renephoenix.de

Homepage von René Pönitz

Ausflug nach Himeji

Von Kyoto aus haben wir einen Tagesausflug nach Himeji unternommen. Dank des Japan Rail Passes kamen wir mit dem Shinkansen recht zügig dahin, um die dortige weiße Burg uns anzuschauen. Immerhin Unesco-Weltkulturerbe.

Leider spielte das Wetter nicht so mit, wie wir uns das wünschten. Es regnete. Komplett.

Am Bahnhof angekommen, nahmen wir den Bus. Die Stadt war offensichtlich darauf eingestellt, dass Touris nur zur Burg fahren. Zumindest war dieser Weg in Englisch sehr gut erklärt.

Raus aus dem Bus, rein in den Regen. Es gab eine schöne Parkanlage. Und dann passierten wir etliche Tore, bis wir zum Inneren der Burg gelangten. Manche dieser Tore boten auch kurzzeitig Regenschutz.

In der Burg wurden Tüten verteilt für die Regenschirme. Und Tüten für die Schuhe. Wir mussten also ohne Schuhe weitergehen. An sich eine gute Idee bei diesem Schmuddelwetter. Der Haken war nur: Für Regenponchos gab es nichts, was dann doch die eine oder andere Pfütze im Inneren erklärte. Leider hatten wir keine Ersatzsocken dabei.

Die Burg selbst war beeindruckend. Die gesamte tragende Konstruktion ist nur Holz und trotzte dennoch als Wehranlage. Es gab viele (auch teilweise versteckte) Öffnungen in allen Stockwerken, über die Steine geworfen werden konnten. Die Burg selbst war aber keine Residenz, sondern diente nur der Verteidigung.

Und sie überlebte sogar die Bombardements im zweiten Weltkrieg.

Die Räume sind weitestgehend offen. Es gab kleine Fenster (ohne Glas), damit zog es auch noch wie Hechtsuppe. Historisches Mobilar gab es keines mehr. Aufwärts ging es über die historischen, sehr steilen Treppen. Und je höher wir kamen, umso besser wurde der Ausblick.

In Japan gibt es häufig auch kleine Modelle ihrer Burgen. In dem Falle war sie für Restaurationsarbeit notwendig, um die Tragfähigkeit der Konstruktion zu verstehen. Im Inneren der Burg nimmt man nämlich nicht wahr, dass es keine durchgehenden Pfosten gibt – sondern diese sind in jedem Stockwerk woanders.

Ein spannendes Detail sind die Dachfirsten in Japan. Dort gibt es häufig Figuren, die wie eine Mischung aus Fisch und Drache aussehen (genannt Shachi).

Am Ende des Rundganges durften wir die Schuhe wieder anziehen – und es ging wieder raus in den Regen. Juhu.

Auf dem Weg zum Bahnhof entdeckten wir wieder eine kleine überdachte Einkaufsstraße. Leider nur parallel zum Bahnhof, selten führen diese Straßen zum Bahnhof hin (Warum eigentlich?).

Osaka (Aquarium Kaiyukan)

Obwohl Osaka die drittgrößte Stadt Japans ist, war es für uns nur ein kleiner Zwischenstopp. Wir hatten ein Hotel in der Nähe des Shinkansen-Bahnhofes (Das Gebiet heißt daher auch Shin-Osaka).

Es muss unser Schicksal sein, denn auch hier fuhr direkt am Hotel der Zug vorbei. Da unser Zimmer im 8. Stockwerk war, hörten wir davon aber kaum noch etwas. Im übrigen zählen Japaner ihre Geschosse richtig (Also das Erdgeschoss ist die 1).

Da die Eisenbahn ebenerdig verlief, gab es hier Bahnübergänge. Bei einer Linie, wo gefühlt alle drei Minuten ein Zug fuhr, gingen auch ständig die Schranken herunter und hoch.

Am Hotel entdeckten wie einen Regenschirmständer. Wo man seinen Regenschirm anschließen kann. (Wenn man so etwas das erste Mal bewusst entdeckt, sieht man plötzlich überall solche Ständer).

Unser Ziel war das Osaka Aquarium Kaiyukan. Davon hatten sie ein sehr markantes, was in den Abendstunden angenehm beleuchtet wurde. In Hinblick auf Tierhaltung darf man solche Einrichtungen gerne kritisch sehen, nur dieser Aspekt wird in diesem Artikel ausgeklammert.

Besonders nervig war eine Angestellte, die in der letzten Stunde ständig auf die bevorstehende Schließung aufmerksam machte. Wie eine Dauersirene. Hektisch und Laut. Ich war kurz davor, sie anzuzischen. Ich habe bezahlt, ich möchte in Ruhe schauen.

Hier eine kurze Impression:

Es gab nicht nur Fische zu bewundern, sondern auch einiges anderes:

Und ich:

Am zweiten Tag ließen wir die Koffer im Hotel und machten noch einen Rundgang durch die Innenstadt rund um den Bahnhof Namba. Unsere Freunde suchten eine Figur aus Final Fantasy – und dafür gibt es hier ein Viertel rund um Manga, Comics und Computerspiele. Auch wenn sie fündig wurden – und der verlangte Preis abschreckte, war der Rundgang durch die verschiedenen Kaufhäuser und Malls spannend.

Ein Faible scheint das Nachbilden von Speisen in Kunststoff zu sein. Man bekommt da von einem gebratenen Fisch als Schlüsselanhänger bis hin zu fertigen Mahlzeiten alles in Plastik. Später entdeckten wir, dass viele Restaurants und Schnellimbisse ihre Essen anpreisen.

Es gibt nicht nur Puppen im Ganzen zu kaufen, sondern auch in Einzelteilen. Rechnet man die Preise dafür zusammen, kostet so eine zusammengesteckte Puppe umgerechnet locker 100 Euro. Wer kauft so etwas?

Von Manga-Comics gibt es gar Puppen, die auch schnell in fünfstellige Yen-Beträge gingen, also deutlich über 100 Euro:

Es gibt auch Siedler von Catan, Carcassonne und Dominion auf Japanisch. Das japanische Carcassonne ist übrigens nicht kompatibel zu Deutschland.

Automaten. Hilfe, wer braucht so etwas? Gut ein Drittel dieser Boxen war schon leer. Man sieht da auch kaum jemanden etwas ziehen. Trotzdem stehen sie überall, verbrauchen Strom.

Und manchmal eigene Räume:

Und alte Nintendo-Spielekonsolen, die wieder aufbereitet worden sind. So ein alter GameBoy für ca. 43 Euro.

Genug shopping. Ein Eisstand. Mit vielen eher ungewöhnlichen Sorten Eis.

Grüntee, Tofu-Milch, Sesammilch, Grüne Sojabohne, Orientalischer Senf, Quallen, Garnelen ….. . Nun fragt man sich, wie so ein doch eher kleiner Eisladen weit über 40 Sorten Eis hat? Nun: Die haben nicht so wie bei uns ne Schachtel mit mehreren Litern vorrätig, wo sie mit einer Eiskelle eine Kugel formen, sondern sie funktionieren wie eine Nespresso-Kapsel. In der Kapsel ist das Aroma und das Basis-Eis wird mit einem Hebel durchgedrückt. Verursacht ne Menge Abfall.

Lecker! Die Sorte war schwarzer Sesam:

Die U-Bahn von Osaka ist schon ziemlich gewaltig und eng vermascht. So sah die Skizze des Bahnhofs Homachi aus – mit 28 Ausgängen:

Was ich dabei eben so schätzen gelernt habe: Die Stationen in Japan haben nicht nur einen Namen, sondern auch eine Nummer. Dazu hat jede Linie einen Buchstaben – gefolgt von einer laufenden Nummer. Könnte man durchaus auch in Deutschland mal einführen. Ebenso wie diese schöne Übersicht, an welcher Station Rolltreppen oder Fahrstühle sind. Das sind so triviale Ideen und so ungemein hilfreich:

Insgesamt wirkt Osaka durchaus hektisch. Aber wir haben auch nur einen kleinen Teil der Stadt gesehen.