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Die Rechnungen von Vodafone

Aufmerksame Leser dieses Blogs wissen es: Ich habe etwas gegen Pseudo-Wissenschaften. Das heutige Kapitel: die Rechnungen von Vodafone!

Anfang des Jahres schlossen wir einen neuen Telefonvertrag mit Vodafone ab. Eigentlich sollte es nicht Vodafone werden, aber unter Berücksichtigung aller Prämissen ist es dann so geworden. Lange Geschichte. Aber es gibt Branchen, da hat einfach kein Dienstleister das Siegel „sehr gut” oder „gut” verdient.

Was mir immer wieder unverständlich ist: Unternehmen, die ihre Geschäftsbereiche strikt nach Privat- und Geschäftskundenkontakten aufteilen, schicken mir als Privatperson Rechnungen, in denen die Einzelposten ohne Mehrwertsteuer ausgewiesen werden – und erst am Ende wird diese auf dem Gesamtbetrag erhoben. Unbegreiflich. Das ist aber eine Krankheit der gesamten Branche. Das ist immer noch ein zusätzlicher gedanklicher Rechenaufwand, wenn die Zahlen des Vertragsabschlusses sich mit denen auf der Rechnung unterscheiden.

Nun bekam ich jedenfalls die erste und zweite Rechnung. Einmal bekomme ich 58,95 Euro ausbezahlt, danach darf ich 158,12 Euro bezahlen. Ein wildes Hin und Her mit tatsächlichen Kosten und irgendwelchen Rabatten, verbunden mit Fehlern – und oben drüber schweben dann eben immer wieder jene Zahlen ohne Mehrwertsteuer.

Also greife ich zum Telefon. Das ist immerhin noch kostenfrei, Geduld ist aber nötig. Also Anrufen und den Hörer auf laut. Musik genießen. Sich anderen Dingen widmen. Und falls es plötzlich tutet, noch einmal. Und ganz wichtig: der Bestellauftrag in Griffweite.

Und dann das tatsächliche Gespräch. Ich komme nicht umher: „Ich verstehe die Rechnung nicht.” Und ja, das kostet dann auch mal 15 Minuten den Support. Für mich ärgerlich. Für Vodafone wohl eingeplant.

Die wichtigste Erkenntnis, Achtung Profi-Tip: die Beschriftungen einzelner Posten können zwischen der Darstellung im Web und in der PDF abweichen. Fragt mich nicht. Im PDF steht mehr.

In diesem durchaus recht freundlichen Telefonat stellten wir dann gemeinsam insgesamt vier Fehler fest:

  • Für den Versand der Router wurde ein höheres Porto veranschlagt. Hier hat Vodafone unmittelbar nach der Bestellung die Tarife angepasst und ließ den neuen Preis in die Rechnung einfließen. Wir waren uns schnell einig, dass der Preis aus der Auftragsbestätigung gilt (Differenz 5 Euro)
  • Anstelle des vertraglichen Anschlusspreises (ca. 10 Euro), taucht ein Anschlusspreis von ca. 60 Euro in der Rechnung auf, der um 50 Euro rabattiert wurde. Und dann tauchte noch ein zweites Mal der Anschlusspreis auf (Differenz 60 Euro).
  • Die Dauer der Rabattierung für den Neukundentarif war auf 12 Monate beschränkt ausgewiesen und nicht wie vereinbart 24 Monate. Nun soll es nach Ablauf der 12 Monate noch einmal 12 Monate geben (Das fällt nur auf, wenn man den Profi-Tip berücksichtigt).
  • Und dann berechnet Vodafone monatlich 3 Euro mehr für die Leistungen und rabattiert diese wieder um jene 3 Euro. Der Support meint, dass dies damit zusammenhängt, dass die letzte Meile der Telekom gehört. Als Kunde muss ich das nicht verstehen. In Summe passt es. Zufriedenstellend ist das nicht. Vor allem weil ich permanent prüfen muss, dass dieser Rabatt eingehalten wird.

Es sollte mal eine Verbraucherschutz-Initiative geben, nach der Anbieter nur jene Positionen in Rechnungen verwenden dürfen, die zuvor Gegenstand im Angebot waren.

Das nächste Kapitel der Verbraucherquälkultur ist das Kontaktformular. Befinde ich mich schon im Bereich der Rechnungen und möchte den Anbieter kontaktieren, so wäre ein unmittelbarer Button für die Kontaktaufnahme hilfreich. Es gibt im Kundenmenu einen Menupunkt „Hilfe und Kontakt”, der gefühlt zu keinem Ziel führt. Am oberen Bildschirmrand gibt es „Kontakt”. Ab da „Kontakt Mobilfunk & DSL” und „Kontaktformular”. Dann beantwortet man fünf Fragen. Und bekommt dann ein Formular, in dem wenigstens die persönlichen Angaben vorausgefüllt sind.

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