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Keine Anträge mit den Braunen - Trebbin

Sternstunden in der Lokalpolitik, heute traurige: CDU, SPD und AfD schreiben in Trebbin gemeinsamen Antrag.

Es sollte Konsens unter demokratischen Parteien und Fraktionen sein, keine gemeinsamen politischen Aktivitäten zusammen mit den Braunen zu machen. Auch um ein klares Zeichen zu setzen. In Berlin gab es den sogenannten Berliner Konsens. In den letzten Jahren verwässert das leider immer mehr. Und wie das ausgehen kann, hat man bei der kämmerlichen Wahl des Thüringer Ministerpresidenten gesehen. So eine kämmerliche Aktion gab es nun auch im Brandenburgischen Trebbin:

Dort stellte die Fraktion “Neue Liste Trebbin / Die PARTEI” einen Antrag, das neue Feuerwehrhaus nach Orazio Giamblanco zu bennen. Er wurde 1996 Opfer einen braunen Anschlages (siehe Antrag). Er wurde mit einem Baseballschläger niedergeschlagen und ist seit dem gelähmt und schwer behindert. Und dazu gab es einen gemeinsamen Änderungsantrag von SPD, CDU, der Wählervereinigung Frischer Wind/Unabhängige Freie Wähler und den Braunen, ihm anstelle des Feuerwehrhauses einen unbestimmten Ort zu würdigen. Der Tagesspiegel berichtete über das Treiben in der Sitzung. Es folgten Eingeständnisse des Vorstehers der Stadtverordnetenversammlung:

Wir sind keine Berufspolitiker

ist nun eine der Ausreden für dieses politische Malheur.

Nun war ich zugegebenermaßen auch fünf Jahre Mitglied der Bezirksverordnetenversammlung Treptow-Köpenick. Ich war auch nur ein ehrenamtlicher Kommunalpolitiker in einem Gremium mit zwei Braunen. Das Sitzungsgeld konnte man auch Schmerzensgeld nennen. Wie auch immer: Ich war stets in der Lage, zu erkennen, mit wem ich einen Antrag stelle. Auch bei mündlichen Änderungsanträgen. Und das ich nie auf die Idee kommen würde, diesen gemeinsam mit den Braunen einzureichen. Und spätestens wenn ich wirklich nicht mitbekommen hätte, dass in letzter Minute doch sich ein Brauner drauf gedrängelt hätte: diese Änderungsantrag wird ja dann auch in irgendeiner Weise in den Beratungsverlauf gebracht, so dass ich spätestens dann mich vom Antrag wieder distanzieren kann – und ihn wieder zurückziehen kann. Völlig unbenommen der Frage, ob dieser Änderungsantrag in der Sache hier überhaupt sinnvoll war.

Trotz vollstem Verständnis, dass ehrenamtliches Engagement in den kommunalen Gremien viel Zeit kostet, viel Sachverstand abverlangt und das ganze häufig nur wenig gedankt wird: so ein Zeichen ist eine Blamage.

(Mehr über das Opfer)

Digitalisierung bei DHL - Kennwort vergessen mit Briefpost

Wenn man Pakete entweder an Packstationen oder in Post-Filialen empfangen will, so muss man sich registrieren – und bekommt dabei eine DHL-Nummer (die man dann eben bei Bestellungen angeben kann). Soweit so gut.

Zu der Nummer gibt es auch ein Passwort. Passwörter haben die gemeine Eigenschaft, dass man sie auch vergessen kann. Insbesondere dann, wenn man sie lange nicht braucht. Dazu gibt es eine Kennwort-Vergessen-Funktion. Es folgt eine E-Mail mit einem Link, und dann kann man ein neues Kennwort direkt geben.

(Bei einigen selten genutzten Portalen nutze ich fast vor jedem Zugang die Kennwort-Vergessen-Funktion. Diese Nutzungsform weiter gedacht hat bereits tumblr, die mir neben dem Login mit Passwort auch die Option eines “Magischen Links” anbieten. Praktisch das gleiche, nur ohne jedes Mal ein Kennwort zu setzen)

Wäre da nicht die Sicherheitsfrage. Auf vielen Seiten ist dies eine Alternative zum Passwort – und damit hochgradig ein Sicherheitsloch (Wenn ich dein Passwort nicht kenne, dann rate ich einfach mal Straßen- oder Tiernamen). Aus diesen Grund werfe ich in solche Abfragen meist wirre Zeichen – und habe auch den Hinweis bei DHL nicht wirklich ernst genommen:

Sicherheitsfrage: Diese Frage müssen Sie beantworten, falls Sie ein neues Passwort benötigen.

Mit anderen Worten: Man darf das Passwort vergessen, aber nicht die Antwort dieser Sicherheitsfrage.

Und man kann sich denken, was passierte: natürlich haute ich in diese Sicherheitsfrage wirre Zeichen. Und nachdem ich bisher nur Filialbestellungen machte (und man dafür kein Kennwort braucht), wollte ich nun mal die Packstation testen.

Tja, Passwort zurücksetzen kein Thema, doch dann werde ich aufgefordert, die Straße anzugeben, in der ich als Kind gewohnt habe:

Antwort vergessen? Kontaktieren Sie unseren Kundenservice.

Nachdem ich mich durch unzählige Hilfeseiten durchquälte, fand ich die erlösende Rufnummer (0228/4333112). Den Hörer genommen – und nach 8 Minuten Wartezeit sagt mir die Stimme am anderen Ende der Leitung, dass sie mir ohne diese Sicherheitsantwort auch nicht weiter helfen könne. Ich solle doch eine E-Mail schicken. Warum schreibt man das nicht gleich unter das Formular?

Also schicke ich eine Nachricht hinterher. Relativ zügig bekam ich eine Antwort:

Aufgrund von Sicherheitsvorgaben ist es uns nicht möglich, Ihnen auf diesem Wege ein neues Passwort für Ihre Passwortersatzfrage zuzusenden. Um Ihnen jedoch kurzfristig helfen zu können, senden wir Ihnen eine systemisch erstellte Ersatzantwort für die Passwortersatzfrage per Briefpost an Ihre Hausanschrift zu.

Nun heißt es warten. Die Mail war vom 25.04. Am 15.05. noch einmal nachgebohrt. Und ich wollte schon fast bei der Post eine Nachforschungsauftrag auslösen, als dann am 20.05. der Brief kam. Juhu, nun kann ich mein Kennwort zurücksetzen!

Lockere Lockerung

Ich habe mich bisher zu Corona zurückgehalten. Ich bin kein Virologe. Ich bin auch kein Gesundheitsminister. Ich hatte auch schlicht nicht die Zeit, mir jede Pressekonferenz des Robert-Koch-Instituts anzuschauen. Eigentlich kann ich auch zum Virus-Geschehen auch keinen nennenswerten Mehrwert bieten. Schaue ich mir aber die Debatten und Maßnahmen zur Lockerung der letzten Tage an, so ahne ich schlimmes. Es gibt wohl einen Zusammenhang zwischen dem Fetisch für Lockerung und der Schraube, die da locker sitzt.

Corona-Radtouren durch Hamburg

Durch die Corona-Krise gilt ja vor allem Stay-at-Home. Oder viel wichtiger: Stay-Alone. Wenn die Decke auf dem Kopf fällt, dann ist das Fahrrad ein gutes Werkzeug zum Sonne tanken, bewegen und frische Luft holen – auch das sollte dieser Tage nicht unterschätzt werden. Aber man sollte auch die Punkte meiden, wo möglichst viele Menschen unterwegs sind. Ein Gang zur Alster ist die denkbar blödeste Idee. Zubmindest bei dem Andrang da…

Also gehen meine Touren eher an den Rand der Stadt. Und trotz aller Wehwehchen mit der nun wirklich bescheuerten Fahrradinfrastruktur in Hamburg, so gibt es hier und da durchaus Perlen! Und so manche kleine Bachläufe kennengelernt

Öjendorf / Wandstal (31km)

Grob entlang der U2 zum Öjendorfer Friedhof bzw. Park und via Wandsetal zurück

  • Start am U-Bahnhof Burgstraße
  • Mit Velo-Route 8 bis Horner Rennbahn
  • Entlang U2 bis Schleemer Bach (Die Strecke ist stellenweise komplett neu gemmacht – und lässt sich gut fahren)
  • Schleemer Bach / Jenfelder Bach / Teilweise Velo-Route 14 (Der Weg an der U-Bahn endet am Schleemer Bach. Ab Da kann man dem Bach folgen. Bei der Glinder Straße teilt sich der Weg – und entlang des Jenfelder Baches fährt man östlich des Friedhofes entlang)
  • Öfendorfer Friedhof (Es gibt mehrere Straßen im Friedhof, sogar der Bus hat mehrere Haltestellen)
  • Öjendorfer Park (Vorsicht beim Imbiss im Nordosten – zu viele Leute)
  • Bruhnrögenredder (A24 queren)
  • Schleemer Bach (Auf der Barsbüttler Straße stadtauswärte hinter dem Tierfriedhof reinfahren)
  • Hohenhorstpark / Alt-Rahlstedt
  • Zum Wandsetal – und dieses komplett zurück via Pulverhofpark, Eichtalpark und Eilbekpark (Im äußeren Bereich wenig Querstraßen, innerhalb des Ringes 2 zu viele Leute)

Geestacht (82km)

An der Elbe bis Geestacht und über Bergedorf zurück

  • Start am Hauptbahnhof
  • Oberhafen-Connection (Grenzwertig viele Leute unterwegs)
  • Entenwerder
  • Kaltehofe (Sehr schöner Weg – auch sehr breit)
  • Tatenberger Schleuse / Dove-Elbe
  • ab da Entlang der Elbe (Fast komplett Straße. Es gibt freigegeben Fußweg, aber sobald Fußgänger ihn benutzen, sind die Abstände nicht mehr einhaltbar)
  • Bis Wohnmobilstellplatz Geestacht
  • B404 (Stellenweise grenzwertig zu befahren, viel Verkehr)
  • Etwas quer feld ein (u.a. Radelsweg, Speckenweg, Horster Damm – aus Ausweg zur B404)
  • Brookdeich (Angenehme Nebenstraße)
  • Grünzug entlang der Bille (Schöner Grünzug)
  • Bobberger Niederung (Ich bin dieses mal nördlich des Flugplatzes vorbei – der eigentliche Weg ist südlich)
  • Radweg entlang B5 (Teilweise sehr gut ausgebauter Weg, stellenweise nur Platten)
  • Horner Park

Wilhelmsburg / Bunthäuser Spitze (42km)

Eine Runde durch Wilhelmsburg mit dem Ziel der Bunthäuser Spitze

  • Start: Hauptbahnhof
  • Oberhafen-Connection (Grenzwertig viele Leute unterwegs)
  • Elbbrücken (ich verfluche die Enge – und hoffe, dass kein Gegenverkehr entgegenkommt)
  • Peute (Großes Industriegebiet. Außerhalb Corona wohl eine NoGo-Area wegen zu viel Schwerlastverkehr. Gehweg für Radverkehr freigegeben)
  • Verlauf der Norderelbe (der Fußweg ist freigegeben, aber da hier einige Radelnde unterwegs sind und er auch nicht die Breite hat, lieber Straße. Da die Straße nur die paar Dörfer anbindet, ist die Straße hier ok)
  • Bunthäuser Spitze mit Leuchtturm (Da, wo die Elbe sich in Norder- und Süderelbe trennt, steht ein alter, kleiner Leuchtturm. Man darf nicht über den Campingplatz rein, sondern der Weg, der beim Eingang um das Areal herum führt. Man kann auf den Leuchtturm die ca. drei Meter hochsteigen)
  • Verlauf der Süderelbe inklusive Unterquerung von A1, Eisenbahn, B75 und Alter Harburger Brücke)
  • Pollhorner Deich (Normalerweise viel Schwerlastverkehr, Corona-bedingt geht es)
  • Loop (bis zum Reiherstiegsknie)
  • Reiherstieger Hauptdeich
  • Klütjenfelder Hauptdeich
  • Veddeler Brückenstraße
  • Elbbrücken (und wieder hoffen…)

Ohlstedt (54km)

  • Start: U Wartenau
  • Fahrradstraße Uferstraße am Eilbekkanal (brechend voll, leider. Am besten meiden)
  • Stormarner Straße (als Umfahrung der Wandse)
  • ab Ring 2: Entlang der Wandse u.a. durch Eichtelpark
  • Im Bereich Zwischen den Auen Abbiegen auf Berner Au / Kupferteich
  • Ab U Oldenfelde entlang der Bahn
  • Volksdorfer Wald
  • Am Volksdorf verläuft westlich der U-Bahn der U-Bahnwanderweg bis zur Endstation
  • Ab Ohlstedt: Kleinbahn-Wanderweg bis Wohldorf
  • Wohldorfer Wald
  • Retour via Alster (u.a. Rodenbeker Quellental – hier gibt es unerwartet steiles Gefälle, Hochenbuchenpark, …) bis Außenalster

Alsterquelle (68km)

Die Alster ist in Schleswig-Holstein ein sehr unscheinbarer Rinnsal. Und erwartet nicht unbedingt etwas fließendes. Es ist eher eine stille Quelle. Mit einem Gullideckel aus Bronze, der zur Zeit unter Wasser steht.

Und so ist auch die Quelle in der Nähe von Henstedt.

  • Holperpisten im Bereich Adolph-Schönfelder-Straße und Saarlandstraße
  • Radweg Pergolenviertel (ca. 1,3km echt guter Radweg)
  • Ab Flughafen gibt es separate Wege, teils über Nebenstraßen. Sehr angenehm.
  • Langenhorner Chaussee (teilweise über Radweg neben der Straße)
  • dann entlang U1 bis Norderstadt-Mitte (häufig wechselt die Seite), weiter entlang AKN-Bahn
  • In Höhe von A Friedrichsgarbe entlang Hauptstraße (Ulzburger Straße – nicht sehr schön)
  • Via Henstedter Weg und Norderstedter Straße bis zum Ziel

Zurück:

  • Über Waldstück/Felder bis A Friedrichsgabe
  • Rantzauer Forst
  • Hartagen/Styhagen (schöne, leere Nebenstraße. Echt guter Asphalt!)
  • ab Ring 3: westlich von Niendorf ist durchgehender Grünstreifen bis Niendorfer Gehege
  • Güterumgeheungsbahn (Auch eine sehr schöne Strecke)
  • Entlang des Kanals Tarpenbek, führt zum Haynspark
  • Eppendorfer Landstraße / Klosterstern / Außenalster

Blankenese (45km).

  • zur Alster, weiter über Leinpfad
  • Durch Haynspark, da gibt es Grünzug entlang Tarpenbek/Eppendorfer Mühlenteich
  • Weiter entlang Tarpenbek und Kollau – hier gibt es etliche Kilometer durchgehender Weg ohne Kreuzungen (sehr parallel zur Güterumgehungsbahn). Sehr schön.
  • Nach Querung der Autobahn ist die Ausschilderung irritierend (Einer der Wegweiser zeigt auf ein Freibad – wo man nicht weiter kommt. Ich nahm die Ausschilderung Richtung Stellingen
  • Entlang Düngelau bis S Stellingen
  • Quer durch Altonaer Volkspark
  • Am Desy vorbei, Blomkamp ist angenehme Nebenstraße
  • Via Simrockstraße und Elbchaussee bis hinter zum Strandweg
  • Von da Retour entlang der Elbe via Övelgönne, St. Pauli Fischmarkt

Fazit

Bei allen Touren habe ich die Erfahrung gemacht: je weiter draußen man ist, um so weniger Leute sind unterwegs – und es fährt sich alleine schon deshalb entspannter. Vor allem werden die Abstände da auch eher eingehalten.

Ich habe viele entfernte Parks und Grünanlagen kennengelernt, von denen ich bisher kaum Kenntnis hatte. Es gibt viele kleine Rinnsale, an denen man radeln kann. Viele nimmt man gar nicht wahr – und oftmals sind diese Grünanlagen auch ganz gut miteinander verbunden. Man muss sie nur finden. Und viele der Wege habe ich beschrieben.

Straffreie Abtreibung in Neuseeland bis zu 20 Wochen

Das kleine Land mit den 4 Mio Einwohnern am anderen Ende der Welt, was öfters mal von der Weltkarte rutscht, hat im März Abtreibungen bis zur 20. Woche gänzlich erlaubt. Hierzulande tauchte die Meldung kaum in den Medien auf.

Berührungspunkte mit dem Thema hatten wir während der Weltkreise. Als wir in Wellington Verspätung bei der Fähre hatten, liefen wir noch zum Regierungsgebäude. Vor diesem war gerade eine große Demonstration der Abtreibungsgegner. Kurz zuvor hatte eine Rechtskommission drei Optionen für eine neue rechtliche Regelung abgegeben, worauf hin es eben zu Demonstrationen rückschrittlich gesinnter Menschen gab. Zudem gab es auch Gegendemonstranten am Rande der Demo. Ich kam mit zwei Leuten ins Gespräch.

Während also in Deutschland Abtreibung nach wie vor eine Straftat ist, die unter bestimmten Bedingungen (Vorberatung, bis zu 12. Woche, etc.) straflos bleibt – und unsere Regierungskoalition selbst das straffreie Hinweisen auf ärztliche Tätigkeiten nicht gebacken bekommt, hat Neuseeland da einen bemerkenswerte Wendung hingelegt:

Um eine Schwangerschaft abbrechen zu können, mussten also Schlupflöcher gesucht werden. So mussten beispielsweise Krankheiten zum Schutz vor Strafverfolgung vorgetäuscht und von zwei Ärzt*innen bestätigt werden, so dass Abtreibungen herausgezögert und somit gefährlicher wurden. Nun sind legale, sichere Schwangerschaftsabbrüche ohne Nachweise über zum Beispiel den Gesundheitsstatus bis zur 20. Schwangerschaftswoche möglich.

(Quelle: Humanistischer Pressedienst)

Wahrscheinlich hätte ich von der Wendung wohl auch nichts mitbekommen, wenn ich nicht vor eineinhalb Jahren diese Demonstration gesehen hätte und vor einigen Wochen die Bilder der Reise gesichtet hätte.

Unsere Weltreise von 2018

Was ist das Beste, was man während der Corona-Lockdown-Zeit machen kann, wo eh derzeit keinerlei Reisen möglich sind? Richtig: alte Reisen nachbereiten. Und so habe ich die Bilder von der Weltreise 2018 sortiert und die Reiseberichte einmal zu Ende geschrieben. Wer also unsere Abenteuer von Hong Kong, Japan, Fiji und Neuseeland nachvollziehen will: Hier entlang !

Umgang mit Fehlern

Zugegeben: Auch ich schaue gerne Realsatire an. Und Behördenpossen gehören da auch dazu. Aber nicht jede Panne eignet sich dazu, diese als „Irrsinn der Woche” zu betiteln. So entdeckte ich erst kürzlich die Sendung von extra3 vom Oktober 2018. Die neuen Straßenbahnen der Düsseldorfer Rheinbahn waren zu breit für die Duisburger Haltestellen:

Im Grunde ist nach 33 Sekunden mit vier Worten alles gesagt, was es zu sagen gibt:

Wir haben falsch bestellt!

Nein, es wird nicht der Finger zuerst auf andere gezeigt, die einen Fehler gemacht haben könnten. Der Betreiber räumt den Fehler in den eigenen Reihen ein. Wozu noch weitere Häme?

Richtig absurd wurde es dann bei 1:29:

Zumal die 43 neu bestellten Bahnen 120 Mio Euro kosten.

Genau deshalb werden ja zunächst nur einzelne Testfahrzeuge bestellt und dem Praxistext unterzogen. Ja, der schlug nun fehl. Nun gab es also konkrete Beschädigungen an einer einzelnen Bahn, Umplanungsaufwand und möglicherweise noch ein paar nicht für Duisburg einsetzbare Züge. Das Groh der Bestellung sollte – es sind gut eineinhalb Jahre vergangen – dafür passen.

Ich wünschte mir, Unternehmenskommunikation würde immer so ablaufen! Wenn aber gerade solche klaren Worte nur noch mit Häme ausgeschlachtet wird, kann ich mir manch zurückhaltene Kommunikation durchaus vorstellen. Und nicht selten gibt es überhaupt keine Kommunikation.

It's the End of the World as We Know It

Ich war draußen. An der frischen Luft. Exakt so, wie es die derzeitige Allgemeinverfügung für Hamburg beschreibt. An einem der Nachbareingänge stand eine große Kiste mit der Aufschrift „Zu Verschenken”. Im Inneren waren Bücher und CDs.

Ich griff hinein – und hielt die CD The best of R.E.M. (von 1991) in der Hand. Der letzte Titel der CD war „It’s the End of the World as We Know It (And I Feel Fine)”. Das Lied von 1987 passt zu den aktuellen Tagen: