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Gourmet Still - Mild moussierendes Mineralwasser

Die Kreativität bei der Vermarktung von Mineralwasser scheint keine Grenzen zu kennen und soll Verbraucher wohl absichtlich in die Irre führen. Normalerweise gibt es drei Arten: normal, medium, still. Blubbert, Blubbert wenig. Blubbert nicht.

Schon vor einigen Jahren stand ich mit Fragezeichen in einer bayrischen Kaufhalle, als ich von Adelholzener eine Flasche Extra Still gesehen habe. Also stiller als still. Und die Verarschung ist perfekt, dass gerade dieses Wasser nicht still ist.

Nun servierte der Kellner im Restaurant eine Flasche „Gourmet Still” von Staatl. Fachingen. Also Wasser mit Kohlensäure mit der wahnsinnig kreativen Umschreibung: „Mild moussierendes Mineralwasser”. Der Widerspruch auf dem Etikett:

30 Jahre Blue Monday

Eines der genialsten Lieder der letzten 30 Jahre ist für mich „Blue Monday”. Von New Order. 1983.

Es gab zahlreiche Coverversionen dieses Liedes. Nicht zuletzt veröffentlichte die Band selber eine 88er-Version sowie Remixes 1995. Auch sie kamen nicht an das Original heran. Viele Coverversion dieser New-Wave-Hymne landeten im Techno/Trance und waren langweilig. Nachfolgend drei Coverversion, die das Lied völlig anders erstrahlen.

Zwischenbericht zum Liquid Friesland

Der Landkreis Friesland hat die Abstimmungssoftware „Liquid Feedback” im Rahmen einer Probephase eingeführt. Die dortigen Anwohner können seit November 2012 über politische Angelegenheiten sowohl auf Kreis- als auch auf Kommunalebene abstimmen. Die Ergebnisse sind rechtlich nicht bindend, die Ergebnisse werden der jeweiligen politischen Ebene zur Kenntnis vorglegt. Nach einem halben Jahr wurde nun Bilanz gezogen – in Form eines Evalierungsberichtes

  • Von ca. 98.000 Einwohnern wurden 706 Zugangscodes versandt, aus denen 473 Nutzerkontos registriert wurden – nicht einmal ein halbes Prozent. Hier steckt noch Potential.
  • Verglichen mit der Altsstruktur des Landkreises sind die 16 bis 30-Jährigen und die über 70-Jährigen unterrepräsentiert. Am stärksten vertreten waren die 40 bis 50-Jährigen. Diese Verteilung überrascht.
  • Delegation spielte so gut wie keine Rolle (insgesamt drei Delegationen)
  • 19 Teilnehmer haben selbst Initiativen eingereicht
    (ohne Verwaltung)
  • Wünschenswert wären auch Analyse hinsichtlich der Deckung zwischen Liquid-Friedland-Ergebnis und Ratsentscheidung, jedoch sind noch zu viele Themen in den Ausschüssen.

Nachfolgend ein Beispiel, welches eine deutliche Mehrheit im Liquid Friesland hatte, in den Ausschüssen bisher abgelehnt wurde:

Der Landkreis Friesland wird gebeten, bei der Deponie in Wiefels eine Möglichkeit einzurichten, private schriftliche Dokumente zu schreddern, um sie dann der weiteren Altpapierverwertung zuzuführen.

18 Ja-Stimmen, 2 Nein-Stimmen, 2 Enthaltungen. Im Nachgang wurde nun der Zweckverband Abfalldeponie eingeschalten, der durchaus gute und schlüssige Argumentationen brachte, warum es eben so in der Form nicht „ohne weiteres” geht. Zudem wurde nachträglich auch der Sinn angezeifelt (wer nimmt den Weg zu einem Schredder dann wirklich in Kauf?). In solchen Fällen wäre es durchaus spannend, ob die Bürger dann „trotzdem” so abstimmen – oder Einsicht zeigen.

Zum Liquid Friesland

Die Flut, die die Mitbestimmung der Bürger fortspült

Wenn ich die Äußerung von Stanislaw Tillich, Ministerpräsident im Freistaat, zum Hochwasser in Grimma lese, so werde ich grimmig:

Ich bin dazu geneigt, die Mitbestimmung der Bürger bei so einem wichtigen Projekt außer Kraft zu setzen.

Wir schreiben das Jahr 11 anno fluctus (im Jahre der Flut): die neue Flut bricht herein. 5 anno fluctus begann der zehnjährige Bau der Hochwasserschutzwand. Deren Fertigstellung wird also 15 anno fluctus erwartet.

Nun will der Herr Ministerpräsident nicht wirklich erklären, daß die Planer und die Behörden – bei vollkommen ausgeschalteter Bürgerbeteiligung – noch vor Ende des ersten Jahres schon baubereit gewesen wären. So gesehen kommt für diesen Griff ins Klo die Flut zwei Jahre zu früh.

Oder will er bei solchen wichtigen Bauprojekten auch die Spielregeln der öffentlichen Auftragsvergabe gleich ebenso über Bord werfen. Irgendein gut befreundeter Bauherr wird sich im schwarzen sächsischen Sumpf schon finden lassen (Danke, Nini).

Die Straßenbahn zum Ostkreuz

Schon seit einiger Zeit wird die Verlegung der Straßenbahn zum Ostkreuz diskutiert. Ich möchte mit diesem Beitrag eine Lanze brechen, und mich für die aktuellen Pläne zur Verlegung der Straßenbahn zum Ostkreuz hin aussprechen. Ganz einfach, weil mich keine der anderen Vorschläge bisher überzeugen konnte – in der Abwägung aller Aspekte.

(Karten und Varianten im vollen Artikel)

Umweltfestival 2013

Am Sonntag fand das Umweltfestival wieder im Berliner Tiergarten statt. Witzigerweise waren die Piraten mit zwei Ständen vertreten, einmal als Landesverband – und einmal der Bezirk Renickendorf. Leider hat das Wetter dieses Jahr nicht mitgespielt, was insbesondere ärgerlich für die damit verbundene Sternfahrt anbelangt.

In der Nacht zum Sonntag hat der Welt ordentlich aufgeräumt. So sah unser Stand am Sonntag morgen aus:

Und so der Nachbarstand:

Die Berliner S-Bahn präsentierte sich ebenso – mit einer Modellbahn. Kurios ist hierbei der Endhaltepunkt der S85 in Schöneweide (Sind hier Linienkürzungen versteckt, von denen die Öffentlichkeit noch nichts weiß?)

Die Partei in Lübeck

Bei der Kommunalwahl in Lübeck hat die Partei „Die Partei” ihr erstes Mandat erhalten. In Berlin klappte es damals – wegen der 3%-Hürde – leider nicht. In der Zeit gibt es ein schönes Interview mit Bastian Langbehn

ZEIT ONLINE: Wenn Sie die Politik so ernst nehmen, wo ist denn da die Satire abgeblieben?

Langbehn: Na, dazu müsste man Lübeck jetzt kennen (lacht). Wir haben es hier gar nicht leicht, mit Satire aufzufallen. Da gibt es unter den anderen Parteien schon echte Spitzenanbieter in der Stadt. Wir versuchen es da mit umgekehrter Psychologie.

ZEIT ONLINE: Das verstehe ich nicht.

Langbehn: Die Kernaussage unseres Wahlprogramms ist ja eigentlich: Wahlprogramm liest ja eh keiner. Es scheint ja Konsens zu sein unter den Parteien, das gebrochen wird was da drin steht. Nehmen wir die Grünen. Kaum waren die an der Regierung, zack, waren wir im Kosovokrieg. Dabei waren die ja eigentlich gegen Krieg. Es kann also auch nicht sein, dass alles was wir ins Wahlprogramm schreiben ernst sein muss und die anderen dürfen Faxen machen.

Abgebloggt...

Busbeschleunigung in Hamburg - Eine Farce!

Im Jahre 2011 konnte sich Hamburg als Umwelthauptstadt noch feiern. Als größte verkehrspolitische Maßnahme war die Einstellung der Pläne zur Wiedereröffnung einer Straßenbahn. An dessen Stelle wolle man halt irgendwas mit Bussen machen. Busspuren, Spurbusse, halt irgendwas. Dazu wurde ein Projekt Busbeschleunigung gegründet. Mit den Ausbauzielen A bis 2016 möchte man 157 Mio Euro investieren, weitere 102 Mio Euro in den vier darauffolgenden Jahren.

Auf der Startseite präsentierte man stolz eine Zahl: ca. 250 Einzelmaßnahmen. In Worten: zweihunderfünfzig. Ich wollte es wissen. Ich wollte die 250 sehen. Ob 240 oder 260, da will ich jetzt nicht kleinlich sein. Ich fand exakt 5 Maßnahmen. In Worten: fünf. (In der Liste der Baumaßnahmen gibt es nur vier. Wenn man über Linien die Linie 5 auswählt, so bekommt man noch eine fünfte Maßnahme.)

Bei den Maßnahmen handelt es sich nicht etwa um Ideen, die 1.-Klasse-Schnellbusse abzuschaffen. Oder das Berliner Tarifsystem auf Hamburg anzuwenden (auch Studierzeit am Automaten ist Fahrtzeit, die optimiert werden kann). Oder gar die Einführung von Entwertern.

Alle fünf Maßnahmen beschränken sich ausschließlich auf die Linie 5. Die Linie hat bereits Bekanntheit über die Stadtgrenzen hinaus geschafft: da fahren Doppelgelenkbusse. Sehen ganz witzig aus, wenn man drinnen sitzt – und der Bus eine 90°-Kurve nimmt. Aus Sicht der Verkehrsplanung sollte man dann doch lieber zu Gleisen und Oberleitung greifen, wenn man merkt, dass es normale Busse nicht mehr tun (In Dresden hatte man diese Busse auch einmal getestet – nun reifen die Pläne, auf dem Zelleschen Weg die Straßenbahn zu errichten.)

Grindelallee/Hallerstraße/Beim Schlump

Nehme ich das Beispiel Grindelallee/Hallerstraße/Beim Schlump. Die direkte Straßenverbindung zwischen den Haltestellen Universität/Staatsbibliothek und Schlankreye beträgt 1,3 Kilometer. Die Linie 4 fährt mit kleinen Umwegen heute bereits 2,3 Kilometer. Mit der Umsetzung dieser Maßnahme wird es eine weitere gemeinsame Haltestelle am Bezirksamt Eimsbüttel geben, fährt der Bus künftig eine Spitzkehre von knapp 150° und verlängert den Fahrtweg auf 2,5 Kilometer. Geht man von einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 20km/h (inklusive Haltestellen, Rotphasen etc.) aus, so beträgt dieser Umweg dreieinhalb Minuten.

Wenn man wirklich ernsthaft vor hätte, den Busverkehr zu beschleunigen, dann wäre als oberste Maßnahme die Verlegung der Linie 4 in die Bundesstraße. Die Umsteigerelation am Knotenpunkt Grindelallee/Hallerstraße/Beim Schlump ist verzichtbar, ärgerlich wäre allenhalls der Wegfall am Schlump zur U3 – aber das sind Abwägungen, die im Rahmen einer Beschleunigung gemacht werden müssen.

Siemersplatz

Nächstes Beispiel: Siemersplatz

Ich kenne zugegebenermaßen diese Kreuzung noch nicht. Von daher kann ich nur Luftbildaufnahmen mit den Plänen vergleichen. Die Handschrift wird aber deutlich: man möchte gerne zwei Abbiegespuren für die Relation Nord>Ost und Süd>West schaffen. Da das direkt schwer möglich ist, wird dies mit einer durchaus kreativen Querspange gelöst. Das dabei eine der fünf Haltestellen zur Kreuzungsmitte hin verschoben wird, ist dabei eher Folge als Ziel. Sonst wären noch mehr gewandert. Des weiteren entsteht noch eine Buslänge Busspur vor einer Ampel.

Das nennt sich Verbesserung des Bussystems? Das ist ein Witz sondergleichen!

Hoheluftchaussee / Gärtnerstraße

Es ist noch keine 5 Jahre her, da wurde genau dieser Verkehrsknotenpunkt schon einmal verändert. Damals wurden die Haltestellen auf jeweils nach der Kreuzung verlegt. In Googles Straßenansichten ist das Baugeschehen noch zu bewundern., in GoogleMaps die Situation davor. Nun werden die zwei Haltestellen zusammengefasst. Klingt vernünftig – nur warum nicht gleich so?

Kollaustraße

In der Kollaustraße treffen drei Linien aus drei Richtungen aufeinander – und jede hat ihr eigenes Haltestellenpaar – weit verstreut. Aber nicht, dass man da wenigstens zwei Linien vereint – und den linksabbiegenden Bus aus der Haltestelle heraus einen Vorrang gewährt, wird eine Haltestelle aus dem Kreuzungsbreich herausverlegt. Achja, und ganz wichtig: eine Rechtsabbiegespur für den PKW-Verkehr kommt noch hinzu.

Fazit

Wenn das jetzt das Halbzeitergebnis der Spurbusspur-Regierung ist, dann ist die Busoptimierung in Hamburg eine reine Farce.

Und die Ironie von Hamburg: sucht man auf dieser Webseite nach „Straßenbahn”, so findet man in der Treffermenge einen Artikel über die französische Stadt Nantes, in der angepriesen wurde, wie erfolgreich die Einführung 1985 war.