriss der Bestandsgebäude und die Errichtung eines Neubaus mit Tiefgarage erteilt. Die Linksfraktion thematisiert in ihrer Anfrage die zahlreichen Befreiungen und Abweichungen, die für das Vorhaben eine Rolle spielen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die grundsätzliche Frage dahinter ist durchaus berechtigt: Welchen Zweck haben Bebauungspläne, wenn bei konkreten Bauvorhaben zahlreiche Ausnahmen genehmigt werden? Bebauungspläne sind keine unverbindlichen Gestaltungsvorschläge. Sie legen verbindliche Rahmenbedingungen für die bauliche Entwicklung eines Gebiets fest. Und nun erkennt man die neuen Gebäude kaum noch &lt;a href=&quot;https://www.daten-hamburg.de/infrastruktur_bauen_wohnen/bebauungsplaene/pdfs/bplan/D135.pdf&quot; class=&quot;linkpdf&quot;&gt;im engen Korsett der Vorgaben des sogenannten Durchführungsplanes D135 aus dem Jahre 1961&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Im &lt;a href=&quot;https://suche.transparenz.hamburg.de/dataset/staedtebaulicher-vertrag-zu-dem-flurstueck-1534-in-der-gemarkung-uhlenhorst&quot; class=&quot;linkext&quot; &gt;Städtebaulichen Vertrag&lt;/a&gt; kann man die Unterschiede sehr gut erkennen:&lt;/p&gt;

&lt;article class=&quot;pic&quot;&gt;&lt;div class=&quot;standard&quot;&gt;&lt;div class=&quot;picimage&quot;&gt;&lt;div class=&quot;imageimg&quot;&gt;
	&lt;a href=&quot;http://renephoenix.de/23033?cmd=getsource&quot; data-rel=&quot;fancy&quot; title=&quot;Hofweg - Plan&quot; class=&quot;fancy&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://renephoenix.de/23033?cmd=getsource&amp;picmode=std&quot; alt=&quot;Hofweg - Plan&quot;   /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;imagelink&quot;&gt;&lt;a href=&quot;http://renephoenix.de/23033&quot;&gt;Zum Bild&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;footer class=&quot;footerdate&quot;&gt;&lt;a href=&quot;http://renephoenix.de/hofweg-plan&quot;&gt;Dieses Bild&lt;/a&gt; wurde &lt;span class=&quot;footerdate&quot;&gt;am 22.10.2026&lt;/span&gt; veröffentlicht.&lt;/footer&gt;&lt;/article&gt;

&lt;p&gt;Bei dieser Abwägung muss auch der Sonst-Fall betrachtet werden: Ohne Befreiung hätte das Gebäude auch abgerissen werden können und durch eins mit seinen bisherigen Dimensionen wieder errichtet werden können. Mit den Befreiungen erkauft sich die Stadt, dass es für einen Teil der Wohnungen eine Preisbindung gibt (&lt;span class=&quot;caps&quot;&gt;WBS&lt;/span&gt;-Schein). Nun werden die Neubauten weniger Stockwerke haben, dafür wird mehr Fläche versiegelt. Da gibt es Abwägungen und Spielräume, die es zu kritisieren gibt &amp;#8211; und wo das Amt die Entscheidung in meinen Augen nicht ausreichend nachvollziehbar darlegt. Nüchtern betrachtet ist bei den Befreiungen aber auch von Bedeutung, ob damit noch die alten Ziele verfolgt werden.&lt;/p&gt;

&lt;h1 id=&quot;toc23029-5&quot;&gt;Milieuschutz: Mehr Hürden, aber auch keine Abrissgarantie&lt;/h1&gt;

&lt;p&gt;In der Diskussion wurde auch der Milieuschutz angesprochen. Dabei fiel die Behauptung, Ole von Beust beziehungsweise die &lt;span class=&quot;caps&quot;&gt;CDU&lt;/span&gt; habe ihn ca. 2005 abgeschafft. (Sie wurden formal nicht abgeschafft, sondern &lt;a href=&quot;https://www.linksfraktion-hamburg.de/wp-content/uploads/sites/2/2019/12/2019-12-09-Wohnungspolitische-Broschuere_2019-11_web.pdf&quot; class=&quot;linkpdf&quot;&gt;liefen aus und wurden nicht verlängert&lt;/a&gt;). Das erklärt zumindest, warum die &lt;span class=&quot;caps&quot;&gt;CDU&lt;/span&gt; sehr leise bei dem Thema war.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Soziale Erhaltungsverordnungen – auch Milieuschutz genannt – sind ein baurechtliches Instrument, das bestimmte bauliche Veränderungen, Nutzungsänderungen sowie den Abriss einer zusätzlichen Genehmigungspflicht versieht. Ziel ist es, die Zusammensetzung der Wohnbevölkerung in einem Gebiet zu erhalten und Verdrängung entgegenzuwirken (siehe mein &lt;a href=&quot;http://renephoenix.de/21355&quot; title=&quot;Erhaltungsverordnung in Eilbek&quot; &gt;Artikel zu Eilbek&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Zur Wahrheit gehört aber auch: auch dieses Instrument verhindert nicht jeden Abriss. Auch in einem Erhaltungsgebiet können Gebäude unter bestimmten Voraussetzungen abgerissen werden. Dazu kann beispielsweise gehören, dass die Erhaltung des Wohnhauses wirtschaftlich nicht zumutbar ist. In der Baubeschreibung wird &lt;a href=&quot;https://suche.transparenz.hamburg.de/dataset/staedtebaulicher-vertrag-zu-dem-flurstueck-1534-in-der-gemarkung-uhlenhorst&quot; class=&quot;linkext&quot; &gt;Bezug auf die Schadstoffbegutachtung&lt;/a&gt; genommen. Ich habe keine öffentlichen Informationen zu diesem konkreten Grundstück gefunden, aber &lt;a href=&quot;https://briven.de/ratgeber/schadstoffe-nach-baujahr&quot; class=&quot;linkext&quot; &gt;in den 60ern war Asbest ein großes Thema&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Wie auch immer: es ist hypothetisch, wie das Vorhaben mit Milieuschutz zu bewerten wäre. Ich bin kein Jurist, ich bin auch kein Vorhabensträger. Aber neben &amp;#8220;Ja&amp;#8221; und &amp;#8220;Nein&amp;#8221; gibt es noch ganz viel &amp;#8220;anders&amp;#8221;.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ein weiteres Instrument beim Milieuschutz ist das Vorkaufsrecht für die Kommune. Praktisch ist es aber &lt;a href=&quot;https://www.haufe.de/immobilien/wohnungswirtschaft/milieuschutz-hamburg-nutzt-vorkaufsrecht-in-vier-faellen_260_484940.html&quot; class=&quot;linkext&quot; &gt;seit einem Grundsatzurteil im Jahre 2021 außer Gefecht&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Man kann nun diskutieren, ob der Milieuschutz für das Gebiet Uhlenhorst wieder eingeführt werden sollte. Die Entscheidung kann die Bezirkspolitik fallen. Aber auch hier braucht es Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen. Es ist also nicht nur Wunschdenken. Denn eines muss man bedenken: wenn die Stadt ein Vorhaben verweigert, dann wird es beklagt. Es muss also gerichtsfest sein. Niemandem ist geholfen, wenn diese &lt;a href=&quot;https://justiz.hamburg.de/resource/blob/637554/09f48bfd63cf5e810c799fc05f35458c/2e6-21-n-data.pdf&quot; class=&quot;linkpdf&quot;&gt;Verordnung vor Gericht kassiert wird&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Und da die &lt;span class=&quot;caps&quot;&gt;SPD&lt;/span&gt; bei der Einführung in Eilbek behauptet hat, der Milieuschutz würde bezahlbare Mieten sichern: auch diese Erwartung kann Milieuschutz nicht sicherstellen. Denn es ist ein baurechtliches, kein mietrechtliches Instrument.&lt;/p&gt;

&lt;h1 id=&quot;toc23029-6&quot;&gt;Bau-Turbo&lt;/h1&gt;

&lt;p&gt;Im Ausschuss wurde der Vorwurf in Richtung Bundestag laut, der Bau-Turbo hätte diesen Abriss und Neubau erst ermöglicht oder wesentlich beschleunigt. Dem kann ich argumentativ nicht folgen. Wie aus der Anfrage der Linken ersichtlich, wurde das &lt;a href=&quot;https://dejure.org/gesetze/BauGB/31.html&quot; class=&quot;linkext&quot; &gt;Instrument der Befreiung nach §31 BauGB&lt;/a&gt; genutzt. In dem Gebiet war Wohnungsbau möglich und nun kommen wieder Wohnungen hin. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Mit dem &lt;a href=&quot;https://renephoenix.de/246e?s=Bau-turbo#toc22867-4&quot; class=&quot;linkext&quot; &gt;neuen §246e BauGB&lt;/a&gt; kann man bspw. in ein Industriegebiet nun Wohnungen bauen &amp;#8211; und dort wäre es mit Befreiung nicht mehr möglich. Ich bin kein Jurist, aber so wie ich den §§ lese, hätte er durchaus angewandt werden können. Dem Bau-Turbo ist es egal, ob es schon ein Wohngebiet ist. Gegenüber der Befreiung erfordert dieser aber die Zustimmung der Gemeinde, damit wäre die Bezirksversammlung politisch zu beteiligen. Und durch diesen zusätzlichen Schritt hätte der Bau-Turbo hier wahrscheinlich nicht einmal beschleunigt.&lt;/p&gt;

&lt;h1 id=&quot;toc23029-7&quot;&gt;Marktwirtschaft wird nicht am Hofweg entschieden&lt;/h1&gt;

&lt;p&gt;Damit kommen wir zu einem grundlegenden Problem der Debatte: den Erwartungen an die Bezirkspolitik. Und was die erfüllen kann.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Wenn Menschen unmittelbar um ihre Wohnung bangen, ist es verständlich, dass sie von der Politik eine Lösung erwarten. Es ist auch Aufgabe der Politik, sich mit ihren Sorgen auseinanderzusetzen, Gespräche zu führen und nach Möglichkeiten zu suchen, die Situation zu verbessern.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Nach den Schilderungen in der Ausschusssitzung haben solche Gespräche stattgefunden. Sie führten allerdings nicht zu einem Ergebnis, das sich die Betroffenen erhofft hatten. Verständlich.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;In der Sitzung ging es teilweise um grundsätzliche Fragen zur Marktwirtschaft und zur Eigentumsfrage. Aber diese werden im Regionalausschuss genauso wenig geklärt wie die Situation der Ukraine im Landtag von Sachsen-Anhalt. Bau- und Mietrecht sind vor allem Bundesrecht.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Vor diesem Hintergrund ist auch die Kritik der &lt;span class=&quot;caps&quot;&gt;SPD&lt;/span&gt; an den Linken nachvollziehbar. Die Linke macht in der Debatte den Betroffenen Mut, man könne den Abriss noch verhindern, nicht zuletzt durch den &lt;a href=&quot;https://www.linksfraktion-hamburg.de/protestaktion-gegen-abrissplaene-am-hofweg/&quot; class=&quot;linkext&quot; &gt;Aufruf zu Protestaktionen und Petitionen&lt;/a&gt;. Und so wirkte auch in der Sitzung eine Anwohnerin noch sehr kämpferisch.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Umgekehrt griff die &lt;span class=&quot;caps&quot;&gt;SPD&lt;/span&gt; aber gleichzeitig daneben, als sie nur lapidar meinte, man könne nichts machen und auch nichts unternehmen, sich geradezu über die Entwicklung freut. Wer Menschen, die um ihr langjähriges Zuhause bangen, erklären will, dass eine Entwicklung rechtlich zulässig ist und politisch nicht verhindert werden kann, kann das tun, ohne ihnen das Gefühl zu vermitteln, ihre Sorgen seien bedeutungslos.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ich halte ehrliche Politik für wichtig. Dazu gehört, sich in die Probleme der Menschen hineinzuversetzen und ihnen mit Empathie zu begegnen, zugleich aber den eigenen Handlungsspielraum klar zu benennen Und daher auch dieser Artikel.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Und ehrlich: Fälle wie diesen am Hofweg wird es leider immer wieder geben.&lt;/p&gt;

&lt;h1 id=&quot;toc23029-8&quot;&gt; Wie geht es nun weiter?&lt;/h1&gt;

&lt;p&gt;Am Ende geht es für die Bewohner nicht um abstrakte Fragen des Baurechts, sondern um ihre konkrete Zukunft. Was passiert mit ihnen, wenn die Häuser tatsächlich abgerissen werden? Gibt es Ersatzwohnungen? Sind diese bezahlbar? Erfüllen sie die Erwartungen? Wird der Umzug organisiert?&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;In der Ausschusssitzung wurde von der Vertreterin der Projektentwicklungsgesellschaft die Aussage getätigt, dass Wohnungen im Neubau zu einer vergleichbaren Preisklasse angeboten werden sollten. Auch die Kosten für den Auszug und den späteren Wiedereinzug sollten demnach übernommen werden. Ich kann diese Angebote natürlich nicht im Detail prüfen, ob in diesen Angeboten Pferdefüße enthalten sind.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ich kann den Betroffenen nur raten, ihre Lage realistisch einzuschätzen. Die &amp;#8220;großzügigen Angebote&amp;#8221; gibt es vor allem in den Phasen, wo man einvernehmlich ein Ende herbeiführen kann. Die Angebote sollte man also ernsthaft prüfen. Und ja, auch ein gewisses Pokern gehört zu solchen Verhandlungen und ist völlig legitim. Man sollte nur die zeitliche Dimension nicht aus den Augen verlieren. Wenn Kündigungen ausgesprochen wurden und die Mietverhältnisse auch nach rechtlicher Auseinandersetzung beendet sind, wird die Situation eine andere sein als heute.&lt;/p&gt;

&lt;h1 id=&quot;toc23029-9&quot;&gt;Alternativen&lt;/h1&gt;

&lt;p&gt;Auch wenn wir auf Bezirksebene keine Handlungsmöglichkeiten haben und dieses konkrete Gebäude nicht retten können, so stellt sich durchaus die Frage, ob nicht bei künftigen Verfahren weitere Instrumente genutzt bzw. auf Landes- und Bundesebene geschaffen werden sollten. Ergänzt gerne Ideen in den Kommentaren!&lt;/p&gt;

&lt;h2 id=&quot;toc23029-10&quot;&gt;Vergesellschaftung&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Man kann über die Berliner Enteignungsfrage (&amp;#8220;Vergesellschaftung&amp;#8221;) diskutieren. Nach dem Berliner Volksentscheid sollen Unternehmen mit mehr als 3000 Wohneinheiten vergesellschaftet werden. Das würde hier nicht helfen, da die &lt;span class=&quot;caps&quot;&gt;PEG&lt;/span&gt; bei ca. 1000 Wohneinheiten liegt. Allerdings kostet die Entschädigung eine Menge Geld, die zunächst auf den kommunalen Haushalt geht (oder den einer städtischen Wohnungsgesellschaft). Und spätestens da stellt sich die Frage, ob nicht dieselbe Geldmenge im kommunalen Neubau mehr bewirken könnte. Ich will nicht die Gedanken der &lt;span class=&quot;caps&quot;&gt;FDP&lt;/span&gt; hier aufgreifen, denn die verwendet diese Überlegung nur zur Abwehr. Ich würde es gerne in Verbindung bringen, dass die Stadt dann tatsächlich auch einen signifikanten Beitrag für den Neubau kommunaler Wohnungen auch aufzubringen. Da ist Wien ein sehr gutes Beispiel.&lt;/p&gt;

&lt;h2 id=&quot;toc23029-11&quot;&gt;Abtretung&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;In solchen Fällen, wo ein städtebaulicher Vertrag zum B-Plan oder deren Befreiungen geschlossen wird, könnte das &lt;a href=&quot;https://renephoenix.de/berliner-modell-zur-kooperativen-baulandentwicklung?s=berliner+Modell#toc18116-5&quot; class=&quot;linkext&quot; &gt;Prinzip der Abtretung&lt;/a&gt; ein Instrument werden. Dann könnte trotzdem abgerissen und neugebaut werden, aber auf einem Teil baut dann die Stadt und hat darüber direkten Einfluss auf die Wohnungen. Das wäre hier ein Unterschied, ob wir lediglich für einen begrenzten Zeitraum belegungsgebundene Wohnungen bekommen &amp;#8211; und tatsächlich dauerhaft kommunale.&lt;/p&gt;

&lt;h1 id=&quot;toc23029-12&quot;&gt;Weitere Links zum Thema:&lt;/h1&gt;

	&lt;ul&gt;
		&lt;li&gt;&lt;a href=&quot;https://weact.campact.de/petitions/mieter-in-not-stoppt-den-abriss-am-hofweg-87-89&quot; class=&quot;linkext&quot; &gt;Campact-Kampagne&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
		&lt;li&gt;&lt;a href=&quot;https://suche.transparenz.hamburg.de/dataset/staedtebaulicher-vertrag-zu-dem-flurstueck-1534-in-der-gemarkung-uhlenhorst&quot; class=&quot;linkext&quot; &gt;Städtebaulicher Vertrag im Transparenzportal&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
	&lt;/ul&gt;</content>
<link rel="alternate" type="text/html" href="http://renephoenix.de/hofweg"/>
<id>23029</id>
</entry>

<entry>
<issued>2026-10-19T00:00+02:00</issued>
<modified>2026-10-19T00:00+02:00</modified>
<title>RB71 - Frisch saniert bereit zur Einstellung?</title>
<content type="text/html" mode="escaped">&lt;p&gt;Meine Geburtsstadt erzeugt ja leider öfters negative Meldungen, nicht zuletzt durch den &lt;a href=&quot;https://taz.de/Oberbuergermeisterwahl-in-Pirna/%215980644/&quot; class=&quot;linkext&quot; &gt;braunen Bürgermeister&lt;/a&gt;. Für den heutigen Beitrag können die örtlichen Akteure allerdings wenig: es geht um die mögliche Einstellung des RB71, die Regionalbahnlinie zwischen Pirna, Neustadt und Sebnitz möglicherweise vollständig eingestellt werden soll.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das ist überraschend, denn erst kürzlich wurde diese Strecke saniert. Die Bauarbeiten führten teilweise über Monate zu Schienenersatzverkehr, zudem gab es auch einige Verzögerungen. Und nun steht &amp;#8211; kurz nach der Wiedereröffnung die Frage im Raum, ob der Verkehrsverbund die Verbindung abkündigen will.&lt;/p&gt;

&lt;h1 id=&quot;toc23030-1&quot;&gt;Sanierung&lt;/h1&gt;

&lt;p&gt;Die Bauarbeiten im Jahr 2026 betrafen unter anderem den Abschnitt zwischen Pirna-Copitz und Dürrröhrsdorf, wo Betonschwellen erneuert wurden. Wegen des Winters und schwieriger Bodenverhältnisse verlängerten sich die Arbeiten bis Ende Juni. Auch an anderen Stellen der Strecke wurde gebaut. Hinzu kommen Maßnahmen am Bahnhof Sebnitz, für dessen Modernisierung die Deutsche Bahn und der Bund rund 2,9 Millionen Euro aufwendeten.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;In der öffentlichen Berichterstattung ist zudem von rund 13 Millionen Euro für die Sanierung der Bahnstrecke die Rede. Die Arbeiten wurden mit dem Erhalt beziehungsweise der Verbesserung der Bahnanlagen begründet. Was für mich unklar ist, welche Geld- und Fördertöpfe verwendet worden &amp;#8211; und ob sich daraus eine Zweckbindung, also (faktischer) Betriebszwang, ableiten lässt.&lt;/p&gt;

&lt;h1 id=&quot;toc23030-2&quot;&gt;Bestellung und Trassenpreise&lt;/h1&gt;

&lt;p&gt;Losgelöst von der Sanierung der Strecke sind die Verkehrsverbünde (hier &lt;span class=&quot;caps&quot;&gt;VVO&lt;/span&gt;) für die Bestellung der gefahrenen Linien zuständig. Und die kämpfen derzeit mit &lt;a href=&quot;https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/bahnverkehr-trassenpreise-steigen-2027-im-schnitt-um-knapp-acht-prozent/100259835.html&quot; class=&quot;linkext&quot; &gt;steigenden Trassenpreisen&lt;/a&gt;, nicht nur im Elbtal. Es ist vor allem eine Sache der InfraGo, einer Tochter der Deutschen Bahn.&lt;/p&gt;

&lt;blockquote&gt;
		&lt;p&gt;Eine Reform, die genau diese Probleme beheben sollte, wurde vom Bundesverkehrsministerium bislang nicht angegangen. Die Folgen trägt erneut der Markt.&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;

&lt;p&gt;So eine Mitteilung aus dem Verband &lt;a href=&quot;https://die-gueterbahnen.com/news/trassenpreise-auf-rekordkurs-verkehrsministerium-laesst-die-preisspirale-laufen.html&quot; class=&quot;linkext&quot; &gt;Die Güterbahnen&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Und nun fällt das Ende der Sanierung &amp;#8211; unglücklich &amp;#8211; mit der Erhöhung der Trassenpreise aufeinander.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Aus Sicht der Verkehrsverbünde ist die Lage misslich: sie haben ein Budget und müssen damit wirtschaften. Und Wirtschaften heißt nicht nur die Trassenpreise im Blick haben, sondern auch die Kosten bei einer eventuellen Verlagerung zum Bus. Der Freistaat Sachsen könnte die Zuschüsse für die Verkehrsverbünde erhöhen und damit die Folgen lindern. Viel mehr liegt die Ursache aber beim Bundesverkehrsminister. Und zwar aus zwei Aspekten: der Bund ist Eigentümer der Deutschen Bahn (und damit auch der InfraGo) und kann über diese Einfluss ausüben. Und der Bund ist verantwortlich für die Rahmenbedingungen der Schieneninfrastruktur.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Und die Befürchtung ist, dass der Bund über diesen Weg Steine für den öffentlichen Personennahverkehr und der Verkehrswende allgemein hinlegt oder zumindest billigend in Kauf nimmt. Und diese Strecke nicht die einzige bleiben wird.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Zur Petition zum &lt;a href=&quot;https://www.openpetition.de/petition/online/rb-71-erhalten-schienenverkehr-zwischen-pirna-lohmen-neustadt-und-sebnitz-sichern&quot; class=&quot;linkext&quot; &gt;Erhalt des RB 71&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;</content>
<link rel="alternate" type="text/html" href="http://renephoenix.de/rb71"/>
<id>23030</id>
</entry>

<entry>
<issued>2026-10-11T00:00+02:00</issued>
<modified>2026-10-11T00:00+02:00</modified>
<title>Seilbahn nach Bergedorf</title>
<content type="text/html" mode="escaped">&lt;p&gt;Die &lt;span class=&quot;caps&quot;&gt;SPD&lt;/span&gt; und der Hamburger Nahverkehr &amp;#8211; das ist keine gute Geschichte.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Im April 2011 gewann die &lt;span class=&quot;caps&quot;&gt;SPD&lt;/span&gt; die absolute Mehrheit &amp;#8211; und unser Lügen-Olli beerdigte die Pläne für eine Straßenbahn. Er stammelte in der &lt;a href=&quot;http://renephoenix.de/2380&quot; title=&quot;Keine Straßenbahn, dafür Spurbus!&quot; &gt;Regierungserklärung von Spurbussen&lt;/a&gt;, also die perfekte Kombination, die Nachteile von Bus und Straßenbahn vereint. Offensichtlich kam die &lt;span class=&quot;caps&quot;&gt;SPD&lt;/span&gt; noch selbst auf den Trichter &amp;#8211; und kam dann mit dem &amp;#8220;Busbeschleunigungsprogramm&amp;#8221; an. Toll klingender Name, nur &lt;a href=&quot;https://www.arnewitte.de/ein-busbeschleunigungsprogramm-das-buslinien-nicht-beschleunigt/&quot; class=&quot;linkext&quot; &gt;beschleunigten sie damit nicht die Busse&lt;/a&gt;. Dafür nahm man das Geld in die Hand, was man durch die Straßenbahn gespart hat, vervielfältigte es und gräbt nun neue U-Bahn-Tunnel. An sich nicht falsch, denn auch da hat Hamburg Defizite. Aber die &lt;span class=&quot;caps&quot;&gt;SPD&lt;/span&gt; sieht das als Allheilmittel (siehe bspw. eine &lt;a href=&quot;https://www.abgeordnetenwatch.de/profile/ole-thorben-buschhueter/fragen-antworten/nachdem-mit-unterstuetzung-der-spd-die-wiedereinfuehrung-der-strassenbahn-in-kiel-beschlossen-wurde&quot; class=&quot;linkext&quot; &gt;Anfrage an Thorben Buschhüter&lt;/a&gt;). Und offensichtlich erkennt man nun, dass man damit auf dem Holzweg ist:&lt;/p&gt;

&lt;blockquote&gt;
		&lt;p&gt;Da Hamburg konzeptionell nur auf Bus und Bahn setzt, wobei die Busverkehre die Straßen verstopfen und der Bau von neuen S-Bahn- und U-Bahnstrecken Milliarden kosten, ist es an der Zeit, auch Seilbahnsysteme als alternatives Beförderungsmittel mit zu bedenken.&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;

&lt;p&gt;Denn die kommen nun mit der Idee um die Ecke, eine Seilbahn für Oberbillwerder zu fordern. So ein Antrag für die &lt;a href=&quot;https://sitzungsdienst-bergedorf.hamburg.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=1010050&quot; class=&quot;linkext&quot; &gt;kommende Sitzung der BV Bergedorf&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;blockquote&gt;
		&lt;p&gt;Die Bezirksamtsleiterin wird gebeten:&lt;/p&gt;
		&lt;p&gt;	&lt;ol&gt;
		&lt;li&gt;mit der Behörde für Verkehr und Mobilitätswende in Kontakt zu treten, um eine Machbarkeitsstudie erstellen zu lassen, die die Umsetzungsbedingungen für eine Seilbahn, die das Zentrum Bergedorf mit der Hamburger Innenstadt verbindet, ermittelt, was  Gespräche mit Unternehmen mit einschließt.&lt;/li&gt;
		&lt;li&gt;in die Machbarkeitsstudie folgende Streckenverläufe mit einzubeziehen: Oberbillwerder-Hamburger Innenstadt, Oberbillwerder-Bergedorfer Zentrum, Oberbillwerder-Mümmelmannsberg U2, Oberbillwerder-Allermöhe S-Bahn&lt;/li&gt;
		&lt;li&gt;den Stadtentwicklungsausschuss über das Ergebnis der Machbarkeitsstudie zu informieren.&lt;/li&gt;
	&lt;/ol&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;

&lt;p&gt;Es soll eine Machbarkeitsstudie erstellt werden. Man bindet damit Zeit und Energie der Verwaltung, die dann nichts besseres tun kann. Das ist gerechtfertigt, wenn die Idee auch irgendwie zum Ziel führen kann. Aber dann wäre schon etwas Hirnschmalz im Vorfeld angebracht. Sie adressieren als Ziel die Hamburger Innenstadt, also muss man erst mal analysieren, wo so ein Zielpunkt geschaffen werden kann &amp;#8211; und natürlich auch die Frage möglicher Zwischenhalte.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ich würde noch einen Schritt zurückgehen: die Form, wie die &lt;span class=&quot;caps&quot;&gt;SPD&lt;/span&gt; Stadtentwicklung betreibt, ist schon fragwürdig. Sie planen so ein eher sumpfiges Gebiet in Randlage mit überwiegend 3 bis 5 Geschossen zu bebauen, partiell sogar 8 Etagen (siehe &lt;a href=&quot;https://www.daten-hamburg.de/infrastruktur_bauen_wohnen/bebauungsplaene/pdfs/bplan/Billwerder30-Bergedorf120-Neuallermoehe2-Lohbruegge95.pdf&quot; class=&quot;linkpdf&quot;&gt;B-Plan von 2025&lt;/a&gt;). Man muss sogar schon sagen: immerhin ist da ein S-Bahn-Halt. Wenn man aber versucht, den Kfz-Verkehr im Hamburger Zentrum zu reduzieren, dann ist es kontraproduktiv, wenn solch massive Siedlungen in diesen Außenbereichen entstehen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;All das hätte man in der Planung schon würdigen können. Dann hätte man auch auch für weitere &lt;span class=&quot;caps&quot;&gt;ÖPNV&lt;/span&gt;-Anbindungen auch Platz freihalten können.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Und nun kommt man zu der oben zitierten Erkenntnis &amp;#8211; und schwadroniert wie toll anderswo Seilbahnen sind. Und keine Frage: das mag auch anderswo jeweils Sinn ergeben. Aber hier ist es der verzweifelte Griff nach irgendeinem Werkzeug mit der Hoffnung, den Nagel doch noch in den Wand zu bekommen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Gleich zu Beginn wird in der Antragsbegründung &lt;a href=&quot;https://de.wikipedia.org/wiki/Mi_Teleférico&quot; class=&quot;linkext&quot; &gt;La Paz&lt;/a&gt;: angesprochen. Ich habe keine Ahnung, warum sie hier die Beispielwirkung in der Vergangenheit schreiben, derzeit wird dort eine neue Linie gerade gebaut. Aber dort ist die Seilbahn auch das Hauptverkehrsmittel &amp;#8211; und das aus gutem Grund: die Linien legen da alle mehrere hundert Höhenmeter zurück. Da kann eine U-Bahn einpacken.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;In Hamburg soll also nun eine Seilbahn parallel zu einer S-Bahn-Verbindung entstehen. Wozu?&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Dann wird Berlin eingebracht. Berlin hat eine &lt;a href=&quot;https://de.wikipedia.org/wiki/Seilbahn_Gärten_der_Welt_–_Berlin&quot; class=&quot;linkext&quot; &gt;Seilbahn, um die Gärten der Welt zu erreichen&lt;/a&gt;. Bedient ähnlich wie London oder einst die &lt;a href=&quot;http://renephoenix.de/18046&quot; title=&quot;Hamburger Seilbahn&quot; &gt;Hamburger Debatte zum Musical&lt;/a&gt; eher den Tourismus.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die &lt;span class=&quot;caps&quot;&gt;SPD&lt;/span&gt; weiter:&lt;/p&gt;

&lt;blockquote&gt;
		&lt;p&gt;Daraufhin hat der Berliner Senat das Potenzial der Seilbahn erkannt und in den Nahverkehrsplan übernommen, um die Seilbahn in den öffentlichen Nahverkehr integrieren zu können.&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;

&lt;p&gt;Das ist Quatsch! Man hat zwar das Thema in Berlin aufgenommen &amp;#8211; zur generellen Klärung und hat es in den Varianten mit aufgeführt. Aber es wird im Nahverkehrsplan keine weitere Seilbahn beabsichtigt. Lediglich die bestehende soll in den &lt;span class=&quot;caps&quot;&gt;ÖPNV&lt;/span&gt;-Tarif eingebunden werden (zum &lt;a href=&quot;https://senstadt-bln.de/irimages/nvp2019-2023_broschuere.pdf&quot; class=&quot;linkpdf&quot;&gt;Berliner Nahverkehrsplan 2019-2023&lt;/a&gt;).&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Abschließend stellt sich die Frage, was die &lt;span class=&quot;caps&quot;&gt;SPD&lt;/span&gt; wirklich vor hat. Bei der &lt;a href=&quot;https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2026/02/berlin-magnetschwebebahn-bonde-tegel-spandau-verkehr.html&quot; class=&quot;linkext&quot; &gt;Spandauer Magnetschwebebahn im Februar 2026&lt;/a&gt; wollte die &lt;span class=&quot;caps&quot;&gt;CDU&lt;/span&gt; die Straßenbahn nach Spandau verhindern. Hat die &lt;span class=&quot;caps&quot;&gt;SPD&lt;/span&gt; Angst, dass die Straßenbahn auch hier wieder auf die Agenda kommt?&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ich weiß es nicht&amp;#8230;&lt;/p&gt;</content>
<link rel="alternate" type="text/html" href="http://renephoenix.de/seilbahn-nach-bergedorf"/>
<id>23026</id>
</entry>

</feed>