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Homepage von René Pönitz

Briten zensieren das Netz

Kaum ist die Zensursula-Dabette überstanden, fangen die Briten wieder mit Zensur an. Wieder geht es um Kinder und Pornografie, dieses Mal könnten die Kleinen beim Surfen auf nicht jugendfreien Seiten landen. Anstelle die Verantwortung bei den Eltern anzusiedeln, bekommen alle Briten ab kommenden Jahr eine Pornosperre.

Verantwortlich für die Umsetzung sind die Zugangsanbieter. Diese sollen Listen mit geblockten Seiten bekommen. Wer eine gesperrte Seite besuchen möchte, kann den Filter ausschalten. In soweit ist die Debatte nicht ganz so gefährlich wie vor vier Jahren in Deutschland. Der Filter soll aber täglich wieder eingeschaltet werden. Als ganz besonderes Feature ist die Benachrichtigung des Anwenders vorgesehen. Das lässt Fragen aufkommen, ob die „Sperrenumgeher” protokolliert werden.

Gourmet Still - Mild moussierendes Mineralwasser

Die Kreativität bei der Vermarktung von Mineralwasser scheint keine Grenzen zu kennen und soll Verbraucher wohl absichtlich in die Irre führen. Normalerweise gibt es drei Arten: normal, medium, still. Blubbert ordentlich, Blubbert wenig, Blubbert nicht.

Schon vor einigen Jahren stand ich mit Fragezeichen in einer bayrischen Kaufhalle, als ich von Adelholzener eine Flasche Extra Still gesehen habe. Also stiller als still. Und die Verarschung ist perfekt, dass gerade dieses Wasser nicht still ist.

Nun servierte der Kellner im Restaurant eine Flasche „Gourmet Still” von Staatl. Fachingen. Also Wasser mit Kohlensäure mit der wahnsinnig kreativen Umschreibung: „Mild moussierendes Mineralwasser”. Der Widerspruch auf dem Etikett:

30 Jahre Blue Monday

Eines der genialsten Lieder der letzten 30 Jahre ist für mich „Blue Monday”. Von New Order. 1983.

Es gab zahlreiche Coverversionen dieses Liedes. Nicht zuletzt veröffentlichte die Band selber eine 88er-Version sowie Remixes 1995. Auch sie kamen nicht an das Original heran. Viele Coverversion dieser New-Wave-Hymne landeten im Techno/Trance und waren langweilig. Nachfolgend drei Coverversion, die das Lied völlig anders erstrahlen.

Zwischenbericht zum Liquid Friesland

Der Landkreis Friesland hat die Abstimmungssoftware „Liquid Feedback” im Rahmen einer Probephase eingeführt. Die dortigen Anwohner können seit November 2012 über politische Angelegenheiten sowohl auf Kreis- als auch auf Kommunalebene abstimmen. Die Ergebnisse sind rechtlich nicht bindend, die Ergebnisse werden der jeweiligen politischen Ebene zur Kenntnis vorglegt. Nach einem halben Jahr wurde nun Bilanz gezogen – in Form eines Evalierungsberichtes

  • Von ca. 98.000 Einwohnern wurden 706 Zugangscodes versandt, aus denen 473 Nutzerkontos registriert wurden – nicht einmal ein halbes Prozent. Hier steckt noch Potential.
  • Verglichen mit der Altsstruktur des Landkreises sind die 16 bis 30-Jährigen und die über 70-Jährigen unterrepräsentiert. Am stärksten vertreten waren die 40 bis 50-Jährigen. Diese Verteilung überrascht.
  • Delegation spielte so gut wie keine Rolle (insgesamt drei Delegationen)
  • 19 Teilnehmer haben selbst Initiativen eingereicht
    (ohne Verwaltung)
  • Wünschenswert wären auch Analyse hinsichtlich der Deckung zwischen Liquid-Friedland-Ergebnis und Ratsentscheidung, jedoch sind noch zu viele Themen in den Ausschüssen.

Nachfolgend ein Beispiel, welches eine deutliche Mehrheit im Liquid Friesland hatte, in den Ausschüssen bisher abgelehnt wurde:

Der Landkreis Friesland wird gebeten, bei der Deponie in Wiefels eine Möglichkeit einzurichten, private schriftliche Dokumente zu schreddern, um sie dann der weiteren Altpapierverwertung zuzuführen.

18 Ja-Stimmen, 2 Nein-Stimmen, 2 Enthaltungen. Im Nachgang wurde nun der Zweckverband Abfalldeponie eingeschalten, der durchaus gute und schlüssige Argumentationen brachte, warum es eben so in der Form nicht „ohne weiteres” geht. Zudem wurde nachträglich auch der Sinn angezeifelt (wer nimmt den Weg zu einem Schredder dann wirklich in Kauf?). In solchen Fällen wäre es durchaus spannend, ob die Bürger dann „trotzdem” so abstimmen – oder Einsicht zeigen.

Zum Liquid Friesland

Die Flut, die die Mitbestimmung der Bürger fortspült

Wenn ich die Äußerung von Stanislaw Tillich, Ministerpräsident im Freistaat, zum Hochwasser in Grimma lese, so werde ich grimmig:

Ich bin dazu geneigt, die Mitbestimmung der Bürger bei so einem wichtigen Projekt außer Kraft zu setzen.

Wir schreiben das Jahr 11 anno fluctus (im Jahre der Flut): die neue Flut bricht herein. 5 anno fluctus begann der zehnjährige Bau der Hochwasserschutzwand. Deren Fertigstellung wird also 15 anno fluctus erwartet.

Nun will der Herr Ministerpräsident nicht wirklich erklären, daß die Planer und die Behörden – bei vollkommen ausgeschalteter Bürgerbeteiligung – noch vor Ende des ersten Jahres schon baubereit gewesen wären. So gesehen kommt für diesen Griff ins Klo die Flut zwei Jahre zu früh.

Oder will er bei solchen wichtigen Bauprojekten auch die Spielregeln der öffentlichen Auftragsvergabe gleich ebenso über Bord werfen. Irgendein gut befreundeter Bauherr wird sich im schwarzen sächsischen Sumpf schon finden lassen (Danke, Nini).

Die Straßenbahn zum Ostkreuz

Schon seit einiger Zeit wird die Verlegung der Straßenbahn zum Ostkreuz diskutiert. Ich möchte mit diesem Beitrag eine Lanze brechen, und mich für die aktuellen Pläne zur Verlegung der Straßenbahn zum Ostkreuz hin aussprechen. Ganz einfach, weil mich keine der anderen Vorschläge bisher überzeugen konnte – in der Abwägung aller Aspekte.

(Karten und Varianten im vollen Artikel)

Umweltfestival 2013

Am Sonntag fand das Umweltfestival wieder im Berliner Tiergarten statt. Witzigerweise waren die Piraten mit zwei Ständen vertreten, einmal als Landesverband – und einmal der Bezirk Renickendorf. Leider hat das Wetter dieses Jahr nicht mitgespielt, was insbesondere ärgerlich für die damit verbundene Sternfahrt anbelangt.

In der Nacht zum Sonntag hat der Welt ordentlich aufgeräumt. So sah unser Stand am Sonntag morgen aus:

Und so der Nachbarstand:

Die Berliner S-Bahn präsentierte sich ebenso – mit einer Modellbahn. Kurios ist hierbei der Endhaltepunkt der S85 in Schöneweide (Sind hier Linienkürzungen versteckt, von denen die Öffentlichkeit noch nichts weiß?)

Die Partei in Lübeck

Bei der Kommunalwahl in Lübeck hat die Partei „Die Partei” ihr erstes Mandat erhalten. In Berlin klappte es damals – wegen der 3%-Hürde – leider nicht. In der Zeit gibt es ein schönes Interview mit Bastian Langbehn

ZEIT ONLINE: Wenn Sie die Politik so ernst nehmen, wo ist denn da die Satire abgeblieben?

Langbehn: Na, dazu müsste man Lübeck jetzt kennen (lacht). Wir haben es hier gar nicht leicht, mit Satire aufzufallen. Da gibt es unter den anderen Parteien schon echte Spitzenanbieter in der Stadt. Wir versuchen es da mit umgekehrter Psychologie.

ZEIT ONLINE: Das verstehe ich nicht.

Langbehn: Die Kernaussage unseres Wahlprogramms ist ja eigentlich: Wahlprogramm liest ja eh keiner. Es scheint ja Konsens zu sein unter den Parteien, das gebrochen wird was da drin steht. Nehmen wir die Grünen. Kaum waren die an der Regierung, zack, waren wir im Kosovokrieg. Dabei waren die ja eigentlich gegen Krieg. Es kann also auch nicht sein, dass alles was wir ins Wahlprogramm schreiben ernst sein muss und die anderen dürfen Faxen machen.

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