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Der unbequeme Flug mit KLM

Im Rahmen der Reisevorbereitung sagte uns jemand, dass KLM nicht die schlechteste Fluggesellschaft sei. Es war aber der mit Abstand schlechteste aller Flüge.

An der Lage des Gates im Flughafen kann man meistens auch erkennen, in welchem Segment eine Fluggesellschaft unterwegs ist. Und anders als bei HK-Express, wo wir im allerletzten Winkel des Flughafens starteten, war KLM durchaus sehr zentral gelegen. Doch als wir ins Flugzeug einstiegen, trübte sich diese Laune. Optisch erwartete uns ein Flugzeug, dessen Ausstattung wir auf frühe 90er tippten: alte Leuchtstoffröhren im dreckigen Weißton leuchten die Kabine aus.

Fangen wir bei den Sitzen an: Diese waren eng in jeglicher Hinsicht. Wir spürten beidseitig die Armlehnen und konnten auch kaum die Beine ausstrecken. Unter den Vordersitzen passte auch der Rucksack nicht, weil entweder da Bügel hindurch liefen – oder irgendwelche Blechboxen installiert worden sind. Zudem waren sie auch unbequem, was wir am Gesäß und im Rücken spürten.

Wir saßen unweit der Treppe zur Business Class (Doppelstöckiger Flieger), dadurch wurde der Bereich auch während des Fluges nicht abgedunkelt, die Treppe blieb immer erhellt.

In den Vordersitzen gab es bereits Bildschirme mit einem prähistorischen Multimedia-Programm und schwergängigen Touch-Displays. Die Bildschirme waren extrem verschwommen und reflektierten das Licht der Treppe. Einen Film ließ sich damit nur mit Qualen schauen.

Zudem fehlte es im Flugzeug auch an Steckdosen im Sitzbereich. Das ist besonders ärgerlich bei einem Zehn-Stunden-Flug, wenn man die Flugzeit zum Aussortieren der unzähligen ca. 17.000 Bilder nutzen wollte und der Akku aber höchstens eine Stunde mitmacht. Ein Flugbegleiter bot an, die Geräte in seiner Pausenkabine zu laden. Wie löblich, nur da lud schon fast immer irgendein anderes Gerät. Und eigentlich kann das auch nicht die Lösung sein.

Ich saß während des Fluges öfters auf der Treppe, weil sie einfach bequemer war. Und mehr Beinfreiheit bot.

Und während am Anfang auf die Flugbegleiter-Taste hingewiesen wurde (zum Beispiel wenn das Laptop in Brand gerät), blieb diese auf dem Flug wirkungslos. Man konnte diese zwar drücken, dann leuchtete ein kleines Lämpchen. Und wenn du nach hinten geblickt hast, leuchtete in jeder dritten Reihe bereits ein Lämpchen. Aber es kam niemand. Und als doch mal einer die Runde etliche Stunden später abging, waren – welche Ironie – die Anliegen auch schon Geschichte. Ein eventuell in Brand geratener Laptop vermutlich auch.

Eine Stewardess pferchte mich irgendwann eher unfreundlich von der Treppe weg. Aber zugegeben: Die Laune war ohnehin schon im Tiefflug.

In Amsterdam mussten wir noch einmal umsteigen. Obwohl wir den Transit-Bereich nicht verlassen haben, mussten wir durch eine erneute Sicherheitskontrolle. Keine Ahnung, ob sie den Kräften von Hong Kong nicht vertrauen? Wie auch immer: die Taschen wurden noch einmal geröntgt. Der Unterschied war nur: Im Flugzeug bzw. im Transitbereich gekaufte Flaschen durfte man hier mitnehmen. Also ließen wir diese in der Tasche. Eine besonders freundliche Dame gab fast schon militärische Anweisung, wo wer wie zu stehen habe. Eine unserer Taschen piepte und musste untersucht werden – es war wohl die Wasserflasche. Also wurde die Wasserflasche noch einmal einzeln untersucht.

Einziger Wermutstropfen für KLM: Nach der pünktlichen Ankunft in Amsterdam flogen wir mit der selben Gesellschaft weiter nach Hamburg – und dieser Flug war weitaus angenehmer.

Wir kamen in Hamburg an – und was fällt uns als erstes auf? Kofferkulis nur mit Pfandmünzen. Dazu eine Liste aller passenden Münzen und ein Geldwechselautomat. Wir erinnerten uns zurück, als wir in Hong Kong aus der U-Bahn ausstiegen: dort stellte Personal Kofferkulis hin, so dass man seinen Koffer nur drauf hauen musste, um damit bis zur Gepäckabgabe durchfahren konnte. Das war Service!

Unser Fazit: Der Flug mir KLM zwischen Hong Kong und Amsterdam war der mit Abstand schlechteste aller Langstreckenflüge.

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