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NDR-Dokumentation: Die Atomlüge

Absolut sehenswert: 45 Min — Die Atomlüge vom NDR

Verfolgt man dieser Tage die Meldungen zu Japan, so hat man nicht unbedingt den Eindruck, als hätten die Japaner die Katastrophe so langsam in den Griff bekommen. Vielfach wird über den Betreiber der Kernkraftwerke geschimpft, teils auch auf die Behörden. Teilweise waren Mängel bekannt usw. usf. Und hierzulande stellt sich unsere Kanzlerin mit strahlenden Gesicht hin und behauptet, die deutschen AKWs »gehören zu den weltweit sichersten« — meint zumindest der TÜV Süd. Und dahinter stecken unter anderem auch die Betreiber der AKWs.

Die Autorin Gesine Enwaldt geht in ihrer 45-minütigen Dokumentation einigen nicht ganz unwesentlichen Fragestellungen nach. Im Ergebnis hat die Reportage schon fast den Charakter einer Realsatire — und wenn das Thema nicht so bitter ernst wäre, könnte man schon wahrlich darüber lachen.

Nach einigen Einblicken in das AKW Krümmel kommt schon die erste spannende Frage: Weiß eigentlich jeder, was zu tun ist, wenn es zu einem Unfall kommt? Und die gezeigten Mitschnitte sind schon erschreckend. Für den Störfall sind vor allem für Kinder zur Verhinderung von Schilddrüsenkrebs Jodtabletten notwendig — doch die werden nicht in den Kindergärten und Schulen im Umkreis der AKWs gelagert, sondern im Falle von Krümmel im Gesundheitsamt. Das heißt, die Behörden, die dann wohl ohnehin unter Vollast laufen, sollen dann noch Kuriere in die Krisenregion schicken. Ein befragter Lehrer würde den Katastrophenplan für einen Brand auf auf einem Atomunfall anwenden und die Kinder auf dem Schulhof sammeln.

Auch andere Fragen blieben ohne eine verlässliche Antwort: Wer ist beispielsweise verantwortlich für die Krisenbeseitigung? Der AKW-Betreiber? Die Freiwillige Feuerwehr? Der Kerntechnische Hilfszug aus Karlsruhe? Das Militär wie in Tschernobyl?

(Ich weiß nicht, wie lange das Video da zu sehen sein wird.)

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