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Homepage von René Pönitz

Die etwas andere Gaststätte: Anno Domini

Das Anno Domini ist das wohl außergewöhnlichste Gasthaus in Dresden: es ist eine Mittelalterkneipe!

Beim Betreten des Grundstücks weisen Fackeln den Weg zur Eingang. Die Tür wird mit einem Sandsack, der an einer festen Rolle befestigt ist, geschlossen. Und dann ist man schon im Mittelpunkt des mittelalterlichen Ambientes: richtig alte massive und stabile Holztische. Wem die Holzbänke zu unbequem sind, kann sich ein Schafsfell drunter legen. Die Gaststube wird nur mit Kerzen erhellt, natürlich quietschen auch ein paar Balken — und im Hintergrund tönen leise Klänge eines Dudelsacks.

Nach dem man einen Platz gefunden hat, kommt auch gleich eine Kellnerin — natürlich in altmodischer Tracht: »Was wolld´ihr´n sauf´n?« ... »Und dein Weib?« Die Getränke gibt es in Porzelankrügen. Die Speisekarte ist noch mit altdeutschen Buchstaben geschrieben. Damit es für den Besucher allerdings nicht zu schwierig wird, sind wenigstens die Namen der Speisen der neudeutschen Schreibweise angepaßt. Die Pferderoulade mit Knödel war lecker — natürlich gibt es dazu nur Holzbesteck — oder mit Fingern! Nur eine Sitte ist da nicht mehr üblich: die Knochen nach dem Verzehr nach hinten werfen!

Zu Besuch sind natürlich auch ein Esel, eine Gans, ein Huhn und eine Ziege, die ab und zu durch die Gaststube laufen. Die kann man streicheln oder ärgern — und wenn man Pech hat, ärgern sie zurück. Besonders der Esel ist gerne die Papierlätzel weg, die es bei besonders fettigen Speisen gibt. Auch wenn das mit den heutigen Hygienevorschriften im Gastronomiebereich nicht mehr übereinstimmt, greift im Anno Domini noch Bestandsschutz.

Zur Unterhaltung traten an diesem Abend zwei Gaukler auf, die Stimmung in den Laden brachten — mit einem Dudelsack und einer Trommel! Der Höhepunkt war eindeutig »We wil rock you«. Ich hätte nicht gedacht, daß man das Gitarrensolo auch auf dem Dudelsack blasen kann! Respekt! Bezahlt wurde am Ende aber leider in Euro.

Alles im Allen eine einzigartige Gestätte im Dresdner Norden, die man unbedingt einmal besuchen sollte! (Zur Bildergalerie)