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Taveuni: Lavena Coastal Walk

Am letzten Tag auf Taveuni unternahmen wir einen Ausflug zum Lavena Coastal Walk -und sahen unter anderem die Wainibau-Wasserfälle. Sehr beeindruckend!

Auch wenn Lavena nur ca. 12 Kilometer Luftlinie entfernt war: es lag hinter dem Berg. Doch die Straße führt entlang der Küste, ca. 47 Kilometer. Dafür brauchten wir gut 2 Stunden.

Dieses Mal waren wir nicht allein, sondern zu sechst. Mit dabei war ein Paar aus Belgien und ein weiteres Paar, das derzeit in Lautoka wohnt und wohl gute Freunde des Eigentümers des Ressorts waren. Sie haben darauf aufgepasst, während die Besitzer in Urlaub sind. Der Geländewagen hatte leider nur fünf komfortable Sitzplätze, so dass ich mich geopfert hatte, auf dem Kofferraumsitz mitzufahren. Die ersten Kilometer bis zum kurz hinterm Flugplatz waren sehr angenehm – Asphalt. Danach endete der Belag und es ging über unbefestigte Straße weiter. Juhu. Bis zum Ende!

Brücken? Wer braucht schon Brücken? Auch eine spannende Form der Flussüberquerung. Ich machte es zu Fuß:

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Nie wieder auf den Kofferraumsitzen bei Gravel Roads!

Hin und wieder sahen wir Menschen am Wegesrand, die eine Machete gut sichtbar in der Hand trugen. Das sind Messer, deren Klinge gut nen halben Meter lang ist. Jim, der angestellte Fahrer des Ressorts erklärt uns, dass dies hier ganz normal ist. Es sei ein Werkzeug, gerade für den Regenwald. Sollten wir aber in der Hauptstadt Suva mit so einer Machete rennen, so sollten wir schnell und weit wegrennen.

Maybe he’s crazy. Or he will do crazy things!

Wir erreichten Lavena. Das volle Programm kostete 45 Fiji-Dollar (also ca. 20 Euro): Eintritt für den Pfad, dazu ein Guide und eine Bootstour.
Lavena selbst ist ein Dorf mit den schon bekannten Holz-/ Wellblechhütten, diversen Haustieren, einer Schule und natürlich dem örtlichen Souvenirshop (hier Bone Carvings).

Los ging es mit der Bootstour. Das Boot war ein kleines Fischerboot mit Außenmotor. Damit wir komfortabel einsteigen konnten, wurde es an den Strand gezogen und unsere Sachen in einem Wetpack verstaut. Los geht’s! Die ersten Meter auf dem Wasser waren sehr erfrischend. Das Wasser war türkisblau. Wahnsinn! Das gibt es also wirklich. Dann mussten wir eine Wellenfront an der Küste überbrücken – perfekt zum Surfen – und man ahnt es schon: Mit dem Boot mussten wir die Wellen in 90° durchfahren und wir saßen vorne. Platsch! Eben bewunderten wir noch die Wellen. Nun waren wir von oben bis unten nass. Juhu. Aber es war warm. Pro-Tipp: In solchen Booten nie nach ganz vorne setzen. ;-)

Halbwegs getrocknet (die Sonne brannte ganz schön) fuhren wir zunächst zum ersten Wasserfall. Dieser ist nur über das Wasser erreichbar – und das auch nur zur Flut (sonst sind zu viele störende Steine im Weg). Vom Boot sind es vielleicht zwei Minuten. Dann ging es rein ins erfrischende Wasser.

Weiter ging es dann zum Endpunkt des Costal Walks. Dort gab es eine kleine Hütte zum Rasten. Von hier aus führt ein Weg zurück nach Lavena und einer zu den Wainibau Falls. Nach ungefähr 20 Minuten endete der Weg – und weiter ging es nur im Wasser. Die ersten Schritte konnte man gut durch das Wasser laufen – doch als wir den inneren Pool erreichten, mussten wir gewaltig gegen den Wasserdruck anlaufen. Genaugenommen ist das hier auch nicht ein Wasserfall, sondern zwei:

Und es sind ohne Übertreibung zwei der beeindruckensten Wasserfälle, die wir bis dahin kannten. Insbesondere da wie im Wasser waren, konnten wir diese auch viel besser erleben. Denn der Wasserdruck aus dem inneren Becken war schon gewaltig!

Der Guide kannte natürlich alle Raffinessen – und kletterte hoch. Vom kleineren Wasserfall kann man rutschen. Das traute sich von unserer Gruppe nur einer zu.

Vom größeren kann man nur noch springen. Das demonstrierte nur noch unser Guide:

Die Strömung an den Wasserfällen ist auch nicht zu unterschätzen. Man muss ganz schön dagegen ankämpfen, was wir am nächsten Tag auch in den Beinen spüren.

Nach vielen Fotos und dem Badevergnügung gingen wir wieder zurück. Zufällig entdecken wir noch eine Orange Fruit Dove. Eine seltene Taubenart, die es nur auf bestimmten Inseln von Fiji gibt – und seit dem letzten Zyklon Winston (2016) kaum noch. Mit 65-fach Zoom sieht sie ganz passabel aus:

Wenig später sah der Belgier einen Vogel, der einen Fisch speiste – und forderte mich erneut mit der Kamera heraus:

Der Weg schlängelte sich an der Küste entlang, vorbei an vielen Palmen und anderen tropischen Gewächsen, die uns unbekannt sind, die Belgier aber aus ihrer Zeit in Equador kennen. Eidechsen und Salamander verschwinden vor uns schnell im Gebüsch. Wir sehen Blumen, die sich „Cat Whiskers” oder „Red Ginger” nennen. Die Strände hier waren Anfang der 90er Jahre Filmkulisse für den Film „Rückkehr der blauen Lagune”.

Würdet Ihr es anfassen?

Ein Abenteuer ist die nächste Flußquerung. Früher gab es hier mal eine Hängebrücke, die aber seit „Winston” nicht wieder aufgebaut wurde. (Überhaupt hörten wir sehr häufig von „Winston”.) Nun gibt es nur noch ein Seil zum Festhalten. An den tiefsten Stellen der Querung steht man bis zu den Oberschenkeln im Wasser. Das Problem ist auch hier die Strömung. Während wir es ganz gut passiert haben, sind die Frauen der anderen beiden Paare nass geworden.

Die Strömung:

Diese Bäume können wohl wandern. Auf der Suche nach den besten Sonnenplätzen schlagen sie schnell neue Wurzeln:

Diese ausgewaschenen Steine waren beeindruckend:

Wir blickten öfters aus dunkle Wolken. Doch die waren an dem Tag immer woanders. Wie liefen mit der Sonne:

Zwichendurch sieht man noch viele weitere kleine Wasserfälle von den Bergen kommen. Es gab auch eine kleine Siedlung mit ca. 10 Häusern. Keine Straße, nur ein Weg. Kein fließendes Wasser. Und mangels Straße auch keine Wasser-Trucks. Auch keine Stromleitung. Aber mit Solarpanels. Denn es gibt ein Förderprojekt der Regierung – man muss selbst nur 90 FJD beisteuern.

Auf den letzten Metern zum Dorf sehen wir viele Schulkinder in Uniform, die wohl gerade aus der Schule kommen. Kurz danach erreichten wir wieder Lavena und fuhren zurück.

Nur wenige Fahrminuten weiter gab es die Tavoro-Wasserfälle. Dies sind drei Wasserfälle in Folge. Das hätten wir uns ebenso gerne noch angeschaut, doch aufgrund der fortgeschrittenen Zeit und des weiteren Eintritts (immerhin 36 FJD pro Person) entschlossen wir uns, diese nicht mehr zu besichtigen.

Auf dem Rückweg machten wir noch Stop bei einer Ananas-Plantage. Neben mir auf dem Kofferraumsatz lag nun ein großer Sack Ananas (ähnlich wie die Kaffee- oder Kohlensäcke). Auch der Besitzer dieser Plantage ist kein Fiji. Ein Muster, dass sich wiederholt.

Hatte ich schon gesagt, dass der Rückweg wieder solche unbefestigte Pisten verlief?

Und noch ein kleiner Foto-Stop. Wir blickten hier auf die Nachbarinsel Viubani. Eine kleine Insel mit genau einem Haus und 2 Einwohnern

In Summe haben wir wohl die beiden schönsten Wasserfälle der Insel kennenlernen dürfen. Wer auf Fiji bzw. auf der Insel Taveuni ist, sollte diese Wanderung auf jeden Fall mitnehmen.

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