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Taifun Trami

Vor unserer Ankunft in Osaka tobte der Taifhun Jebi und beschädigte den Kansai-Flughafen in Osaka, so dass wir da nicht mehr landen konnten. Nach unsererem Weiterflug von Hong Kong ließ der Taifun Mangkhut die Hochhäuser wackeln. Als wir in Tokio ankamen, haben wir erfahren, dass wir einen Taifun mitlerleben werden: Trami am 30.09.2018.

Zugegeben: Um den Taifun selber machte ich mir keine großen Gedanken. Es ist nicht der erste Sturm, der über diese Inseln fegte. Es wird auch nicht der letzte sein. Viel mehr machte ich mir Gedanken, dass wir zwei Tage später nach Nadi fliegen werden. Denn wenn diese Flug gecancelt werden sollte, haben wir weit größere Probleme. Schließlich wird Tokio-Nadi nur zwei Mal die Woche angeflogen.

Der Taifun war schon Tage im Voraus überall in den Medien. Am markantesten waren die Hinweis-Schilder an den Bahnhöfen: sie wollen am Abend des Taifuns den Bahnverkehr komplett einstellen.

Der Tag war extrem regnerich. Also flüchteten wir ins Nationalmuseum nach Taitō. Hier waren wir im Trockenen und sahen alte japanische Münzen und Schätze. Doch zuvor gab es noch mal diesen Warnhinweis:

Als das Museum schloss, liefen wir noch durch den Ueno-Park und bewunderten den Shinobazunoike Bentendo Temple:

Es regnete. Es windete. Und ich hatte so langsam Bammel, dass die letzten fahrenden Bahnen so brechend übervoll werden könnten, so dass wir irgendwo strandeten.

Ich weiß, Bilder können nicht die Stimmung des Moments wiedergeben – wir erreichten den Bahnhof Ueno und blickten auf die Wolken. Es wirkte ein wenig, als hat sich die Lage entspannt. Es windete wenig. Es regnete nicht mehr. Es war die Ruhe vor dem Sturm. Der Moment war sehr schön zu erleben.

Wir kamen mit der Bahn noch am Bahnhof Kameido in Kōtō an. Ich schoss dieses Foto noch auf dem Bahnsteig:

Das beeindruckende dieses Fotos war nicht die Fülle in der Bahn. Die zwar auch brechend voll, aber das ist sie in der Rush Hour so gut wie immer. Die Luftfeuchtigkeit war so extrem hoch, dass in der Bahn sogar noch die Linse beschlug.

Wir erreichten unser Hotel. Wir waren in Sicherheit. Juhu. Die restlichen Stunden des Abends widmete ich mich der Wäsche. Schließlich musste die vor Fiji auch noch mal gewaschen werden!

Gegen Mitternacht sollte der Scheitel des Sturms über die 23 Städte fegen. Und was machte ich gegen Mitternacht? Richtig, ich traute mich vor die Tür! Zugegeben: das Hotel war stets im Nacken. Da der Taifun ein tropischer Sturm ist, wurde es mich nicht, dass es in dieser Nacht wesentlich wärmer war als am Tag. Am Tag war ich mit Jacke bei ca. 20° unterwegs, nun fegte der Wind mit gut 25° durch die Nacht. Und ich nur mit einem T-Shirt vor die Tür.

Der Regen pferchte waagerecht um den Häuserblocks. Das spannende war an diesem Regen: mein Shirt wurde trotz des Regens nicht nass. Der Wind pustete es wieder trocken.

Ich lief bis zur aufgeständerten Schnellstraße. Da, wo ich zuvor Obdachlose sah, waren diese wohl in Sicherheit gebracht worden. Ich blickte auf dem Häuserblock gegenüber. Eine Frau trat heraus mit einem großen, gelben Müllsack. Sie hatten damit zu kämpfen. Zugegebenermaßen wäre ich jetzt nicht auf die Idee gekommen, auch noch meinen Müll in den Container zu werfen. Aber sie hatte es dann doch irgendwann geschafft.

Irgendwann schlief ich. Als ich am nächsten Morgen aufwachte, war der Taifun vorbei. Ich blicke aus dem Fenster:

Ich öffnete das Fenster: deutlich wärmer (ca. 30°). Wir gingen raus. Keine sichtbaren Schäden. Auch als wir dann wieder aufbrachen, konnte ich wenig erkennen – zugegeben mein Point-of-View. In einem Schrein gab sahen wir einige Baumschäden:

An der Grenze zwischen Arakawa und Taito flog von einem Geschäft das Vordach ab. Wir beobachteten da einige Menschen mit Klemmbretter, die diesen Schaden begutachteten.

Wir konnten zudem aufatmen: der Flugbetrieb von Narita läuft wieder regulär!

(Siehe auch Ankündigung von Trami)

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