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Vorstellung des zweiten Blauen Wunders

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Warum Waldschlößchenbrücke?					01.08.06

Die Diskussion um die Waldschlößchenbrücke ist derzeit auf dem Höhepunkt. Durch den Beschluss des Stadtrates am 20.07.06, die Vergabe der Bauaufträge für das Projekt vorerst zu stoppen, gibt es nun eine kleine Verschnaufpause. Der Präsident der Deutschen UNESCO-Kommission, Walter Hirche, hat mit der Bekanntgabe dieses Beschlusses dazu aufgefordert, neue Ideen in die Auseinandersetzung einzubringen. 
Die Waldschlößchenbrücke – als Ersatzbau für das in die Jahre gekommene Blaue Wunder geplant – würde an der breitesten Stelle die Elbwiesen queren, und somit das ganze Tal durchschneiden. Es ist mehr als verständlich, daß diese Planung als äußerst technokratisch empfunden wird.  Kulturgeschichtlich gibt es für diese Art der Planung eigentlich nur  stadtbildzerstörende Beispiele. Und deshalb wird dieses Projekt von vielen Bürgern als  widernatürlicher Fremdkörper betrachtet.  Denn üblicherweise überquert man einen Fluß an der schmalsten und nicht an der breitesten Stelle. Angesichts der hohe Wellen schlagenden Diskussion um dieses Projekt, stellt sich die Frage, welche Alternativen und ggf. anderen Standorte gibt es? Ein Tunnel wäre an diesem Standort die augenfällig beste und einzige Lösung, wurde aber scheinbar aus Kostengründen von Anfang an verworfen. Aber ist die Elbquerung, die den Engpaß Blaues Wunder verkehrstechnisch entlasten soll, denn nur am Waldschlößchen vorstellbar? 

Ein II. Blaues Wunder muss her!

Das von allen Dresdnern geliebte Blaue Wunder – die Loschwitzer Brücke, die Blasewitz mit Loschwitz verbindet – sollte noch einmal gebaut werden.  
Man sollte es einfach doppeln – und das Blaue Wunder ca. 250m elbabwärts errichten! 
Die Vorteile einer solchen Lösung sind:

-	Es wird am Rande des als UNESCO-Weltkulturerbe geschützten Elbtals der geringste Eingriff vorgenommen.
-	Die neue Brücke wird an der annähernd engsten Stelle der Elbwiesen errichtet und das alte Blaue Wunder hinsichtlich des Autoverkehrs entlasten.
-	Es wird eine direkte, ampelfreie Verbindung zwischen dem Käthe-Kollwitz-Ufer und der Grundstraße hergestellt, die den Pendelverkehr aufnimmt. 
-	Die neue Straßenführung auf beiden Uferseiten und die Einbindung der Brücke kann weitgehend flächenschonend erfolgen und behutsam in das Ortsbild und die Elbwiesen eingebunden werden. 
- 	Der Verkehr am Körberplatz wird erheblich weniger – sodaß die nördl. Teilfläche wieder zum kleinen Marktplatz werden kann.
-	Die Kosten (für Brücke und anschließendem Tunnel) werden erheblich geringer sein als der Bau einer Brücke beim Waldschlößchen.
-	Das neue, das II. Blaue Wunder, wäre ein echter Ersatzbau für das alte, weltweit bekannte Wahrzeichen. 
Es könnte eine „Doppelung“ sein - oder in der Ästhetik eine moderne Konstruktion sein, die dem alten Blauen Wunder mindestens ebenbürtig ist – also den Namen 
II. Blaues Wunder verdient. 
-	Durch die verkehrsmäßige Entlastung wird die Lebensdauer des alten Blauen Wunders erheblich verlängert.  
-	Durch den Bau eines II. Blauen Wunders bleibt Zeit für die weitere Diskussion zum Erhalt der alten Brücke und über die dann später ggf. notwendige Ersatzbrücke. 

Ideenskizze

Das II. Blaue Wunder stellt eine direkte Verbindung zwischen dem Käthe-Kollwitz-Ufer in Blasewitz und der Grundstraße in Loschwitz her. Hierdurch würde der Engpass Schillerlatz / Blaues Wunder / Körnerplatz erheblich entlastet, und der Verkehr der östlichen Vororte aufgenommen. 
Die neue Verbindung würde am derzeitigen Ende der Käthe-Kollwitz-Uferstraße beginnen, wird dann angrenzend an die Elbwiesen als neue Straße und Brückenrampe weitergeführt, und quert in Höhe der Regerstraße die Elbwiesen. 
Als neues Blaues Wunder führt sie hinweg über die Elbe, ist dann ein kurzes Stück Hochstraße, die über die rechtselbischen Loschwitzer Wiesen zwischen dem Hafen und Sportplatz hindurchführt und mündet dann in einem kurzen Tunnel, der unter dem Elbhang und der Standseilbahn zum Luisenhof hindurchgeht. An der Grundstraße, am Fuße der Stützwände/Verbauung der Standseilbahn auf der westlichen Talseite wird die Tunnelstrecke an die Grundstraße angebunden. 
Die Vorteile dieser Streckenführung wären: 
Eine ampellose Autoverbindung zwischen dem Käthe-Kollwitz-Ufer und der Grundstraße als schnelle, regionale Verbindungsstraße, über die dann auch der Autoverkehr der Pillnitzer Landstraße einbinden kann. Am Körnerplatz verbliebe dann nur noch der Verkehr der Schillerstraße. Wird dieser zur Elbseite hin, um die Bebauung des Körnerplatzes herumgeführt und an der Ostseite des Körnerplatzes mit der Pillnitzer Landstraße und der Grundstraße verbunden, dann könnte der Verkehrsträger des Körnerplatzes vor der nördlichen Bebauung zurückgebaut werden, und eine kleine Platzfläche erhalten und städtebaulich wiederaufleben! 
Loschwitz hätte damit seine Mitte, sein historisches Zentrum und vielleicht auch den Marktplatz wieder zurück. 
Ein neues Blaues Wunder, der die Uferstrasse und die Grundstraße miteinander verbindet, wird den Autoverkehr auf erheblich entflechten, den Körnerplatz um den Pendlerverkehr entlasten und zusätzlich für die Radfahrer den Vorteil haben, daß hierdurch die so wichtige, fehlende Verbindung zwischen dem linkselbischen und dem rechtselbischen Radweg (Körnerweg) zustande kommt. 
Die Positionierung der neuen Elbquerung an dieser Stelle, hätte für die Blasewitzer Seite zur Folge, daß am Rande der Elbwiesen zumindest Flächen für die Brückenstraße und  Rampe verloren gehen. Diese wären aber im Vergleich zur bestehenden Waldschlößchenbrücke erheblich geringer, und lägen am Rande der Elbwiesen.  Würde man zusätzlich eine städtebaulich ähnliche Randbebauung bis zum Brückenkopf gestatten wie beim jetzigen Blauen Wunder am Schillerplatz, dann wäre eine elbseitige Bebauung der neuen Brückenstraße mit Häusern und Aussichtsterrassen geradezu aufregend. 
Hätte man doch von hier aus den schönsten Blick auf die Elbschlösser Albrechtsberg, Lingner und Eckberg – einen Blick, den bislang nur tausende von in- und ausländischen von Bustouristen genießen.


Anmerkung: 
Die Positionierung der Elbbrücke hätte in dieser neuen Lage den Vorteil, daß Brücke, Brückenköpfe und Auffahrten nicht wie Fremdkörper wirken würden, sondern besonders auf der Blasewitzer Seite die Chance besteht, durch einige neue Gebäude und neue Elbterrassen eine atmosphärische Ergänzung des Ortbildes herbeizuführen. 
Ein näher zur bestehenden Brücke angeordnetes II. Blaues Wunder wäre mit direkter Anbindung an den Körnerplatz auch machbar, hätte jedoch den Nachteil, daß die Entflechtung des  Verkehrs am Körnerplatz nicht, oder nur sehr schlecht stattfindet. Vorteil dieser Lösung wäre einzig, daß der Ankauf von 2 – 3 Privatgrundstücken entfällt.

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