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Prognose zur WSB: die Untertunnelung des Großen Gartens

Die Gerichte haben gegen Dresden entschieden: sowohl in juristischer Sicht (Die Stadt Dresden war der Kläger) als auch im Endergebnis (Welterbekonvention greift nicht). Damit dürfte eine lange Auseinandersetzung leider erfolglos zu Ende gehen. Vielleicht besteht noch Hoffnung, daß einige kosmetische Korrekturen noch stattfinden, immerhin setzt sich der derzeitige Oberbürgermeister für Alternativen ein. Jan Mücke von der FDP erweist sich in diesem Thema als äußerst unsensibel:

Der zurzeit laufenden „Perspektivenwerkstatt” erteile ich nochmals eine klare Absage. [..] Die UNESCO hat ihre Unprofessionalität und Willkür bei der Entscheidungsfindung mehrfach unter Beweis gestellt.

Auch wenn Dresden diese Brücke nicht benötigt: eine schöne Brücke ist allemal vorteilhafter als dieses Konstrukt mit Neustädter Grotte.

Aber werfen wir einmal einen Blick in die Zukunft. Der Bau wird nun einige Jahre dauern, die Unesco wird ihre Konsequenzen ziehen – und das schlimmste: die schönen Elbwiesen sind gespalten! Von Roßbergs Prognose, daß das Blaue Wunder abgerissen werden muß, will auch die CDU nichts mehr wissen, natürlich stehen die Mittel für die Sanierung bereit.

Verkehrstechnisch sind die alten Problemfelder am Körnerplatz (Blaues Wunder) vielleicht nicht komplett gelöst, aber zumindest gelindert. Dafür staut es sich nun jeden Tag am Fetscher- und Comeniusplatz. Eine ungeheure Flut von Linksabbiegern, die in den Dresdner Osten wollen, verstopfen die gesamte Fetscherstraße. Zudem hat die Brücke auch jede Menge zusätzlichen Verkehr induziert. Auf den Fahrplan der Linie 12 (und folglich auch der Linie 10) kann sich keiner mehr verlassen. Und während wir noch über die Brücke streiten, planen die Verkehrsbetriebe bereits die Verlegung der Straßenbahn auf diesen Abschnitt. Und die Experten von CDU und FDP fachsimpeln bereits über die Lösung dieses dann auftretenden Problems:

Anbindung der Waldschlößchenbrücke an die B172

Ja, denn damit könnte der Verkehr dann endlich wieder abfließen. Nach den Plänen der CDU wird dann die Fürstenallée im Großen Garten zur vierspurigen Straße umgebaut – mit einem schönen Ring um das Palais (der sogenannte Palaisring – nach dem Vorbild der Berliner Siegesäule), in dem Zuge wird auch der Wasaplatz gleich mitsaniert. Die Gegner wollen einen Tunnel zwischen Comeniusplatz und Dohnaersraße. Natürlich wird es auch wieder die bösen Grünen geben, die den Großen Garten nicht teilen möchten. Und die Tunnelvariante wird viel zu teuer werden. Nur im Gegensatz zu heute hat Dresden dann Probleme.

Möglicherweise stellt sich aber auch heraus, dass die Prognosen der Brückenbefürworter falsch sind und die Brücke umsonst so groß dimensioniert wurde.

Bisherige Kommentare (3)

Kommentar von mehrlicht

Wir hätten sicher heute nicht so einen kontroversen Streit, wenn man damals in der DDR ins Saarland geguckt hätte, dort wurde ja auch die Autobahn an den Saarlauf gelegt. Platz genug ist ja — also von Briesnitz bis zum Pirnaer Autobahnzubringer eine A17n. Für den großen Garten fände ich eine Hochstraßenlösung besser, sonst hat man ja als Fußgänger optisch gar nix davon.

Kommentar von ein dresdner

Daß die Brücke ein Skandal ist, hat sich ja nun nicht nur deutschlandweit rumgesprochen, nur in Dresden gibt es ewig Gestrige, die nicht begreifen wollen, über welche Werte sich diese Stadt definiert. Schicken wir diese doch in eine der schön ausgebauten Betonwüsten, z.B. Sauerland oder gleich ins Ruhrgebiet. Da können die sich wohl dann fühlen und wir können unsere Stadt so behalten, wie wir sie von unsren Altvorderen vererbt bekamen.
Und: Die Vision zum Durchquehren/Tunneln des Großen Gartens müßte eigentlich endgültig ALLE Dresdner (u. ALLE WELTENBÜRGER) dazu bewegen, die Brücke abzulehnen. Gibt es dafür Beweise, daß Tunnel bzw. Durchquerung geplant ist? Veröffentlicht doch weitere Infos dazu!!!

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