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Die Dresdner Tourismuszahlen

Allmonatlich erscheinen nun Artikel in der Sächsischen Zeitung, daß die Touristenzahlen (gemessen an Hotelübernachtungen) in diesem Jahr drastisch zurückgegangen sindb. Und wie immer schiebt man die Schuld auf zu geringes Marketing — und stockt prompt das Budget auf.

Dabei gibt es praktisch drei Gründe:

  • Es gab in den Jahren 2006 und 2007 zahlreiche kulturelle Großereignisse, mit denen Dresden von sich aufmerksam macht. Ob es nun die Weihung der Frauenkirche, Fußball-WM (auch wenn Dresden kein Austragungsort war), die 750-Jahr-Feier oder das Grüne Gewölbe ist — Ereignisse dieser Größe und Tragweite lassen sich nicht auf Dauer aufrecht erhalten.
  • Dresden ist innerhalb von Deutschlands eine Randlage. Man kommt nicht mal so auf Durchreise vorbei. Und genau deshalb ist es besonders dramatisch, daß die Deutsche Bahn Dresden weitestgehend vom Fernverkehr abgeklemmt hat. Es gibt lediglich zwei Fernverkehrsverbindungen noch: Prag-Dresden-Hamburg und Dresden-Leipzig-Frankfurt-Wiesbaden. Und davon ist die Trasse nach Berlin in einen sehr schlechten Zustand. Der Flughafen ist verhältnismäßig klein — das wäre aber kein Problem bei einer guten Anbindung an Berlin-Schönefeld, selbst wenn es nicht einmal mehr eine direkte Verbindung nach London gibt.
  • Und mit Sicherheit macht sich hier auch der bevorstehende Verlust des UNESCO-Weltwerbes mit dem Brückentheater bemerkbar. Diese Themen gehen um die Welt.

Spannend dürfte die Frage noch sein, in wie weit sich die verkorksten Bauprojekte im Stadtzentrum wie der Euro-Disney-Neumarkt und Postplatz mittelfristig auf die Tourismuszahlen auswirken.