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Versteigerung von Mietverträgen

Es war zugegebenermaßen nur eine Frage der Zeit, daher überrascht mich diese Ankündigung nicht: Online-Auktionsplattform vor dem Start – Mietwohnung zu ersteigern

Laut den Ankündigungen soll allerdings der Vertrag nicht automatisch mit dem Meistbietenden geschlossen werden, sondern der Vermieter darf sich aus den Angeboten (zunächst die TOP5, auf Wunsch auch alle) aussuchen.

Der noch weitaus dramatischere Punkt ist die Bonität – und der Bonitätslevel. Wenn nur Registrierte Kenntnis von Wohnungen haben, ggf. auch noch kombiniert mit der Bonität, werden sich wohl die Immobilienmakler über die Vorselektion freuen.

Die Gerichte werden sich auf jeden Fall über viele spannende Fälle freuen. Wenn unterlegene Bieter klagen, weil die Wohnung überhalb der Mietpreisbremse vermietet wurde. Mieter, die mehr bieten und dann die Miete via Klage reduzieren wollen.

Coca-Cola reduziert Mehrwegverpackungen

Frankfurter Rundschau: Coca-Cola schafft Mehrwegflaschen ab

Wenn Coca-Cola die Mehrwegflaschen weitestgehend abschafft, trifft mich das persönlich weniger. Meine Mehrwegquote von gefühlt weit über 90% wird sich wohl – dank meines Getränkekastenhalters – nicht ändern. Nicht zuletzt da die Coca-Cola-Kästen da ohnehin keinen Platz haben. Aber da leider viel zu viele Menschen diesen Konzern zum Marktführer verhelfen, wird diese Entscheidung zusätzlichen Müll verursachen. Und es könnte negative Signalwirkung auf die Getränkebranche insgesamt haben. Eine Entscheidung, ein Trend, der höchst fragwürdig ist.

Personifiziertes Nutella

Freunde, die vor Weihnachten in England waren, entdeckten in den dortigen Konsumtempeln personifiziertes Nutella. Nutella mit Namensaufdruck. Mein Name ging sogar mit Akzent.

Es sollte ein witziges Geschenk werden, aber wesentlich witziger war der Transport im Flugzeug nach Deutschland. Denn nach der Paranoia-Verordnung wird Nutella als Flüssigkeit eingestuft. Die Winkeladvokaten mussten den passenden ruthe-Comic schon gekannt oder geahnt haben. Das Glas konnte als Handgepäck befördert werden, aber nicht deren Inhalt.

Und da der Gag das Glas war, musste das Nutella dran glauben. Mit einem im Bistro erworbenen Plastelöffel ging es auf Toilette, um die zähe, braune Masse aus dem Glas zu bekommen. Ich möchte mir gar nicht ausmalen, was die Reinigungskraft dachte, als sie den Papierkorb leerte. Anschließend in Deutschland musste nun aus einem anderen Glas nutella umgefüllt werden.

Nun, einige Tage nach Weihnachten gibt’s das auch bei uns. Zumindest wirbt der Hersteller großflächig:

Knusperflocken-Kuchen

Erste Experimente mit Kuchen backen – und schon werde ich nach Rezepten gefragt. Dabei war ich selbst überrascht, dass ich auf den gängigen Rezeptseiten diese Kuchenidee noch nicht entdeckt habe: ein Knusperflocken-Kuchen.

Zutaten

Ich habe verwendet:

  • 3 Eier
  • ca. 300gr Weizenmehl
  • ca. 200gr Zucker
  • ca. 0,1 L Milch
  • 2 Tütchen Backpulver
  • ca. 200 gr. Knusperflocken

Zubereitung

Mehl, Zucker, Milch, Backpulver und die Eier zusammen in eine Schüssel und kneten. Wenn eine teigförmige Masse entsteht, ca. 100gr. der Knusperflocken in den Teig geben. Den Teig in eine passende Form und ab in den Ofen!

Wenn der Kuchen aus dem Ofen genommen wird, die dekorativen Knusperflocken drauf geben, solange er noch warm ist.

So sieht’s aus:

Das vorliegende Exemplar war leider zu kurz im Ofen gewesen, wodurch der Teig in der Mitte nicht durch war. Auch solche Kuchen haben Freunde! In der Mitte fiel der Kuchen wieder zusammen, was nicht am Gewicht der Knusperflocken hing. Lecker war er!

Wohnungen für Geringverdiener

Der Spiegel analysiert eine Immobilienanzeigenbörse und kommt zu dem Ergebnis, dass Geringverdiener an den Stadtrand müssen.

Sie haben die Anzeigen einer Immobilienanzeigenbörse ausgewertet und die Kaltmieten mit dem Vollzeit-Mindestlohn-Einkommen in Relation gesetzt. Üblicherweise sollte die Kaltmiete 30% des Nettoeinkommens nicht übersteigen. Für einen Single, der demnach 1428 Euro brutto bzw. 1060 Euro netto im Monat verdient, liegt die 30%-Grenze bei ca. 320 Euro.

In Berlin fällt das Zentrum und der Südwesten komplett weg. Die innenstadtnächsten Ortsteile sind Plänterwald und Wedding. In Hamburg ist bei der 30%-Grenze Wohnen nur noch südlich der Elbe möglich. In München gar nicht mehr. Selbst bei 40% nicht mehr. Und bei 50% in wenigen Außenlagen.

In meinen Augen kann diese Analyse nur eine Grundstimmung wiedergeben (München teurer als Berlin), für weitere Aussagen ist die Analyse nur bedingt geeignet.

Zum einen wurden Durchschnittswerte ermittelt, auch wenn mit einem speziellen Verfahren statistische Ausreißer beseitigt wurden.

Würde man statt des Mittelwertes den Median nehmen, wäre die Aussage wesentlich sinnvoller. Dann hieße es, dass 50% des Wohnungsmarktes (in den entsprechenden Wohnungsgrößen) für Mindeslohnempfänger bezahlbar wäre.

Noch besser wäre es, wenn anstelle eines starren Medians ein ortsabhängiges Quantil genommen wird. Das Quantil würde dann den Gesellschaftsanteil, die nicht mehr Geld im Monat zur Verfügung haben als ein Vollzeit-Mindestlohner entsprechen. Damit wäre nicht nur das Angebot berücksichtigt, sondern auch der Bedarf. Möglicherweise würde München etwas besser dastehen.

Das zweite Problem der Analyse wird mit einem Nebensatz angerissen:

Lediglich nachverhandelte Mieten und Wohnungen, die auf anderen Wegen vermietet werden, bleiben dabei außen vor.

Es gibt auch noch einen Wohnungsmarkt außerhalb dieser einen Maklerbörse!

Gourmet Still - Mild moussierendes Mineralwasser

Die Kreativität bei der Vermarktung von Mineralwasser scheint keine Grenzen zu kennen und soll Verbraucher wohl absichtlich in die Irre führen. Normalerweise gibt es drei Arten: normal, medium, still. Blubbert ordentlich, Blubbert wenig, Blubbert nicht.

Schon vor einigen Jahren stand ich mit Fragezeichen in einer bayrischen Kaufhalle, als ich von Adelholzener eine Flasche Extra Still gesehen habe. Also stiller als still. Und die Verarschung ist perfekt, dass gerade dieses Wasser nicht still ist.

Nun servierte der Kellner im Restaurant eine Flasche „Gourmet Still” von Staatl. Fachingen. Also Wasser mit Kohlensäure mit der wahnsinnig kreativen Umschreibung: „Mild moussierendes Mineralwasser”. Der Widerspruch auf dem Etikett:

Immer noch keine Kurzzeitschaltuhr

Soeben erreichte mich eine E-Mail zu meinem mittlerweile zweieinhalb Jahre alten Beitrag Kurzzeitschaltuhr — gesucht!:

bin auf der Suche nach einer Zeitschaltuhr auf deiner Homepage gelandet. Du hattest nach einer Zeitschaltuhr gesucht, die nach einer abgelaufenen Zeit, eine Steckdose AN-Schaltet. Genau das gleich suche ich auch, bin aber leider bislang nicht wirklich fündig geworden.

Hast Du Deine damalige Suche fortgesetzt und etwas gefunden, das Du mir empfehlen könntest? Ich bräuchte eine zeitverzögerte Einschaltzeit von bis zu 8 Stunden. Über eine kurze Antwort würde ich mich freuen.

Leider Nein! Ich habe die Suche frustriert aufgegeben. Es gab zwar diverse programmierbare Bauteile, die man in Schaltschränken verbauen kann und das möglicherweise können (habe ich nicht in den Anleitungen verifiziert) — aber keine Geräte, die man einfach in die Steckdose steckt.

Wenn aber jemand der Mitlesenden noch eine Idee hat: ruhig her damit!

Die Entwicklung der Rauchmelder

Da saßen sie nun, den Flöhen entflohn,
in zentralgeheizten Räumen.
Da sitzt sie nun am Telefon.
Und es herrscht noch genau derselbe Ton
wie seinerzeit auf den Bäumen.

(aus Erich Käster, Die Entwicklung der Menschheit)

Und seit einigen Jahren haben diese zentralgeheizten Räume mit Telefon sogar schon Rauchmelder. Solche kleinen, weißen, runden Dinger, die bei der kleinsten Rauchentwicklung Alarm schlagen. Reine Präventivvorsorge, um nicht wieder zu den Bäumen zurückzukehren.

Nur die Praxis sieht leider anders aus: statt das Gebäude auf schnellsten Wege zu verlassen, wird der Alarm erst einmal kritisch hinterfragt. Warum dudelt das hier? Ja, könnte der Rauchmelder sein. Ja, das ist bestimmt wieder der Rauchmelder. Sicherlich wieder ein Fehlalarm. Riecht hier jemand was? Ich auch nicht. Man kann ja mal herumschauen. Ok, die anderen rennen auch nicht raus. Naja, wird wohl nur ein Fehlalarm sein. Wird hoffentlich gleich wieder aufhören.

Welche Funktion hat dann noch ein Rauchmelder?

In England lief das organisierter ab, und da sind die Rauchmelder sensibler als hier. Intensives Kochen reichte schon aus, teilweise auch nur eine Zigrette. Und wenn es Alarm gab, wurde das Gebäude oder das Wohnheim komplett beräumt. Ja, es mußten alle raus. Ja, da wurde sogar nachgeschaut, daß auch keiner mehr in den Räumen blieb. Selbst wenn sogar schon feststeht, daß es definitiv ein Fehlalarm ist. Dann warten alle noch mal 10 Minuten in der Kälte, ehe der schrille Alarmton abgeschalten wird.

Gibt es eigentlich überhaupt eine sinnvolle Anwendung von Rauchmeldern?