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TV-Duell: Wie der Gewinner nur verlieren kann

Ein semipolitisches Fernsehformat macht ein Fernsehduell zwischen der aktuellen Bundeskanzlerin und einen ihrer Herausforderer – mit einem sensationellen Preisgeld von 300.000 Euro.

Dieses Geld, Herr Steinbrück, können sie sich abholen bei TV Total oder wir schicken es Ihnen. Wie auch immer!

Das ist eine verdammt blöde Idee! Für fast alle Seiten.

Zunächst ist das Geld wie eine Parteispende zu sehen. Auch wenn der tatsächliche Empfänger (Verschwörungstheoretiker denken sich noch das Wort „scheinbar” dazu) noch nicht feststand, so ist zumindest die Empfängergruppe von insgesamt 30 zur Wahl stehenden Parteien auf 2 reduziert. Und eine Spende eines Medienkonzerns in Höhe von 300.000 Euro an den Spitzenkandidaten ist eine nicht unerhebliche Großspende. Das einzige Positive in diesem Zusammenhang ist, dass diese Spende öffentlich erfolgte.

Doch genau diese Öffentlichkeit sorgt nun für das zweite Problem. Es hieß, sie können das Geld auch für den Wahlkampf ausgeben. Doch der öffentliche Druck steinbrückt die SPD samt Kanzlerkandidaten, wenn sie das tun. Sie stehen in Zugzwang, das Geld gemeinnützig zu spenden.

Das widerum führt zum nächsten Problem: die meisten gemeinnützigen Organisationen werden den Teufel tun, Großspenden von Parteien anzunehmen – vor allem in der Wahlkampfzeit. Und bei den „Ärzten ohne Grenzen” spielt die politische Neutralität eine noch viel stärkere Rolle. Von daher ist es nicht verwunderlich, wenn sie Steinbrück und die SPD abblitzen lassen.

Vermutlich sollte die SPD nun von den Ärzten lernen: und selber das Geld ablehnen!

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