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Japan - Ausflug nach Nara

Nara war vor sehr, sehr langer Zeit Hauptstadt Japans und ist heute Standort vieler UNESCO-Weltkulturerbestätten. Das konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen.

Wir erreichten Nara am Vormittag mit der Regionalbahn aus Kyoto. Gleich am Bahnhof stießen wir auf einen Informationsstand. Eine alte Dame gab uns eine Karte und erklärt uns, wie wir zu den Tempeln und Sehenswürdigkeiten kommen. Wir entschieden uns, durchs Stadtzentrum zu laufen und trafen bald auf die erste Pagode – den Kofukuji Tempel. Wir sahen die Southern Octogonal Hall und die Eastern Goldern Hall. Hier gab es den ersten großen Buddha zu sehen. Leider waren hier Fotos verboten.

Dafür fanden wir den Stempelkasten des Tempels (Japaner lieben Stempel – es gibt sie überall und man kann Stempelabdrücke zu allen möglichen Themen sammeln). Da wir nicht über ein Stempelbuch verfügen, stempeln wir kurzentschlossen unsere Postkarten. Buddha möge uns verzeihen.

Schon bald entdeckten wir die andere Sehenswürdigkeit von Nara – wie in Miyajima gibt es hier halbzahme Rehe, die zum Motto der Stadt geworden sind. Es gabt sie auch auf Souvenirs und sogar auf Baustellenabsperrungen.

Und Hunde aufgepasst:

Auch hier sollte man sich mit Essbarem (oder allem, was für Rehaugen danach aussehen könnte) in der Hand in Acht nehmen. Die niedlichen Tierchen forderten durchaus ihren Teil ein:

Immerhin gab es hier Stände, die geeignete „Rehkekse” verkauften und viele Hinweisschilder, die uns aufforderten, die Rehe mit nichts anderem zu füttern. Sicherheitshalber verstauten wir trotzdem alle Gegenstände aus den Außentaschen des Rucksacks ins Innere.

Auf dem Weg zum Todaiji-Tempel machten wir einen Abstecher in den Isuien-Garten. Er besteht eigentlich aus zwei Gärten, der vordere ist etwas älter aus dem 17. Jh. Hier ist der Seerosenteich sehr schön. Wenn man genau hinschaut, kann man Unmengen von winzigen Fröschen und Wasserläufern entdecken. Um die Mücken zu entdecken, musste man sich leider nicht so sehr bemühen. Viel mehr entdeckten sie mal wieder uns. Hmpf.

Bis hier und nicht weiter!

Der hintere Teil des Gartens beherbergte mehrere Teehäuser und eine Sichtachse auf dem Todaiji. Hinter jeder Biegung verbirgt sich eine neue Landschaft. Einzelne Pfade wirkten wie aus Mittelerde. Jedoch wurde die Illusion des perfekten Gartens auch hier von zahlreichen Gärtnern in mühevoller Kleinarbeit aufrecht erhalten.

Wir genossen für eine Weile die Stille und Ruhe und entspannten am Teehaus.

Viel Zeit zum Rasten hatten wir nicht, denn es stand noch einiges auf dem Programm. Nach kurzer Zeit erreichten wir den Todaiji-Tempel, der für seine riesige Buddha-Statue aus Bronze, dem Daibutsu, bekannt ist.

Die Statue ist wahrhaft beeindruckend. Der Fluch dieser Orte sind jedoch die gefühlt 1000 anderen Menschen, die das gleiche wollen, wie wir. Von Ruhe und Andacht leider keine Spur.

Interessantes Detail: Eine der Säulen hat ein Loch. Der Legende nach werden diejenigen erleuchtet, die hier durchpassen. Dementsprechend versucht jung und alt, sich hier mit allerlei gelenkigen Verrenkungen durchzuquetschen. Ein einstelliges Alter ist dabei sehr hilfreich. Oder eine Größe von ca. 20cm.

Am Ende des Rundgangs durch die Halle konnten die obligatorischen Talismane und Souvenirs gekauft werden.

Zur fortgeschritten Stunde möchten wir noch den Kasuga-Taisha-Schrein besuchen, eine größere Anlage. Wir geraten jedoch in eine religöse Zeremonie, die wir aber aus der Ferne beobachten konnten. Leider war dadurch das innere Tempels für Touristen abgeriegelt. Schade, aber verständlich.

Die vielen moosbewachsenen Laternen auf dem Weg nach unten beeindruckten uns und schufen eine beinahe gespenstische Stimmung in der Abenddämmerung.

Da klar war, dass wir den geplanten Zug zurück nach Kyoto verpassen werden, nutzten wir die Gelegenheit, auch durch das nächtliche Nara zu schlendern.

Trotz der verhältnismäßig kleinen Stadtgröße war Nara mit der Vielzahl an Tempeln, Schreinen und Museen eine beeindruckende Stadt. Und ein Tag viel zu wenig. So konnten wir noch nur an der Oberfläche kratzen, doch sind dennoch dafür dankbar.

Alle Bilder von Nara:

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