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Die Halbtagsgesellschaft

Visionäre Konzepte gibt es sicher zahlreiche, über die Umgebungsgedanken bin ich auf ein Konzept zur sogenannten Halbtagsgesellschaft gestoßen.

Die Konzept geht auf Prof. Dr. Carsten Stahmer zurück, Volkswirt an der Uni Bielefeld. Gut, könnten einige meinen, Bielefeld gibt es nicht. Das Konzept der Halbtagsgesellschaft so gesehen ja auch noch nicht wirklich. Und wie bei allem dieser Konzepte gibt es auch irgendwie wieder ihre Haken.

Grundtenor laut Stahmer ist: jeder erwerbsfähige Mensch soll nur die Hälfte seiner Zeit einer bezahlten Tätigkeit nachgehen, die andere Hälfte fließt in soziales Engagement wie bspw. in Ehrenämtern, Pflege von Kranken oder die Kinderbetreuung ein. Der Gedanke ist sicher konform, dass eine Vollbeschäftigung wie vor dem Zeitalter der Industrialisierung nicht mehr kommen wird. Vorteile sieht Stahmer vor allem für die Gleichberechtigung, da die Babypause keinen Nachteil mehr vor Frauen darstellt, sondern auf das soziale Engagement angerechnet werden soll. Essentiell bei der Betrachtung ist der langjährige Durchschnitt.

Insgesamt ein interessanter Ansatz. Ob dies allerdings jemals Chancen einer praktischen Anwendung haben wird, kann man durchaus skeptisch sehen. Offene Fragen ergeben sich bereits an vielen Stellen, der Professor nennt auch schon einige in seinen Publikationen. Nur stellen wir uns einfach einmal einen kleinen Programmierbetrieb vor. Er bräuchte dann doppelt so viele Mitarbeiter, die jeweils die Hälfte arbeiten bzw. auch kosten. Das Kosten-/Nutzenverhältnis ist auf dem ersten Blick das gleiche. Nur bedeuten dann doppelt so viele Entwickler auch mindestens doppelt so viel Koordinationsaufwand, sie wären nicht mehr so produktiv wie heute. Das doppelt so viele auch geschult werden müssten, käme zudem noch hinzu. Und nach drei Jahren Vollzeit würden drei Jahre Auszeit auch wieder sehr viel Einarbeitungszeit brauchen, um wieder auf dem Stand der Technik zu sein. Ich denke, das dürfte der zentrale Knackpunkt werden.

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